Sturz hinten einstellen

Technische Fragen und Antworten, Tipps und Tricks für Profis und Bastler. Hier sind die "Fachleute" am Werk.
Benutzeravatar
BulliT2a1968
T2-Profi
Beiträge: 69
Registriert: 21.01.2009 00:27
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Sturz hinten einstellen

Beitrag von BulliT2a1968 » 21.03.2009 18:32

Hallo liebes Forum und zwar läuft man Bus endlich wieder mit neuem Hertz.Nun ist mir aufgefallen dass mein Sturz vorne und hinten nicht stimmt.Den Sturz vorne lasse ich von einer VW Werkstatt einstellen jedoch weiß ich niocht ob sie auch den hintern Sturz einstellen können.Vil kann mir ja jemand Helfen.Achso Hinterreifen sind innen abgefahren.

MfG Dominik Emmrich

Benutzeravatar
Bus-Hoehle
T2-Süchtiger
Beiträge: 631
Registriert: 13.08.2008 13:48
Wohnort: Köln-Stammheim
Kontaktdaten:

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Bus-Hoehle » 22.03.2009 10:23

Hallo,

der Sturz hinten wird durch Verdrehen des Schräglenkers zum Achsgehäuse erreicht. Die Spur wird durch Verschieben des Schräglenkers am Achsgehäuse in Fahrtrichtung erreicht.

Es müssen halt alle vier Schrauben am Schräglenker gelöst werden.

Gruß,

Andreas

Benutzeravatar
bullirider
T2-Süchtiger
Beiträge: 178
Registriert: 05.11.2013 17:54
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: München

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von bullirider » 20.08.2015 11:55

Hallo,

da ich schlauerweise (kannte damals das Forum noch nicht) damals beim zerlegen meiner Hinterachse die Teile nicht mit nem Körner markiert hatte um Spur und Sturz wieder in der richtigen Stellung zu haben, stehen meine Hinterräder unten jetzt doch ziemlich nach aussen.

Hab grad viele Sachen abgebaut, da ich auf T3 Bremse umbaue und ein Radlager wechseln musste. Würde in dem Zuge gerne gleich noch den Sturz einigermaßen korigieren.

Wenn ich das richtig verstanden habe muss ich dazu die 4 Schrauben etwas lösen und dann den inneren Schräglenker verdrehen.
Muss dazu der Stoßdämpfer unten auch ausgehängt werden, oder geht das auch so?
Und in welche Richtung muss ich verdrehen, um die Räder unten etwas nach innen zu bekommen? (In Fahrtrichtung, oder Richtung Heck?)

Vielen Dank und viele Grüße

Florian
Bild

2,1l Typ4 Motor, Webcam 290°, Verdichtung 9,5:1, 40er Weber Vergasern

Benutzeravatar
bullirider
T2-Süchtiger
Beiträge: 178
Registriert: 05.11.2013 17:54
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: München

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von bullirider » 27.10.2015 19:28

Hallo,

hätte da noch ein Frage an die Forumskollegen aus dem südlichen Raum.
Würde gerne an meinem Bulli vorne und hinten Spur+Sturz einstellen lassen.

Leider habe ich bis jetzt noch keine Werkstatt gefunden die sich das überhaupt noch weiß wie das funktioniert bzw. sich das zutraut.

Habt ihr evtl. Tipps für mich welche Werkstatt im Raum Lindau, Ravensburg, Ulm, Kempten das machen könnte?


Vielen Dank und viele Grüße

Florian
Bild

2,1l Typ4 Motor, Webcam 290°, Verdichtung 9,5:1, 40er Weber Vergasern

Benutzeravatar
bulli77
T2-Profi
Beiträge: 58
Registriert: 19.12.2011 23:25
IG T2 Mitgliedsnummer: 634
Wohnort: Kanton St. Gallen / CH

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von bulli77 » 29.10.2015 14:07

Servus

In Hard auf österreichischer Bodenseeseite gibt es einen Oldtimer Schrauber, Classic Car http://www.classiccenterhard.at
Versuchs doch mal bei dem.

Grüße
Matthias
Bild

Benutzeravatar
bullirider
T2-Süchtiger
Beiträge: 178
Registriert: 05.11.2013 17:54
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: München

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von bullirider » 29.10.2015 15:01

bulli77 hat geschrieben:Servus

In Hard auf österreichischer Bodenseeseite gibt es einen Oldtimer Schrauber, Classic Car http://www.classiccenterhard.at
Versuchs doch mal bei dem.

