Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

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Matt Eagle
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Matt Eagle » 13.11.2020 16:28

Ich stand mal vor einer ähnlichen Frage, allerdings bezüglich meines kleinen Mopeds. Ich habe mich inzwischen vom Bulli überzeugen lassen auf Autobahnen im Urlaub zu verzichten ... Motorradnavi rein, schöne Strecken auswählen und losfahren. Und ja, habe für ca 750 km zur Ostsee in Holstein drei Tage gebraucht. Allerdings unterwegs viele nette Leute kennengelernt, tolle Landschaften gesehen und jeden Abend entspannt die Campingstühle rausgekramt. Bin mit meiner Entscheidung super zufrieden ... aber das kann ja final nur jeder für sich selber entscheiden.

Sähe vielleicht anders aus, wenn ich mit Anhänger und jeder Menge Gepäck unterwegs wäre ... aber so sicher wäre ich mir da auch nicht.

Ergo wird eine irgendwann anstehende Revision wieder einen knackigen 50 PS Typ1 Boliden ergeben. :grinseval:
Mit dem Zweiten fährt man besser :D
Bus L, MJ 73, 50 PS (AD)

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Sgt. Pepper
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Sgt. Pepper » 13.11.2020 16:30

Moin,

ganz durch die Blume: Es ist scheiß egal! :D
(Weil es DEIN Fahrzeug ist und dir der Wert nur dann wichtig sein sollte, wenn du den verkaufen willst)

Aus Sicht eines potentiellen späteren Käufers ist sowieso das Modell und der Zustand der Karosserie viel wichtiger. Ein Motor mit mehr Leistung kannst du monetär sowieso nur dann geltend machen, wenn dieser auch etsprechend eingetragen ist. Vorher könnte mir als Käufer ja alles Mögliche erzählt werden, die Komponenten sehe ich aber nicht und auf das Wort eines Verkäufers würde ich mich nicht verlassen wollen. Wäre nicht das erste Mal, wo plötzlich ein ganz anderer Motor drin ist, als ürsprünglich vom Verkäufer erzählt.

Es hängt auch davon ab, was am Motor gemacht werden muss. Ist dieser sowieso Überholungsbedürftig, bleibt außer Gehäuse, Kurbelwelle, Pleul und ggf. den Köpfen eh nicht mehr viel übrig. Dann kann man auch gleich ein paar Modifikationen vornehmen, denn von den Kosten her ist das fast kein Unterschied. Aus einem 2.0l 100PS zu bekommen ist nicht so das Problem, denn die Motoren sind auf diese Leistung hin konstruiert worden. Wenn du eine milde Sport-Nockenwelle verwendest, kannst du auch weiterhin mit den Serien-Vergasern oder der Einspritzanlage weiterfahren (wenn gut abgestimmt). Das ist defintiv wichtig für jemanden dem Originalität wichtig ist.

So habe ich das damals gemacht und ich fand, dass dies eine gute Entscheidung war.

Wenn der Motor aber erstmal gut ist und keine Probleme hat, würde ich erstmal nichts verändern und so fahren. Ne gründliche größere Wartung, ggf. neu Abdichten und vorallem die Benzinaufbereitung überholen. Dann kannst du auch viel besser Entscheiden ob dir die 70PS ausreichen.

Grüße,
Stephan
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von bulli71 » 13.11.2020 16:35

Jetzt habe ich eine halbe Stunde die Antwort getippt und sie wurde nicht erfolgreich gesendet, also noch mal.

Die Frage was dir denn über die Leber gelaufen ist wurde zwischenzeitlich schon gestellt, muss ich nicht noch mal wiederholen. Aber ich bitte dich, da du dich scheinbar von meiner Antwort angegriffen gefühlt hast, diese noch mal zu lesen, die ist nämlich genau das Gegenteil und ich wollte dich ermutigen doch das zu tun was scheinbar irgendwie dein Wunsch zu sein scheint.

Deine Frage hast du eröffnet mit der Vorliebe für Original, und darauf kann ich nur sagen dass 100PS nun mal nicht original sind. Wenn das also ein gewichtiger Faktor ist, dann lass es. Mit deinen 70PS gehörst du nicht zur lebensgefährdeten 80Km/h Fraktion, 100-110 auf der Bahn sollten normal sein. Viel mehr tut einfach in den Ohren weh, da ändern auch die 100PS nichts. Ich habe einen deutlich leiseren Motor, 5 Gänge und fahre trotzdem auf Dauer nur in diesem Bereich. Soviel übrigens zum Vorwurf des Originalitätsfetischisten, der geht hier im Forum wohl nur an wenigen mehr vorbei als an mir.

