Simmerring in Afrika

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Wolfgang T2b *354
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Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 21.01.2017 23:27

Guten Abend allerseits,

ich bräuchte mal euren Rat in Sachen Getriebeflansch-Simmerring.

Wie der eine oder andere ja weiß, fängt bei mir die Saison an, wenn Ihr Eure Busse einwintert; deshalb habe ich auch gerade „Hochsaison“. Genauer: wir sind zwischen Zambia und Südafrika unterwegs und wollen noch zwei Monate hier herumkurven, bis sich das deutsche Wetter wieder ordentlich benimmt.

Doch mein Problem ist, dass beide Getriebeflansch-Simmerringe plötzlich lecken, der eine nur ein wenig, der andere ziemlich heftig (Bj. 1978, AS-Motor, CU-Getriebe). Ein bisschen Öldunst haben sie immer abgegeben, doch gestern ist es schlagartig mehr geworden. Ich habe schon neue Dichtungen und Kappen besorgt, doch die liegen 2000 km entfernt von hier, weil ich sie schlichtweg in Namibia vergessen habe :wall: :wall: :wall: . Und hier, im südafrikanischen Outback, habe ich wenig Hoffnung, welche zu bekommen. Doch immerhin konnte ich das richtige Getriebeöl auftreiben (SAE 75-80. 4 GL), um ggf. nachfüllen zu können.

Meine aktuellen Optionen heißen: mit den alten Dichtungen weiterfahren und regelmäßig Öl nachfüllen oder irgendwo hierzulande neue Simmerringe auftreiben. Und genau dazu habe ich ein paar Fragen.

1. Ich habe keine Ahnung, wie heiß das Getriebe werden kann, wenn es hart arbeiten muss. Kann es sein, dass wir gestern einfach nur extreme Temperaturverhältnisse hatten und deshalb eine ordentliche Portion Öl herausgelaufen ist? Dahinter steckt die Hoffnung, dass es unter normalen Verhältnissen wieder dicht(er) ist. Wir hatten gestern deutlich über 30°, auf dem Asphalt sicher über 60°. Zudem mussten wir 1100 Höhenmeter klettern und gleich darauf wieder runter. Rauf wie runter war das Getriebe ja immer im Eingriff. Die letzten 200 Höhenmeter bergab konnten wir den Bus dann richtig laufen lassen (über 100 km/h, was für uns extrem viel ist), das hat die ausgelaufenen Tropfen richtig gut versprüht.

Kann es also sein, dass die Undichtigkeit der Simmerringe der kurzzeitigen Belastung geschuldet ist und wir möglicherweise ohne Austausch noch 3000 km weiter fahren können (dann fliegen sie sowieso raus)? Das wäre mir die liebste Alternative.

2. Der T2 wurde nie in Südafrika gebaut, deshalb ist die Ersatzteilversorgung auch nicht so gut wie beim hier ziemlich häufigen T3. Einen T2 haben wir auf den letzten 6000 km ganze zwei Mal gesehen. Wurde der T2-Simmerring auch im T3 oder in anderen VWs eingebaut? Ich meine, er hätte die Nummer 091 301 189 A und die Abmessungen 72 x 45 x 15 mm. Könnt Ihr das bestätigen? Nicht, dass ich nach dem Ausbau feststellen muss, dass ich die falschen besorgt habe.

3. Sollte ich tatsächlich neue Dichtungen auftreiben können, kann ich sie dann auch im Busch auswechseln? Mit Busch meine ich, auf einem Campingplatz, nicht in einer Werkstatt. Ich bin werkzeugmäßig sehr gut ausgestattet, lese im RLF aber etwas von VW391, was ich natürlich nicht habe. Ist das Ding nur ein spezieller Auszieher und mit ein wenig Tricksen entbehrlich? Ich habe mehrere Auszieher und einen Ausziehhammer.

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr mir da ein wenig auf die Sprünge helfen könntet. Im Augenblick schwanke ich zwischen „Ignorieren und Öl nachfüllen“ und „Fahrt abbrechen und zurück nach Johannesburg“. Vielleicht habt Ihr ein paar Argumente, die die Entscheidung leichter machen.

