Erfahrungen 1-2-3 Ignition

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Luftibus
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Luftibus » 22.01.2018 23:21

Hallo,

nun hab ich mal wieder in den von mir vor gefühlt langer Zeit begonnenen thread reingeschaut und komme ins grübeln ob meiner seit nun einigen Jahren verbauten 1-2-3, obwohl ich im Betrieb eigentlich bislang nichts negatives feststellen konnte. Da im Keller irgendwo noch eine CU Zündung liegen sollte.... Wäre nun aus Sicht der Experten das die gesündere Lösung und wie ging das noch mal mit dem Einbau? (ich hab die Suchfuktion bemüht, finde zwar viel zur Zündung aber nicht eine passende Anleitung für nen Elektrodummi wie mich :shock: :? :oops:

Grüße,
Bernd
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Matthias S.
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Matthias S. » 23.01.2018 00:44

Die TSZH vom CU ist einfach super, da robuste Großserientechnik der 80er. Nur zu empfehlen, hat bei mir den Dauertest bestanden, incl. DLS. Für sorgenfreies Fahren. Das Stroboskop hänge ich nur noch alle paar Jahre rein.
Unbedingt nach den Daten des T3 und mit überbrückter DLS einstellen. Auch der richtige Anschluss der beiden Unterdruckschläuche ist wichtig. Sicherheitshalber auch die Maximalverstellung prüfen. Da ich auch andere Autos mit der TSZH fahre und betreue, da geht nur nach 30 Jahren mal das Zündmodul kaputt, welches sich mit wenigen Handgriffen umstecken lässt und 15€ kostet. Es ist also kein Schaden das Zündmodul in Reserve dabei zu haben da es zu unvermitteltem Totalausfall kommen kann. Aber wie gesagt, nur so alle 30 Jahre...

Grü0e, Matthias
Zuletzt geändert von Matthias S. am 23.01.2018 00:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 23.01.2018 00:50

Luftschaufler hat geschrieben:
22.01.2018 22:45


Warum habe ich bei 900 - 950 Umdrehungen bei abgezogenem Unterdruckschlauch 7.5 ° Vorzündung ?
Warum habe bei ca. 3.500 Umdrehungen ca. 23° Vorzündung ?

Hi Ralf,

du müsstest bei abgezogenem Unterdruckschlauch und 3400 Umdrehungen 30,5° Frühzündung haben.
Und wenn du dann den Unterdruckschlauch aufsteckst musst du bei 3400 Umdrehungen 40,5° Frühzündung haben.
So macht es der originale Verteiler....

Die 7,5° von der Grundeinstellung werden auf die Einstellwerte der Verteiler addiert.
Von daher sind deine Einstellungen alle 7,5° zu spät :wink:

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 23.01.2018 16:27

Da das mit dem Zündzeitpunkt ja eigentlich einfach ist, aber auf der anderen Seite durch Absolute und Relative Werte doch anscheinend immer wieder zur Verwirrung kommt versuche ich es einmal zu erklären.

Erst einmal allgemein, warum wir eine Zündverstellung überhaupt brauchen:

Der Zündzeitpunkt hängt im wesentlichen von den Größen „Drehzahl“ und „Last“ ab.

Die Abhängigkeit der Drehzahl rührt daher, dass die Durchbrennzeit des Gemisches bei konstanter Füllung und gleichbleibendem Luft-Kraftstoff-Verhältnis konstant ist und deshalb mit steigender Drehzahl immer früher gezündet werden muss.

Die Abhängigkeit von der Last wird durch Abmagerung bei niedrigen Lasten, den Restgasgehalt und die geringere Füllung des Zylinders beeinflusst. Dieser Einfluss bewirkt einen größeren Zündverzug und niedrige Brenngeschwindigkeiten im Gemisch, so dass der Zündwinkel nach früh verstellt werden muss.

Das Verhalten der Zündung in Abhängigkeit von Drehzahl und Last ist in der Verstellfunktion eingearbeitet. Die Verstellung besteht bei uns aus zwei Fliehkraftgewichten und einer Unterdruckdose.
Der Unterdruck ist ein Maß für die Last des Motors.