Grüße
Matthias
Hallo Mathias,

danke für den Tipp!
Hab gleich mal ne mail hingeschrieben. :-)

Viele Grüße

Florian
Bild

2,1l Typ4 Motor, Webcam 290°, Verdichtung 9,5:1, 40er Weber Vergasern

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
*
*
Beiträge: 3661
Registriert: 27.08.2010 21:32
Wohnort: Hamburg

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 06.11.2015 11:03

Moin,

ich will im Winter den Bus ja etwas höher legen, da kommt ja anschließend mindestens eine Überprüfung auf mich zu.
gab es hier nicht mal irgendwo im Forum eine Enleitung wie man die Spur mit Hausmitteln einstellen kann?

Im Internet findet man ja die Gummiband oder Richtlattenmethode.
Den Sturz kann man ja mit einem Neigungsmesser grob testen.
Aber wie kann ich die Spur kontrollieren? Laserwasserwage?

Und hat jemand Bilder vom Werkzeug W160? Das kann man ja eventuell selbst nachbauen.
Wenn ich das auf dem Bild im RLF auf Seite 279 sehe,
geht es ja "nur" darum den Abstand von Radlagergehäuse zu Achsrohr kontrolliert einstellen zu können.

Bzw. wer könnte das hier im Raum Hamburg einstellen?
Reifenhändler können ja nur "Spurstangen" bearbeiten.
Bei allem anderen steigen die meisten ja aus, da man sich ja mit dem Fahrzeug individuell beschäftigen müsste.

Viele Grüße,
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5696
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Norbert*848b » 06.11.2015 23:02

Hallo Thomas,
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Bzw. wer könnte das hier im Raum Hamburg einstellen?
Bei Mamero schon nachgefragt ob die dazu in der Lage sind?
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Den Sturz kann man ja mit einem Neigungsmesser grob testen.
Mit einer elektronischen Wasserwaage sogar recht genau!
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Aber wie kann ich die Spur kontrollieren? Laserwasserwage?
Ich hab das mit einer Laserwasserwaage verdammt gut hinbekommen. (vorher eine Vergleichsmessung an meinem Alltagsfahrzeug durchgeführt.) Der Nachteil dieser Wasserwaage ist, dass der Strahl nicht direkt von der Anlagefläche ausgeht. Den Abstand gilt es vorher zu bestimmen und dann bei der Vorderachse entsprechend zu berücksichtigen. Ich habe einen Vorhaltewinkel über ein Distanzstück genommen, so dass der Punkt im Abstand des Radstandes genau auftrifft. Ich hatte mich für die Anlageflächen Bremstrommel / Bremsscheibe entschieden. Über die Felgen war mir das zu ungenau, da die Räder auch Seitenschlag haben dürfen und man von den Maßen in den Bereich "Spur" kommt. Ferner kann ich noch darauf hinweisen, das bei angehobenem Heck (entlasteten Hinterrädern) der Sturz um 2° ins Positive wandert, bei den Vorderrädern war keine Abweichung erkennbar.
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Und hat jemand Bilder vom Werkzeug W160? Das kann man ja eventuell selbst nachbauen.
... hab ich nicht gebraucht und auch nicht vermisst. :wink:
Ohne dem geht es aber etwas schwerer. Was man auf dem Bild im Repleitfaden nicht erkennen kann ist die Tatsache, dass die Räder auf so kleinen Blechtellern ähnlich einer Radkappe stehen. Damit wird die Reibung Rad/Aufstandsfläche vermieden, andernfalls hat man starke Einstellabweichungen!
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Bei allem anderen steigen die meisten ja aus, da man sich ja mit dem Fahrzeug individuell beschäftigen müsste.
Ja, ist tatsächlich so. Bei mir in der Gegend hatten viele abgelehnt, wobei sie das Geld für die Vorderachseintellung gern mitgenommen hätten. :D
Dafür hätte ich aber den Einstellschlüssel für den Konus bereitstellen müssen. :?
Hinterachse ist halt das Problem. Hatte dann eine Firma gefunden die zugesagt hat. Diesmal hatte ich das Fahrzeug verheimlicht und die waren wohl davon ausgegangen, dass ich mit meinem Alltagsfahrzeug aufkreuzte. Als ich dann aber mit dem Bus erschien hieß es, dass sich gerade die Messbühne mit einem Fehler verabschiedet hatte und man auch über eine Reparatur wegen der horrenden Kosten nicht mehr nachdenken würde...
Wenn noch Fragen auftauchen, dann bitte wieder melden. Vielleicht kommst Du ja mit einer Grobeinstellung erst einmal aus und lässt den Rest von einer Fachwerkstatt machen.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
boggsermodoa
Wohnt im T2!
Beiträge: 6942
Registriert: 22.12.2003 12:53
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von boggsermodoa » 06.11.2015 23:15