Schöne Grüße aus Südafrika

Wolfgang

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clipperfreak
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von clipperfreak » 21.01.2017 23:45

Hallo Wolfgang der T2 wurde doch in Südafrika gebaut. hab gerade diese Woche alten Werbefilm gesehen von der Produktion damals in Südafrika
Gruß
Klaus *223

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Wolfgang T2b *354
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 22.01.2017 00:18

Hallo Klaus,

soweit ich weiß, war das keine Produktion im heutigen Sinne, sondern nur eine (End-)Montage. Evtl. waren es auch sog. CKD-Sätze, das ist so eine Art IKEA für Autos, also 'ne große Kiste mit Teilen und einem Bauplan (aber kein Inbus-Schlüsselchen :mrgreen:). Genaueres weiß ich aber auch nicht. Im hiesigen VW-Museum haben wir jedenfalls nicht viel vom T2 gefunden.

Leider hat es von den damaligen Produkten nur relativ wenige erhalten. Wie ich oben schon schrieb, haben wir auf 6000 km ganze zwei gesehen. Und beide waren ziemlich abgeranzt, denn sie waren noch im Alltagseinsatz. Hier in Südafrika sind es wohl ein paar mehr, vielleicht treffen wir noch auf ein paar.

Trotzdem werden wir bei fast jeder Verkehrskontrolle oder beim Tanken gefragt, ob wir den Bus verkaufen möchten. "I love Combis". Viele Leute kennen also den T2 und wissen genau, wann er gebaut wurde. Gerade vorhin sollten wir von Suchhunden nach Waffen und Nashorn abgeschnüffelt werden, doch die beiden Hundeführer interessierte nur das Auto. Keine Ahnung, woher diese spezielle T2-Begeisterung kommt.

Schöne Grüße

Wolfgang

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Norbert*848b
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Norbert*848b » 22.01.2017 01:01

Hallo Wolfgang,
habe gerade einmal den Teilekatalog von den VW's Südafrika gefunden. Ja, unsere T2's tauchen da leider nicht auf, dafür aber der T3 und ein 091er findet sich da auch wieder. :D
Der Simmerring mit der Teileposition 20 taucht aber dummerweise nicht in der Stückliste auf (als ob uns da jemand ärgern will). Die Position 18 ist aber das gleiche Bauteil wie an Deinem Bus. Somit sollte das passen. Was mich aber stutzig macht, ist die Teilenummer Deines Ringes mit dem A am Ende, die Abmessungen stimmen aber.
http://volkswagen.7zap.com/de/za/typ+2/ ... 301060/#18
Somit sollten die Chancen nicht schlecht aussehen dürfen, das irgendwie gerichtet zu bekommen. :thumb:
Ob Du nun unbedingt das Abdrückwerkzeug brauchst, kann keiner ahnen. Ich brauchte das nicht wirklich, weil die Gelenkflansche gar nicht so stramm saßen (Passungstoleranzen). Ich konnte mit 2 Montiereisen an den beiden Schrauben ansetzen, die diesen "Verdrehschutz" aus Plastik in Position halten. Aber Vorsicht, man sollte halt nicht abrutschen.
Y_IAZ_GF.jpg
Musst außerdem das Fahrzeug so anheben bzw. seitlich aufbocken, dass Dir die Getriebeölbaddusche erspart bleibt. :wink:
Dann kommt noch das Herauspopeln des Simmerrings selbst. Hier vielleicht eine Anregung wie man das machen könnte (vielleicht unter Zweckentfremdung des Kochgeschirrs?)
http://forum.bulli.org/viewtopic.php?f=7&t=19391
... ich hoffe, dass ich ein wenig weiterhelfen konnte.
Gutes Gelingen :!:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Wolfgang T2b *354
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 22.01.2017 11:56

Hallo Norbert,

auch Nachtarbeiter? Hier ist es nachts im Augenblick nicht so prickelnd, denn die fetten Ameisen haben sich entschlossen, auf Brautschau herumzufliegen. Bleistiftdick, 4 cm lang und hochgradig interessiert an leuchtenden Bildschirmen :kaputt:.