Jetzt erst einmal zu den Daten, die man im Reparaturleitfaden oder wo auch immer gefunden hat.
VW gibt z.B. für den Verteiler 022 905 205S (Typ4 Motor) folgende Werte an:
Um es nicht noch komplizierter zu machen, nehme ich jetzt mal immer nur die Mittelwerte und lasse die Toleranzen weg.

Grundeinstellung: 7,5° vor OT bei 875 1/min

Das ist die Grundeinstellung die man im Leerlauf vornimmt.

I. Fliehkraftverstellung messbar bei abgezogenem Unterdruckschlauch. (Drehzahlkomponente)

Fliehkraftverstellung Beginn: 1100 1/min
1600 1/min: 11,5° Fliehkraftverstellung
Das heißt, das bei 1600 1/min der Zündzeitpunkt um (nicht auf!) 11,5° Richtung Früh verschoben wird. Und wir haben nun 11,5° + 7,5° = 19° Frühzündung.

3400 1/min: 23°Fliehkraftverstellung

Das heißt, das bei 3400 1/min der Zündzeitpunkt um (nicht auf!) 23° Richtung Früh verschoben wird. Und wir haben nun 23° + 7,5° = 30,5° Frühzündung.

II. Unterdruckverstellung messbar mit aufgestecktem Unterdruckschlauch


Unterdruckverstellung Beginn: 127mbar = -12,7kpa
Unterdruckverstellung Ende: 266mbar = 26,6kpa 10°Verstellung Richtung Früh

Diese 10° werden nun auf die Drehzahlabhängigen Werte addiert:


1600 1/min: 7,5° + 11,5° + 10° = 29° Frühverstellung bei Teillast
3400 1/min 7,5° + 23° + 10° = 40,5° Frühverstellung bei Teillast

Die Unterdruckverstellung ist immer relativ zum jeweiligen Umgebungsdruck. Ich hatte ja oben geschrieben, das die Motorlast bei unseren Verteilern ja anhand des Unterdrucks ermittelt wird.
Nun zur Höhenabhängigkeit:
Auf null Meter haben wir einen Umgebungsdruck von ca. 100kpa.
Der Verteiler regelt also die kompletten 10° Frühverstellung bei einem Druck von 73,4 kpa aus.
(100kpa-26,6kpa= 73,4)

Auf 2500 Höhe haben wir einen Umgebungsdruck von ca. 73,5 kpa.

Der Verteiler regelt also die kompletten 10° Frühverstellung bei einem Druck von 46,9 kpa aus.
(73,5kpa-26,6kpa=46,9)

Was man hier klar erkennt ist, das unsere mechanischen Verteiler sozusagen wissen auf welcher Höhe wir uns befinden und die Motorlast dementsprechend immer relativ zum Umgebungsdruck erfassen und Regeln.

Und jetzt kommen wir zu dem Problem des 123 Verteilers. Der weiß nicht, auf welcher Höhe wir uns befinden.
Dieser Verteiler regelt die Frühverstellung immer nach dem Absolut herrschendem Unterdruck.
Und das ist fatal, da nun die Lastabhängigkeit ab einer gewissen Höhe gar nicht mehr erfasst wird.
Der Motor permanent die 10° Frühverstellung ertragen muss.
Und bei Höhenluuft fettet ein Vergasersystem sogar noch an, sprich das Gemisch ist fetter und zündet eigentlich schneller und der Zündzeitpunkt müsste sogar Richtung Spät wandern, auf keinen Fall nach Früh.

Hier einmal ein Bild aus einer Bosch Anleitung:
Zündung.JPG
Wenn wir nun zu früh zünden, kommt es zu einer klopfenden Verbrennung.
Dadurch steigt der Druck im Motor deutlich an, und es kann zu kapitalen Motorschäden kommen.

Das Problem ist lösbar, wenn man in dem 123 Verteiler den Unterdrucksensor gegen einen Relativdrucksensor tauscht.

Und jetzt mal ganz ehrlich, ich habe ein paar mal gehört, dass man dann ja einfach die Kurve anpassen kann.
Stimmt, das könnte man machen. Ich würde schätzen, das man das dann alle 500 Höhenmeter anpassen sollte, damit der Verteiler noch innerhalb der Toleranzen des mechanischen Verteilers liegt.
Wer von euch hat denn ein Barometer im Cockpit und hat das jemals gemacht?

