Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Technische Fragen und Antworten, Tipps und Tricks für Profis und Bastler. Hier sind die "Fachleute" am Werk.
Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 13.09.2020 22:20

Hallo in die Runde,

es ist nun eine Zeit her dass ich hier zuletzt berichtet habe. Und da ich auch noch ein paar Bilder schuldig bin, sollen die nun endlich kommen.

Das Thema mit den Blechen vom Typ3 hat sich auch erledigt. Nach dem ich herausgefunden habe dass der Typ3 ein gänzlich anderes Konzept in der Luftführung hat, habe ich den Gedanken verworfen. Ich wollte nicht ohne gründliche Überlegungen zwei Konzepte einfach so mischen...

So, nun zum Bilderbuch:

Wo möglich wollte ich die alte Verblechung des Übergangsmotors erhalten. Da diese jedoch teilweise durchgerostet ist und einige Verschraubungen ihr Endstadium in purem Fe2O3 gefunden haben, konnten auch keine Unmengen an Kriechöl und Lötlampen-Behandlungen die Schrauben dazu überreden sich öffnen zu lassen. Hier konnten nur noch Neuteile Abhilfe schaffen...
Die übrigen Teile habe ich zunächst in einem Entrosterbad (Deox C) behandelt. Zwischendurch habe ich mit der Drahtbürste etwas nachgeholfen. Am Ende dieser Kur sahen die Teile dann so aus,
IMG_20200805_145143_8.jpg
bevor ich noch möglichen Restrost in den Poren vorsichtshalber mit einem Rostumwandler stabilisiert habe.
IMG_20200805_155508_9.jpg
IMG_20200805_164812_0.jpg
Anschließend habe ich sie schnell in meiner Lackierkabine gespritzt:
IMG_20200805_224224_5.jpg
IMG_20200805_224235_0.jpg
Zwischen den Arbeitsschritten habe ich mich natürlich weiter um den Rumpfmotor gekümmert und mich nach verwendbaren Köpfen umgesehen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Unterstützung hier im Forum und an denjenigen der mir zwei Köpfe überlassen hat :bier:

Bevor es an die Köpfe ging, hab ich noch den Simmerring hinten an der Schwungscheibe gewechselt und bei der Gelegenheit das Schwungrad noch von Dreck und Rost befreit. Vorher:
IMG_20200807_125729_3.jpg
IMG_20200807_132255_5.jpg
Nachher:
IMG_20200807_142212_0.jpg
IMG_20200807_142539_1.jpg

Benutzeravatar
Feinbein
T2-Süchtiger
Beiträge: 545
Registriert: 08.02.2010 13:00
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Feinbein » 13.09.2020 22:55

Hallo,

wie bzw. mit was hast Du das Schwungrad entrostet?

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 13.09.2020 23:10

Weiter gings mit dem Dichtring:
IMG_20200807_142550_1.jpg
IMG_20200807_145455_1.jpg
IMG_20200807_151143_4.jpg
Ich konnte es auch nicht lassen mir den Zustand der Ölpumpe genau anzusehen. Die Verschleißspuren hielten sich echt in Grenzen. Die Zahnräder haben am Deckel leichte Einlaufspuren hinterlassen und wiesen an den deckelzugewandten Seiten folglich einen scharfen Grat auf. Vielleicht hätte man das auch so lassen können, ich hab den Grat einfach entfernt...
IMG_20200809_151459_0.jpg
Da der alte Deckel durchs lange rumstehen echt vergammelt war, hab ich den einfach ersetzt. Dazu hat er in neu ja auch keine Laufspuren was den Öldruck zu Gute kommt.
IMG_20200809_155759_0.jpg
IMG_20200809_160709_5.jpg
IMG_20200809_160715_6.jpg
Selbstverständlich waren da gleich vier neue Muttern dabei (Danke an die Tipps und Hinweise ich hier von euch erhalten habe) und neue Dichtungen in richtiger (dünner) Ausführung.

