Vorderachskörper konservieren

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Inox
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Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Inox » 16.02.2008 15:06

Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meinen T2b annähernd rostfrei kaufen konnte und damit das auch so bleibt, habe ich die Hohlräume und den Unterboden mit den entsprechenden Mitteln auch ausreichend konserviert.

Aus meinen frühen Bullijahren weiß ich aber, dass der Vorderachskörper auch mal gerne zum durchrosten neigt. Eventuelle Überzug-Reparaturbleche machen es dann auch nicht besser :(

Zum Glück ist meine Achse noch kernig und deshalb würde ich sie auch gern von innen konservieren.
Ich habe leider keinen Stopfen oder ähnliches gefunden und an den Kondenswasserablauflöchern ist die Blechkante davor gefalzt, so dass ich an der Stelle auch nicht rein kann.

Muss ich jetzt den Achskörper anbohren oder wie habt Ihr das Problem gelöst? :?:

LG Inox

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Roman
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Beitrag von Roman » 16.02.2008 16:40

Ich habe die Blechkante an den Wasserablauflöchern etwas nach unten gebogen, damit sich kein Schmutz sammeln kann und ich die Ablauflöcher leichter wieder freistochern kann.
Auf der oberen Seite der Schilde hast du eine ähnliche Öffnung, dort kannst du ebenfalls Hohlraumwachs o.ä. reinsprühen. Irgendjemand hat sogar unter den Sitzen je ein Loch pro Seite gebohrt, um leichter hinzukommen (die Löcher werden natürlich mit Stopfen verschlossen).

Grüsse,
Roman

Blackbeard
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Beitrag von Blackbeard » 17.02.2008 12:50

Könnt ihr dazu mal ein Foto einstellen?
Danke!
Muss Rocken!!!

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Inox
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Beitrag von Inox » 17.02.2008 13:56

Danke für den Tipp, werde ich dann auch so machen.

Mit dem Foto wird es noch bis April dauern, weil ich ihn dann erst aus seinem Winterschlaf hole 8)

LG Inox

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Einfach Fluidfilm

Beitrag von Bulliolli » 17.02.2008 23:47

Hallo,

hatte vor kurzen bei mir die gleiche Problematik, glücklicherweise mit einer ausgebauten VA.
Als Versiegelung schwöre ich auf Fett- oder Ölprodukte wie Fluidfilm oder MikeSanders Korrosionsschutzfett.
Das Fett ist in Hohlräumen schwieriger zu verarbeiten, dafür aber noch längerwährend in der Wirkung.

Naja, jedenfalls hab ich in die linken und rechten Achskörper (nicht die Achsrohre, die sollten vom Fett der Torsionsfedern genügend konserviert sein) jeweils ne kleine Bohrung gemacht und die dann ordentlich ausgeblasen.(wenns dann schon stark raschelt, kann sich jeder nen Bild machen, wie es im Hohlraum aussehen muss). Anschliessend mit der Hohlraumsonde das Korrosionsschutzöl Fluidfilm eingeblasen... solange bis es an den Haltern der Aufschlagpuffern rauskam.
Die Löcher dann natürlich mit einem Stopfen verschlossen.

Ich hoffe, dass ich nun erstmal die nächsten 20 Jahre Ruhe hab. ;-)

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Clas
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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Clas » 19.03.2020 23:18

Moin,

ich hol das Thema mal wieder hoch.
Habe meinen Vorderachskörper mittlerweile für das Strahlen vorbereitet.
Dabei ist mir aufgefallen, das es in den Achsschilden merklich bröselt.
Ich würde gern die Achse so anbohren, das ich sowohl den losen Rost dort heraus bekomme, als auch anschließend das Loch nutzen kann um das Ganze mit Fett zu fluten.
Über die Ablauflöcher ist das ja kaum möglich.

Mir schwebt ein Durchmesser von 10 - 20 mm vor. Vornehmlich auf der Innenseite oben. Anschließend natürlich mit einem Stopfen verschließen.
Mir fällt momentan keine Grund ein, warum ich das nicht machen sollte, möchte aber sicherheitshalber eure Meinung einholen.

Gruß
Clas
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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von ulme*326 » 20.03.2020 02:18

pfiffige Idee - da ein Inspektions- Loch zu plazieren - festigkeitsmäßig sehe ich da nur die obere Dämpferaugenanbindung die diesen Bereich auf Biegung beansprucht.
Dem Prüfingenieur würde ich das auch nicht gerade auf die Nase binden. In den Lagerschilden innen zwischen den Achsrohren wäre aus meiner Sicht der unkritischste Platz. Natürlich gut einsehbar. Aber bei entsprechender Ausführungsqualität unaufdringlich. Links&rechts hinsichtlich Position und Durchmesser identisch machen & sauber automotiv-style verstöpseln und gut ist es. :gut:

Was mir aber dazu einfällt ist- daß wenn es da drin bereits rieselt ist das nicht wirklich gut.
Bist Du Dir sicher daß es dieser Achskörper wert ist erhalten zu werden?
Ist der äusserlich in der unteren Hälfte über jeden Zweifel erhaben?

