T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

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Klaus*13
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 29.04.2019 09:45

Absolut korrekt :respekt:
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Klaus*13
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 17.05.2019 23:19

Hallo zusammen,

ich hatte ja versprochen, meine Erfahrungen beim Lenkgetriebewechsel hier zum Besten zu geben.
Ich habe letztes Wochenende endlich das versetzte Loch wieder zugeschweißt und das dritte, das "leicht aufzuweiten ist, auf 13mm aufgebohrt.
IMG_1765.JPG
Dann Lenkgetriebe eingebaut und Lenkfinger und Schubstange eingehängt. Fertig. Soweit ist das alles kein Hexenwerk, nur ein wenig Gefrickel :jump:
IMG_1772.JPG
IMG_1773.JPG
Heute bin ich dann das erste mal probegefahren. Das war recht ernüchtend. Dass die Spur nicht stimmt, war mir nach dem Wechseln der Spurstangen klar. Allerdings hat das Lenkgetriebe mehr Spiel, als das alte :shock: Außerdem ist es recht schwergängig, d.h. es dreht beim Loslassen nicht mehr von selbst zurück.
Also habe ich erst einmal die Spurstangen nach Gefühl und Optik eingestellt (die Spur wird am Montag eingestellt) und dann geschaut, woher das Spiel kommt: eindeutig aus dem Lenkgetriebe. Außerdem suppt es aus praktisch allen Schraubverbindungen und abgedichteten Teilen. Das habe ich erst einmal ignoriert und habe es an der Einstellschraube eingestellt. Ich konnte etwa 3 Umdrehungen reindrehen, bis Widerstand zu spüren war. Danach war es besser, aber trotzdem noch so viel Spiel, wie mit dem 50 Jahre alten Vorgänger. Da es mir noch strammer vorkam, habe ich die Einstellschraube wieder etwas rausgedreht. jetzt hat die Schraube irgendwie komischen Widerstand, als wollte sich das Gewinde verabschieden... Naja, ich schau mir das morgen nochmal an...
Und versuche ein originales gebrauchtes T2b-LG zu bekommen. Die gehen eigentlich nicht kaputt, oder? Falls doch, woran merke ich, dass es nicht ok ist, bevor ich es kaufe?
Gruß & schönen Abend,

Klaus
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aviator
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von aviator » 18.05.2019 12:06

Hi Klaus,

tut mir leid, dass das neue T2b Lenkgetriebe Mist ist. Das habe ich allerdings jetzt schon öfters gelesen. Norbert hat z.B. auch mal geschrieben, dass es möglicherweise innen nur eine Fingerlenkung ist wie beim T2a.

Ab und an gibt es mal neue alte (NOS) T2b Lenkgetriebe, allerdings für viel Geld. Das wäre eine Möglichkeit. Oder eben ein gutes Gebrauchtes. Oder ein Umbau auf Zahnstange, wie wir es bei meinem T2a gemacht haben.

Gruß,

Stefan

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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Norbert*848b » 18.05.2019 12:38

aviator hat geschrieben:
18.05.2019 12:06
Norbert hat z.B. auch mal geschrieben, dass es möglicherweise innen nur eine Fingerlenkung ist wie beim T2a.
Ja, hatte ich in der Tat einmal so geschrieben und diese Mutmaßung leider so vom "thesambaforum" ungeprüft übernommen. :unbekannt:
Inzwischen habe ich Gewissheit, dass sich tatsächlich um eine Rollenlenkung handelt , wie man im brasilianischen Katalog leicht erkennen kann:
https://volkswagen.7zap.com/de/br/trans ... -415020/#1
PS: Mich wundert ein wenig, dass für die Lenkrollenwelle kein Dichtungsring gelistet ist. :?
… und die Übersetzung ist teilweise grottig, den Begriff "Unterlegkeil" für eine Distanzscheibe zu benutzen ist schon etwas seltsam. :stupid:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Klaus*13
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 18.05.2019 15:31

