Motorrevision Typ 1

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neunzehn71
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 30.10.2019 23:47

neunzehn71 hat geschrieben: ↑
28.10.2019 22:07
....
Ich warte jetzt auf den Ölpumpenabzieher zum Ausbau der Ölpumpe. Das Teil kostet knapp 11 Eur inkl. Versand. Zu dem Preis musss man sich nichts selbst bauen.

Eine gute Investition - aaaber:

Du willst das Gehäuse eh zerlegen. Wenn Du die Muttern vom Gehäuse entfernst "purzelt" die Pumpe ohne Abzieher raus ;-)

Gruß

Tom

...das habe ich mir im Nachhinein auch gedacht. Ursprünglich hatte ich die Befürchtung, dass beim Spalten des Gehäuses die Stehbolzen der Pumpe (die ja am Gehäuse sitzen) gegen das Pumpengehäuse spannen und dieses verkeilen.
Im Nachhinein war diese "Phantasie" blödsinnig.
Trotzdem hat hat es gut geklappt -> Die Pumpe ist raus, von Dichtungsresten befreit und gereinigt:
20191029_191623.jpg
20191029_1916233.jpg

Haltet Ihr die Laufspuren am Boden des Pumpengehäuses und an den Wänden für bedenklich?

neunzehn71
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 30.10.2019 23:50

Es sollte aber so sein, dass Du den Zahnrädern eine leichte Anphasung verpasst, so dass sich ein guter "Ölkeil" bilden kann.
Das verstehe ich noch nicht ganz. Meinst du Pumpendeckelseitig die Kanten der Zanhräder zu brechen? Wenn ja: In welchem Winkel zur Welle, und wieviel?

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Norbert*848b
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 31.10.2019 05:02

Hallo Jan,
neunzehn71 hat geschrieben:
30.10.2019 23:47
Haltet Ihr die Laufspuren am Boden des Pumpengehäuses und an den Wänden für bedenklich?
… sieht für mich aus der Ferne schon einmal heftig deftig aus. :(
… hatte ich bisher so noch nicht gesehen und auch noch nicht gehabt. :?

Ferndiagnose ist halt schwierig, wie sieht es denn mit der Lagerung aus?
Leicht eingeölt und kein großartig fühlbares Kipp-/ Radial- Spiel vorhanden?
neunzehn71 hat geschrieben:
30.10.2019 23:50
Es sollte aber so sein, dass Du den Zahnrädern eine leichte Anphasung verpasst, so dass sich ein guter "Ölkeil" bilden kann.

Das verstehe ich noch nicht ganz. Meinst du Pumpendeckelseitig die Kanten der Zanhräder zu brechen? Wenn ja: In welchem Winkel zur Welle, und wieviel?
Gut, die beiden Zahnräder beidseitig zu den jeweiligen Anlageflächen (also deckel- sowie gehäuseseitig) so etwa im Winkel von ca. 30 °brechen und das für etwa 0,25 mm.
Ich hatte das einmal so nachlesen können, verfasst von einem Amerikaner, der alte VW Motoren für den Flugbetrieb fit gemacht hat.
Von dem stammen auch die 5 hundertstel Spiel zwischen Zahnrädern und Pumpendeckel.
.. leider kann ich jetzt den Beitrag im Netz nicht mehr finden, bzw. er ist nicht mehr verfügbar. :?

Meine Ölpumpe habe ich jedenfalls nach diesen Empfehlungen modifiziert, habe keine Dichtung mehr zwischen Deckel und Ölpumpengehäuse, das genannte Spiel ist bei etwa 5 hundertstel und ich fahre problemlos seit mehr als 15tkm damit herum. :D
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 31.10.2019 21:45

Ich denke ich werde mal vorsichtshalber einer neue Ölpumpe einsetzen. Der spätere Wechsel ist ja relativ kompliziert, da der Motorträger im Weg ist, wenn ich das richtig sehe.