So, das hat mich gerade über eine Stunde meiner Freizeit gekostet :knuddel: :bier: Ich kann doch auch nix dafür, das es in Holland keine Berge gibt :wink:
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 23.01.2018 17:42

Danke, danke!!!!

Sehr schön, das Thema mal präzise und logisch dargestellt zu sehen. Das war Deinen Zeitaufwand ganz bestimmt wert. Ich bin zwar kein 123-Kandidat, aber verstehe gern, was da hinten eigentlich passiert. Und das mal kurz und knackig zusammengefasst zu finden, macht's mir einfacher.

Merci vielmals

Wolfgang

tms
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von tms » 23.01.2018 18:22

Fantastischer Beitrag!

Vielen Dank für Deine Zeit, ich zumindest habe einiges gelernt.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von GoldenerOktober *001 » 23.01.2018 23:33

Thomas, ich liebe Dich! :gut:
Eigentlich müßte jetzt die leidige Diskussion über diesen unseligen 123-Verteiler für immer erledigt sein, denn plausibler kann man es nicht darstellen. Aber warum sagt mir mein Gefühl, daß dem nicht so ist???
Wir sehen uns in den Bergen. Spätestens...
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Matthias S.
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Matthias S. » 24.01.2018 00:32

Super erklärt, Thomas. Aber es wird immer wieder welche geben, die das selber ausprobieren müssen. Wenn man keine Reisen macht und Spielen will ist das ja auch nicht verkehrt.
Mir ist die Technik zu labil, ich steh auf Tuning mit Großserientechnik.
Grüße, Matthias

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Sgt. Pepper » 24.01.2018 18:38

Matthias S. hat geschrieben:
23.01.2018 00:44
Die TSZH vom CU ist einfach super, da robuste Großserientechnik der 80er. Nur zu empfehlen, hat bei mir den Dauertest bestanden, incl. DLS. Für sorgenfreies Fahren. Das Stroboskop hänge ich nur noch alle paar Jahre rein.
Definitv!! :thumb:
Absolut Sorgenfreie Zündanlage. Alle paar Jahre den Verteiler etwas ölen und die Verstellung kontrollieren, sonst nichts.
Nur die Spielereien mit abziehen von Kerzensteckern, etc. sollte man dann tunlichst sein lassen. Das tut richtig weh...
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Norbert*848b » 24.01.2018 19:59

Sgt. Pepper hat geschrieben:
24.01.2018 18:38
Nur die Spielereien mit abziehen von Kerzensteckern, etc. sollte man dann tunlichst sein lassen. Das tut richtig weh...
... nicht nur einem selbst, sondern die Zündanlage kann dann auch Schaden nehmen (siehe entsprechenden Rep. Leitfaden). Wenn es dann sein muss die Funktionstüchtigkeit eines jeden Zylinders zu überprüfen, dann bitte nur über Kurzschließen nach (hoffentlich) bekanntem Verfahren:
forum/viewtopic.php?f=16&t=16483#p232634

PS: Auch bei einer Kontaktzündung sowie auf Transistorzündung umgebauten Anlage empfehlenswert. :thumb:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Luftschaufler » 24.01.2018 22:19

Servus Thomas,

Du hast Dir wirklich sehr viel Mühe gemacht, das hier so umfangreich zu erklären. :wink:

Aber das ist nicht ganz richtig.

Ich sehe jetzt auch gleich die "rollenden Augen" an die "Decke".

Das ist aber der Sinn eines Forums....... :)

Wir reden hier von der 123 Ignition tune + und der Zündkurve für einen Serien Cj- Motor
mit Unterdruckverstellung.

Die statische Grundeinstellung eines 4 Taktmotors ist n i c h t zu verwechseln mit dem statischen Zündzeitpunkt ZZP !!!

Genau hier ist Dein Denkfehler !

Bei der statischen Grundeinstellung, Zitat Einbauanleitung:

"Der Motor ist am Ende des Kompressionstakts des 1 Zylinders zu bringen" !!!