Danke für die Unterstützung!
Ist ja interessant, dass es sich um eine Rollenlenkung handelt. Trotzdem ist das Lenkspiel meiner Meinung nach zu groß. Es funktioniert jetzt soweit ganz gut, habe den Vormittag damit zugebracht, die Lenkgeometrie einzustellen, d.h. Länge der Schubstange gegen Lenkhebelstellung gegen Anschlag links und rechts... Da kann man Tage mit zubringen.
Ich hatte die Lenkschubstange neu gekauft, weil das hintere Gelenk eingepresst ist. Der "Knick" ist allerdings bei der neuen weiter in der Mitte, als bei meiner originalen. Das führt dazu, dass sie leichteram Rahmen anschlägt (war bei mir der Fall). Das ear mir vorher nicht aufgefallen. Jetzt habe ich jedenfalls die alte wieder eingebaut, habe das eingepresste Kugelgelenk gesäubert und neu abgeschmiert und auf der geschraubten Seite das neue Gelenk eingebaut. Kann sein, dass das irgendwie auch mit der neuen Stange geht, aber dafür habe ich keine Nerven mehr. :unbekannt:
Die Zahnstange liegt ja noch bei mir im Keller, vielleicht gibt's ja bald eine gute Lösung für die Verwendung mit BKV. Ich habe Tom jedenfalls schonmal die Schablone für das Lochmuster der Lenkgetriebe-Löcher geschickt, damit er das für weitere Kosntruktionen am Rechner verwenden kann :dafür: .
Ich hoffe, dass das aktuelle LG ein paar Wochen seinen Dienst tut, in der Zwischenzeit kümmere ich mich mal um ein Gebrauchtteil. Da ist allerdings das Mittelloch anzupassen, da ist nämlich nicht rund, wie bei den brasilianischen (gibt' beim Bus-ok, danke für's Bild):
LG.JPG
Glaubt Ihr, das könnte man auch am Lenkgetriebe rund schleifen? Mir ist das meistens lieber, als am Bus zu schleifen, außerdem ist das im ausgebauten Zustand einfacher :roll: .
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von T2Tom » 18.05.2019 18:46

Hi Klaus,

das mit dem Lenkspiel an Deinem neuen Lenkgetriebes ist ja ganz schön deprimierend. :(

Bzgl. meinem Umbau auf Zahnstange muss ich Dich aber enttäuschen.
Ich werde diesen Umbau zwar an unserem T2b im Herbst/Winter auch machen, werde aber nicht den originalen BKV mitverwenden.
Anstatt dessen werde ich auf den BKV (INDIRECT SERVO) von Creative Engineering zurückgreifen, hatte ich ja HIER schon geschrieben.

Trotzdem weiterhin gutes Gelingen und ....

Grüße aus der Pfalz
Tom
"Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass zu meinen Lebzeiten die Mehrzahl der Menschen ihr Gehirn
außerhalb ihres Kopfes in einem kleinen, flachen Etui mit sich herumtragen würde."

(Lutz Zimmermann, Braunschweig)

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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 18.05.2019 23:45

Hi Klaus,

ich würde nicht probieren am Lenkgetriebe Material abzunehmen.
Die Verstärkungen werden die ja nicht ohne Grund in das Gehäuse gebaut haben.
Das macht den Formenbau ja auch nicht einfacher.
Da solltest du in den Sauren Apfel beißen und am Träger das Blech passen feilen.

Wenn du ein Lenkgetriebe kaufst, sollte auf jeden Fall noch Öl drin sein.
Wenn das längere Zeit trocken gelaufen ist, dann kann das innen verschleißen.
In Mittelstellung sollte am Lenkhebel keinerlei Spiel spürbar sein, wenn du an der Halterung der Hardyscheibe drehst.
Den Simering am Gehäuse solltest du vor dem Einbau tauschen.
Die sind in der Regel etwas undicht nach 40 Jahren.
Das ist aber ein Standard Bauteil, die Maße stehen auf dem Simering.
Klaus*13 hat geschrieben:
17.05.2019 23:19
Außerdem ist es recht schwergängig, d.h. es dreht beim Loslassen nicht mehr von selbst zurück.
Das kann aber auch noch von der verstellten Spur kommen.
Mit dem Trackace Laser Spurmessgerät kann man die Spur an der Vorderachse recht schnell selber einstellen.
https://ingenioes.com/index.php?page=product&info=6
Ab dem zweiten mal kommst du in die Gewinnzone :wink:

Viel Erfolg
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

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Klaus*13
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 19.05.2019 11:16

Hi Thomas,

Besten Dank für die Tipps. Wahrscheinlich hast Du Recht, dass ich besser den Träger anpasse. Das ist mindestens mal die sicherere Variante. Am Ende ist der Wulst, den ich wegschleifen würde nicht massiv und ich mache ein Loch rein :oops:
Das Spureinstellgerät ist ja geil. Muss das Auto dafür im Wasser stehen? Ich habe keine Garage (nur einen Carport) da ist der Boden nicht wirklich eben.
Gruß

Klaus
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Tanjas&Thomas_T2b
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 19.05.2019 23:36

Hi Klaus,

die Fläche sollte schon einigermaßen eben sein.
Ich mache insgesammt immer 3-4 Messungen und mittel den Wert aus.
Das Auto immer rund eine halbe Radumdrehung weiter schieben und dann noch mal messen.
Damit kann man den Felgenschlag und mögliche Fehlmessungen ausmitteln.
Das Teil ist halt kein Präzisonsmessgerät aber die Toleranzen, die VW erlaubt kann man auf jeden Fall erreichen.
Wenn du noch eine Neigungswaage kaufst, kannst du auch noch den Sturz einstellen.

