Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

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woita
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Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von woita » 26.08.2017 10:58

Servus,
ich hab zwar 4x 14"-Stahlfelgen rundum aufm Bulli, aber beim Wuchten die Info bekommen, dass 3 davon nen Schlag haben.
Da ich eh noch ein 15" Reserverad hab und 14"-Felgen gesucht hab, habe ich mir 5 Stück zugelegt. Reservefelgen schaden nie.
Jetzt gehts ans aufbereiten.
Ich möchte vermeiden, dass die beim Übergang auf den Felgenstern rosten, daher sehe ich Lackieren als besser an im Vergleich zum Pulvern.
Nur macht das keiner der Felgenaufbereiter in der Nähe. Hab die Aussage bekommen, dass man damit leben muss. Auch, dass beim Strahlen nicht alles an Rost herausgeht. Chemisch entlacken wird nicht angeboten.
Ich nun wenig Lust viel Geld auszugeben und dann laufen die Rostspuren wieder raus.

Wie sind eure Langzeiterfahrungen mit den pulverbeschichteten Stahlfelgen?
Welche Sanierungsmaßnahmen habt ihr gewählt?

Gruß woita

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olle78
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von olle78 » 26.08.2017 11:59

Hallo Woita,
beim Pulvern hast du später das Problem mit Abplatzern, die kannst du dann nicht sauber verschließen und die Feuchtigkeit zieht dann genauso unter das Kunststoff.
Ich habe Alufelgen pulvern lassen und hab jetzt genau das Thema, nur das es nicht rostet sondern sch... aussieht.

Mach dir die Mühe und suche einen Entlacker und gib sie dann bei deinem Lackierer des Vertrauens ab.

Ist für mich die beste Methode

Olle

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Max Burn
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von Max Burn » 26.08.2017 12:17

Wie wäre es denn mit ktl beschichten nach dem chemischen entlacken?

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woita
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von woita » 26.08.2017 14:08

Abplatzer:
Die hab ich bisher noch gar nicht berücksichtigt. Kommen aber auch nochmal negativ zum Pulvern dazu.
(Aus dem Grund ist aber am Käfer z.B. die Bodengruppe brav lackiert nachm KTL und nicht gepulvert.)

KTL: Daran hab ich auch schon gedacht.
Erfahrung mit KTL im Bereich Felgen hab ich nur noch keine.

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Mazest2b
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von Mazest2b » 26.08.2017 22:57

Hallo Woita,

Das Thema mit den Abplatzern habe ich schon einmal gehört, jedoch habe ich meine Felgen auch Pulvern lassen und bin bisher sehr zufrieden damit.
Meine Fahrleistung bisher 10000Km über Asphalt, Waldwege und Kopfsteinpflaster.


Würde es jederzeit wieder tun.

luftgekühlte Grüße Danny
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von oppener » 28.08.2017 12:27

Hi

beim Pulvgerbeschichten kommt halt keine Farbe in den feinen Spalt zwischen Felgenstern und Felge.
Dort fängt es dann schnell an zu rosten.
Unterwanderung ist bei Pulverbeschichtungen auch ein Problem.

Da ist KTL dann sicher besser, da es ein sehr dünnflüssiges Tauchbad ist und in alle Ritzen läuft.
So werden ja auch aktuelle Fahrzeugkarosserien behandelt.

Gruß Daniel

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dany
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von dany » 28.08.2017 17:10

Ich hab bei meiner T3 Pritsche die Felgen sandstrahlen und Pulvern lassen und dann (nach Änderung des Farbwunsches) die Pulverbeschichtung leicht angeschliffen und mit 2K lackiert. Hat super funktioniert und hält bombig, auch bei hartem Arbeitseinsatz.

Gruß Daniel
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von Mazest2b » 28.08.2017 22:03

Ich bin zwar fürs Pulvern, aber aus meiner Sicht ist auch der Nachteil, dass man Rostnarben nach dem Beschichten noch sieht.

Beim Lackieren könnte man diese Stellen mit Feinspachtel beseitigen.

VG Danny
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von GoldenerOktober *001 » 07.09.2017 01:24

Bei mir kommt Pulver in die Tonne - zumindest an sicherheitsrelevanten Teilen; Ich hatte bereits zwei unter der pulverbeschichtung durchgerostete (!) Felgen und einen instabilen Querlenker beim Doimlr.
Felgen nach dem Strahlen hinlegen und im Spalt chemisch weiterbehandeln. Danach ganz normaler Lackaufbau.
Beschädigungen lassen sich austupfen, beilackieren oder gar der ganze Kram problemlos entfernen.
Pulvern? Niemals!

Meine Meinung - ohne Anspruch auf alleinige Glückseeligkeit...

Gruß Torsten
Mit dem Bus da steckenbleiben, wo die Anderen erst gar nicht hinkommen...