Das bedeutet, das sich der Kolben des 1. Zylinders genau am oberen Wendepunkt also im OT und nicht ZZP befindet !! Das ist auch die Position zum Einstellen der Ventile !!!

In dieser Position wird die 123 Ingnition in Grundeinstellung mit der grünen LED gebracht.

Wenn wir von der Serieneinstellung des Boschverteilers (0231 168 005P) für den Cj Motor ausgehen,
haben wir jetzt im Standgas ( 900 +- 50 Umdrehungen ) genau den ZZP von 7.5° vor OT.

Deine Angabe ist somit nicht richtig.

Zitat:

„Die 7,5° von der Grundeinstellung werden auf die Einstellwerte der Verteiler addiert. Von daher sind deine Einstellungen alle 7,5° zu spät „


Ich kann Dir nur die Info-Hotline der deutschen 123 Ingnition an Herz legen.

Hotline: +49 (0) 24 52 / 9 57 46 61

Die Sache mit dem Unterdruck und der gefährlichen Zündvorverstellung im Gebirge
stimmt leider auch nicht ganz.

Hier ein Auszug:
Braucht man trotz elektronischer 123ignition Zündung immer noch den Unterdruckanschluss und wozu ist dieser gut?
Bei laufendem Motor bildet sich im Ansaugtrakt ein Unterdruck, weil der Motor durch die Auf- und Abwärtsbewegung der Kolben in den Zylindern und dem Öffnen und Schließen der Ventile Benzin-Luftgemisch ansaugt, diesem Luftstrom sich aber verschiedene Widerstände entgegenstellen. An erster Stelle dieser Widerstände steht die Drosselklappe, deren Öffnungsgrad mit dem Gaspedal gesteuert wird.
Ist die Drosselklappe weitestgehend geschlossen (d. h., das Gaspedal ist nicht oder nur wenig betätigt) und der Motor läuft mit erhöhter Drehzahl (Teillastbereich), werden die Brennräume nicht optimal befüllt und die Verbrennung findet leicht verzögert statt. Um dieser Verzögerung Rechnung zu tragen, wird der Zündzeitpunkt unter diesen Umständen (großer Unterdruck im Ansaugtrakt) Richtung früh verstellt. Dies bewirkt, dass nun trotz verlangsamter Verbrennung der Druckpunkt auf den Kolben in seiner Abwärtsbewegung im Arbeitstakt zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.
Die 123ignition benötigt, wie konventionelle Zündverteiler auch, diesen "Input", also eine Information, wie groß der Unterdruck im Ansaugtrakt ist, um den Zündzeitpunkt entsprechend Richtung früh verstellen zu können.
Fahrzeuge, die im Motorsport eingesetzt werden, benötigen diesen Anschluss meist nicht, da sie vorwiegend im Volllastbereich betrieben werden. Im Volllastbereich entsteht im Ansaugtrakt kein bzw. nur sehr wenig Unterdruck, da die Drosselklappe in dem Bereich komplett geöffnet ist.
Verschiedene Vergasertypen eignen sich nicht zur Abnahme des Unterdrucks aus dem Ansaugtrakt. Uns sind nur sehr wenige Fahrzeuge mit Webervergasern bekannt, die eine zusätzliche Frühverstellung durch Unterdruck besitzen.
Generell sollten Sie eine 123ignition mit Unterdruckanschluss ordern, wenn der Originalverteiler eine Unterdruckdose hat. 123ignition Verteiler mit Unterdruckanschluss können auch ohne Anschluss des Unterdruckschlauchs betrieben werden. Dabei findet einfach keine unterdruckabhängige Verstellung (sondern nur die drehzahlabhängige Verstellung) statt.




Glaubst Du wirklich, das die Entwickler dieser Zündanlage das Risiko eingehen würden,

reihenweise hochpreisige Porsche, Dailmer u.s.w. Motoren in den Himmel zuschicken ?

:bier: viele Grüße Rolf

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von GoldenerOktober *001 » 25.01.2018 00:05

Er hats noch immer nicht verstanden, aber das hatte ich ja schon vorher gemutmaßt...
Und dabei hats der Thomas doch so schön erklärt.
Schade!
Mit dem Bus da steckenbleiben, wo die Anderen erst gar nicht hinkommen...