Die Zylinder und Kolben hatte ich auch noch demontiert gehabt. Diese habe ich gründlich gereinigt. Hier haben die Kompressionsringe etwas mehr Verschleiß gezeigt. Eigentlich hätte ich die gerne ersetzt, allerdings konnte ich auf die Schnelle keine passenden Ringe in der entsprechenden Reparaturstufe mehr bekommen. Sollte ja noch vor dem Urlaub fertig werden und muss nur begrenzt halten. Also auf später verschoben und einfach gelassen....

Ein echt blödes Problem war, dass dem Motor ja eine Mutter am mittleren Hauptlagerbock gefehlt hatte. Diese hatte ich beim Zerlegen auf den Zylindern gefunden. Leider zeigt sich nach dem wiedermontieren und anziehen der gesamten Kurbelgehäuse-Schrauben (richtige Reihenfolge und auch die kleine M8 Mutter beachtet) mit dem Solldrehmoment ein niederschmetterndes Ergebnis: Die Kurbelwelle saß derart stramm dass die ein sehr großes Losbrechmoment aufwies. Zudem machte es auch den Eindruck, dass die Kurbelwelle einen ganz leichten Schlag hat, da das Losbrechmoment je nach Position leicht unterschiedlich war.
An dieser Stelle war ich kurz an dem Punkt das Projekt "Übergangsmotor" aufzugeben, den Urlaub hatte ich innerlich schon abgeschrieben.
Ich habe dann über ein paar Ecken Kontakt zu ein paar "sehr erfahrenen Hasen" aus der Szene aufgenommen. Die Rückmeldungen haben mir neuen Mut gegeben. Sie erzählten mir von Motoren, die selbst in katastrophalem Zustand noch gelaufen sind. Die Prognose: den Urlaub und eine Saison wird der schon noch laufen....
Eigentlich wäre hier in meinen Augen die Hauptlagergasse zu prüfen, ebenso die Kurbelwelle...
Ich habe dann entschieden etwas zu tun was ich sonst nie tun wollte. Nachdem der Motor sein bisheriges Leben größtenteils ohne diese eine Mutter gelaufen ist, habe ich diese ganz langsam gelockert bis der Motor wieder ein einigermaßen vertretbares Losbrechmoment aufwies.

Bei dem Originalmotor werde ich das nicht tolerieren, schließlich soll der eine ordentliche neue Lebensdauer bekommen. Bei dem Übergangsmotor habe ich mir dann gesagt: "entweder er hält, oder ich bekomme eine Gelegenheit den ADAC Plus Service zu testen....

Und ja, dieses Vorgehen darf hinterfragt werden, schließlich hab ich ja einiges in den Übergangsmotor an Zeit und Neuteilen investiert.... was man nicht alles für einen Bulli-Urlaub macht.... :wall:

Dann ging es langsam an die Montage des Motors. Kolben und Zylinder mit neuen Dichtungen (und Dichtmasse) wieder an den ursprünglichen Plätzen montiert und die Zylinderköpfe vorbereitet:
IMG_20200809_184723_5.jpg
IMG_20200813_181938_3.jpg
IMG_20200812_232931_8.jpg

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 13.09.2020 23:14

Feinbein hat geschrieben:
13.09.2020 22:55
Hallo,

wie bzw. mit was hast Du das Schwungrad entrostet?
Auf der Kupplungsseite habe ich zunächst das grobe mit einer schmalen Spachtel weg gekratzt. Den Rest habe ich mit einem Schleiffließ aufgearbeitet... ist leider nicht so angenehm für die Finger.... ja, Handschuhe sollen helfen..... :D

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 14.09.2020 00:02

und weiter an den Köpfen. Die Ventile wurden alle neu eingeschliffen und ein Auslassventil noch getauscht. Hier hat sich erst beim Einschleifen gezeigt, dass besagtem AV wohl mal etwas zu warm geworden ist, es hat leicht geeiert...