Zum Thema Wert: den Punkt erwähnst du, wenn ich mich nicht verzählt habe, gleich 5 mal. Scheint dir also auch recht wichtig zu sein, aber das wird dir niemand seriös beantworten können ohne dein Auto und auch die beim Umbau vorgesehenen Teile zu kennen. Letztlich ist das Auto immer das wert was ein potentieller Kunde zu zahlen bereit ist. Ist der Bus nun im perfekten Erstlack, auch sonst absolut perfekt und genau so wie er vom Band kann, dann würde nicht mal ich ihn umbauen. Ansonsten befreie dich vom Korsett was andere über deinen Bus denken (das Äquivalent zum 'Wert') und mache ihn so dass er dir gefällt. Freut mich zu lesen dass du ihn genauso aus Leidenschaft fährst wie ich meinen, ich verstand nur nicht warum dann ein Wunsch nach Veränderung vom Wert abhängig gemacht werden soll. Für einen mag er danach weniger wert sein, für den anderen mehr, wer weiß das schon.

Fährst du viele Berge oder im Gespann kann der Umbau sinnvoll sein, ggfs solltest du aber auch gleich das Getriebe überdenken. Ansonsten vielleicht einfach kürzere Etappen und mehr Ruhe in die Reiseplanung, dann erlebst du auch Entschleunigung.

Ich hoffe damit geholfen zu haben, aber bitte auch um etwas Zurückhaltung im Umgangston. Hier greift niemand irgendjemanden an!!

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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von aircooled68 » 13.11.2020 16:37

Eine Leistungssteigerung ist, wenn eingetragen, nicht wertmindernd. Es wurde ja auch schon in den 70er getunt und optimiert, schau dir mal den Karajan Bus an. Wenn der Motor offen ist, dann kann man auch gleich eine andere Nockenwelle verbauen, das sieht eh keiner.

Es ist übrigens wirklich entspannter zu fahren, wenn man etwas mehr PS hat. Der Spritverbrauch ist auch nicht höher. Bei ca 100km/h lieg ich jetzt bei 10l, das war früher etwas mehr. Allerdings ist jetzt auch 130 möglich, dann verbraucht er mehr.

Aber solche Umbauten kosten Geld und das nicht wenig. Dazu kommen dann noch so Sachen wie Ölkühler, Fahrwerk, Reifen, Getriebe. Ob der Aufwand dann wieder im Wertgutachten drin steht?

Mit einem Standard Typ4 2l kommst auf eine Reisegeschwindigkeit von etwa 110-120, mit einem Typ1 etwa auf 105. Das ist nicht mit jedem T3 möglich.

Gruß
Jan

PS: Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden hab.
https://vw-type2-id.xyz/mplate/22138101/#
Typ 4 (CA) - 1679cc, 49 kW (66 PS)
Vmax = 141km/h
A89 (1972) = 032 094 206 506 511 616

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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von NilsOnWheels » 13.11.2020 16:38

Matt Eagle hat geschrieben:
13.11.2020 16:28
Ich stand mal vor einer ähnlichen Frage, allerdings bezüglich meines kleinen Mopeds. Ich habe mich inzwischen vom Bulli überzeugen lassen auf Autobahnen im Urlaub zu verzichten ... Motorradnavi rein, schöne Strecken auswählen und losfahren. Und ja, habe für ca 750 km zur Ostsee in Holstein drei Tage gebraucht. Allerdings unterwegs viele nette Leute kennengelernt, tolle Landschaften gesehen und jeden Abend entspannt die Campingstühle rausgekramt. Bin mit meiner Entscheidung super zufrieden ... aber das kann ja final nur jeder für sich selber entscheiden.

Sähe vielleicht anders aus, wenn ich mit Anhänger und jeder Menge Gepäck unterwegs wäre ... aber so sicher wäre ich mir da auch nicht.

Ergo wird eine irgendwann anstehende Revision wieder einen knackigen 50 PS Typ1 Boliden ergeben. :grinseval:

Hi! :) Danke für deinen Beitrag..

Ich kann das gut verstehen. Grundsätzlich ticke ich ja ähnlich. Ich mag grundsätzlich das entschleunigte Fahren. Eben aus diesen genannten Gründen.. Leute kennenlernen etc.

