Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

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HeWeThue
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Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 24.11.2020 11:21

Moin zusammen!

Folgendes Problem: nachdem ich Sprit im Motoröl hatte da zu fett eingestellt und Zündverteiler hinüber, hatte ich einen Ölwechsel gemacht mit neuem Sieb, Papier-Dichtungen und Kupferringen.
Ist ein Typ1 mit dem CSP-Öldeckel wo ein Temperatursensor eingeschraubt werden kann anstatt Ölablassschraube. Dabei habe ich auch mit Schraubensicherung die Stehbolzen eingesetzt, nur scheint dies nicht gehalten zu haben.

Dass das alles nicht 100% dicht war wusste ich schon vorher. Nun nach einigen Tagen Standzeit im Winterquartier hat sich mir ein großer Ölfleck auf der untergelegten Pappe gezeigt.

Mehr oder weniger alle Hutmuttern haben einen leichten Ölfilm, an einigen hängen Tropfen.
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Vorher war ein runder Zusatzölsumpf installiert, der mit blauer Dichtmasse zusätzlich zur Verschraubung verklebt wurde. Den habe ich wegen zweifelhaftem Nutzen (externer Kühler verbaut) entfernt.

Große Preisfrage: was kann ich jetzt tun?

Gibt es es Übermaß-Stehbolzen die strammer sitzen?
Kann ich längere Stehbolzen mit gekonterterten Muttern und Federring von Innen einsetzen?
Kann ich von innen mit Maschinenschrauben und Kupfer-Dichtring darunter arbeiten?
Kann ich anstatt der Hutmuttern und Stehbolzen mit Zylinderschrauben und Dichtring von außen arbeiten?
Muss ich in jedem Fall zusätzlich noch blauen Dichtmasse verarbeiten damit es überhaupt dicht wird?

Danke für eure Ratschläge!
Hendrik Weise

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von woita » 24.11.2020 12:09

Du hast auf jeden Fall auch Tropfen an den Rippen. D.h. es läuft nicht nur über die Gewinde, wäre meine Einschätzung.
Wenn du die neuen Stehbolzen zu wenig weit reingeschraubt hast, stehen nun die Hutmuttern an und du kriegst den Deckel nie dicht.
Zudem würd ich z.B. Victor Reinz-Dichtungen verwenden, falls reine Pappdichtungen verbaut wurden.

Ich hab für mich entschieden höhere Hutmuttern zu verwenden und biete die auch hier an.
Funktioniert bei mir einwandfrei.
Gibts natürlich auch in jedem Schraubenladen.
Vielleicht hilft das schon mal.

Gruß woita

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Steve
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Steve » 24.11.2020 12:57

die Gewinde sind nicht das Problem, die sind nie dicht ab Werk. Deswegen gibt es Hutmuttern und Kupferdichtringe. Damit sind alle möglichen Leckwege abgesichert, mal dir das mal im Schnitt auf zum Verständnis.
Ich nehme an dein Deckel ist nicht ganz plan oder die Dichtungen taugen nichts. Ich habe super Erfahrungen mit den Silikondichtungen von CSP gesammelt, die dichten wirklich super und man kann sie wiederverwenden.

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HeWeThue
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 24.11.2020 13:41

Danke für eure Hinweise!
Sprich, es könnte sein/ist wahrscheinlich, dass die Bolzen bei mir zu weit rausstehen und somit die Hutmutter (von CSP übrigens) bis Anschlag auf dem Bolzen sitzt aber der Druck auf die Dichtringe nicht ausreicht und damit der ganze Deckel eventuell nicht genügend angepresst wird?

Gibt es denn eine Richtline oder Daumenregel, wie weit ich die Stehbolzen reindrehen muss oder mit wie vielen Umdrehungen die Hutmuttern mindestens aufgeschraubt werden sollten?

Der Deckel an sich sollte plan sein. Hat ja vorher auch funktioniert, bis das alte Öl durch die Massen an Sprit wohl auch zu dünnflüssig geworden war...

Hört sich für mich sogar so an, als könnte ich das Schraube für Schraube lösenohne das ganze Öl ablassen zu müssen... Wäre ja super, wo es noch keine 100km gelaufen ist!
Hendrik Weise

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 24.11.2020 15:03

Was ist eigentlich von Gewindestehbolzen mit Innensechskant zu halten?

Händlerbeispiel: http://www.kaeferklein.de/shop/themes/k ... gorieid=70

Gruß
Hendrik
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von woita » 24.11.2020 15:18

Naja, wenn das Gewinde mehr raussteht, als du in die Hutmutter reindrehen kannst, ists zu weit draußen.
Schraub eine Schraube in die Hutmutter und du kannst das Maß messen und dann mit deinen Bolzen vergleichen.

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 24.11.2020 16:09

setz' eine dickere oder eine zweite Kupferscheibe unter die Mutter und schau', ob das Problem gelöst ist. Dazu musst Du auch kein Öl ablassen. Über den Winter hast Du ja Zeit für einen Langzeittest.

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 24.11.2020 16:55

Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:
24.11.2020 16:09
setz' eine dickere oder eine zweite Kupferscheibe unter die Mutter und schau', ob das Problem gelöst ist. Dazu musst Du auch kein Öl ablassen. Über den Winter hast Du ja Zeit für einen Langzeittest.
Das ist ein guter Tipp für den Anfang! :-)
Hendrik Weise

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 26.11.2020 23:50

Hab heute mal mit zwei Dicht-Ringen losgelegt. War nicht so klug...