(Übrigens, meine liebe Frau die sonst nicht an Autos oder Motoren schraubt hat hier gut mitgeholfen und hat nach kurzer Anleitung die Ventile vorbildlich selbst eingeschliffen. :wein: )

Vorher:
IMG_20200812_212625_6.jpg
nachher:
IMG_20200812_202759_9.jpg
IMG_20200813_215030_2.jpg
Auch die brauchbaren Köpfe haben leichte Rissbildungen um die Zündkerze gezeigt. Allerdings nicht so schlimm wie die Köpfe die drauf waren und keine Risse zwischen den Ventilsitzen. Die Rissenden habe ich verstemmt. Bin mal gespannt wie die sich das auf die Risse auswirken wird. Wenn der Originalmotor wieder läuft, könnte man da ja mal nach sehen.....

Wenn man schon de Köpfe so in den Händen hält, kann man auch mal kontrollieren ob Gussrückstände die Kühlluft behindern. Hab dann an ein paar kleinen Stellen mit der Schlüsselfeile ein paar Engpässe beseitigt. Diese Relikte der Fertigung hatten sich die Ingenieure so nicht ausgedacht.

So, es ging weiter mit dem Zusammenbau. Neue Stößelrohre mit neuen Dichtungen und Dichtmasse versehen. Dann die Köpfe drauf und nach Herstellerangaben angezogen - und dabei nicht die Dichtmasse an den entsprechenden Stellen vergessen. Dazu noch ein paar schöne Ventildeckel mit besserer Wärmeleitung:
IMG_20200813_221105_6.jpg
IMG_20200813_231440_0.jpg
IMG_20200813_231444_9.jpg
IMG_20200814_001518_0.jpg
IMG_20200814_001529_4.jpg
IMG_20200814_001540_3.jpg
Die ersten Bleche montiert, sah das ganze dann so aus:
IMG_20200814_002425_1.jpg
Selbstverständlich sind auch am Ölkühler alle Dichtungen erneuert worden. Ebenso habe ich alle Schrauben des Gehäuses auch nach Vorschrift abgedichtet, als ich diese angezogen hatte.

Damit war der Motor dann soweit zum Tausch. Der Plan sah wiefolgt aus:
- Originalmotor ausbauen
- Übergangsmotor komplettieren und Anbauteile (Auspuff, Lima, Gebläsekasten, Verteiler, Benzinpumpe, Zündspule und Vergaser vom Originalmotor) übernehmen
- Kupplung auch vom Übergangsmotor, da noch gut.

Ein Problem gab es leider noch mit den Ventilspiel-Einstell-Schrauben. Optisch machten sie einen makellosen Eindruck. Als ich jedoch das Ventilspiel einstellen wollte, zeigte sich dass diese in Ihrem Vorleben wohl durch eine Überdosis an Drehmoment an Ihre Streckgrenze gebracht worden sind. Plastisch verformte Gewinde/ Muttern sind zum ordentlichen Einstellen des Ventilspiels eher ungeeignet...

Wie war das noch? Nach fest kommt ab, oder zumindest nachhaltig fest.
Das erklärt auf jeden Fall, warum bei diesem Übergangsmotor das eine Auslasventil kurz vorm Abriss gewesen ist. Wer hat schon Lust sich unterm Auto mit einer vermurksten Ventikeinstellschraube abmühen zu wollen?? Kann ja nicht so dramatisch sein das bissle Spiel hin oder her..... :stupid: *Ironiemodus aus*

Auf jeden Fall hab ich die kurzfristig noch ersetzt, dank schneller Lieferung. Weiter ging es nun mit dem Tausch der Motoren.
Zuletzt geändert von Bruchpilot am 14.09.2020 00:26, insgesamt 1-mal geändert.

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 14.09.2020 00:19

Hierzu konnte ich die Hebebühne eines guten Freundes nutzen. Den Motor also eingepackt, und los gings.
IMG_4709.JPG
Dem Ölkühler noch mit neuem Schaumstoff zum abdichten der Kühlluft versehen:
IMG_4734.JPG
Nach dem ich die Anbauteile des Originalmotors übernommen hatte, sah das ganze dann so aus:
IMG_4737.JPG
Übrigens, es war ein Riesenmist die neuen Kühlluftbleche (Repros eines renomierten Lieferanten) für die Aufnahme des Gebläsekastens anzupassen :kotz:
Erst denkste jetzt passts, dann kratzt das Lüferrad. Dann läuft das Rad sauber, aber zwischen den Blechen und dem Kasten klafft ein Spalt.... das war ne echte Katastrophe!