Danke für Deine wie immer präzisen Hinweise. Das hört sich doch sehr gut an.
T2NJ72 hat geschrieben:Der Simmerring mit der Teileposition 20 taucht aber dummerweise nicht in der Stückliste auf (als ob uns da jemand ärgern will). Die Position 18 ist aber das gleiche Bauteil wie an Deinem Bus. Somit sollte das passen. Was mich aber stutzig macht, ist die Teilenummer Deines Ringes mit dem A am Ende, die Abmessungen stimmen aber. http://volkswagen.7zap.com/de/za/typ+2/ ... 301060/#18
Weder für die Nummer noch für den Buchstaben würde ich die Hand ins Feuer legen. Seltsam ist auch, dass auf der 7zap-Seite das Teil nur 1 x verwendet wird, richtig wären ja 2 Stück. Teil 21 ist die Gehäusedichtung, da würde 1 x passen, nur die Nummer ist wohl falsch. Ich werde noch einmal fahnden und beim Kauf auf jeden Fall einen Messschieber mitnehmen.

Das mit der Öldusche ist ein guter Hinweis. Je schiefer der Bus steht, desto leichter macht es ja auch das Arbeiten. Doch je schiefer der Bus steht, desto intensiver werde ich Besuch von den Campnachbarn bekommen. Die Reparatur dürfte sich also hinziehen :mrgreen:

Irgendwie werde ich den Flansch und die alte Dichtung heraus gepopelt bekommen, zur Not auch mit dem Kochgeschirrhenkel und ohne VW391.

Danke nochmals für Deine Hinweise. Der nächste Teile-Händler ist meiner.

Schöne Grüße nach Almerdingsen :versteck: (Zitat Deiner Nachbarn)

Wolfgang

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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Rolf-Stephan Badura » 22.01.2017 12:00

Hallo Wolfgang,

ich drück Dir Daumen, dass ihr da eine Lösung findet bzw. es nur ein kleines Problemchen bleibt...

Wieviel Öl auf 1000km musst Du denn nachfüllen?
Ich würde einfach fleissig nachkippen, aber wahrscheinlich würdest Du hier nicht fragen, wenn es nicht schon etwas drastische Mengen sind?!?

Von meinen Flachbulli (alias Karmann mit Typ 1 Moped) ErFahrung quer durch Europa, glaube ich nicht, dass das Problem sich deutlich verbessert bei günstigeren Temperaturen/weniger Belastung. Wenn es mal läuft, dann suppt es weiter auch im kühlen Deutschland...


Der T2 wurde in Südafrika gebaut, aber als echter T2 mit großen Typ 4 Moped,
sonst als T1/T2 Chimäre mit nicht unserer T2 Typ 1 Motortechnik, sondern eher brasilianischem irgendetwas.
http://www.vw-t2-bulli.de/index.php?de- ... ures-vw-za

Grüße,

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Wolfgang T2b *354
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 22.01.2017 12:43

Hallo Rolf-Stephan,
Rolf-Stephan Badura hat geschrieben:Wieviel Öl auf 1000km musst Du denn nachfüllen?
Ich würde einfach fleissig nachkippen, aber wahrscheinlich würdest Du hier nicht fragen, wenn es nicht schon etwas drastische Mengen sind?!?
Wieviel genau raus ist, weiß ich noch nicht. Wir hatten gestern heftig Regenzeit und da wollte ich nicht unters Auto schwimmen. Aber nachdem wir zeitweilig mit wahnsinnigen 100 km/h unterwegs waren, hat es das Öl bis hinten auf den Auspufftopf geschleudert. Und man sieht deutliche Fließspuren am Flansch, wo es den Dreck weggespült hat. Ich dachte erst, der Motor sei undicht, weil alles eingeölt war, doch es sind "nur" die Gelenkwellenflansche.

Ich werde nachher mal alles sauber machen und dann ein wenig fahren. Hier im Regenloch Südafrikas (2500 mm/Jahr) macht das Reparieren keinen Spaß, wir werden uns wohl auf den Weg runter ins Tiefland machen.

Schöne Grüße

Wolfgang

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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Sgt. Pepper » 22.01.2017 12:54

Moin Wolfgang,

also ich würde das reparieren. Einfach weil durch das Öl auch Fremdkörper wie z.B. Sandkörner an der Dichtlippe hängen bleiben können und euch die Dichtfläche auf den Flanschen ruiniert. Dann bekommt ihr das nie mehr richtig dicht.

Ich habe hier Dichtungen liegen, die ich mal bei Olaf gekauft habe für mein Getriebe (CM '75). Die Dichtringe haben die Größe 42x67x17,6.
Ab Modelljahr 76 haben die Ringe die Größe 45x72x15.

