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Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 05.08.2019 12:22
von greasypete
Ich bin zwar gelernter KFZ Mechaniker und habe vor 30 Jahren viele Oldtimer geschraubt, sogar eine Komplettrestauration (VW 1600Variant) hinter mir und sollte also wissen was mich erwarten würde.
Darum habe ich mir den T2 geholt, um "das Wrack" in Ruhe aufzubereiten. So war der Plan.

Leider habe ich total vergessen, dass ich inzwischen über 50 bin (Rücken!), einen Vollzeitjob, Familie, Hund & Katze habe und auch nicht mehr so viel Lebenszeit nur für eine einzige Sache aufbringen kann/möchte.

Ich habe gut schon angefangen meinen Bus zu machen, es macht mir auch grossen Spass, aber ich brauche für alle Arbeiten (aus den oben genannten Gründen) einfach die 10fache Zeit wie ich es veranschlagt habe. Ich habe mal durchgerechnet, wenn ich in dem Tempo weiter mache ist der Bus vielleicht fertig wenn ich 105 bin.

Das frustriert mich gerade etwas, da ich überhaupt nicht so vorankomme wie ich wünsche. Ich überlege die Schweissarbeiten extern machen zu lassen. Aber wenn ich das dann durchrechne, hätte ich mir auch gleich ein Fahrzeug in besserem Zustand zulegen können. Bin gerade etwas verzweifelt.

Wart ihr auch schonmal an dem Punkt? Ratschläge*? Tausch?

Danke, Gruß Peter

* Ein Gedanke ist, den Bus zerlegt zu verkaufen und mir für die Kosten die ich für die Resto zurückgelegt habe ein fahrbereites Fahrzeug zuzulegen.

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 05.08.2019 12:40
von Rolf-Stephan Badura
Hallo Peter,

Eine Resto sollte man wegen Spaß an der Arbeit machen - nicht um Geld zu sparen, das wird meist nix.
Ja... und man wird älter... ich liege auch nicht mehr so häufig und gern unterm Auto mit Ü50 wie als junger Hüpfer :oops:
(am meisten nervt mich derzeit meine aufkommende Sehschwäche - sprich Lesebrille wird oft nötig ... und wenn die dann nicht mit unterm Auto liegt :twisted:)

Zerlegt zu verkaufen wird ein Minus-Geschäft.
Aber manchmal hilft ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende...


Frust bei der Resto ist normal -
das tiefe Tal der Tränen ist erst wirklich durchschritten, wenn frischer Lack drauf ist und der Zusammenbau beginnt...
(auch da passieren noch Pannen und Probleme, aber man hat Ziel besser vor Augen :wink: )

Aber: man sollte sich schon klare Projekt-Ziele setzen: Zeit, Kosten, Qualität
Für den einen ist der Faktor Zeit fix, für den anderen das Geld usw. Jeder Parameter der drei verschiebt dann die anderen.
Vielleicht reicht es Deine (Qualitäts-)Ansprüche runterzuschrauben und Dir mehr Zeit zu lassen.
Gute Planung vorher und währenddessen lässt einem auch den Überblick und die Ziele im Auge zu behalten, wenn es mal irgendwo knirscht.

Ich hatte mir ein festen Zeithorizont von ca. 2 Jahren gesetzt (länger hätte ich irgendwann den Spaß dran verloren), Budget auch etwa fix,
Schweißarbeiten und Lackierung machen lassen und eingeplant - der Rest war mein Job an dem ich mal Freude hatte oder auch mal geflucht habe,
und die Qualität war dann oft nachgeordnet und nicht nur top.

Mit -Spaß-an-Restos-Grüße,

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 05.08.2019 13:00
von Feinbein
Hallo Peter,

an den Punkt, an dem Du gerade bist, kommt wohl jeder, der an Oldies schraubt. Viele Dinge laufen nicht reibungslos und alles dauert wesentlich länger, als gedacht. Man macht eine Baustelle auf und findet dann noch drei weitere, die man in diesem Zuge auch noch erledigen könnte, sollte oder muss. Das ist ganz normal und braucht Zeit ohne Ende. Nach einigen Restaurationen in jungen Jahren, bin ich heute froh wenn ich meine Oldies einigermaßen am Laufen halten kann.