Ich fahre nur alte Motorräder und bislang nur alte Autos. Aber die Zeit ist im Wandel um einen herum. Alles wird hektischer.

Und 750km in den Norden über Landstraße fahren ist ja auch cool wenn man paar Tage Zeit hat. Das würde ich auch so machen. Aber 3000km fährt man eher Autobahn. Und da wirds dann eben.. weniger ramontisch.. :D

Viele Grüße!
VW T2 Westfalia 1977 US Reimport aus Kalifornien - 2.0 Liter TYP 4 Motor 70 PS

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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von NilsOnWheels » 13.11.2020 16:47

Hi Pepper!

Haha ja das stimmt. Noch will ich ihn ja nicht verkaufen. Aber naja.. Dachte halt eine solche Änderung die ich jetzt vornehme könnte ja auch in 10 Jahren von Bedeutung sein. Deshalb wollte ich vorsichtig sein damit. Ich würde mir das nie verzeihen.

Und ja.. Du sprachst es nochmal an.. Er ist halt sowieso Renovierungsbedürftig und wird geöffnet. Gehäuse gespindelt, Welle neu gelagert, Ventilsitze erneuert etc pp. und nur deshlab kam ich auf den Trichter da evtl zu optimieren. Wenn man das Herz schon auf dem Op liegen hat. Und WENN dann soieao nur mit Eintragung. Das ist klar... naja der Wagen stand min. 15 Jahre. Alles ist alt am Motor. Den so zu fahren wäre von kurzer Dauer und Freude.

Ich werde mal in mich gehen was ich da so machen werde dran...durch die Blume gesagt: Danke! :bier:


Sgt. Pepper hat geschrieben:
13.11.2020 16:30
Moin,

ganz durch die Blume: Es ist scheiß egal! :D
(Weil es DEIN Fahrzeug ist und dir der Wert nur dann wichtig sein sollte, wenn du den verkaufen willst)

Aus Sicht eines potentiellen späteren Käufers ist sowieso das Modell und der Zustand der Karosserie viel wichtiger. Ein Motor mit mehr Leistung kannst du monetär sowieso nur dann geltend machen, wenn dieser auch etsprechend eingetragen ist. Vorher könnte mir als Käufer ja alles Mögliche erzählt werden, die Komponenten sehe ich aber nicht und auf das Wort eines Verkäufers würde ich mich nicht verlassen wollen. Wäre nicht das erste Mal, wo plötzlich ein ganz anderer Motor drin ist, als ürsprünglich vom Verkäufer erzählt.

Es hängt auch davon ab, was am Motor gemacht werden muss. Ist dieser sowieso Überholungsbedürftig, bleibt außer Gehäuse, Kurbelwelle, Pleul und ggf. den Köpfen eh nicht mehr viel übrig. Dann kann man auch gleich ein paar Modifikationen vornehmen, denn von den Kosten her ist das fast kein Unterschied. Aus einem 2.0l 100PS zu bekommen ist nicht so das Problem, denn die Motoren sind auf diese Leistung hin konstruiert worden. Wenn du eine milde Sport-Nockenwelle verwendest, kannst du auch weiterhin mit den Serien-Vergasern oder der Einspritzanlage weiterfahren (wenn gut abgestimmt). Das ist defintiv wichtig für jemanden dem Originalität wichtig ist.

So habe ich das damals gemacht und ich fand, dass dies eine gute Entscheidung war.

Wenn der Motor aber erstmal gut ist und keine Probleme hat, würde ich erstmal nichts verändern und so fahren. Ne gründliche größere Wartung, ggf. neu Abdichten und vorallem die Benzinaufbereitung überholen. Dann kannst du auch viel besser Entscheiden ob dir die 70PS ausreichen.

Grüße,
Stephan
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Sgt. Pepper » 13.11.2020 16:50

Moin,

ja, dann mach das doch einfach. Vorteil Serienteile ist halt, dass du alles recht schnell wieder gut ans Laufen bekommen wirst. Mit Modifikationen musst du halt damit rechnen, dass es noch etwas Abstimmung bedarf.
Vergaser, oder Einspritzer? Beim Einspritzer ist das etwas unkomplizierter als beim Vergaser.