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Thomas R.
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von Thomas R. » 07.09.2017 10:08

GoldenerOktober *001 hat geschrieben:
07.09.2017 01:24
Bei mir kommt Pulver in die Tonne - zumindest an sicherheitsrelevanten Teilen; Ich hatte bereits zwei unter der pulverbeschichtung durchgerostete (!) Felgen und einen instabilen Querlenker beim Doimlr.
Felgen nach dem Strahlen hinlegen und im Spalt chemisch weiterbehandeln. Danach ganz normaler Lackaufbau.
Beschädigungen lassen sich austupfen, beilackieren oder gar der ganze Kram problemlos entfernen.
Pulvern? Niemals!

Meine Meinung - ohne Anspruch auf alleinige Glückseeligkeit...

Gruß Torsten
Hallo Torsten,
Ich will meine Felgen demnächst behandeln lassen und eine meiner Überlegungen schließen Pulvern mit ein.
Wurden deine später durchgerosteten Felgen vor dem Pulvern verzinkt? Oder nur grundiert?

Gruß
Thomas
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von achim hoock » 07.09.2017 10:23

GoldenerOktober *001 hat geschrieben:
07.09.2017 01:24
Bei mir kommt Pulver in die Tonne - zumindest an sicherheitsrelevanten Teilen; Ich hatte bereits zwei unter der pulverbeschichtung durchgerostete (!) Felgen und einen instabilen Querlenker beim Doimlr.
Felgen nach dem Strahlen hinlegen und im Spalt chemisch weiterbehandeln. Danach ganz normaler Lackaufbau.
Beschädigungen lassen sich austupfen, beilackieren oder gar der ganze Kram problemlos entfernen.
Pulvern? Niemals!

Meine Meinung - ohne Anspruch auf alleinige Glückseeligkeit...

Gruß Torsten
Hallo zusammen,

exakt so würde ich das unterschreiben, meine linke Hand für geben oder wie auch immer ! Meine Felgen habe ich vor Jahren pulvern lassen (jugendlicher Leichtsinn) ! NIe wieder, im Spalt schließt das Pulver gar nicht richtig, also lange vorm Durchrosten siehts einfach SCHEISSE aus (wenn zum Wuchten das Gegengewicht dran kommt platzt der Kram schon ab) also mach das mal so wie Torti das empfiehlt ! und zwar ALLE :unbekannt:

Grüße Achim
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FeuerFritz
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von FeuerFritz » 07.09.2017 16:11

Hallo,

auch ich habe bei diversen Teilen, Fahrzeugen und Dingen des alltäglichen Lebens mit einer Pulverbeschichtung eher schlechte Erfahrungen gemacht.
Zum Einen ist es auf Ebenen undefiniert dick, zum Anderen jedoch nicht an den Kanten, sodass hier leicht der beliebte Kantenrost entsteht :motz:
Weiter hat man das Problem, gerade bei Motorradrahmen (wird bei Stahlfelgen ähnlich sein), wenn ein Stein dagegen klopft, dann löst sich oft eine ganze Platte, was man von aussen aber nicht sieht. Trotzdem entsteht ein Haarriss in welchen dann munter Wasser einläuft und der ganze Käse darunter rostet.
Ist es hingegen gut lackiert, dann platzt nur ein kleines Loch heraus und dass kann ich, sofern mir es was ausmacht, jederzeit einfach mit Lackstift austupfen und fertig

Ich habe ja so eine kleine Firma nebenher und verkaufe Teile für Geländewagen die aus Stahl ausgelasert sind und dann meist pulverbeschichtet. Die meisten Reklamationen habe ich wegen der drecks Pulverbeschichtung weil den Leuten nach ein bis zwei Jahren das Zeug von den Kanten her rostet und dann der ganze "Lack" abplatzt. Aus diesem Grund sage ich zu allen Kunden klar und deutlich, dass Pulvern nix taugt aber schön aussieht. Weiter gibt es bei mir dann die hässlichere Feuerverzinkung zum gleichen Geld aber mit einem ruhigen Gewissen.

Von daher bin ich zu 100% bei Torsten, gut lackieren und gut iss es.

äh ja nochwas, ich habe noch keine Farbe silber in Pulvergefunden die auch silber ist und nicht nur grau daherkommt
Grüsse Christian

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Dani*8
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Re: Langzeiterfahrung gepulverte Stahlfelgen

Beitrag von Dani*8 » 08.09.2017 10:01

Jo, nach mittlerweile achtjähriger Erfahrung mit gepulverten Fahrwerksteilen und einer AHK kann ich leider auch nur sagen: lieber lackieren. Es ist genau das Kantenrost-Problem. Bei Motorverblechung hatte ich bislang keinen Ärger, das sieht alles immer noch tiptop aus. Aber alle Teile, die Kräften unterworfen sind (eben Fahrwerk und AHK im Einsatz), bekommen offenbar Risse an den dünnsten Beschichtungsstellen. Und dann rostet es unterm Pulver munter drauf los, denn leider löst sich die Oberflächenbeschichtung samt Grundierung vom Blech. Doof das :motz:
Daher: Pulver nur noch für unbewegte oder geschützt montierte Teile.
Felgen lieber lackieren.

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