Das Problem ist, dass die Stehbolzen offensichtlich so lose im Gehäuse sitzen, dass beim Muttern aufschrauben ich recht kurz darauf die Stehbolzen einfach weiter ins Gehäuse gedreht habe und mir die Suppe dann noch reichlicher entgegen kam. Vermute also, die Gewinde im Gehäuse sind so ausgenuddelt, dass es auf diesem Wege wohl nichts wird.
Bleibt mir also nur noch M8/M6 Bolzen und Gewinde im Gehäuse auf M8.

Bevor ich das aber mache, hatte ich noch eine Idee:
Die M6er Stehbolzen mit Tesa Reperaturband "Extreme Repair" (Herstellerwebsite https://www.tesa.com/de-de/buero-und-zu ... rband.html) stramm umwickeln und dann einschrauben. Ich verspreche mir davon Dichtheit ohne mich am Gehäuse vergreifen zu müssen. Vom Temperaturbereich -60°C ... 230°C und mit Chemikalienbeständigkeit sollte das doch funktionieren, oder? Eventuell in Kombination mit den Stehbolzen mit Innensechskant.

Was haltet Ihr davon?
Hendrik Weise

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Jürgen » 27.11.2020 01:56

Hallo
ich würde eher Teflonband von den Heizungsbauern benutzen, ist ja dafür ausgelegt um Gewinde abzudichten.
Gibt es in jedem Baumarkt.

Gruß Jürgen
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 27.11.2020 05:02

Hallo Hendrik,

sorry, wenn ich es so deutlich sage: das ist Bastelei. Das mag eine zeitlang funktionieren und für den Notfall ist es ok, aber das ist keine Reparatur.

Ein 8er Gewinde reinzuschneiden ist kein Hexenwerk. Rein theoretisch ginge auch ein 7x1-Gewinde, das hat idealerweise die gleiche Steigung wie M6 und ließe sich fast ohne Aufbohren schneiden. Aber dazu wirst Du vermutlich keine Stehbolzen bekommen (hast Du Zugang zu einer Drehmaschine?). Bleibt also nur M8. Oder Heli-Coil und einkleben (???).

Viel Erfolg

Wolfgang

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Norbert*848b » 27.11.2020 05:15

Hallo Hendrik,
Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:
27.11.2020 05:02
sorry, wenn ich es so deutlich sage: das ist Bastelei.
… dem kann ich mich nur anschließen. :wink:
Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:
27.11.2020 05:02
Oder Heli-Coil und einkleben (???).
:yau:
Helicoil M6 Reparatureinsätze verwenden und ggf. (nur die Stiftschrauben!) mit Loctie 243 einsetzen. :thumb:
… woher ich das wohl weiß?
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von Avispa66 » 27.11.2020 07:55

HeWeThue hat geschrieben:
24.11.2020 11:21
... Dabei habe ich auch mit Schraubensicherung die Stehbolzen eingesetzt, nur scheint dies nicht gehalten zu haben...
Bekanntermassen ist ja an den Stellen viel Öl im Spiel. Daher sollten die Gewinde peniebelst gereinigt werden (wirklich sauber, mit Bremsenreiniger, noch besser Aceton und sicherstellen dass kein Öl nachläuft),
Dann sollte mittelfeste, notfalls hochfeste Schraubensicherung eigentlich schon reichen.
Schliesslich werden Hutmuttern nicht viel mehr als handfest angezogen (8 nm).
Bevor ich mit Heli-Coil und dergleichen auffahren würde, täte ich nochmals ein Versuch machen.
Klar, Voraussetzung ist, dass die Gewinde mindestens noch ein kleines bisschen greifen.

Meine Einschätzung.

Grüsse
Avispa
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von schrauberger » 27.11.2020 08:33

Hallo, jeder sieht das bischen anderst. Für mich gäbe es kein rumprobieren.
100%tig entfetten, Helicoilgewinde und Stehbolzen zusammen mit hochfester Schraubensicherung reinkleben ist doch kein Ding, und damit hast Du für immer Ruhe :thumb:

Ralph
Schöne Grüße aus Geisingen,
erste Stadt an der jungen Donau :mrgreen:
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Re: Was tun bei leckendem Öldeckel durch lose Stehbolzen?

Beitrag von HeWeThue » 27.11.2020 09:52

Ok, dann lass ich das mal besser mit dem Tesa-Band. :D

Hinsichtlich Helicoil: ich kann die Schraube nicht einfach reinschieben sondern muss schon schrauben, also ein Rest von Gewinde ist definitiv vorhanden nur ist es offensichtlich nicht mehr eng genug. Wenn ich jetzt einen Helicoil einsetzen möchte, muss ich dann trotzdem mit so einem Set aufbohren, Gewinde schneiden, Helicoil einsetzen und Splint abschlagen?
Meinem Verständnis nach sind also die Vorteile von Helicoil:
1. ) ich kann bei M6 Bolzen bleiben und
2.) das Gewinde ist fester als wenn ich einfach nur auf M8 aufweisen würde und wieder direkt im Guss des Gehäuses einschrauben würden (und sich irgendwann das Dilemma wiederholen könnte)?

Das letzte mal hatte ich mittelfeste Schraubensicherung verwendet. Nun werd ich mir definitiv hochfeste Schraubensicherung holen.

Gruß und Danke!
Hendrik
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