T2NJ72 hat geschrieben:und lässt den Rest von einer Fachwerkstatt machen.
Ein Kumpel hat das vor über 30 Jahren mal in der Werkstatt machen lassen und hat die Position "Spur und Sturz einstellen HA" hinterher auch auf der Rechnung vorgefunden. Was er außerdem auch noch vorgefunden hat, waren sämtliche Farbkleckse, unbeschädigt, die er zuvor an allen relevanten Schraubenköpfen angebracht hatte.
Dies nur als kleiner Tip! 8)

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5696
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Norbert*848b » 07.11.2015 19:48

boggsermodoa hat geschrieben:... Was er außerdem auch noch vorgefunden hat, waren sämtliche Farbkleckse, unbeschädigt, die er zuvor an allen relevanten Schraubenköpfen angebracht hatte.
So etwas kann passieren, dann hat man eben aufs falsche Pferd gesetzt (und die Werkstatt das Vertrauen verloren).
Wie ist die Geschichte denn überhaupt ausgegangen?

Ich habe auch schon einmal über einen Workshop "Überprüfung von Sturz und Spur" nachgedacht. Das wäre etwas für lange Winterabende und dann auch nur, wenn dafür überhaupt Interesse vorhanden wäre.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
*
*
Beiträge: 3661
Registriert: 27.08.2010 21:32
Wohnort: Hamburg

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 07.11.2015 20:26

Hi Norbert,

ein Workshop ist immer gut. Und gerade auch die Vorgehensweise bei Do it Yourself wäre klasse.
Vorne bekommen die Reifenhöker zumindest ja die Spur hin.
Beim Sturz geht es ja schon wieder los. Da musste letztes mal der Meister von Mersch und Zander hin fahren um denen das beizubringen.
Da kann man auch 100 mal den RLF rein legen.

Nur hinten habe ich echt kaum Hoffnung jemanden zu finden, deshalb die Überlegung das selber in die Hand zu nehmen.
T2NJ72 hat geschrieben: Mit einer elektronischen Wasserwaage sogar recht genau!
Im Prinzip ja, aber die Wasserwaage die ich habe hat eine Auflösung von 0,1°.
Und wenn ich das in der Tiefgarage mache, hat der Boden ja auch etwas Neigung.
Da muss ich dann die Neigung wieder abrechnen und dann addieren sich die Messungenauigkeiten.
Wenn ich mal von 0,2° ausgehe, wären das 12 Winkelminuten Abweichung, was ja bei erlaubten 30 Winkelminuten Toleranz reichen würde.
Und dann muss ich ja für jeden Versuch der Einstellung den Bus aufbocken und mit der noch nicht vorhandenen Wasserpumpenzange den Lenker drehen.
Wobei man dann ja im Aufgebockten Zustand die Abweichung auch relativ einstellen kann.
Wenn die Abweichung vorher z.B. 0,8° waren könnte man ja versuchen die 0,8° in der Stellung zu korrigieren.

Ich habe nur die Befürchtung, dass man dann jeweils die andere Größe wieder verstellt, da die Lösung an der Stelle von VW nicht gerade servicefreundlich ist.
Wenn man die Werte getrennt voneinander einstellen könnte wäre es ja einfacher.

Im Moment habe ich einen recht starken negativ Sturz, aber der Bus hängt auch in den Anschlaggummis.
Von daher könnte sich das auch alles normalisieren, wenn ich hinten rund 3 cm hoch komme.
Und die Reifen nutzen sich an den Innenflanken im Zeitraffertempo an.
Seitdem ich die 6J Felgen mit den 205er Reifen drauf habe scheint das auch noch schlimmer geworden zu sein.
Das könnte mit dem größerem Tiefbett zusammen hängen.