Ich hatte heute nach der Arbeit Zeit, das Gehäuse zu spalten. Das funktionierte gewaltfrei mit etwas Erwärmen(Heissluftfön) und einem Gummihammer:
20191030_195117.jpg
20191030_201057.jpg
20191030_201110.jpg
Grundsätzlich: keine Späne oder ausgebrochene Teile. Wenn jemand offensichtlich überholungsbedürftige Teile sieht -> bitte melden.

Natürlich galt der zweite Blick den Sitzen der Kurbelwellenlagern:
Ich habe mit meinem bescheidenen Messchieber folgendes gemessen:
20191031_183936.jpg
[attachment=0]20191031_184042.jpg
Dateianhänge
20191031_184042.jpg

neunzehn71
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 31.10.2019 22:00

Fortsetzung:
20191031_184116.jpg
20191031_184135.jpg
Die Werte überraschen mich. Laut Repleitfaden gelten folgende Werte:
123.jpg
Ich bin davon ausgegangen, dass die Lagergasse überholungsbeürftig ist.
Mir stellen sich jetzt folgende Fragen:

1) Messe ich falsch? (Messmethode ?)
2) Ist das Messmittel in Ordnung?
3) Sind die Lagersitze doch OK und müssen gar nicht überholt werden?`

Ich habe nochmal mit einer Tiefenlehre gegengeprüft:
20191031_184217.jpg
Das bestätigt das erste Messergebnis.


Hat dazu jemand eine Einschätzung?

Viele Grüße

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Norbert*848b
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 31.10.2019 23:02

Hallo Jan,
Deine Messmethode eignet sich nicht wirklich, da ist nur eine grobe Abschätzung möglich. Gut, man könnte feststellen, ob da schon ein Übermaß verbaut ist.
Was sagt denn die Fingernagelprobe am 2. Hauptlager aus?
Das 1. HL (Bundlager) sitzt stramm im Gehäuse? Hast Du vor Zerlegen einmal das Axialspiel der KW gemessen?
Kennst Du diese Abhandlung?
http://www.wonnegautriker.de/PDF/Aufbau_1835ccm.pdf
Da finden sich nähere Hinweise zu Deiner Thematik. Manche Motorbauer belächeln zwar diese Abhandlung, ein Anfänger bekommt aber schon etwas an Wissen vermittelt, was so nicht unbedingt im Werkstatthandbuch steht.
(Die Art des Gehäusespaltens und das Nacharbeiten der Ventileinstellschrauben hat bei mir keine Begeisterung auslösen können, da mögen vielleicht noch andere Macken vorhanden sein, die mir noch nicht aufgefallen sind.)

BTW: Viele Motorbauer ziehen die 6 großen Muttern neben der HL-Gasse inzwischen mit 45 Nm statt 35 an und spindeln dann. Gibt man sein Gehäuse zum Überarbeiten ab, sollte man sich da einig sein, denn bei dem späteren Verheiraten der Gehäusehälften muss man wieder mit dem gleichen Wert arbeiten!

Nun zur Nockenwelle: Die Stößel sollten ein wenig "ballig" sein, ansonsten gehören sie ausgetauscht. Auch müssen sie (leicht) "saugend" in den Gehäusebohrungen sitzen.
Nockenhöhe auch nachgemessen? Ein Verschleiß / Abnutzung ist so nicht unbedingt sichtbar.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 03.11.2019 22:23

Hallo Jan,
Deine Messmethode eignet sich nicht wirklich, da ist nur eine grobe Abschätzung möglich. Gut, man könnte feststellen, ob da schon ein Übermaß verbaut ist.
Was sagt denn die Fingernagelprobe am 2. Hauptlager aus?
Das 1. HL (Bundlager) sitzt stramm im Gehäuse? Hast Du vor Zerlegen einmal das Axialspiel der KW gemessen?
Kennst Du diese Abhandlung?
http://www.wonnegautriker.de/PDF/Aufbau_1835ccm.pdf
Da finden sich nähere Hinweise zu Deiner Thematik. Manche Motorbauer belächeln zwar diese Abhandlung, ein Anfänger bekommt aber schon etwas an Wissen vermittelt, was so nicht unbedingt im Werkstatthandbuch steht.
(Die Art des Gehäusespaltens und das Nacharbeiten der Ventileinstellschrauben hat bei mir keine Begeisterung auslösen können, da mögen vielleicht noch andere Macken vorhanden sein, die mir noch nicht aufgefallen sind.)