Was tröstet, beim Originalmotor sind die Bleche noch gut und die passen auch sauber. So gesehen war der Übergangsmotor ein ideales Übungsobjekt um mit der neuen Materie vertraut zu werden. Hier mach ich nicht viel kaputt, richtig ärgerlich wäre es am originalen Motor aus Fehlern lernen zu müssen.....

So, und nun rein mit dem Übergangsmotor, dank tatkräftiger Hilfe ging das auch ganz gut. (Ist ja das erste mal dass ich so ne OP an nem VW Bus gemacht hab.....)
IMG_4740.JPG
IMG_4741.JPG
IMG_4743.JPG
IMG_4745.JPG
Zuletzt geändert von Bruchpilot am 14.09.2020 00:45, insgesamt 1-mal geändert.

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 14.09.2020 00:42

Fazit:

Der Motor hat sich prima bewährt. Wir konnten unseren Urlaub noch antreten, zwar mit ein paar wenigen Tagen Verzögerung, aber immerhin. :dog:

Was mich sehr freut, der Motor ist furz trocken. Und nein, ich hab nicht vergessen Öl einzufüllen. :thumb:

- Was die Leistung angeht, kann ich keinen Unterschied zum Originalmotor feststellen.
- Was die Laufgeräusche betrifft, der Übergangsmotor macht kein Rumpelgeräusch, somit ist die Fehlerquelle definitiv im Originalmotor dann zu suchen

- Ölverbrauch: anfangs hat der Übergangsmotor etwas Öl verbraucht, was sich aber nach den ersten paar hundert Kilometern gelegt hat. Aus Sorge bzgl dem mittlerem Hauptlager habe ich den Motor mit dem Öl Additiv Mathy versehen (soll die Schmierfilmstabilität erheblich verbessern, insbesondere bei höheren Öltemperaturen.)

Inzwischen hat sich der Motor auf ca 1800km und 17000 Höhenmetern bewiesen.

Ob man das gleich auf der deutschen Alpenstraße und weiter in den Bayrischen Wald testen muß, sei ja mal dahin gestellt...

Warum wir das dennoch gemacht haben? :surprised:
Weil es ging. :bier:

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5827
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Norbert*848b » 14.09.2020 02:45

Moin André,
… schön geschrieben. :gut:
Bruchpilot hat geschrieben:
13.09.2020 23:10
Weiter gings mit dem Dichtring
Mit den roten Silikonringen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, kann klappen, oftmals leider nicht. :(
Orra empfiehlt auch nur den schwarzen (originalen) von DPH, beim nächsten Mal ev. bitte einmal berücksichtigen.
… oder eben selbst die Erfahrung machen. :mrgreen:
O-Ring in der Schwungscheibe unberücksichtigt gelassen?
Bruchpilot hat geschrieben:
13.09.2020 23:10
Die Zahnräder haben am Deckel leichte Einlaufspuren hinterlassen und wiesen an den deckelzugewandten Seiten folglich einen scharfen Grat auf.
Ja, m.E. nach eine Schwachstelle. Man sollte den Zahnrädern (zumindest für die Laufrichtung) eine Phase verpassen, damit sich dort ein Ölkeil bilden kann.
Dann wird der Verschleiß an Decken und Gehäuse vermindert. … und ich weiß, wovon ich rede. :D
Bruchpilot hat geschrieben:
13.09.2020 23:10
Die Kurbelwelle saß derart stramm dass die ein sehr großes Losbrechmoment aufwies.