In Deinem Fall hast Du Dir aber auch das volle Programm gegönnt. Ich habe mir Deine Bilder angeschaut. Das sieht böse aus. Ob sich das lohnt kannst nur Du selbst entscheiden.

Wie Du weiter vorgehst, musst Du auch selbst entscheiden. Wahrscheinlich werden viele Deiner Alternativen im finanziellen Fiasko enden.
Wer kauft eine abgebrochene Restauration?
Schweißarbeiten in Deutschland machen zu lassen, ist extrem teuer. Vorausgesetzt Du findest überhaupt einen Betrieb, der das machen kann und auch will und Dienen Ansprüchen genügt. Wenn man Arbeiten an Betriebe vergibt, bist Du halt auch wieder von denen abhängig. Erfahrungsgemäß geben die Betriebe bei der Anfrage eine Dauer für die Arbeiten an, die ganz gut klingt. Wenn sie den Auftrag haben, kommen viele Dinge dazwischen und es gibt ganz viele Ausreden. Ich habe kürzlich Stossstangen verchromen lassen. Das sollte 3-4 Wochen dauern. Am Ende waren es dann 5 Monate.
Manche geben ihre Oldies auch in andere Länder zum Schweißen weil die Lohnkosten dort niedriger sind. Das ist dann eine Frage des Qualitätsanspruches und des Vertrauens.

Die gute Nachricht ist, dass es ja ein Hobby ist und man (hoffentlich) keinen Druck hat. Da kann man sich Dinge auch mal in Ruhe überlegen und mit der Familie besprechen. Danach sieht oft klarer!

Sorry, dass ich nur mitfühlen kann und nicht den ultimativen Tip für Dich habe!

Gruß Stephan

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 05.08.2019 19:30
von Jules
Moin Peter,

ich habe meinen Bus am Donnerstag nach 3 Jahren Restauration angemeldet und am Samstag war er Brautauto bei Freunden. Das Fahrgefühl und Feedback der Hochzeitsgäste hat so einige tiefe Täler der Restauration vergessen gemacht.

Nach der Restauration meines T3 habe ich mir gesagt, nie wieder eine deutsche Karosserie, welche im Winter bewegt wurde. Auf die Schweißorgien hatte ich kein zweites mal Lust. Ich habe mich dann für einen T2 aus Texas entscheiden. Die Technik war hinüber aber an der Karosserie musste nur das Batterieblech und ein Teil am Scheibenrahmen geschweißt werden. Ich habe Ihn auch nicht neu lackiert. Die Patina steht ihm.

Ich habe deine Bilder gesehen und würde mich an deiner Stelle vielleicht nach einer guten Karosserie aus den USA umsehen. Bei den üblichen Verdächtigen in NRW oder Holland stehen manchmal gute Karossen ohne Motor, Getriebe und Inneneinrichtung. Dann hast du immernoch viel vor aber ersparst dir und deinem Rücken das Geschweiße. Die ganzen Teile für die deutsche Zulassung hast du ja und deine Karosse sowie die doppelten Teile werden einzeln verkauft.

Gruß
Julian

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 05.08.2019 22:43
von Turbopaule
Hallo Peter,

Ich bin seit 2015 an meinem T2 am Restaurieren.

Die Karosserie Arbeiten hat ein Kumpel gemacht der Fahrzeugbauer ist.

Top Arbeit aber er hat immer wenig zeit.

Die Türen brauchen jetzt noch neue Aussenhäute dann wird er Langsam Lackierfähig.

Ich habe oft nen Durchhänger.

Aber ich muss da jetzt durch.

Mach einfach Langsam aber sicher weiter.

Paul

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 06.08.2019 00:05
von Bulli-Tom
greasypete hat geschrieben:
05.08.2019 12:22
....t.