Viele Grüße
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von bulli71 » 29.04.2020 14:53

Gibt es eigentlich noch weitere Erfahrungen mit dem brasilianischen Lenkgetriebe?

Mag ja sein dass die etwas liederlich montiert sind, aber wenn man sie richtig dichtet und einstellt müssen die prinzipbedingt in der Mittelstellung doch spielfrei sein und funktionieren. Das Walzengetriebe einzustellen ist halt nicht ganz einfach mal eben mit Schraube rein und gut.

Ich überlege gerade, einfach mal eines zu besorgen und zu zerlegen. Oder hat einer eines abzugeben?

Vielleicht haben sie auch einfach nur grottige Lager drin. Auf Bildern habe ich Kegelrollenlager mit sehr wenigen Kegeln gesehen, das ist einer leichten Betätigung nicht förderlich, insbesondere wenn sie auch noch zu stramm vorgespannt sind.
Das dürften im Gegensatz zu den alten Getrieben Standard Lager sein.

Wäre fast einen Versuch wert, zumal hier die Änderungen an der Karosserie nur minimal sind.

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Klaus*13
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 29.04.2020 17:53

Hallo,

Du kannst meins haben, ist nur etwa 500 km gefahren. Mach mir mal ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen kann :mrgreen: (am besten per PN).
Gruß,

Klaus
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von T2Arizona » 03.05.2020 14:46

bulli71 hat geschrieben:
29.04.2020 14:53
Wäre fast einen Versuch wert, zumal hier die Änderungen an der Karosserie nur minimal sind.
Hallo,
alternativ gibt es mittlerweile wieder die Möglichkeit das T2a Getriebe zu überholen.
Wenn man genug Geduld hat schafft man es auch noch gute original-Teile aufzutreiben (zB bei Firma Rubenbauer).
So habe ich mittlerweile 5 Stück überholt. Oder man kauft die zu ersetzenden Einzelteile bei den Händlern.
Bus-OK hat ein einbaufertiges Getriebe im Austausch. (hat natürlich seinen Preis, aber dort habe ich Vertrauen in die Qualität)
An der Karosserie rumschnitzen wiederstrebt mir immer, aber muss jeder selbst entscheiden :D

Trotzdem wären Fotos interessant wenn du das Repro-Getriebe zerlegst :dafür:

Schöne Grüße
Michael

http://www.oldtimertechnik-rubenbauer.de/
Das Leben ist zu kurz für langweilige Fortbewegungsmittel.

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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von bulli71 » 04.05.2020 00:20

So, ich war heute mal bei Klaus*13 in Weinheim und habe mir sein "altes" neues Brasil-Lenkgetriebe abgeholt, weil ich mal wissen wollte wie das aufgebaut ist und warum er solche Probleme damit hatte. Daher schon mal riesen DANKE Klaus. Dieses Getriebe gibt es von allen möglichen Anbietern, ich vermute es steckt aber immer der gleiche Hersteller dahinter.

Von außen macht das Teil keinen üblen Eindruck. Gehäuse aus Grauguß, Seitendeckel Alu, unterer Deckel aus Stahl. Drehen ließ es sich aber nur wirklich schwer. Also Öl raus, und aufgeschraubt das Ding.
1.jpg
Vorneweg, weil das nicht immer klar war: Es handelt sich um eine Walzenlenkung analog zu der original Lenkung des T2b.
Der Seitendeckel ist aus Alu, der Bodendeckel ist eine Stahlplatte.
2.jpg
3.jpg
Hier fällt auf, dass die Lagervorspannung durch eine Vielzahl von Distanzplättchen am Bodendeckel eingestellt wird. Die deutschen Getriebe haben hier eine Federvorspannung. Im Sackloch des oberen Lagers sind ebenfalls Distanzringe untergelegt, um so die Lage der Eingangswelle zu justieren.