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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 25.01.2018 01:03

Luftschaufler hat geschrieben:
24.01.2018 22:19
Glaubst Du wirklich, das die Entwickler dieser Zündanlage das Risiko eingehen würden,

reihenweise hochpreisige Porsche, Dailmer u.s.w. Motoren in den Himmel zuschicken ?
Ich glaube das nicht nur, ich weiß das.
Wenn du mir nicht glauben solltest, pack dir nächstes mal die Zündblitzpistole ein, fahr auf den Großglockner und miss mal deine 7,5° Frühzündung nach.
Du wirst dann feststellen das die bei 17,5° liegen werden.
Und dann versuch dir noch einmal den Unterschied zwischen einem Differenzdrucksensor und einem Absolutdrucksensor ins Gedächtnis zu rufen:
http://cdn-reichelt.de/documents/datenb ... 5100DP.pdf
Luftschaufler hat geschrieben:
24.01.2018 22:19
Genau hier ist Dein Denkfehler !
Oder deiner :wink:
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Sgt. Pepper » 25.01.2018 10:18

Luftschaufler hat geschrieben:
24.01.2018 22:19
Bei der statischen Grundeinstellung, Zitat Einbauanleitung:

"Der Motor ist am Ende des Kompressionstakts des 1 Zylinders zu bringen" !!!

Das bedeutet, das sich der Kolben des 1. Zylinders genau am oberen Wendepunkt also im OT und nicht ZZP befindet !! Das ist auch die Position zum Einstellen der Ventile !!!

In dieser Position wird die 123 Ingnition in Grundeinstellung mit der grünen LED gebracht.

Wenn wir von der Serieneinstellung des Boschverteilers (0231 168 005P) für den Cj Motor ausgehen,
haben wir jetzt im Standgas ( 900 +- 50 Umdrehungen ) genau den ZZP von 7.5° vor OT.

Deine Angabe ist somit nicht richtig.

Zitat:

„Die 7,5° von der Grundeinstellung werden auf die Einstellwerte der Verteiler addiert. Von daher sind deine Einstellungen alle 7,5° zu spät „
Nö, das ist nachwievor einfach nur der OT des 1. Zylinders und damit die Position von der aus dann der Verteiler auf die 7,5° v.OT gestellt wird. Beim Serienverteiler stellt man diesen entsprechend per Verdrehen so ein, oder beim 123 über die Kurve. Aber dem Verteiler muss das erstmal "gesagt" werden also in den entsprechenden Kurven eingestellt werden, dass er in dieser Position immer 7,5° v.OT Zünden soll. Tut man das nicht, funkt der halt im OT oder irgendwelchen anderen voreingestellten Positionen.
Du könntest aber auch sicherlich den Verteiler im OT manuell durch Verdrehen auf die 7,5° v.OT stellen. Das ist aber nicht im Sinn der Entwickler.

Luftschaufler hat geschrieben:
24.01.2018 22:19

Die Sache mit dem Unterdruck und der gefährlichen Zündvorverstellung im Gebirge
stimmt leider auch nicht ganz.
Wenn du dir genau durchliest was in der Anleitung steht dann verstehst du auch Thomas Einwände. Im normalen Betrieb tritt der Unterdruck für die Zündverstellung ja nicht über den gesamte Drehzahlbereich auf, sondern lediglich dann wenn die Drosselklappe grade öffnet. Bei vollgas hast du also keinen Unterdruck für die Zündverstellung. Da der Sensor des 123 eben nur den Absolutdruck misst und eben nur eine feste Verstellung abhängig von den Werten dieses Sensors besitzt, verstellt der eben bei niedrigem Luftdruck schon die Zündkurve entsprechend der Einstellwerte. Daran ist leider nix zu rütteln, außer die haben in der Zwischenzeit den Sensor getauscht, eben hin zum genannten Differenzdrucksensor.