Wart ihr auch schonmal an dem Punkt? Ratschläge*? Tausch?

Danke, Gruß Peter
...
Ist der Bus fahrbereit oder zerlegt/im Eimer? Falls nein versuche doch eine "Rolling Restauration" - im Sommer fahren, im Winter überschaubar schrauben. Gibt dann zwar keine Toprestauration; aber viel Spass im Sommer und relativ wenig Frust im Winter...

Ansonsten würde ich mir wirklich einen fahrbereiten Bus mit "Restaurationsstau" suchen wenn trotzdem geschraubt werden soll.

Ich kenn das von meinem anderen Auto - so eine Komplettzerlegung dauert mindestens 5* so lange wie geplant und wird nie fertig....

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 07.08.2019 15:04
von Folxwagen
Hallo Peter,

das Gefühl kennt wohl jeder, der schon einmal eine Totalrestauration begonnen hat. Nur diejenigen, die sie durchgestanden haben wissen, dass dem Frust meist ein unglaubliches Hochgefüihl folgt. Das schon erwähnte "Tal der Tränen" muss aber erst einmal überwunden werden.

Die Frage ist, warum hast Du Dich für dieses Fahrzeug entschieden? Weil Du Bock auf eine Resto hast oder weil Du Bock auf das Auto hast und bald fahren willst? Wenn Nr. 1 der Fall ist, gehe es ruhig an. Ich habe einen Schrauberabend pro Woche und ungefähr jedes zweite bis dritte WE einen halben Tag in der Werkstatt. Das ist gut mit der Familie und dem übrigen Leben zu vereinbaren und trotzdem kommt man recht weit. Sagen wir 1000 Stunden braucht Deine Resto, dann bist Du gemäß meines Schemas in 2,5 Jahren durch. Und 1000 Stunden wirst Du brauchen, wenn ich mir die Bilder so ansehe. Wenn Nr. 2 der Fall ist, sehe ich ein großes Risiko, dass das Ganze eine Never-Ending-Story wird, da der Frust einfach zu groß werden wird. Das, was Du an Rost siehst ist oftmals nur das kleine Ûbel und so eine T2-Karosse ist schon echt eine andere Nummer als ein Käfer oder 1600-er Variant. Ich würde Dir dann eher zu einem mehr überschaubaren Projekt raten, musst aber natürlich dann auch mehr Geld in die Hand nehmen und mehr Zeit aufbringen, um das geeignete Fahrzeug zu finden.

Wie sieht es räumlich bei Dir aus? Hast Du Platz für eine Vollresto? Auch eine Doppelgarage kann saueng werden und vor allem die fehlende Raumhöhe ist manchmal das, was eine T2-Resto sehr beschwerlich macht. Das Ding ist schon groß und ganz schön "unhandlich". ;) Bin bei meinen Käfer-Restos immer ohne Hebebühne ausgekommen. Mittlerweile aber auch über 40 und ehrlich gesagt, ich will die Hebebühne, die ich mir vor 3 Jahren zugelegt habe, gerade bei der aktuellen T2-Resto nicht mehr hergeben. Wie sieht es mit den Nachbarn aus? Ein Trennschleifer ist schon ein echt nerviges Gerät... Auch daran musst Du denken.

Viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung!

Grüße aus Schweden

/Ronald

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 08.08.2019 01:18
von sören *186
Hallo Peter,
der sieht doch gar nicht schlecht aus!
Die beiden Längsträger im Motorraum würde ich extern zum Schweißen geben.
Prüfe den Übergang Längsträger / Hinterachsrohre - wenn die gut sind, ist es gut.

Oben wurde guter Tipp bez. Zeiteinteilung gegeben.
Meine Erfahrung ist, dass man konsequent regelmäßig dran bleiben muss, sonst reisst der Motivationsfaden schnell ab.
Selbst bei größter Zeitnot gehe ich jede Woche mind. für eine Stunde dran.
Das hilft mir sehr.