BTW: Viele Motorbauer ziehen die 6 großen Muttern neben der HL-Gasse inzwischen mit 45 Nm statt 35 an und spindeln dann. Gibt man sein Gehäuse zum Überarbeiten ab, sollte man sich da einig sein, denn bei dem späteren Verheiraten der Gehäusehälften muss man wieder mit dem gleichen Wert arbeiten!

Nun zur Nockenwelle: Die Stößel sollten ein wenig "ballig" sein, ansonsten gehören sie ausgetauscht. Auch müssen sie (leicht) "saugend" in den Gehäusebohrungen sitzen.
Nockenhöhe auch nachgemessen? Ein Verschleiß / Abnutzung ist so nicht unbedingt sichtbar.

Hallo Norbert!

Die Abhandlung kannte ich nicht, sie ist aber sehr interessant und aufschlussreich. Danke dafür!

Im Lagersitz des zweiten Hauptlagers ist offensichtlich (natürlich spiegelverkehrt) die Prägung der Lagerschalenrückseite abgezeichnet. Das spürt man auch deutlich.
20191102_200233.jpg
Das Thema Kurbelwellenlager / Gehäuse werde ich komplett an einen Profi abgeben. Axialspiel der KW habe ich nicht gemessen, ich habe lediglich dran gezogen und geschoben (axial). Bewegen konnte ich dort nichts aber im Detail muss sich das der Motorenbauer mal ansehen. Deine Anregung bzgl. des Anzugsdrehmomentes werde ich mitnehmen.

Zur Nockenwelle/Stößel: Die Stößel sacken im geölten Zusstand nur ganz langsam in die Bohrung zurück. Z.T. muss man sie hin und wieder anstupsen. Radialspiel kann ich nicht wahrnehmen. Mir macht die Oberfläche Sorgen:
20191030_201309.jpg
Ich denke die sollten getauscht werden.

Bzgl. der Nockenhöhe: Ich finde da in der einschlägigen Literatur keine Angaben. Weiss jemand was genaues?

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 03.11.2019 22:59

Ich muss nochmal zur Thematik "Gewichte der Pleuelstangen" zurückspringen:

Ich hatte die maximale Differenz mit 9Gramm angegeben. Ich habe mich heute nochmal damit beschäftigt und festgestellt, dass die Differenz nur 6 Gramm beträgt, AAABER:

Ich habe mit meiner Küchenwaage die Pleuelfüße sowie die Schäfte getrennt voneinander gewogen und kam zu dem Ergebnis, dass die Gewichte sehr unterschiedlich verteilt sind:
Die Muttern und Lagerschalen habe ich aussen vor gelassen.
Zylinder 1+2 sind Top. 3/4 weichen allerdings stark ab:
20191103_193732.jpg


Das ist für mich als fachfremder schwierig zu bewerten: Ein Pleuelfuß weisst eine Differenz von gut 10 Gramm auf, an der Stelle des Pleues, die quasi nur rotiert. Die Pleuelstangen liegen ebenfalls weit auseinander, allerdings entgegengesetzt zu den Füßen. Insgesamt ist der Unterschied gering aber die Verteilung der Gewichtsunterschiede zwischen Fuß und Stange macht mir Sorgen.

Ich denke daher ernsthaft nach die Pleuel zu ersetzen.