Soweit ich das von Thomas weiß, hat er bereits mit der Herstellerfirma telefoniert und sie haben auch eingeräumt, dass sie solche Betriebsbedingungen nicht mit berücksichtigt haben. In Holland gibt es nunmal keine Berge...
Was man prüfen sollte ist, ob es eine eingebaute Begrenzung der Frühzündung gibt. Also z.B. 40° v. OT unabhängig der jeweiligen Sensorwerte nicht überschritten werden kann. Steht sowas in der Anleitung?

Und verstehe mich bitte nicht falsch, das Teil ist keinesfalls Mist sondern schon richtig klasse. Aber es ist halt ein Kompromiss und wie jeder Kompromiss gibt es Einschränkungen. Die von Thomas genannten und kritisierten Bedingungen sind schon Extremwerte und keiner von uns ist Wirt auf dem Großglockner und fährt da jeden Tag rauf und runter.

Grüße,
Stephan
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Re: Erfahrungen 1-2-3 Ignition

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 25.01.2018 12:40

Moin,

ich habe heute noch einmal in die Anleitung geschaut und da steht immer noch folgendes:
Die
Horizontalachse zeigt das Vakuum an, aber dies in Bezug auf den Umgebungsdruck und
Millimeter -Hg (dies ist kein standarisierter Wert: 123ignition verwendet kP (kiloPascal) und den
absoluten Verteilerdruck.
Luftschaufler hat geschrieben:
24.01.2018 22:19
Die statische Grundeinstellung eines 4 Taktmotors ist n i c h t zu verwechseln mit dem statischen Zündzeitpunkt ZZP !!!

Genau hier ist Dein Denkfehler !

Bei der statischen Grundeinstellung, Zitat Einbauanleitung:

"Der Motor ist am Ende des Kompressionstakts des 1 Zylinders zu bringen" !!!
Wenn du den Verteiler mit der grünen LED auf OT null stellst, dann musst du folgendes in deine Software eintragen:
123_Zündung.JPG
(Von mir würde ich das nur bis 500m Umgebungshöhe frei geben, wenn man das mit dem 123Verteiler fährt.)
Dann hast du im Standgas deine 7,5° vOT und die additiven Verstellkurven.

Damit würde im Flachland der Verteiler das machen, was auch ein original Verteiler macht.
Das Einzige Problem ist und bleibt bei diesem Ding die Unterdruckverstellung, die nach Absolutwerten gesteuert wird.
Hier noch einmal der Höhenabhängige Luftdruck (Wittelwerte, es hängt ja vom Wetterab)
0 m 100 % 101 kPa
500 m 93,8 % 95,0 kPa
1000 m 88,0 % 89,1 kPa
1500 m 82,5 % 83,5 kPa ca, 2,5° minimale Fehlstelung
2000 m 77,4 % 78,3 kPa ca. 6° minimale Fehlstelung
2500 m 72,5 % 73,5 kPa 10° minimale Fehlstellung

Und was meine ich nun mit minimaler Fehlstellung?
Da der 123 Verteiler nicht den relativen Druck hinter der Drosselklappe misst, sondern den absoluten Druck,
glaubt der Verteiler z.B. auf 1500m Höhe das der Motor auch bei Vollgas im Teillastbereich ist und zündet aufgrund des geringen Luftdrucks 6° zu früh.

Um jetzt bei den 1500m mit 83,5 kPa als Beispiel zu bleiben:
Der Verteiler darf eigentlich erst bei 83,5kPa-12,7kPa=70,8kPa mit der Unterdruckverstellung beginnen.
Der 123Verteiler beginnt hier aber schon bei 87kPamit der Frühverstellung.

Und jetzt meine Frage an Rolf, ist meine Aussage falsch oder richtig? Von mir aus auch nur für die letzten drei Zeilen.

Und ja, ich hatte 2014 intensiven Mailkontakt mit dem Hersteller und habe mich mit dem Produkt auseinander gesetzt.
Das Ende war in etwas so, das sie nichts ändern wollten, da man dann ja die Bedienungsanleitung ändern müsste.
Ich habe die Mail nach vier Jahren aber nicht mehr hier.
Mach dir doch mal den Spaß und frag selber nach.
forum/viewtopic.php?f=7&t=6439&start=75


Nicht alles was Geld gekostet hat, ist automatisch richtig...

Viele Grüße,
Thomas
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