Auch der Tipp mit US-rostfreier Karosse kaufen und die deutschen Teile dort einbauen ist wertvoll.
Aber nochmal - so schlecht ist der doch gar nicht.

Grüße von
Sören

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 08.08.2019 17:17
von Tanjas&Thomas_T2b
Moin Peter,

du hast dir da ein nicht ganz einfaches Projekt an Land gezogen.
Die Karosserie ist halt eine 45 Jahre alte Stahlkonstruktion ohne Hohlraumkonservierung.
Das die dann nicht mehr top ist, sollte dir klar sein.
Und da gehen halt einige 100 Stunden in die Karosseriearbeiten, dessen sollte man sich bewusst sein.

Und wenn die fertig ist, musst du ja noch mit der ganzen Technik weiter machen. Das ist auch erst mal ein Riesen Berg an Arbeit, der da noch auf dich zukommt.
Bei meiner Doka habe ich geschätzt 300 Stunden Zeit in die Technik gesteckt. Und da war die Karosserie im Prinzip top.
Neben der Zeit geht halt auch noch viel Geld in so ein Projekt, aber es macht auf der anderen Seite auch viel Spaß, wenn es dann irgendwann voran geht.
Du hast das Projekt eventuell "falsch" angepackt.
Dadurch das du gleichzeitig an alle n Ecken angefangen hast, bekommst du erst einmal für lange Zeit nichts fertig.
Im Endeffekt ist die Methode zwar etwas schneller, aber man hat erst einmal keine Erfolgserlebnisse.
Ich habe mich von oben nach unten und von vorne nach hinten durchgearbeitet.
Dadurch habe ich erst einmal den Innenraum "fertig" gemacht.
Das war dann schon mal die erste Baustelle, die erledigt war.
Und dann halt immer Abschnittsweise einzelne Ecken.
Dadurch hat man zwischendurch immer wieder Abschnitte, die "fertig" sind.

Schweiß mal einzelne Partien fertig und schau ob deine Motivation wieder kommt.
Das ganze in Auftrag geben wird vermutlich unbezahlbar oder einfach nur extrem schlecht.
Im Zweifel ist es aber besser jetzt die Notbremse zu ziehen und das Projekt mit überschaubarem Verlust weiter zu reichen.

Viele Grüße
Thomas

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 12.08.2019 22:10
von Peter E.
Moin Peter,

im Prinzip haben meine Vorredner ja schon alles gesagt.

Deine Karosse ist ein Traum für jemanden, der Lust auf Blecharbeiten am T2 hat.
Viel Erstrost und kaum Schweißpfusch zu erkennen.
Aber da gehen auch für einen gut ausgestatteten und erfahrenen Schweißer locker 250 Stunden in die Blecharbeiten

Deinen Bildern nach gehst du beeindruckend penibel an die Zerlegung, das kostet natürlich viel Zeit.
Und dann sieht man diese riesen Flex und ein großes Loch, wo mal ein Schweller war.
Mach bloß nicht den Fehler da zu grob rumzumetzgern, die Bleche müssen genauso genau betrachtet werden, wie die Technik.
Wenn du Zeit sparen willst, investiere in eine Punktschweißzange, damit kann man sehr sehr viele Bleche beim T2 einschweißen und das viel schneller und originalgetreuer, als mit MIG/MAG...

Aber ich glaube, du musst dir erstmal klarwerden ob du dir die Aufgabe wirklich zutraust und auch antun willst. :wink:

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 13.08.2019 00:21
von Der_Schweizer
Servus Peter,

ich kann mich nur den Vorredner anschließen und sagen, dranbleiben, Stück für Stück, nix überstürzen und erstmal eine Ecke fertigmachen und dann eins nach dem anderen ..