Ferner wurden wohl Lagerschalen mit 1,00mm Übermaß verbaut:
20191103_193813.jpg

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Norbert*848b
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 04.11.2019 04:08

Hallo Jan,
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:23
Das Thema Kurbelwellenlager / Gehäuse werde ich komplett an einen Profi abgeben.
… das macht Sinn, hab ich auch so gehandhabt. :D
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:59
Ich denke daher ernsthaft nach die Pleuel zu ersetzen.
So aus dem Handgelenk würde ich sagen, auch ein Thema für den Motorbauer.
Hab ich seinerzeit auch nicht anders gehandhabt, die alten Pleuel beim Motorbauer abgegeben und neu aufbereitete (mit neuen Pleuelauge und gewinkelt) von diesem erworben.
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:59
Ferner wurden wohl Lagerschalen mit 1,00mm Übermaß verbaut:
Auch ein Thema für den Motorbauer...
… es kommt jetzt darauf an, Gehäuse spindeln, KW noch soweit i.O.?
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:23
Mir macht die Oberfläche Sorgen...
… mir auch, die scheinen es hinter sich gebracht zu haben, rechne einmal neue ein. -> Motorbauer
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:23
Die Stößel sacken im geölten Zusstand nur ganz langsam in die Bohrung zurück. Z.T. muss man sie hin und wieder anstupsen.
Gut, dann sind die Bohrungen offensichtlich noch ok.
neunzehn71 hat geschrieben:
03.11.2019 22:23
Bzgl. der Nockenhöhe: Ich finde da in der einschlägigen Literatur keine Angaben. Weiss jemand was genaues?
… aus der Erinnerung heraus, in etwa 8 mm Nockenhub. … werde morgen noch einmal nachschauen. Ja, in der Literatur hat man sich darüber leider ausgeschwiegen.
Info: http://www.flat4.de/znocken.htm
Am besten einmal alle Nocken nachmessen und untereinander vergleichen.

Ob man seine alte NW (so sie denn noch intakt ist) überhaupt noch nach einem Spindeln noch einsetzen kann, ist fraglich und erscheint mir nach meinen Erfahrungen nahezu unmöglich.
Das Spiel der Zahnräder sollte bei "Null" bis max. 5 hundertstel mm liegen . Ansonsten ist Über- oder Untermaß gefordert.
… also auch ein Fall für das "Rundumglücklichkeitspaket" beim Motorbauer.

Am Besten dem Motorbauer KW, Schwungscheibe, NW, Gehäuse, Pleuel übergeben und der soll dann etwas vernünftiges draus machen, incl. Auswuchten von den erstgenannten Teilen.
Optional auch die Kupplung bezüglich "Wuchten" bzw. "Feinwuchten".

Vielleicht hab ich noch etwas vergessen, da sollte dann der kompetente Motorbauer darauf hinwiesen, bzw. es gibt auch aufmerksame Mitleser hier im Forum. :D
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 04.11.2019 20:40

Norbert*848b hat geschrieben:
04.11.2019 04:08
Info: http://www.flat4.de/znocken.htm
Hier wird der Ventilhub angegeben. Zitat: "Die Ventilhübe betragen beim 1600er Motor für das
Serien-Einlaßventil 9,0 mm und für das Auslaßventil 8,6 mm."

Die Serien-Kipphebel haben aber eine Übersetzung von 1.1 wenn ich mich recht erinnere, somit ergibt sich ein Maß von 8,18 mm an der Einlassnocke und 7,81 mm an der Auslassnocke.
Das passt so ziemlich zu dem, was hier bei Thesamba nachzulesen ist: https://www.thesamba.com/vw/forum/viewt ... p?t=611121
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von emmerson1980austria » 09.11.2019 21:35

Hallo
Ich habe gelesen das dein Gehäuse mit P oder mit PO gestempelt ist.
P steht für gespindelte Nockenwelle und O für Öldruckregelbolzen im Übermaß (16,5 mm)
( oder wars genau umgekehrt?)
Manche sagen es stünde für einen Porsche Salzburg Gehäuse was aber so nicht stimmt.
(wohl aber das die Salzburg Porsche seinerzeit alle Gehäuse so bearbeitet haben, weshalb sie alle mit PO gekennzeichnet sind.)
Du solltest aber auf jede fall die Nockenwellen Gasse und die Bohrungen der regelkolben prüfen.

