Getriebe Gang geht nicht rein

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Dirk B.
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Re: Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von Dirk B. » 02.07.2009 19:54

boggsermodoa hat geschrieben:
Dirk B. hat geschrieben: Oder mach doch mal, wenn der Motor ordentlich warm gefahren ist, einen "Fettverteilungslauf" = bei eingelegtem Gang und getretener Kupplung die Kurbelwelle etwas sausen lassen.

Gruß,

Clemens
Was es nicht alles gibt :shock:
Und dann saust die Kurbelwelle da so rum :oops:
Grüße vom Dirk

...dahinten wird´s schon wieder heller...

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boggsermodoa
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Re: Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von boggsermodoa » 02.07.2009 23:00

Dirk B. hat geschrieben:
boggsermodoa hat geschrieben:
Dirk B. hat geschrieben: Oder mach doch mal, wenn der Motor ordentlich warm gefahren ist, einen "Fettverteilungslauf" = bei eingelegtem Gang und getretener Kupplung die Kurbelwelle etwas sausen lassen.

Gruß,

Clemens
Was es nicht alles gibt :shock:
Und dann saust die Kurbelwelle da so rum :oops:
:wink:
Der Begriff stammt aus den Werkzeugmaschinenbau, genauer der Inbetriebnahme von Hochfrequenz-Frässpindeln. Die sind meist in Hybridlagern (Keramikkugeln in Lagerschalen aus Stahl) gelagert. Die sind relativ empfindlich, aber unvermeidbar, wenn man Drehzahlen größer 40.000/min anstrebt. Für die Lebensdauer dieser Lager ist es äußerst wichtig, daß genau die richtige Menge Fett drin ist und daß dieses Fett bei der Inbetriebnahme korrekt verteilt wird. Deswegen gibt's da ein penibel festgelegtes Zeremoniell, mit allmählich steigenden Dauerdrehzahlen und Temperaturmessungen, das peinlich genau eingehalten wird.

Zurück zum Bus, auch wenn der die 40.000/min nicht ganz packt: :wink: Probier doch einfach mal, das Lager etwas schwindelig zu machen. Im normalen Fahrbetrieb dreht es sich ja nur wenig.

Gruß,

Clemens

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Harald
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Re: Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von Harald » 08.03.2010 11:48

Dani*8 hat geschrieben:Moin,
Mein Tip: Nadellager in der Kurbelwelle. Kann beim Motoreinbau verteufelt leicht schaden nehmen.
Nachdem ich gerade mal wieder in dem Bereich auch dran war, mal ein Foto vom Teufel im Detail:
GrößenänderungP1040142.JPG
Nochmals Danke für die Hilfe.

Grüße,
Harald
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Harald
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Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von Harald » 23.10.2011 15:04

Mein Freund das Nadellager!

Will mal wieder einen Typ4-Motor einbauen und lerne ja auch dazu. Also Schwungscheibe runter und Nadellager inspiziert. Feststellung: alle Rollen drin und rollt auch.
Trotzdem: Austausch. Sicherheitshalber. Weil es sich auch so ein wenig mahlend anhört - kann aber auch das normale Geräusch von so vielen Rollen da drin sein. Habe noch nie ein intaktes Nadellager gehört. Ersatz habe ich (irgendwo) liegen.
Also Peters Auszieher fürs Pilotlager nachgebaut, eingesetzt und - nix. Das Teil rührt sich nicht. Rostlöser rein, (leichte) Wärmebehandlung - nix.
Peters "Spezialunterlegscheibe" fasst sehr schön hinters Lager. Trotzdem: nix.

Und nu? "Ausbohren"? Materialzerstörende Vorgehensweise?

Ist das normal, daß das so fest ist?

Mal n Bild:

Bild

Oder einfach drin lassen?

Ratlose Grüsse
Harald
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Harald
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Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von Harald » 23.10.2011 19:27

Nadellager und ich werden doch noch Freunde!