Zum Trost meine aktuelle Restauration ist hier verewigt... und das ist leider auch der letzte aktuelle Stand. Oft kommt es anders als man denk... aber Hobby ist und sollte Hobby bleiben und einen nicht unter Druck setzten.
Es soll Spass machen .... und den habe ich noch oder jetzt wieder richtig... Irgendwann wird es fertig sein ... und dann :bier:

Grüße aus der Hauptstadt
der Olli

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 13.08.2019 10:55
von Sgt. Pepper
Moin,
ich glaube da wurde bisher schon viel Wahres geschrieben.
Meiner Meinung nach ist der wichtigste Punkt, dass du wirklich nur eine Baustelle nach der Anderen bearbeitest und keinesfalls erstmal alles goßflächig heraustrennst. Ansonsten steht man irgendwann vor einer noch größeren Baustelle und weiß selber nicht mehr wie mal was zusammen war und hat große Schwierigkeiten eine Struktur zu erhalten.

Das war damals beim Westi das Problem, weil der Vorbesitzer schon großflächig herausgetrennt und dann die Lust verloren hat. Für mich war das damals dann auch nicht einfach die Karosserie wieder originalgetreu zu rekonstruieren, zumal es damals noch nicht so viele Informationen und Bleche gab. Daher ist manches auch nicht so gut geworden, was mich heute etwas stört. Aber ich habe das mal als "Jugendsünde" verbucht. Wenn mir mein Vater damals nicht geholfen hätte, wäre der Bus vieleicht nie fertig geworden.
Irgendwann stellt man dann fest, wenn der Bus schon lange fertig ist, dass es doch ziemlich viel Spaß gemacht hat und da haben wir uns beide unabhängig ein weiteres Projekt angeschafft. Ich den Hochdach-Frickelcamper und er sich einen T3 California.

Beim Hochdach Frickecamper hat sich die Karosserie als Faß ohne Boden herausgestellt, da sich hier schon einige in der Vergangenheit am Blech ausgetobt haben. Entsprechend war/ist sehr viel Arbeit notwendig den alten Pfusch zu entfernen und dann komplett bei Null wieder anzufangen. Glaube mir, dagegen ist deiner in einem top Zustand! Da hatte ich eine Zeit lang (3 Jahre) quasi keinerlei Motivation weiterzumachen und das Projekt hat erstmal geruht. Irgendwann hatte ich aber die Nase voll, von den ganzen Teilen die überall herumlagen und hatte dann die Wahl die Karosserie zum Schrott zu geben (wäre tatsächlich gar nicht mal Schade drum gewesen) oder es einfach zu versuchen. Mir hat dabei geholfen, dass ich mir irgendwann gesagt habe, dass die Karosserie eh schon komplett versaut ist, schlimmer kann es nicht werden. Somit ist jedes neues Blech ein Schritt in die richtige Richtung und man muss nicht den Ehrgeiz haben alles Perfekt zu machen.

So habe ich dann einfach wieder angefangen. Und als die erste Ecke wieder gut war, kam auch plötzlich die Motivation wieder zurück und es macht mir mitlerweile wieder richtig Spaß am Blech zu arbeiten. Auch wenn es wirklich sehr sehr demontivieren sein kann,wenn man immerwieder neue Stellen findet die man vorher gar nicht auf dem Schirm gehabt hat und wieder ein kleines Stück zurückgeworfen wird.
Wenn ich mir nun anschaue wie weit ich bin und wie weit ich z.B. vor genau einem Jahr gewesen bin, bin ich immer wieder erstaunt wie schnell es doch letztlich vorran geht. Ich versuche mitlerweile jedes freie Wochenende am Samstag was dran zu machen, auch wenn es manchmal schwer fällt, zumal ich jedes Mal knapp 40km fahren muss um an die Halle/Stall zu kommen.
Übrigens, teile ich mir den Stall im Winter mit ca. 12 -15 Schafen! Wenn du Zuhause arbeiten kannst, dann ist das Super, glaube mir. Allerdings kann ich mir vorstellen das es dann auch mehr Ablenkungen gibt.

Also: Bleib dran, versuche immer kleine Stücke zu machen und mach dir keinen Kopf wenn es etwas länger dauert. Da steht keiner hinter dir und will das sein Fahrzeug fertig wird. Und, es muss auch nicht perfekt werden, das ist kein Porsche oder so, sondern ein alter Transporter aus den 70ern, nix Anderes.