Lg
[img]C:\Users\emeth\Desktop\FOTOS[/img]
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Avispa66 » 10.11.2019 22:05

emmerson1980austria hat geschrieben:
09.11.2019 21:35
...P steht für gespindelte Nockenwelle und O für Öldruckregelbolzen im Übermaß (16,5 mm)...
Hmm, weder noch wenn man dem Techn. Merkblatt Nr. M-95 aus dem Jahre 1972 Glauben schenken mag:
34AEF55D-0CE4-4367-B880-4A7BE5D67B05.jpeg
Viele Grüsse
Avispa

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 31.01.2020 23:29

Hallo zusammen,

hier gehts jetzt weiter:

Ich habe im November das Gehäuse zum Motorenbauer gebracht und die Situation durchgesprochen. Ich habe ihn darum gebeten, mir ein Angebot für den Grundaufbau zu schreiben (Lagergasse prüfen / spindeln, KW + Pleuel Prüfen und ggf wuchten(KW)/ Pleuel auwiegen, neu buchsen und winkeln, Zahnflankenspiel NW/KW prüfen und ggf korrigieren, Axialspiel einstellen etc). So, dass ich dann ein komplettes, überarbeitetes Gehäuse inkl. überarbeiteten Kurbeltrieb gehabt hätte, auf dem ich die Stehbolzen und Zyl. + Kolben etc. weiter hätte selbst aufbauen können. Man hat mir zugesagt, dieses Angebot kurzfristig zu übersenden.

Leider musste ich fünf Anrufe tätigen (ca. 2 Wochen Abstand) und bis Mitte Januar warten um das Angebot zu erhalten. Dieses war dann leider nicht vollständig und beschränkte sich nur auf einige dieser Arbeiten. Da ich leider wieder keine Antwort auf meine E-Mails erhalten habe, wurde mir dann in einem Telefonat erläutert, dass man diverse Arbeiten - wie z.B. Einstellen des Axialspiels, Spiel zw. Kurbell - und Nockenwelle überprüfen- nicht dürchführen würde, da man dazu das Gehäuse zusammenfügen müsste und man sich damit Gewährleistungsansprüchen ausgesetzt sähe. Dieses Risiko wolle man nicht eingehen, :surprised:

Das hat mir sehr zu denken gegeben, da ich den "Full Service" den ich angefragt hatte nun leider irgendwie doch nicht erhalten konnte. Das Vertrauen hatte zu diesem Zeitpunkit natürlich schon deutlich gelitten.

Ich habe anschließend einen Gesprächstermin vor Ort angesetzt und den langen Weg auf mich genommen um die Dinge vor Ort zu klären.
Der Motorenbauer hatte allerdings schon zwischenzeitlich mit den Arbeiten angefangen und die Zylinderaufnahmeflächen geplant.

Das mag jetzt vielleicht nicht verständlich sein: Ich habe aber durch die ganze Interaktion mit dem Motorenbauer sämtliches Vertrauen verloren. Es mangelte einfach zu jederzeit an Informationen, keine Rückfragen konnten mir sachlich beantwortet werden, ich fühlte mich einfach sehr schlecht aufgehoben und beraten. Bei dem letzten Gespräch vor Ort habe ich dann die Reissleine gezogen und den Block wieder mitgenommen. Entgegen der Absprache hat man wohl dennoch schonmal die Zylinderaufnahmen geplant:


das Ganze sieht jetzt so aus:
20200131_185843.jpg
20200131_191112.jpg
20200131_191200.jpg


Ich bin nicht vom Fach, aber die Oberflächenbeschaffenheit ist mich indusktutabel. Wie sollen die Frässpuren denn später abgedichtet werden. Die Spuren sind deutlich zu spüren.



Das ist also alles ziemlich blöd gelaufen. Wie ich weiter verfahre weiss ich noch nicht. Ich werde mich wohl an einen anderen Betrieb wenden. Das macht so einfach keinen Sinn.

Ich habe den guten Mann natürlich für seine Arbeit bezahlt (korrekt beauftragt hin oder her).

Wie seht ihr die Bearbeitung? Bin ich da zu engstirnig? Mir fehlt leider die Erfahrung.


Für Empfehlungen bzgl guter Motorenbauer die das liefern können (gerne per PN) bin ich sehr dankbar.