Anm: Wenn Du strahlen lässt - die Achsrohre und den Lenkmittelbolzen-Lagerungs-Bock hermetisch verschliessen - sonst hast Du das Strahlgut in den Nadellagern und im Fett. Es sei denn Du baust alle Nadellagerungen vorher (mit Sonderwerkzeug) aus incl. chem. Herauslösen der Fettpampe aus den Achsrohren.
Gruesse von der Oberschwaebischen Barockstrasse
ulme*326


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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Gastonlagaffe » 20.03.2020 02:52

Servus,
bei mir habe ich ein kleines Loch in den oberen Holm gebohrt und mit Fluidfilm geflutet (ca. 1 Liter).
Ablaufbohrung verschliessen und nach 2 Tagen wieder öffnen, das tixotrope Fluidfilm bleibt dann drin.
Kein Rosten mehr auf Lebzeit.

Gruß

Thomas
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Clas
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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Clas » 20.03.2020 07:57

Moin,

Vielen Dank für die Antworten.
Ich hoffe doch sehr das ich die Achse retten kann.
Äußerlich sieht sie wirklich gut aus.
Etwas Rost, klar. Aber nichts auf den ersten Blick und diversen Klopfversuchen durcht.
Mal sehen was vom Strahlen übrig bleibt.

Mit den Lagern hab ich mir auch schon Gedanken gemacht.
Habe sie mit Stopfen aus dem Laborbedarf verschlossen und noch mit einer Naht Karosseriekleber oben drauf versehen.
Lenkbolzen bleibt drin und wird danach gewechselt.

Gruß
Clas
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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Clas » 20.03.2020 08:06

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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von schrauberger » 20.03.2020 17:35

Hallo, wenn ich hier so mitlese möchte ich Euch gerne auf den worst case vorbereiten :D

Ich hab meine VA komplett revidiert da sie an den üblichen Stellen durch war.
Ich hatte mich gefreut und sie gekauft, weil sie sich nach dem Abhämmern untenrum vollkommen solide angefühlt hat.
Nach dem Sandstrahlen sah die Sache völlig anders aus :cry:

Also alles dünne Blech untenrum rausgeschnitten, und die Rostkrümel ausgeleert.

Die Menge hat mich überwältigt :shock:

Ich durfte ein halbes Kilo Blattrost pro Seite entsorgen.
Dann hab ich mir in einem 20 Literkübel Deox C Entrosterbad angerührt und die Achse am Kran hochkant aufgehängt, in den Kübel getaucht und nach Anleitung drin stehen lassen, andere Seite genauso.
Ergebnis: Auch innen 100% rostfrei :gut:

Mit Dampfstrahler die Achse komplett gereinigt und trocknen lassen.
Dann nach VW Reparaturanleitung neue Bleche angefertigt und ein bzw. aufgeschweißt.
Es waren auch noch einige Risse um das Achsrohr und den Gummianschlagträger zu schließen.
Die Nadellager hatte ich vorher entfernt und in die Bohrungen passgenaue Bolzen geklopft, um Verzug zu vermeiden, was trotz größter Sorgfalt nicht 100%tig gelang.
Es ist unbedingt darauf zu achten nicht zuviel Wärme ins Bauteil zu tragen, also versetzt punkten und immer wieder abkühlen lassen.

Nachdem die Achse geschweißt war na klar, auch den Lenkhebelbolzen ersetzt und neu gelagert. Dort war bei mir nichts zu schweißen, alles gut :D

In die Schilde noch ein Loch gebohrt und mit Hohlraumsonde ordentlich Owatrol eingesprüht und die Achse emsig in alle Richtungen gedreht und gewendet.

Ist ein echtes Fitnessprogramm :D

Nach Trocknung, über die Hohlraumbohrung mit Mike Sanders versiegelt.

Da brennt nix mehr an :dance:

Ralph
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Schöne Grüße aus Geisingen,
erste Stadt an der jungen Donau :mrgreen:
Fukengrüven

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Re: Vorderachskörper konservieren

Beitrag von Clas » 20.03.2020 18:52

Mo,

Danke für die ausführliche Beschreibung.
Schweißen sollte, wenn nötig ja kein allzugroßes Problem werden.
Wie beim Radlauf versetzt schweißen und nach jedem Punkt mit Druckluft kühlen. Zur Not über einen längeren Zeitraum.
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Aber ich bin jetzt mal vorsichtig optimistisch.

Gruß
Clas
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