… da tippe ich einmal auf Kurbelwellen-Schlag (am mittleren HL) auf größer 5 hundertstel mm. :?
Selbst bei 10 hundertstel macht der Käfermotor noch den Spaß mit, wie ich erfahren durfte, … das aber nicht mehr sehr lange. :(
Bruchpilot hat geschrieben:
14.09.2020 00:02
Auch die brauchbaren Köpfe haben leichte Rissbildungen um die Zündkerze gezeigt.
… nicht so tragisch, wenn es nur einen Gewindegang betrifft.
Bruchpilot hat geschrieben:
13.09.2020 23:10
Kolben und Zylinder mit neuen Dichtungen (und Dichtmasse) wieder an den ursprünglichen Plätzen montiert

… bitte nicht die im Satz befindlichen Papierdichtungen für die Fußdichtungen verwenden, sondern nur Dichtmittel einsetzen (ich bevorzuge an dieser Stelle Dirko HT)!
Bruchpilot hat geschrieben:
14.09.2020 00:02
Dazu noch ein paar schöne Ventildeckel mit besserer Wärmeleitung
… auch so ein Thema, was etwas überlegenswert sein sollte...
http://www.vw-resource.com/valve_covers.html
http://www.geneberg.com/cat.php?cPath=2811_2827&osC
Bruchpilot hat geschrieben:
14.09.2020 00:42
- Was die Laufgeräusche betrifft, der Übergangsmotor macht kein Rumpelgeräusch, somit ist die Fehlerquelle definitiv im Originalmotor dann zu suchen
Da bin ich nun echt gespannt darauf, was da am Originalmotore im Eimer ist.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
T2B-78
T2-Süchtiger
Beiträge: 475
Registriert: 28.10.2012 19:51
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Norderstedt

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von T2B-78 » 14.09.2020 07:41

Hallo André,

auch von mir ein großes Lob für den gelungenen Zusammenbau!
Echt gut dokumentiert und geschrieben, kaum zu glauben, dass Du vorher noch keinen VW Motor zerlegt (und wieder zusammengebaut) hattest.

Bist Du denn jetzt generell mit der Leistung des 50PS Motors im schweren Camper zufrieden?
(Für meinen Geschmack kann man natürlich immer ein paar PS mehr gebrauchen, doch wenn man nur im Urlaub fährt, dann reicht mir die "Käfermotorisierung". Es ist vieles ggü. dem Typ4 leichter zu bekommen, einfacher ein/auszubauen und zu bezahlen)


Beste Grüße aus dem herbstlichen Norderstedt,
Jens

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 15.09.2020 22:54

Vielen Dank für die Lorbeeren ;-)
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
Mit den roten Silikonringen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, kann klappen, oftmals leider nicht. :(
Orra empfiehlt auch nur den schwarzen (originalen) von DPH, beim nächsten Mal ev. bitte einmal berücksichtigen.
… oder eben selbst die Erfahrung machen. :mrgreen:
Danke für den wertvollen Hinweis! Deswegen macht es Freude hier zu berichten, man lernt weiter dazu. :thumb:
Werde also mal genauestens beobachten was der rote da hinten so treibt..... :banned:
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
O-Ring in der Schwungscheibe unberücksichtigt gelassen?
Ist in der Tat unberücksichtigt, allerdings nur in meinem Bericht. Sehr aufmerksam von dir. Der kam natürlich auch neu, ebenso die Hohlschraube in der das Nadellager ist. Wurde auch korrekt mit satten 350 Nm angezogen.
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
Bruchpilot hat geschrieben:
13.09.2020 23:10
Die Zahnräder haben am Deckel leichte Einlaufspuren hinterlassen und wiesen an den deckelzugewandten Seiten folglich einen scharfen Grat auf.
Ja, m.E. nach eine Schwachstelle. Man sollte den Zahnrädern (zumindest für die Laufrichtung) eine Phase verpassen, damit sich dort ein Ölkeil bilden kann.
Dann wird der Verschleiß an Decken und Gehäuse vermindert. … und ich weiß, wovon ich rede. :D
Dann habe ich intuitiv gleich richtig gehandelt, freut mich! :D
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
Bruchpilot hat geschrieben: ↑
13.09.2020 22:10
Die Kurbelwelle saß derart stramm dass die ein sehr großes Losbrechmoment aufwies.


