Seite 1 von 1

Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 07.10.2019 19:28
von TEH 29920
Moin,

es gab vor Jahren eine rege Diskussion über E 10 und was alles in und mit Motoren geschehen wird wenn man das fährt.
Für unserer alten VW war die Ansage: bloß nicht - macht die Vergaser, Gummidichtung etc. kaputt.

Bisher hab ich mich dran gehalten und in meinen Westi maximal E 5 getankt.

Jetzt hab ich einen T2 aus Ami-Land und dort gibt es E10 schon lange - wohl um die 95% Akzeptanz bzw. Verbreitung.
D.h. mein Ami mit Typ 4 Motor wird wahrscheinlich schon etliche Jahre mit E10 - vielleicht sogar mit E15 betrieben worden sein.
Der Motor läuft noch.

Und deshalb hier meine Frage nach einigen Jahren Praxiseinsatz: wie ist der Stand? Schadet E 10 dem Motor, irgendwelchen Gummiteilen? Hat es schon ein Motorsterben gegeben?

Und natürlich - wie verkraften das die alten VW in Ami-Land?

Kann ich in den Ex-Ami weiter das für ihn schon bekannte E 10 tanken oder ist das Ami Benzin vielleicht doch nicht mit unserem zu vergleichen und deshalb geht das dort, hier nicht?

Gruß Bernd

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 07.10.2019 21:01
von ralph
Hallo Bernd,

ich kann deine Fragen nicht direkt beantworten und tanke kein E 10 , aber ich erinnere mich an einen Artikel in der Oldtimer-Markt zu dem Thema. Das Fazit war, wenn ich mich recht erinnere, alles nicht so schlimm.

Den findest du im Archiv der O-M und wenn du mir sagst, in welchem Heft er zu finden ist, kann ich den einscannen und schicken, falls du ihn nicht ohnehin hast.

viele Grüße

Ralph

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 07.10.2019 22:45
von MichaB
Hallo

Also ich Tanke auch immer noch E5. (Ich Feigling)
Obwohl in Brasilien bis E100 alles möglich ist.
Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los das diese E10 Debatte bei
uns nur ein Thema zum Füllen eines Sommerlochs war.
Wie Ralph schon sagte ist das Langzeitergebnis in der OM nachzulesen.
Ich hab es auch gelesen.
ich ziehe das Fazit: Viel Rauch um nichts.

Was sollen die 10% Ethanol auch schon anrichten.
Die Vergaser zerlegen ? Unwahrscheinlich. In Brasilien halten die mit 100% Schnaps.
Die Dichtungen ? Theoretisch vielleicht, aber praktisch eher unwahrscheinlich.

Ich verhalte mich leider bequemerweise wie unsere Automobilhersteller.
Ich sage "böses Zeug bitte nicht nehmen" und bin raus.

Bei einer Preisdifferenz von etwa 2Cent (ein Euro pro Tankfüllung) mach ich mir da auch
keine Gedanken drum.
Nein auch nicht wegen der Umwelt bei den paar Kilometern im Jahr.

#micha#

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 08.10.2019 17:39
von goggobiber
Hallo Bernd,

habe folgendes Erlebnis gehabt: bin mit einem T3 (CU-Motor), der ca. 2 oder 3 Jahre nicht gelaufen war, zum TÜV gefahren. Laufverhalten tadellos. Unterwegs musste ich tanken, und ich weiß nicht warum, habe erstmalig in meinem Leben E 10 getankt.
Die TÜV-Prüfung verlief problemlos, zum Schluß sagte der Prüfer: " Der rechte Vergaser ist undicht, schau da mal nach".
Zuhause stellte ich fest, dass das Benzin aus der Beschleunigerpumpe lief und baute die Membrane aus: sie sah katastrophal aus, wellig, rissig, runzelig. Ich setzte eine andere Membrane aus meinem Reservevergaser ein und alles war wieder dicht. Dann fiel mein Blick auf den linken Vergaser: er tropfte ebenfalls, aus dem gleichen Grund. Zum Glück hatte ich noch einen weiteren Reservevergaser und baute dessen Membrane ein. Seitdem ist alles wieder okay.
Ich bin nicht sicher, ob tatsächlich E10 in der kurzen Zeit solche Zerstörung anrichten kann, denn 3 Jahre Standzeit hatten natürlich die Membranen total ausgetrocknet. Sicherheitshalber habe ich aber nie wieder E 10 getankt. Leider gibt es "E null" nicht mehr: obwohl wir ein Schweinegeld für's Benzin zahlen, wird es mit Ethanol verdünnt, für dessen Anbau in fernen Ländern Regenwälder abgeholzt werden. Das lohnt sich, denn Deutschland bezahlt ja gut dafür. Aber das ist eine andere Geschichte...

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 09.10.2019 11:10
von MichaIN
Hallo,

hatte im Urlaub (Frankreich) ein paar mal E10 getankt, weil's "normales" Super (E5) an den jeweiligen Tanksäulen nicht gab.
Konnte keine negativen Auswirkungen beobachten. Die Schläuche sind eh modern, Bedenken hatte ich eher bei den EInspritzkomponenten (ist ein GD). War aber nix.
Allerdings war's auch nicht soo lange drin, weil nach Möglichkeit beim nächsten Tanken wieder E5 reinkam.

Gruß Michael

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 09.10.2019 23:19
von TEH 29920
Moin,

den Bericht in der Oldtimer Markt hab ich damals gelesen.

Das unsichere Gefühl blieb - so jedenfalls bei mir.

Hier ein Erfahrungsbericht vom Deloman - das ist der Mann für die DMC 12 in Deutschland und Europa.

https://www.deloman.de/servicemenu/e10

Beim Delo ist es zumindest so das außer einigen Gummis am Tank alles für E 10 taugt. Auch scheint es lediglich Probleme zu geben wenn das Auto mit E 10 länger abgestellt wird. Damit fahren scheint problemlos möglich.

So hat vermutlich jedes alte Autos seine Besonderheiten welche nur bedingt auf andere Fahrzeuge übertragbar sind. Deshalb meine Frage hier.

Der Resonanz nach scheint es hier kein großes Thema mehr zu sein. Also alles entspannt.

Ich hab jetzt in den Ami E 5 geschüttet.

Gruß Bernd

Re: Was ist den jetzt eigentlich aus E10 geworden?

Verfasst: 10.10.2019 09:35
von Norrlands
Wir waren in den letzten 8 Jahren ca. 25 tkm in Frankreich und Italien unterwegs und haben immer E10 getankt. Diesen Sommer fuhren wir 15 tkm durch Nordamerika, jedoch habe ich nie geschaut, wieviel Ethanol dort im Benzin ist. Probleme hatten wir bisher nicht, obwohl ein Bocar Repro Vergaser verbaut ist.