Aber wie Thorsten schon geschrieben hat:
Die Reisegeschwindigkeit ändert sich nicht wirklch mit mehr Motorleistung. Limitierend ist das Getriebe, welches einfach recht kurz übersetzt ist. Irgendwann wird die Drehzahl so hoch, dass es einfach zu laut wird und man freiwillig vom Gas geht. 100/110 km/h sind mit dem Serien-2.0l locker drin (sogar viel mehr) und eigentlich muss man sich auch an Steigungen keine großen Sorgen machen, wenn der Motor fit ist und gut läuft.

MIt dem T2 sind auch 12 std. Autobahn nicht so das technische Problem. Die Technik ist willig, aber das Fleisch ist schwach...

Grüße,
Stephan
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von NilsOnWheels » 13.11.2020 16:51

Danke für deinen Input!

Ich dachte eben auch dass man mit etwas mehr PS etwas entspannter fährt weil man Reserven im Nacken hat. Gerade beim Überholen etc. Letztens am Brenner mit dem T3 echt gut Schweiß gehabt.

Naja und da er eh auf gemacht wird ist es dann fast lachs wenn es ums Geld geht. Also was rein kommt.

Aber ich bin da noch nicht ganz durch mit. Vielleicht bleibt es auch original. Naja bis auf die Einspritzung die ist weg - da kommen Vergaser drauf.


Viele Grüße :)
aircooled68 hat geschrieben:
13.11.2020 16:37
Eine Leistungssteigerung ist, wenn eingetragen, nicht wertmindernd. Es wurde ja auch schon in den 70er getunt und optimiert, schau dir mal den Karajan Bus an. Wenn der Motor offen ist, dann kann man auch gleich eine andere Nockenwelle verbauen, das sieht eh keiner.

Es ist übrigens wirklich entspannter zu fahren, wenn man etwas mehr PS hat. Der Spritverbrauch ist auch nicht höher. Bei ca 100km/h lieg ich jetzt bei 10l, das war früher etwas mehr. Allerdings ist jetzt auch 130 möglich, dann verbraucht er mehr.

Aber solche Umbauten kosten Geld und das nicht wenig. Dazu kommen dann noch so Sachen wie Ölkühler, Fahrwerk, Reifen, Getriebe. Ob der Aufwand dann wieder im Wertgutachten drin steht?

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Gruß
Jan

PS: Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden hab.
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Sgt. Pepper » 13.11.2020 16:56

Moin,

das mit der Einspritzanlage würde ich mir noch überlegen. Wenn die läuft, ist die sehr unkompliziert.
Ne gescheite Vergaseranlage kostet auch viel Geld und muss abgestimmt werden.

Grüße,
Stephan
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von GuentherKrass » 13.11.2020 17:00

Hallo "vanlife",

ich schreibe als jemand, der seit über 20 Jahren Bus fährt und seit 10 Jahren einen leicht getuneten Typ4-Motor in seinem 78 Westfalia hat. Andere Nockenwelle, gewuchtete Kurbelwelle samt Schwundgrad, modifizierte Zylinderköpfe, Flachkolben, TSZH-Zündanlage. Seit Anfang 2020 mit 36-40 PDSIT-Vergasern und CSP-Python-Auspuffanlage. In Summe gute 100PS statt der 70 original PS, alles H-konform eingetragen, trotz Serien-Bremsanlage. Damit sieht man aber sofort, dass der Bus nicht mehr original ist! Das war und ist auch nie mein Ansporn gewesen.

Meine persönlichen und sehr subjektiven Erfahrungen mit mehr Pferden:

Der Bus hat mehr "Wumms", soll heißen, er beschleunigt schneller und hat eine höhere Endgeschwindigkeit (150km/h sind eingetragen).

Das ist alles schön und zaubert mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht, aber an meinen "Reisezeiten" (wie lange brauche ich von A nach B, wobei A Tübingen ist, B oft Griechenland, Portugal, Korsika, Schweden, ...) hat sich absolut gar nichts geändert. Wenn man nicht alleine fährt, will man sich auch unterhalten - das fällt bei einer Reisegeschwindigkeit >120km/h doch schwer, auch mit entsprechender Geräusch-Dämmung. Zudem fährt sich der Bus ab 130km/h mit Hubdach, Gepäck und den Möbeln nicht gerade angenehm (Seitenwinde, etc. trotz verstärktem Stabi und roten Konis) und der Spritverbrauch steigt hier deutlich!
Resultat: Ich fahre weiterhin so 110 - 120 km/h auf der Autobahn.