… da tippe ich einmal auf Kurbelwellen-Schlag (am mittleren HL) auf größer 5 hundertstel mm. :?
Selbst bei 10 hundertstel macht der Käfermotor noch den Spaß mit, wie ich erfahren durfte, … das aber nicht mehr sehr lange.
Ja, mal sehen wie lange das so geht... bei 35 Nm war das Losbrechmoment sehr groß. Wenn er mal drehte, dann ging es einigermaßen. Nun ist die Schraube mit ca 22Nm angezogen. Was mich sehr irritiert, wenn die KW nen Schlag hat, dann sollte das auch bei 22Nm zu spüren sein. Die Abhängigkeit vom Anzugsmoment sagt mir, dass die Hauptlagerblöcke an dieser Stelle aus irgendeinem Grund nicht plan bzw. satt aufliegen. Warum sonst diese Abhängigkeit? Vielleicht auch das Gehäuse verzogen?
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
Bruchpilot hat geschrieben: ↑
13.09.2020 22:10
Kolben und Zylinder mit neuen Dichtungen (und Dichtmasse) wieder an den ursprünglichen Plätzen montiert


… bitte nicht die im Satz befindlichen Papierdichtungen für die Fußdichtungen verwenden, sondern nur Dichtmittel einsetzen (ich bevorzuge an dieser Stelle Dirko HT)!
Kannst du das weiter begründen? Ich hab halt die Papierdichtung mit dem orangenen Loctide versehen. Beim Originalmotor hab ich an dieser Stelle außen am Zylinderfuß bereits ca 3mm Dicke Dichtmittelwürste gesichtet. :shock:
Norbert*848b hat geschrieben:
14.09.2020 02:45
Bruchpilot hat geschrieben: ↑
13.09.2020 23:02
Dazu noch ein paar schöne Ventildeckel mit besserer Wärmeleitung

… auch so ein Thema, was etwas überlegenswert sein sollte...
http://www.vw-resource.com/valve_covers.html
http://www.geneberg.com/cat.php?cPath=2811_2827&osC
Du erinnerst mich an meine Thermodynamik Vorlesungen. :D Ja ja, der schwarze Strahler.... die Überlegung ist in der Tat recht interessant. Theoretisch könnte man die dort gemachten Überlegungen mit folgendem Versuch wissenschaftlich überprüfen:
Die Theorie besagt, dass die Temperatur der Ventildeckel niedriger sein sollte als die der Köpfe, damit dort die Öldämpfe kondensieren können.

Zunächst wäre es mal interessant eine Siedetemperatur des Öls zu definieren. Anschließend den Motor eine festgelegte Zeit im Stand warm laufen lassen, dabei den Temperaturverlauf von Zylinderkopf und Ventildeckel messen.
Das ganze dann noch mal im Betrieb wiederholen. Allerdings bräuchte es hierfür einen entsprechenden Datenlogger.....

So könnte man tatsächlich mal sehen welchen Einfluss dies hat, und ob die Temperaturen überhaupt unterhalb der Siedetemperatur liegen. Nur die Öltemperatur zu vergleichen, wie es in dem Link geschrieben ist, ist von zu vielen Umgebungsparametern beeinflusst. Aber ein Temperaturdelta zwischen Kopf und Ventildeckel sollte einen linearen Zusammenhang in Bezug auf die Kopftemperatur erwarten lassen...

