T2 richtig aufbocken bzw. anheben

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nativeblackforest
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Re: T2 richtig aufbocken bzw. anheben

Beitrag von nativeblackforest » 27.02.2020 15:11

Wüstenbulli64 hat geschrieben:
23.02.2020 14:52
nativeblackforest hat geschrieben:
16.06.2018 23:53
Hi zusammen,
ich stand vor ein paar Monaten vor der gleichen Problematik.
Ich habe lange nach einer vernünftigen und vor allem bezahlbaren Möglichkeit gesucht um den Bus sicher aufzubocken.
Unterstellböcke und Auffahrrampen gibt es zwar im Netz in Hülle und Fülle, aber für meinen Geschmack (bin Schweißfachingenieur) ist da nicht viel vernünftiges dabei.
Scheinbar vernünftige Rampen (z.B.: vom PKW-Rampenmann) kosten schnell mal ein kleines Vermögen.

In diversen US-Foren bin ich dann in der Muscle-Car-Scene fündig geworden.

Anbei meine Version von "T2 richtig aufbocken bzw. anheben"...
1.PNG
2.PNG

Das ganze so lange wiederholen bis die gewünscht Höhe erreicht ist. Bei mir steht der Bus sehr stabil auf 350mm. Mit der Bodenfreiheit komme ich dann auf gesamte 530mm Arbeitshöhe.
Das reicht mehr als aus um sämtliche Arbeiten am Unterboden zu erledigen und den Antriebsstrang mühelos auszubauen...
IMG_4235.JPG

Ich habe mir dann auch noch eine Beleuchtung zusammengeschraubt (4x8W LED)...
IMG_4772.JPG

Mittlerweile habe ich den Bus umgebockt und bearbeite nun die Bremsen...
IMG_4824.JPG
Auch hier steht der Bus trotz ausgebautem Getriebe sehr stabil.

Hier noch einige Fakten:
- Rahmen sind 400x300mm groß
- Bus kann in 88mm Schritten ringsum angehoben werden
- Einmal aufbocken dauert ca. 30min
- Ein Auto steht nirgends so stabil wie auf den eigenen vier Rädern
- Kanthölzer sind - wenn richtig verarbeitet - eine sehr stabile und vor allem günstige Möglichkeit um Autos, Schiffe und sogar ganze Häuser zu unterbauen/aufzubocken
- Die Hobelware (44x74mm) habe ich mir im Baumarkt zuschneiden lassen, und in einer Vorrichtung mit VA-Schrauben zusammengeschraubt (Alles zusätzlich verleimt)
- Die Rahmen sind zusätzlich mit 10er Dübeln gegen verrutschen gesichert
- Die Räder sind mit Spanngurten gesichert
- Als Wagenheber habe ich einen Holzmann Rangierwagenheber verwendet

Logischerweise alles auf eigene Gefahr --> Zeit nehmen, Kopf einschalten --> Kann die Lösung aber nur Empfehlen (Insbesondere bei niedrigen Garagen und Werkstätten)
Bei Interesse habe ich auch gerne noch mehr Infos
Hallo ich wollte mal fragen ob Du mir für den Bau Deiner Holzkonstruktion, wie Du angeboten hast noch weitere Infos für den Bau zukommen lassen kannst (welche Holzart etc.) . Vor allem ob Du,- nachdem einige Zeit verstrichen ist, immer noch zufrieden bist. Ist eine tolle Idee.
Gruß Holger
Servus Holger,
nach mittlerweile 1,5 Jahren der intensiven Benutzung bin ich immer noch sehr zufrieden mit den Böcken.
Als Holz habe ich - und jetzt werden mich einige sicher kreuzigen wollen - Fichte genommen.
Das war damals zum einen eine Kostenfrage, und vor allem sehe ich beim Berücksichtigen der folgenden Punkte keine Probleme.
Meiner Meinung nach kommt es in erster Linie natürlich auf eine vernünftige Konstruktion und eine saubere Verarbeitung an. Zusätzlich habe ich darauf geachtet das die Kanthölzer trocken, nicht verbogen und vor allem rissfrei sind.
Bis jetzt habe ich noch keine Ermüdungserscheinungen gesehen. Der Bus steht allerdings auch in einer trockenen Garage. Feuchtigkeit ist natürlich für jede Holzkonstruktion Gift.
Für die Montage habe ich mir eine einfache Montagelehre gebaut. Hierdurch sind alle Rahmen von den Abmessungen her genau gleich. Sämtliche Schraublöcher habe ich selbstverständlich vorgebohrt und gesenkt.