Viele Grüße,
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

Benutzeravatar
boggsermodoa
Wohnt im T2!
Beiträge: 6942
Registriert: 22.12.2003 12:53
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von boggsermodoa » 07.11.2015 21:45

T2NJ72 hat geschrieben:Wie ist die Geschichte denn überhaupt ausgegangen?
Oh, das weiß ich nicht mehr. Ist, wie gesagt, über 30 Jahre her und hat mich persönlich nicht betroffen.
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Und dann muss ich ja für jeden Versuch der Einstellung den Bus aufbocken und mit der noch nicht vorhandenen Wasserpumpenzange den Lenker drehen.
Ich sach ma: Dabei wirst du kirre!
M.E. muß das Auto während der ganzen Prozedur auf den Räder stehen und du mußt auch direkt sehen können, was du machst. Du brauchst 'ne Grube, Spurlatten, Wasserwaage und einen ordentlich dicken Hammer.

Um das Seitenwagengespann einzustellen, habe ich mir mal ein paar Hilfsmittel gebastelt. Das eine war ein 500mm langes Sinuslineal (so 'ne Art Schmiege, an der man vorne mit der Schieblehre den Sinuswert des gewünschten Winkels einstellen konnte) aus gezogenem Alu-Flachmaterial (Baumarkt). Damit und mit 'ner Wasserwaage konnte man den Sturz einstellen. Um die Spur einstellen zu können, hatte ich zwei 3m lange, gerade Holzlatten und zwei quadratische Tischlerplatten, Kantenmaß ~= Reifendurchmesser verwendet. Die habe ich in der oberen Hälfte verrundet und dem Reifenumfang angepaßt, damit sie unter die Kotflügel passen. An der Unterseite habe ich großzügig den Reifenlatsch ausgespart, sodaß nur an den beiden Enden noch je ein Fuß verblieben ist, mit dem sie auf dem Boden gestanden haben. Diese Holzplatten konnte man seitlich am Reifen anstellen (Einarmschwinge) und mit Spanngurten etwas festziehen. Dann konnte man am Boden die Spurlatten anlegen und deren Abstand zueinander vorne und hinten messen. Das hat sich als hinreichend genau erwiesen. Habe allerdings alle Messungen zweimal durchgeführt und zwischendurch das Mopped um eine halbe Radumdrehung weitergeschoben, um evtl. Seitenschlag der Felgen auszugleichen.

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5696
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Norbert*848b » 08.11.2015 02:53

Hallo Thomas,
boggsermodoa hat geschrieben:Ich sach ma: Dabei wirst du kirre!

Kirre bin ich geworden, als ich die möglichen Firmen in der Gegend vergeblich abgeklappert hatte und das als Zeitverschwendung ad acta legen musste. In der Zeit hätte ich unter Einsatz von Gehirnschmalz das jetzt erreichte Ergebnis auch hinbekommen können. Die Vergleichsmessung mit meinem Alltagsfahrzeug hat mich überzeugt. :D
boggsermodoa hat geschrieben:M.E. muß das Auto während der ganzen Prozedur auf den Räder stehen und du mußt auch direkt sehen können, was du machst. Du brauchst 'ne Grube, Spurlatten, Wasserwaage und einen ordentlich dicken Hammer.
Das wäre unbenommen der Idealzustand. Hammer sehe ich allerdings nicht so zwingend, vielleicht wäre ein Helfer nicht schlecht, der die Rohrzange in Position hält. Dann fehlt aber wirklich noch das Werkzeug W160 was jetzt unverzichtbar wird und die Blechteller unter den Reifen, dann hätten wir auch bald die komplette Vermessungsbühne komplett. :wink:

Zum besseren Verständnis und Nachvollziehbarkeit darf ich noch meine Bestands- und Vorbereitungsmaßnahmen ergänzen. Die Aufstandsflächen der Reifen hatte ich zuvor mit Ausgleichsplatten auf gleiches Niveau mittels Richtscheit bzw. 2m Wasserwaage gebracht, wobei ich nur Wert darauf legte die "Seitenlage" rechts/links auszugleichen (vorn/hinten ist wohl weniger kritisch). Ferner hatte ich auch den Felgenschlag auf allen 4 Reifen aufgenommen und jeweils 2 gleiche gegenüber liegende Punkte mit Kreide gekennzeichnet. Zur Bestandsaufnahme der Sturzwerte hatte ich dann die Markierungen senkrecht ausgerichtet und auf die Auflagepunkten gesetzt. Sinn und Zweck war, die Messung nicht noch ein zweites mal durchführen zu messen um mit dem 180° "Gegenwert" zu mitteln. Wichtig dabei war, das Fahrzeug etwas vor und zurück zu fahren um die seitliche Reibung Reifen / Aufstandsfläche aufzuheben. Das gleiche mit waagerechter Ausrichtung der Markierung hatte ich auch noch einmal zur Kontrolle der Spur gemacht. Bei der Schnur/ Richtlatten-Methode wird es allerdings m.E. nach unnötig kompliziert. Die Vorspur der Hinterräder muss sich nämlich symmetrisch auf die wirkliche Fahrtrichtung aufteilen um einen "Hundegang" des Fahrzeuges zu vermeiden (die Hinterachse lenkt ja bekanntermaßen mit). Außerdem ist die Spurweite beim Bus vorn etwas geringer als hinten. Ich hatte mir ausgerechnet, die Hinterräder auf die Vorderräder mit dem Laser auszumessen bzw. zu überprüfen. Nach Aufnahme der Sturz Spurwerte für beide Achsen hatte ich dann das Fahrzeug aufgebockt. Das war zugegebenermaßen auch etwas Fummelei um das mit richtiger waagerechter (auch nur seitlicher Ausrichtung) vernünftig hinzubekommen. Dann erfolgte die Sturzaufnahme im ausgefederten Zustand. Wie bereits im Beitrag zuvor erwähnt, gingen nur die Sturzwerte der Hinterachse um jeweils 2° ins Positive, die Spurmessung / Ausrichtung der Hinterräder blieb nahezu gleich. Was ich letztlich auszugleichen hatte, war den Sturz des rechten Hinterrades um 1° ins Positive zu bringen und die Spur auf Richtung des Vorderrades auszurichten.
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Ich habe nur die Befürchtung, dass man dann jeweils die andere Größe wieder verstellt, da die Lösung an der Stelle von VW nicht gerade servicefreundlich ist. Wenn man die Werte getrennt voneinander einstellen könnte wäre es ja einfacher.
Ja, das ist so. Nach nur drei Versuchen war ich aber am Ziel. :D
Nach dieser Übung hatte ich das Fahrzeug wieder auf den Boden (mit den Ausgleichsplatten) und senkrechter Ausrichtung der Kreidemarkierung an den Reifen gestellt, Fahrzeug vor und zurück bewegt und ganz gespannt die Sturzwerte überprüft. Bin letztlich voll da gelandet wo ich hin wollte und musste, halt entsprechend der bekannten Angaben laut Knappmann-Liste.
Die Vorspur der Hinterachse war nun noch das interessante zu überprüfende Ergebnis. Dazu hatte ich mir einen kleinen Galgen gebaut, wo ich ein Maurerlot befestigte. Mit horizontaler Ausrichtung der Reifenmarkierungen (und wieder vor und zurück Fahren) hatte ich dann an den Felgenhörnern die Punkte auf den Boden projiziert und Striche gemacht. (Bei Bedarf kann ich gern ein noch ein Bild nachreichen was ich allerdings erst noch aufnehmen müsste.) Dann hatte ich die Messung von der Vorderseite mit der Rückseite verglichen und bekam bestätigt, dass ich mich auch hier innerhalb der geforderten Werte laut Knappmannangaben bewegte. :)
(zur Ergänzung: 10 Winkelminuten entsprechen so etwa einem Millimeter Unterschied bei 14“ Felgen)
Die benötigte Zeit empfand ich nicht als Thema. Es sollte aber klar sein, dass dieser Aufwand weit aus größer ist als bei einem Profi, so er dann zum überhaupt zum gewünschten Ergebnis kommt und ich das überhaupt nachüberprüfen kann. Mit einem Messprotokoll kann das bei mir jedenfalls keiner schaffen.
Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:Und die Reifen nutzen sich an den Innenflanken im Zeitraffertempo ab.
Das hört sich nach viel zu wenig Vorspur an. Nach Knappmann dürfte man sogar bei - 10 Winkelminuten (entsprechend - 1 mm) landen dürfen um noch innerhalb der Toleranz zu bleiben.Das halte ich für viel zu knapp und war auch schon bei Normalbereifung immer ein Streitpunkt. Mein damaliger Chef hatte immer 3 Bullies im Kundendiensteinsatz und bei einem waren die Hinterreifen an den Innenseiten schneller hin als bei den anderen. Streit mit der Autowerkstatt und die behaupteten das dürfte so sein weil die Einstellwerte noch innerhalb der Toleranz waren. Chef wollte das nicht einsehen, Firma verweigerte andere Einstellung /Nachbesserung der Einstellung. Das alles endete mit Zerwürfnis ...
Meine persönliche Überzeugung ist, dass bei Verwendung von breiteren als den Originalreifen die Toleranzen bei den Knappmannangaben enger gefasst sein müssten. Erfahrungswerte wären da Vonnöten. Ich habe da noch eine Messmethode in Erinnerung, da hat man kleine (Gummi-)Plättchen auf die Reifen geklebt, um den Abnutzungsunterschied von Innen- zur Außenseite rechtzeitig zu bestimmen, um anschließend die Spurwerte anzupassen, damit man sich seine neuen Reifen nicht gleich malträtiert. In wieweit die Sturzeinstellung da gravierenden Einfluss hat, ist mir leider nicht geläufig, genau so wenig wie das mit dem andersartigen Tiefbett zusammen hängen könnte. Da müsste man einmal Sturz und Spurwerte von neueren Fahrzeugwerten sowie vergleichbaren Reifen zur Hand nehmen und vergleichen.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
boggsermodoa
Wohnt im T2!
Beiträge: 6942
Registriert: 22.12.2003 12:53
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von boggsermodoa » 08.11.2015 04:09