Falls nötig, kann ich die hier in D bestellen und euch runterschicken. Ist kein Problem.
Ihr braucht aber noch die Dichtkappen in den Flanschen. Ich weiß nicht ob man die zerstörungsfrei entfernen kann.


Grüße,
Stephan
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Wolfgang T2b *354
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 22.01.2017 13:06

Hallo Stephan,

danke für Dein Angebot.

Ich bin inzwischen ziemlich sicher, dass mein Dichtring 72 x 45 x ca. 15 haben muss. Den hat VW wohl ab '75 geändert und er wurde auch beim T3 noch eingesetzt. Deine Dichtungen dürften also eher zum Modell vor '75 gehören.

Dein Einwand mit Sand und Staub ist natürlich richtig. Wenn ich die Chance habe, werde ich die Dichtungen auch wechseln (sofern ich Ersatz auftreiben kann). Nach der heutigen Testfahrt weiß ich vielleicht mehr über den Grad der Undichtigkeit.

Schöne Grüße

Wolfgang

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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Polle » 22.01.2017 13:58

Ich versteh gerade das Problem nicht wirklich. Wir leben in einer globalisierten Welt. Wenn du eh aufm Zeltplatz bist, dann bestell die Teile bei Olaf und lass sie dir per Express zum Platz schicken.
Schau doch mal bei Amazon Prime. Vielleicht gibt's das Zeug auch da. Dann haste es am nächsten Tag da. Wie die das hingekommen, ist doch deren Problem.

Gruß vom Frühschoppen
Polle
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Norbert*848b » 22.01.2017 14:55

Hallo Wolfgang,
Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:Ich bin inzwischen ziemlich sicher, dass mein Dichtring 72 x 45 x ca. 15 haben muss.
Ich auch. :D
http://volkswagen.7zap.com/de/rdw/typ+2 ... 300-29000/
... gedanklich hatten wir ja schon vor einiger Zeit den Austausch und alles dazugehörige abgehandelt 8) .
viewtopic.php?f=7&t=21807&p=217687#p217687
Polle hat geschrieben:Wenn du eh aufm Zeltplatz bist, dann bestell die Teile bei Olaf und lass sie dir per Express zum Platz schicken.
... wenn das man alles so einfach ginge. Vor Jahren hatte ich einmal mehrere Arbeitskollegen, die in verschiedenen Ländern Afrikas tätig waren.
Die bekamen immer echt graue Haare, wenn sie sich Ersatzteile aus Deutschland nachschicken lassen mussten. Die lagen dann meist irgendwo in einem schlecht erreichbaren Zollamt, wo man sie dann abholen musste...und ohne Bakschisch lief auch nichts :? . Vielleicht ist ja doch alles in der Zwischenzeit einfacher geworden und ich lebe noch in der Vergangenheit. :oops:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Sgt. Pepper » 22.01.2017 17:06

Wolfgang,
gibt es bei euch in der Nähe keine Lodge, etc. an die man Sachen schicken kann und ihr holt es dort ab?

Grüße,
Stephan
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goggobiber
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von goggobiber » 22.01.2017 18:38

Hallo Wolfgang,

folgender Tipp könnte Dir eventuell ohne zu Schrauben nach Hause helfen: viele Simmerringe sind nicht defekt, sondern nur hart geworden. Bei uns gibt´s an jeder Tankstelle Mittel, die dem Öl hinzugefügt werden und durch Weichmacher die Simmerringe wieder dicht(er) bekommen. Der Versuch kostet wenig und lohnt auf jeden Fall. Liqui Moly verteibt das Mittel hier glaub´ ich unter dem Namen "Ölverlust Stop", Wynns eventuell unter "Leak Proof". "LecWeg" ist das teuerste mit dem besten Ruf, aber auf Deinem Erdteil sicher nicht zu haben. Frag´ mal in einem Autozubehörladen, wenn Du nichts findest, hilft auch Hydro-Stößel-Regenerat. Dein Auto hat zwar keine Hydrostößel, aber das Mittel macht auch Gummi und Kunststoff wieder weich.
Good luck und Gruss an die "Big Five"

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Wolfgang T2b *354
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 23.01.2017 00:11