Auch fielen mir vom seitlichen Einblick die Kugelkäfige auf, irgendwie komisch. Also die Einganswelle gezogen, mit dem Ergebnis dass alle Kugeln im Gehäuse umher kullerten obwohl die doch im Käfig bleiben sollten. Die Käfige waren volllkommen deformiert, und der obere hatte sich über die Welle geschoben und Richtung Mitte gearbeitet. Keine Ahnung wie das geht, aber das ist lebensgefährlich.
4.jpg
5.jpg
6.jpg
7.jpg
8.jpg
9.jpg
Die Lager sind Axial-Schulterkugellager wie bei den ZF Getrieben, identische Kugeln (5/16"), aber die Schalen haben andere Maße.
Die Schnecke und die Walze machen einen tadellosen Eindruck und sehen praktisch aus wie die aus den ZF Getrieben. Leider leicht andere Maße, so dass man sie nicht gegeneinander tauschen kann. Die Ausgangswelle läuft auf der Seite der Verzahnung in Bronzebuchsen, auf der Gegenseite direkt im Alu des Deckels und nicht wie bei den ZF Getrieben in einer weiteren Buchse.
Die Ausgangswelle mit der Walze macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, die Walze ist leichtgängig. Zwischen der Walze und ihrem Käfig liegen Bleche, zu denen komme ich später noch einmal.

Weiteres Problem: Die obere Lagerschale schlackert locker in ihrem Sitz. Zwar ist die Sitzfläche am Anfang passend ausgedreht und man muss den Ring eintreiben, tiefer drin weitet sich der Sitz aber aufgrund unsauberer Bearbeitung und der Ring hat etwa 1/10 Spiel. Das darf nicht sein. Um zu sehen was man aus dem Getrieben so herausholen kann habe ich das Lager eingeklebt und das Getriebe wieder zusammengebaut. Die Lagerkäfige sind natürlich Müll, also habe ich mit Fett die Kugeln ohne Käfig in die Lager "geklebt", statt 10 Kugeln nun 12. Mit allen vorher verbauten Distanzplättchen waren die Lager viel zu stramm vorgespannt, die Eingangswelle lässt sich kaum drehen. Hier muss also ergänzt werden und für weitere Versuche habe ich die Vorspannung erst einmal mit den Schrauben eingestellt. Das eingeklebte Lager funktioniert wie es soll, hier erst mal keine Probleme mehr.

Nun die Ausgangswelle eingelegt, Seitendeckel drauf, Lenkhebel drauf und das Spiel eingestellt. Wenn man das Spiel in der Mittelstellung gerade so ganz weg hat, dann lässt sich das Getriebe eigentlich recht sauber drehen. Prinzipbedingt ist nur in der Mitte kein Spiel, zu den Ausschlägen hin wird es größer und fühlt sich in etwa so an wie bei den ZF Teilen.

Jetzt kommt das eigentliche Problem:
Das Getriebe ist eigentlich spielfrei, aber wenn man richtig Kraft am Lenkhebel aufwendet spürt man noch einmal ein 'Plopp' und hat immer noch Spiel weil irgendwas im Getriebe sich bewegen kann. Und das ist viel mehr Spiel als laut Vorgabe tolerierbar wäre. Warum nur?
Dann fiel der Groschen. Das Problem ist die Lagerung der Walze. Hier sind, wie oben angedeutet, Bleche zwischen der Walze und ihrem Gehäuse, und diese haben leichtes Spiel. Die Walze kann sich folglich unter Kraft Axial auf ihrem Sitz verschieben, was nicht sein darf. Und weil der Sitz der Walzenachse verstemmt ist kann man da auch nicht viel machen, ggfs die Verstemmung öffnen, weiteres Blech einlegen um das Spiel komplett zu beseitigen und dann mit z.B. einem Federstift neu arretieren. Ansonsten wird das nichts.



Fazit:
Es hätte so schön sein können. Aber die Bearbeitungsqualität ist einfach grottig, und ich wundere mich dass die Händler dieses Teil verkaufen, wobei die Preise je nach Anbieter zwischen 179.- und >300 für wohl immer das gleiche Teil schwanken. Es mag sein, dass es auch wirklich gute Getriebe aus dieser Bauart gibt, vermutlich einfach eine riesige Qualitätsstreuung. Wie dieses Phänomen mit den Kugelkäfigen zustande kam kann ich mir nicht erklären.

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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von Klaus*13 » 04.05.2020 10:27

Hi Thorsten,

super Beitrag! Das erklärt einiges, vor allem das große Spiel am Lenkrad, ohne dass ich im ausgebauten Zustand Spiel feststellen konnte. Also lieber ein deutsches oder französisches überholen.
Gruß,

Klaus
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Re: T2a Lenkgetriebe umbauen auf T2b

Beitrag von T2Arizona » 04.05.2020 12:16

Hallo,
sehr aufschlussreich, vielen Dank.
Also wenn umbau auf T2b-Getriebe, dann ein originales :wink:

Schöne Grüße
Michael
Das Leben ist zu kurz für langweilige Fortbewegungsmittel.

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