Das er schneller beschleunigt ist nur was für mein Ego, obwohl ich da eigentlich drüberstehen sollte :D

Tatsächlich geändert hat sich lediglich das Bauch-Gefühl auf steilen Autobahnabschnitten oder Pässen - hier kann ich guten Gewissens etwas schneller fahren. Aber gleichzeitig beobachte ich jetzt pedantisch genau Zylinderkopftemperatur, Öldruck und Öltemperatur. Tatsächlich entspannter fahre ich dadurch leider nicht :cry:

Würde ich das alles nochmal machen? Wahrscheinlich schon (falls ich nochmals soviel Geld auf der Seite hätte), aber nicht aus Gründen der Fahrsicherheit, "Mitschwimmen im Verkehr", etc. da mach ich mir und meiner Finanzverwalterin auch nichts vor. Ich mach das, weil ich Bock drauf habe.

Bezüglich Wertsteigerung:
Originalzustand ist doch nur relevant, wenn Du den Bus an jemand verkaufen willst, der ein Original-Fan ist. Ein Interessent mit Lust auf mehr Pferde wird Dir auch entsprechend mehr Geld zahlen, wenn der Umbau entsprechend dokumentiert und professionell gemacht ist.

Nicht zu unterschätzen sind aber auch die "Folgekosten". Ich kenne niemanden, der mal mit Leistungssteigerung angefangen hat und dann auf einmal zufrieden war :wink:

Leichte Zeit
Timo

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NilsOnWheels
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von NilsOnWheels » 13.11.2020 17:08

Hi,

das mit dem Tippen und Umsonst kenn ich nur zu gut :fastfood: passiert dauernd...


Ja du.. Ich wollte auch niemanden anpatzen. Auch nicht dich! Habe es einfach vielleicht falsch aufgefasst. Ist ja immer 'ne Sache wie man etwas liest. Betonung kann man schlecht schriftlich fassen. Deshlab.. Ich habs nochmal gelesen und wenn du es als Ermutigung gemeint hast dann ist meine Erregung natürlich auch total unbegründet. Entschuldige. Und danke für die Ermutigung!

Angreifen wollte ich auch absolut niemanden.

Und ja es war mehr eine fixe Idee als ein Wunsch und nachdem ich den ein oder anderen Beitrag gelesen habe habe ich auch meine Bedenken das zu tun. Einfach aus technischer Sicht. Im Grunde geht's um Reisegeschwindigkeit und wie es hier bereits gesagt ist, das ist weniger die PS Frage. Und ich sollte mit 70 Ps hinkommen.

Ich dachte evtl auch einfach an mehr Sicherheit wenn es mal ums schnell beschleunigen geht beim Überholen etc.

Wie gesagt ich reise gerne viel mit meinen Bussen, auch in Bergen, da ist dieser Aspekt wirklich sehr präsent.

Naja.... und das mit dem Wert. Es ist eben so dass er für meine Verhältnisse nicht günstig war und klar.. Ich habe das Geld eben nicht rumliegen. Es wäre fatal wenn ich ihn damit quasi abwerte. Jemand der es dicke hat dem wäre es evtl nicht so wichtig. Deshlab denke ich daran... nzw so zukunftsorientiert. Das macht man doch immer wenn man etwas aus einem originalen Zustand heraus verändert. Man überlegt sich 3 mal ob das ne gute Idee is.. 😁 Bei dem ein oder anderen Motorrad Umbau habe ich mich bspw schon geärgert. 😀

Also dann, danke nochmal für diesen doch hilfreichen Beitrag und ja ich denke ja dass ich meine Entscheidung oder das Ergebnis hier irgendwann verlauten lasse.

Beste Grüße

:bier:


bulli71 hat geschrieben:
13.11.2020 16:35
Jetzt habe ich eine halbe Stunde die Antwort getippt und sie wurde nicht erfolgreich gesendet, also noch mal.

Die Frage was dir denn über die Leber gelaufen ist wurde zwischenzeitlich schon gestellt, muss ich nicht noch mal wiederholen. Aber ich bitte dich, da du dich scheinbar von meiner Antwort angegriffen gefühlt hast, diese noch mal zu lesen, die ist nämlich genau das Gegenteil und ich wollte dich ermutigen doch das zu tun was scheinbar irgendwie dein Wunsch zu sein scheint.