Vor kurzem habe mir aus langeweile noch Böcke aus Edelstahl (1.4571 - V4A) konstruiert und gebaut.
Insbesondere für den Außeneinsatz - wo es auch einmal feucht werden kann - erhoffe ich mir mehr Flexibilität als bei einer Holzkonstuktion.
Mehr dazu folgt im nächsten post.

Grüße,
Johannes

nativeblackforest
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Re: T2 richtig aufbocken bzw. anheben

Beitrag von nativeblackforest » 27.02.2020 15:38

Servus zusammen,
mittlerweile habe ich mir neue Unterstellböcke gebaut.
Der Grund für den Wechsel von Holz auf Edelstahl waren arbeiten die mit Feuchtigkeit zu tun haben.
IMG_7382.JPG
IMG_7384.JPG
IMG_7385.JPG
Unbenannt.PNG
Unbenannt3.PNG

Die Idee habe ich von https://myliftstand.com/ "kopiert", bzw. ich habe sie nach meinen Vorstellungen optimiert.
https://www.youtube.com/watch?v=cXCvq6DNJi0

Die Böcke sind so gebaut das mein Holzmann Rangierwagenheber drunter fahren kann.
https://www.holzmann-maschinen.at/DE/Ra ... -1.8T-1026

Als Material habe ich Flachstahl in 6 mm und Vierkantrohr 60x60x4 mm bzw. 50x50x4 mm genommen.
Verstiftet wird jeder Bock mit jeweis vier Schrauben M16 (DIN 931 mit abgesetztem Gewinde - geringere Kerbwirkung).
Der Werkstoff ist ein Edelstahl 1.4571 - V4A.
Verschweißt habe ich das ganze unter Schutzgas mit WIG.
Mittlerweile wurde das ganze noch bei mir in der Firma glasperlengestrahlt und geölt.

Sobald der Bus drauf steht folgen mehr Bilder.

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Re: T2 richtig aufbocken bzw. anheben

Beitrag von BullerbüBus » 27.02.2020 16:26

:gut: Puuuh sau Gut .. ! .. und Kompliment.
.. und wenn man gut schweißen kann , sieht das sooooo gut aus.!
Toll umgesetzt.
Gruß Mike

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Re: T2 richtig aufbocken bzw. anheben

Beitrag von Wüstenbulli64 » 27.02.2020 19:22

Also die Stahlkonstruktion ist natürlich noch viel besser. Aber dafür fehlen mit Fähigkeiten und Gerät.

Aber die Holzkonstruktion ist völlig ausreichend, da mein Bus eben im Trockenen steht. Dann werde ich mich mal auf zum Baumarkt machen. Vielen Dank für Deine Infos.

Gruß Holger

Egon
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Re: T2 richtig aufbocken bzw. anheben

Beitrag von Egon » 01.07.2020 09:06

Hallo zusammen,

auch ich habe erstmal Auffahrrampen genommen. Geht schnell und habe schon eine für viele Arbeiten ein ausreichende Arbeitshöhe. Damit kann ich bequem sitzend am Motor werkeln. Für größere Höhen oder wenn der Bus vorne und hinten aufgebockt werden soll, habe ich mir 2 Stützen gebastelt.
Ich habe dazu 2 Baustützen "Sprieße" auf die benötigte Länge gekürzt und in alte Felgen mit passendem Innendurchmesser eingeschweißt. Das Stützrohr steht dabei auf 3 eingeweißte Flachstähle, die zusätzlich für einen sicheren Stand sorgen. Mit einem Rangierwagenheber angehoben, komme ich durch Versetzen der Bolzen und Feinjustierung mit dem Schraubring auf eine akzeptable Höhe. Eine der Achsen bleibt dabei immer auf den Auffahrrampen und damit auf den Rädern. Meine Bus steht unter einem teiloffenen Carport, damit ist das Aufbocken auch ein wenig ein Diebstahlschutz. :D

Schöne Grüße aus Franken,

Egon
Aufbocken_01.JPG
Aufbocken_02.JPG
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