Viele Grüße

Jan

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 01.02.2020 01:26

Hallo Jan,
eine Bearbeitung der Zylinderauflageflächen habe ich auch schon anders gesehen. Nicht dass man sich direkt darin spiegeln konnte, aber jedenfalls nicht so "grob".
Ob eine Funktionstüchtigkeit überhaupt gegeben wäre, möchte ich jetzt an Hand der Bilder nicht beurteilen wollen.
Hier einmal ein Beispiel, wie die Flächen geplant werden, allerdings fehlt jetzt eine Nahaufnahme zur tatsächlichen Beurteilung.
https://www.youtube.com/watch?v=Tdy-s7pCkJQ

Es erscheint mir aber nach Deinen Ausführungen so, dass ich diesem Motorbauer auch nicht unbedingt über den Weg trauen würde und hätte genau so gehandelt wie Du.
neunzehn71 hat geschrieben:
31.01.2020 23:29
diverse Arbeiten - wie z.B. Einstellen des Axialspiels, Spiel zw. Kurbel - und Nockenwelle überprüfen- nicht durchführen würde, da man dazu das Gehäuse zusammenfügen müsste und man sich damit Gewährleistungsansprüchen ausgesetzt sähe.
Um die Lagergase zu spindeln, müssen nun einmal die Gehäusehälften zusammen gesetzt werden, wie sollte es auch anders gehen.
Ich vermutete ja und auf den vorangegangenen Bildern war das für mich soweit auszumachen, dass man wohl ohne diesen Arbeitsschritt kein vernünftiges Ergebnis bekommen würde.

Nach dem Spindeln sowie dem Einsetzen neuer Lager, kann man erst überprüfen, ob das Zahnflankenspiel KW/NW noch stimmt.
Eine Anpassung ist so nicht direkt gegeben. Es läuft dann darauf hinaus, eine NW mit Über- oder Untermaß auszusuchen.
Die NW läuft nahezu mit "0"- max 5 hundertstel Axial-Spiel, Feineinstellung über das Bundlager.
Das Axilalspiel der KW kann erst nach Zusammenbau der Motorhälften mittels der 3 Scheiben zum Schwungrad vorgenommen werden.
Das könnte man dann selbst ausmessen.

Ich selbst habe einen Motorbauer meines Vertrauens, der bei mir in der Nähe wohnt und von dem das Video stammt.
"Orra" hat sich auf die Fahnen geschrieben, stets Zeit für seine Kunden auch am Telefon zwecks "Seelsorge" zu haben.
Das kann nicht nur ich bestätigen, viele andere könnten dem sicherlich auch zustimmen.

Man kann sich auch im Vorfeld einen Überblick über seine Lohnarbeiten verschaffen:
https://www.typ4shop.de/Lohnarbeiten-Be ... n::30.html

Mein Tipp: Ruf ihn einfach einmal an und frag was er für Dich tun kann und wie er derzeit ausgelastet ist.
… weder verwandt noch verschwägert :!:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Avispa66 » 01.02.2020 10:29

Hallo Jan und Leidensgenosse,

kommt mir doch sehr bekannt vor...
Motorbauer, der erst grossartig plagiert was er alles machen könne, dann sich nicht mal trauen ein Stehbolzen zu entfernen. Und letztendlich eine der wenigen Arbeiten (Pleuel-Revision) zudem peinlichst fehlerhaft ausgeführt hat.
Zum Glück hab ich dann ein Motorbauer in der CH gefunden der auf VW-Luftis spezialisiert ist und herrvorragende Arbeiten und Preise macht.

Zu deinen geplanten Zylinderauflageflächen: So aus der Ferne finde ich das erstmal nicht so dramatisch.
Im Gegenteil, behaupte gar das wird langzeitdichter als eine aalglatte Oberfläche. Solche (gewollte?) Frässspuren sieht man viel bei Dichtflächen mit Papierdichtungen, z.B. Vergaser.
Ähnlich dem Prinzip: Farbe auf angeschliffener Fläche hält besser/länger.
Mit guter Dichtmasse sollte alles gut werde.
Ist aber nur meine Einschätzung und nicht wissenschaftlich belegt :wink:

Grüsse Avispa

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