Genug der Theorie, zurück zum Motor....
Ich hatte die Deckel aus mit einem anderen Hintergrund besorgt. An den Originalköpfen sind die Buchsen in denen die Klemmbügel der Deckel sitzen beim Versuch den Ventildeckel zu öffnen einfach abgefallen. Hier haben Korrosion sowohl am Stahlbügel als auch am Aluminium vom Kopf volle Arbeit geleistet. Da die originalen Deckel extrem verrostet sind und an einer Stelle bereits ein winziges Löchlein ist, mussten die eh neu... wie man merkt hat CSP ein gutes Marketing :D :D
T2B-78 hat geschrieben:
14.09.2020 07:41
Echt gut dokumentiert und geschrieben, kaum zu glauben, dass Du vorher noch keinen VW Motor zerlegt (und wieder zusammengebaut) hattest.
Danke, ja etwas vorbelastet bin ich ja schon was Motoren und das Schrauben an sich an geht.... da ist der Umstieg auf die luftgekühlten VW Motoren machbar. Hab mit dazu erst mal nen ganzes Werkzeugsortiement besorgt...
T2B-78 hat geschrieben:
14.09.2020 07:41
Bist Du denn jetzt generell mit der Leistung des 50PS Motors im schweren Camper zufrieden?
(Für meinen Geschmack kann man natürlich immer ein paar PS mehr gebrauchen, doch wenn man nur im Urlaub fährt, dann reicht mir die "Käfermotorisierung". Es ist vieles ggü. dem Typ4 leichter zu bekommen, einfacher ein/auszubauen und zu bezahlen)
Bisher hat uns der Mangel an Mehrleistung nicht gestresst oder Sorgen bereitet. Klar, Leistung hat man NIE genug. Wenn man jedoch den Reiz der Entschleunigung zu schätzen weiß, kann dies zu einem besonders erholsamen Merkmal und einem gesunden Kontrast zum Alltag werden.
Dennoch finde ich das 1775er oder 1835er Konzept sehr reizvoll. Vielleicht auch, weil da wieder der Ingenieur in mir durch kommt..... Aber anstelle "Leistung ist alles" sehe ich einen größeren Reiz in einer gezielten Optimierung. Denn die Serienmotoren haben noch einiges Potential verborgen, das freigelegt nicht nur eine höhere Leistung mit sich bringt, sondern sich auch mit einem geringeren Kraftstoffverbrauch bemerkbar machen würde.... wer nur einmal im Monat zur Eisdiele fährt, wird den Unterschied nicht bemerken. Würde man jedoch einer Reise zum Nordkapp machen, wäre die Auswirkung schon deutlich mehr zu spüren...

Viele Grüße
André

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5827
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Norbert*848b » 16.09.2020 02:47

Hallo André,
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Werde also mal genauestens beobachten was der rote da hinten so treibt....
… wenn er nach dem Einbau dicht geblieben ist, wird er es auch länger tun, so wurde es mir berichtet.
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
ebenso die Hohlschraube in der das Nadellager ist. Wurde auch korrekt mit satten 350 Nm angezogen.
… und hoffentlich auch mit etwas MOS2-Fett versehen. :D
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Dann habe ich intuitiv gleich richtig gehandelt, freut mich!
… betrifft also die Behandlung der Zahnräder. :gut:
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Was mich sehr irritiert, wenn die KW 'nen Schlag hat, dann sollte das auch bei 22Nm zu spüren sein.
Nunja, da geht es hier schon um hundertstel mm Spiel was Du nachlässt und was Dich letztendlich glücklich macht. :D
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Vielleicht auch das Gehäuse verzogen?
… glaub ich jetzt nicht wirklich dran.
Bei einer verzogenem HL-Gasse sollte sich die KW wohl immer gleich schwer drehen lassen, oder bist Du da etwa anderer Meinung?
Wir reden hier von etwa 5 hundertstel Spiel zwischen KW und Hauptlegern. :wink:
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Kannst du das weiter begründen? Ich hab halt die Papierdichtung mit dem orangenen Loctite versehen.
Uff, was für eine Herausforderung. :shock:
Papierdichtungen drücken sich leider in Laufe der Zeit platt. Dann lösen sich die Zylinderkopfmuttern und es wird halt undicht.
(sog "Bollern beim Start, was sich wieder legen könnte beim weiteren Fahren und der somit verbundenem Temperaturerhöhung und der dadurch entstandenem Wärmeasdehnung.)
Seit nunmehr als 40 - 50 Jahren ist im Allgemeinen (bei den Spezies) bekannt, dass man die Papier-Zylinder-Fußdichtungen aus den Dichtungssätzen zu ignorieren (sprich wegzuwerfen) hat, also nicht verbauen sollte.
Mir ist es bis heute verborgen geblieben, wieso diese Teile immer noch im Dichtungssatz vorhanden sind. :?
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Bruchpilot
T2-Profi
Beiträge: 50
Registriert: 15.04.2020 15:41
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Motor 50PS (AS) macht (un)gesunde Geräusche