Grüße,
Stephan

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 13.08.2019 21:42
von Micky77
Schließe mich den Vorrednern an. Ich habe Glück das meine Frau und Nachbarn das tolerieren.
Ich mache meinen Bulli zu Hause in der Garage. Empfinde das als riesen Vorteil. So kann man zwischendurch mal dran gehen, auch wenn es mal nur eine halbe Stunde ist und dann Feierabend machen wenn die Familie ruft. Und der Bulli stört vor Ort weil der der Platz benötigt wird.
Den Vorteil sollte man nicht unterschätzen!!

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 14.08.2019 14:51
von greasypete
Erstmal ein riesen Dankeschön an alle Vorredner. Ich war nun eine Woche auf einer Messe am Arbeiten und komme erst heute wieder zum Antworten. Sorry...

Ich könnte zu jedem was gesagt wurde lange antworten oder es einfach kurz machen: Genau so ist es! Ihr habt ja so verdammt Recht :-)

Ich lasse das Projekt jetzt einfach mal ein bisschen ruhen und mache dann weiter, wenn ich wieder Lust habe. Ich gehe jetzt beim Blech Stück für Stück vor. Immer ein Teil nach dem anderen. Eine andere Wahl habe ich ja nicht, da der Wagen sowieso so komplett zerlegt fast wertlos ist. Folgende Entscheidung/Deadline: Wenn ich den 3-teiligen Schweller drin habe werde ich entscheiden, ob und wie ich weiter mache. Danach sehe ich den Aufwand und die Qualität meiner Arbeit um den Rest eventuell einordnen zu können und ob das Projekt realistisch ist.

Der Schiebetürschweller ist halt auch gleich das schwierigste Teil (keine Angst, ich habe noch kleinere Flexen!) und ich arbeite mich wirklich langsam vor, das alte Blech genau rauszutrennen. Der neue brasilianische Originalschneller liegt ja schon bereit, auch alle Tür-Maße habe ich aufgeschrieben und sollte das mit Geduld schon hinbekommen. Ich trenne nur raus was ich als Neutteil hier liegen habe und halte mich an die original Schweisspunkte etc.

Ein sehr gutes Schweissgerät von einem Karosseriebauer steht auch bereit und eine Schweisszange versuche ich mir zu leihen. Danke, guter Tip.

--

Den zweiten Vorschlag finde ich ebenso extrem gut: Einen vom Blech rettbaren Bulli für einen etwas grösseren Betrag zu kaufen und diesen mit einigen Teilen die ich habe zu komplettieren. Mein Motor ist ja gerade bei einem alten Experten zum Wiederaufbau. Das wäre mein Plan-B.

Ich melde mich wieder wenn ich mich vom Messestress erholt habe ....


Danke und liebe Grüße,

Peter

Re: Restaurationsstau und Frust.

Verfasst: 14.08.2019 15:46
von Sgt. Pepper
Moin Peter,

das klingt nach einem guten Plan.
Mit dem Schweller unterhalb der Schiebetür kannst du ruhig anfangen. Aber rechne damit, dass du zuerst die Enspitzen der B- und C-Säule erneuern musst, sowie den die Übergänge in die Radkästen. Das ist halt irgendwie alles miteinander verbunden und für die neuen Bleche brauchst du ja auch ne solide Basis mit der sie verbunden sind.
Ich fand den Schiebetürschweller eigentlich nicht so schwer, tatsächlich habe ich mich mit dem Heck recht lange aufgehalten und war da von der verschachtelten Konstruktion links und rechts neben dem Abschlussblech ziemlich genervt. Von daher ist das doch nen guter Start dort schnell Boden zu gewinnen und damit dert Motivation auf die Sprünge zu helfen.

Wenn du Fragen oder Unklarheiten hast, wie was zusammengehört kannst du ja hier im Forum fragen. Da wirst du sicherlich einige Tipps bekommen.

Grüße,
Stephan