Hallo allerseits,

ganz vielen lieben Dank für Eure Hinweise. Ich habe den Eindruck, jetzt ist das Problem in allen Facetten erörtert, jetzt müssen Taten folgen.
Polle hat geschrieben:Wir leben in einer globalisierten Welt. Wenn du eh aufm Zeltplatz bist, dann bestell die Teile bei Olaf und lass sie dir per Express zum Platz schicken.
Jau, wir leben in einer globalisierten Welt. Wir. Aber es gibt noch eine andere Welt ganz weit da draußen. In der gibt es zwar Handys, aber keinen Arzt, den man anrufen kann. Es gibt Schulen, aber keinen Schulbus. Es gibt Verkehrsregeln, aber keinen, den sie interessieren. Es gibt fließend Wasser, aber nur durchs Dach in der Regenzeit. Es gibt Strom, aber nur, wenn gerade keiner die Kupferleitung geklaut hat. Es gibt Internet, aber die Bits werden noch einzeln durchs Kabel geschoben. Und es gibt tausende von Dörfern, die nichts von alledem haben. Diese Welt hat ganz andere Probleme, als ein funktionierendes Logistiksystem für einen klitzekleinen Teil der Leute zu installieren. In den meisten Regionen gibt es nicht einmal Adressen („Corner x-Street, y-Ave“ oder „Opposite Super Market“). Wenn ich unsere Freunde in Pretoria frage; „Warum bestellst Du das nicht bei eBay?“, dann stöhnen die nur und verdrehen die Augen.

Auch wenn es in vielen Dingen in Südafrika nicht viel anders zu sein scheint als bei uns: unter der Oberfläche ist das immer noch ein Entwicklungsland – mit all‘ den schönen und schlechten Seiten.

Klar, es gibt hier erstklassige Lodges, in die man sich die Sachen schicken lassen könnte. Wenn man sich gaaanz viel Zeit nimmt. Ein Bekannter in Namibia musste sich per Luftfracht neue Reifen aus Deutschland schicken lassen. Nach einer Woche sollten sie da sein (waren auch entsprechend teuer). Nach einem Monat hatte er sie endlich – selber aus dem Zoll geholt. Zeit ist das einzige, was es in Afrika in Hülle und Fülle gibt.
T2NJ72 hat geschrieben:...Vielleicht ist ja doch alles in der Zwischenzeit einfacher geworden und ich lebe noch in der Vergangenheit. :oops:
Einfacher ist es sicher geworden, aber es ist immer noch meilenweit von dem entfernt, was wir gewohnt sind.

Ich werde also in der nächsten Stadt zum größten Autoteilehändler gehen. Das sind meist Inder, die zwar nichts haben, aber einen kennen, der einen kennt und nach fünf Stationen hat man das Gesuchte tatsächlich in der Hand. Oft. In diesem Fall bin ich guter Hoffnung.

Sollte es mit den Teilen beim Inder doch nichts werden, dann müssen wir uns halt irgendwie nach Johannesburg/Pretoria durchschlagen. Entweder mit Nachkippen von Öl oder mit einem Weichmacherzusatz, den es hier sicher geben wird, denn die meisten Autos hierzulande sind undicht.

Danke noch einmal für Eure Hinweise. Und mit Norberts Anleitung vom letzten Jahr kriege ich das schon gebacken. Ich werde berichten, wie es weitergegangen ist.

Schöne Grüße

Wolfgang

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Polle
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Re: Simmerring in Afrika

Beitrag von Polle » 23.01.2017 00:25

Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:
Jau, wir leben in einer globalisierten Welt. Wir. Aber es gibt noch eine andere Welt ganz weit da draußen. In der gibt es zwar Handys, aber keinen Arzt, den man anrufen kann. Es gibt Schulen, aber keinen Schulbus. Es gibt Verkehrsregeln, aber keinen, den sie interessieren. Es gibt fließend Wasser, aber nur durchs Dach in der Regenzeit. Es gibt Strom, aber nur, wenn gerade keiner die Kupferleitung geklaut hat. Es gibt Internet, aber die Bits werden noch einzeln durchs Kabel geschoben.
Ach du bist in Brandenburg?

...

War ja nur n Gedanke. Lass uns wissen, was der Inder sagt und wieviel Kühe du dafür spenden musstest. ;o)
Viel Glück
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