Beitrag von Bruchpilot » 18.09.2020 17:03

Norbert*848b hat geschrieben:
16.09.2020 02:47
Hallo André,
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
Werde also mal genauestens beobachten was der rote da hinten so treibt....
… wenn er nach dem Einbau dicht geblieben ist, wird er es auch länger tun, so wurde es mir berichtet.
KW und den Dichtring vor dem Einsetzen mit etwas MOS2-Fett versehen und das richtige Werkzeug zum Einbau verwenden mag geholfen haben....
Bis jetzt ist er dicht :D
Norbert*848b hat geschrieben:
16.09.2020 02:47
Bruchpilot hat geschrieben:
15.09.2020 22:54
ebenso die Hohlschraube in der das Nadellager ist. Wurde auch korrekt mit satten 350 Nm angezogen.
… und hoffentlich auch mit etwas MOS2-Fett versehen. :D
Jup, auch das ist passiert :D Mensch, du denkst auch an alles :bier:
Norbert*848b hat geschrieben:
16.09.2020 02:47
Bei einer verzogenem HL-Gasse sollte sich die KW wohl immer gleich schwer drehen lassen, oder bist Du da etwa anderer Meinung?
Da bin ich mir nicht ganz sicher. Mich wundert es nur, dass das Losbrechmoment beide Effekte aufweist, es ist vom Niveau her insgesamt gestiegen ist und dazu eben unterschiedlich, je nach dem wo die KW steht.
Wenn ich ne verzogene HL Gasse hätte und eine KW mit Schlag, dann sollte es eine Stelle geben an der sich das ganze deutlich leichter dreht. Eben genau die Stelle, wenn die krumme HL Gasse mit der verzogenen KW fluchtet. Sprich in die gleiche Richtung gekrümmt sind.
Ist es nicht gleich, ob ich entweder einen Lagerzapfen aus der Mitte verschiebe oder eben das Lager selbst aus der Mitte verschiebe? Eigentlich müsste es in beiden Fällen dazu führen dass sich die KW immer gleich schwer drehen ließe. In jedem der genannten fälle erfährt die KW ja eine nicht vorgesehene Biegebelastung:
- bei der krummen HL Gasse würde sich die Biegerichtung (in Bezug auf die KW im drehenden System) mit dem Umlauf stets ändern um sich an die HL Gasse anzupassen (wechselnde Biegebelastung in Bezug auf die KW).
- bei der krummen KW und einer geraden HL Gasse müsste es anders herum sein: Hier würde die KW immer zurück gebogen werden was eine zur KW fest stehende Biegerichtung bedeuten würde.... (konstante Biegung in Bezug auf die KW)

Hieße das nicht, dass in beiden Fällen das Losbrech Moment konstant sein müsste, da die KW jedes Mal über den Umlauf um das gleiche Maß (den Schlag bzw. den Lagerversatz) gebogen würde was ein der (elastischen) Verformung proportionale und damit konstante Querkraft bedeutet? Diese erhöhte Anpresskraft bewirkt ja die höhere Reibung die man beim drehen dann spürt....
Aus diesen Gedanken heraus will ich einen Verzug der HL Gasse mal noch nicht ausschließen....

Die Toleranzen spielen hier ja auch noch rein. Meine Überlegungen basieren auf der Annahme, dass das Spiel zwischen KW und HL über den Umfang hinweg konstant ist. Wenn das nicht der Fall wäre, könnte es schon sein dass ein hinreichend kleiner Schlag der KW alleine dazu führt.......

egal genug der Theorie.... :steine: wichtiger ist was ich im original Motor so finden werde.... aber das wird noch ein wenig warten müssen.
Gruß
André

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot], T2-76 und 13 Gäste