Kinderkram! Hach, was macht Bullischrauben Spaß!

Also: das Teil sitzt doch ziemlich fest drin. Bei mir fester, als es die Unterlegscheibe aus Peters Tip aushielt. Aber PeterE. hat mal wieder den richtigen Ansatz und vor allem die richtigen Maße gebracht.

Meine Version:

Man nehme eine M10er-Mutter (ich hoffe, die mit einem Innendurchmesser von 9,7nochwas heissen so), einen Schraubstock, eine Flex und ein Dremelimitat mit original Dremel-Flexscheibe (die haben erstaunliche Standzeiten!). Jetzt nimmt man zunächst mit dem Dremel der Mutter zwei gegenüberliegende Kanten, damit der Außendurchmesser da etwa 17 mm beträgt. Danach die Mutter in den Schraubstock spannen und zwischen den jeweils verbleibenden Kantenpaaren auf Peters 13,5 mm abflexen. Jetzt auf einer Seite mit dem Dremel die Mutter abrunden. Das geht ganz gut, wenn man die Mutter mit der Gripzange hält. So soll's jetzt aussehen, das Teil:

Bild

Der Witz ist: die "Mutter" soll sich durchs Nadellager schieben lassen. Abgerundet wird sie, damit sie sich dahinter mit einem kleinen Schraubenzieher aufrichten lässt. Die gerade Seite zur Rückseite des Nadellagers.

Das Prinzip:
Bild


Wenn Ihr da jetzt vorsichtig eine M10er Schraube rein dreht stößt deren Ende irgendwann auf die Sackgasse. Durch das Weiterdrehen stützt sich da die Schraube ab - und die Mutter dreht sich an der hoch und schiebt das Nadellager raus.

Also so:
Bild

Herrliche Bastelei!

Bin ich über Googel-Suche "Pilotlager VW Bus" drauf gekommen. Als alternativer Tip taucht da auf, das Loch hinter dem Nadellager/Pilotlager mit Fett oder Knetmasse zu füllen, einen Wellenstumpf einzusetzen und durch Schläge auf diesen das Fett/die Knetmasse das Lager herausdrücken zu lassen. Klappt bestimmt - nur habe ich keinen Wellenstumpf.

Auch interessant: irgendeine spezielle Dübelart einsetzen und damit ziehen - nur haben bei uns Sonntags die Baumärkte geschlossen.

Und die Profis machen es mit einem Innenabzieher ;-)

Jetzt suche ich mal mein neues Nadellager. Schrift nach aussen habe ich gelesen. Reintreiben mit passender Nuss.
Kann das Jemand bestätigen?

Ich geh' jetzt rein. Heiße Badewanne. Man, ist das kalt geworden.

Abschließen: so sieht das Nadellager/Pilotlager ausgebaut aus:

Bild

Grüsse
Harald
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g_hill
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Re: Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von g_hill » 23.10.2011 20:56

Hallo Harald,

noch einfacher lässt sich das Lager mit kleingebröselter Seife und einer Kanrrenverlängerung ausbauen. Seife in die Bohrung einbringen und mit der Knarrenverlängerung verdichten bis das Lager rausgedrückt wird.

Gruß
Hilmar
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Harald
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Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von Harald » 23.10.2011 21:07

Das hört sich ja auch gut an. Vor allem ist das mal "Schrauben mit gutem Geruch"!

Was meinst Du zu meinen Einbauplänen?

Grüsse
Harald
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g_hill
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Re: Getriebe Gang geht nicht rein

Beitrag von g_hill » 23.10.2011 21:12

dein Vorgehen passt schon, das Lager vorsichtig ansetzen und mit einer passenden Nuss, oder besser eine Kupferdorn mit leichten Schlägen eintreiben. Dabei nicht abrutschen sonnst ist der Käfig schnell beschädigt.

... nach erfolgreichem EInbau kannst du dir mit den Seifenkrümeln noch schön die Hände waschen.. :lol:

Grüße
Hilmar
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