Deine Frage hast du eröffnet mit der Vorliebe für Original, und darauf kann ich nur sagen dass 100PS nun mal nicht original sind. Wenn das also ein gewichtiger Faktor ist, dann lass es. Mit deinen 70PS gehörst du nicht zur lebensgefährdeten 80Km/h Fraktion, 100-110 auf der Bahn sollten normal sein. Viel mehr tut einfach in den Ohren weh, da ändern auch die 100PS nichts. Ich habe einen deutlich leiseren Motor, 5 Gänge und fahre trotzdem auf Dauer nur in diesem Bereich. Soviel übrigens zum Vorwurf des Originalitätsfetischisten, der geht hier im Forum wohl nur an wenigen mehr vorbei als an mir.

Zum Thema Wert: den Punkt erwähnst du, wenn ich mich nicht verzählt habe, gleich 5 mal. Scheint dir also auch recht wichtig zu sein, aber das wird dir niemand seriös beantworten können ohne dein Auto und auch die beim Umbau vorgesehenen Teile zu kennen. Letztlich ist das Auto immer das wert was ein potentieller Kunde zu zahlen bereit ist. Ist der Bus nun im perfekten Erstlack, auch sonst absolut perfekt und genau so wie er vom Band kann, dann würde nicht mal ich ihn umbauen. Ansonsten befreie dich vom Korsett was andere über deinen Bus denken (das Äquivalent zum 'Wert') und mache ihn so dass er dir gefällt. Freut mich zu lesen dass du ihn genauso aus Leidenschaft fährst wie ich meinen, ich verstand nur nicht warum dann ein Wunsch nach Veränderung vom Wert abhängig gemacht werden soll. Für einen mag er danach weniger wert sein, für den anderen mehr, wer weiß das schon.

Fährst du viele Berge oder im Gespann kann der Umbau sinnvoll sein, ggfs solltest du aber auch gleich das Getriebe überdenken. Ansonsten vielleicht einfach kürzere Etappen und mehr Ruhe in die Reiseplanung, dann erlebst du auch Entschleunigung.

Ich hoffe damit geholfen zu haben, aber bitte auch um etwas Zurückhaltung im Umgangston. Hier greift niemand irgendjemanden an!!
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 13.11.2020 18:44

Moin,

Es gibt von 1983 ein Dokument von VW das sich "Ratgeber Änderungen an VW-Fahrzeugen" nennt.
Da sind alle möglichen Umbauten von Motoren bei diversen Modellen aufgeführt.
Auch Reifengrößen...

Während bei fast allen Fahrzeugen die maximale Motorleistung angegeben wird,
ist für den T2 ab August 71 die maximale Endgeschwindigkeit mit Tempo 140 angegeben.
http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... ite09.html
Da ging es vermutlich nicht um die Bremse, sondern um das Fahrwerk.
Das ist aber nur ein Ratgeber und hilft ggf. bei der Einzelabnahme.
Es handelt sich dabei nicht um eine ABE.

Ansonsten ist eine etwas sportliche Nockenwelle und eine höhere Verdichtung für das Popometer immer gut.
Gerade auf der Autobahn ist man dann den meisten LKWs doch deutlich überlegener und fährt nicht mehr als Hindernis durch die Kassler Berge.

Viele Grüße
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

Heinili
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Heinili » 13.11.2020 19:21

Vllt. zur Anregung: wenn ich einen Oldtimer kaufen möchte und zwei zur Auswahl hätte, einen mit Originalmotor und einen an dem irgendwer, irgendwann herumfriesiert hat, würde ich ohne Zweifel den originalen nehmen, auch wenn 30 ps Unterschied wären....Original ist eben bei Oldtimern durch nichts zu ersetzen (z.B. Patina usw.....) meine Meinung

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Baumen
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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Baumen » 13.11.2020 19:36

Ich würd Mich über bissl mehr Leistung freuen, und auch umbaun.
Wenn´s Dir auf die orig. Motornummer ankommt für später mal, wäre es höchstens ne Idee nen Zweitmotor zu tunen und den Orig. aufheben.
Ich fahr gern mit Oldtimern, aber bin überhaupt kein Originalfanatiker, nur verpfuscht stört Mich immer.

Gruß

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Re: Motorrevision inkl. Leistungssteigerung

Beitrag von Heinili » 13.11.2020 19:50

Wer revidiert denn einen vor Jahren/Jahrzehnten frisierten Motor?..kein Mechaniker traut sich wahrscheinlich dann drüber, bei einem "falschen" Anbauteil, z.B. Lenkrad, ist's ja kein Problem das zu "bereinigen"...

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