T2NJ72 hat geschrieben:Die Vorspur der Hinterräder muss sich nämlich symmetrisch auf die wirkliche Fahrtrichtung aufteilen um einen "Hundegang" des Fahrzeuges zu vermeiden (die Hinterachse lenkt ja bekanntermaßen mit).
Guter Punkt! :gut:
Bei mir ging's, wie gesagt, um das Motorradgespann. Dessen Hinterrad steht bolzgenau in Fahrtrichtung.
T2NJ72 hat geschrieben:Das hört sich nach viel zu wenig Vorspur an. Nach Knappmann dürfte man sogar bei - 10 Winkelminuten (entsprechend - 1 mm) landen dürfen um noch innerhalb der Toleranz zu bleiben.Das halte ich für viel zu knapp und war auch schon bei Normalbereifung immer ein Streitpunkt.
Du kannst die Vorspur nicht für sich alleine betrachten, sondern immer nur zusammen mit dem Sturz. Das gestürzte Rad will auf 'ne Kreisbahn, deren Mittelpunkt sich dort befindet, wo die Radachse die Aufstandsebene schneidet. Die beiden negativ gestürzten Hinterräder rollen also gegeneinander, ihre Bahnen würden sich schneiden, wenn die Radführung nicht dagegenhalten würde. Dabei entsteht Reibung, die die Reifen auf der Innenkante abschrappelt. Dies kannst du kompensieren, indem du die Spur öffnest. Das beste Beispiel dafür sind wohl Behindertenrollstühle / Sportrollies für Marathonrennen. Die haben aus ergonomischen Gründen stark gestürzte Räder, aber erhöhte Rollreibung wäre das Letzte, was diese Burschen dabei gebrauchen könnten. Deshalb werden die Räder nach hinten gepfeilt, also mit stark negativer Vorspur eingestellt - und schon rollt das Ding - und rollt und rollt und rollt.

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5696
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Sturz hinten einstellen

Beitrag von Norbert*848b » 08.11.2015 15:21

boggsermodoa hat geschrieben:Du kannst die Vorspur nicht für sich alleine betrachten, sondern immer nur zusammen mit dem Sturz...
:gut: Gut aufgepasst und zutreffend erläutert :!:
boggsermodoa hat geschrieben:T2NJ72 hat geschrieben:
Das hört sich nach viel zu wenig Vorspur an. ...
Was ich im Hinterkopf hatte aber sträflicher weise nicht zu "Papier" brachte :unbekannt: : Es fehlt definitiv der Nachsatz: so denn die Sturzeinstellung korrekt ist.

PS: Wir sind uns sicher alle darüber einig, dass vor einer derartigen Sturz/Spureinstellung an der Hinterachse die Gummimetalllager für die jeweiligen Achslenker sowie die Gummilager (innen und außen) für die Federstrebenlagerungen sowie auch den dazugehörigen Deckeln auf Tauglichkeit (und somit weitere Verwendung) überprüft werden müssen :!:
Die Gummis für die Federstrebenlagerungen musste ich neu nehmen, den alten konnte man den Verschleiß direkt ansehen. :(
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 29 Gäste