Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Hier gehören Reiseberichte hinein, Infos zu Campingplätzen, Infos über Routen. Bitte dazu die entsprechenden Hinweise und Regeln beachten.

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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 05.11.2019 19:04

Hier noch etwas halbwegs aktuelle Hintergrundinfo zu Tunesien:

http://trackspatz.de/blog-aktuell/reise ... t-tunesien

Diese Pärchen war Anfang 2018 für zwei Monate in Tunesien unterwegs.

Vielleicht können wir ja schon mal vorsichtig die POIs (places of interest) sammeln...?
  • Ksar Ghilane (römische Ruine am Wüstenrand, im Ort ein schöner Campingplatz mit warmer Quelle zum Baden)
  • Ain Essbat/Essebet/sebt (Mini-Camp nicht weit von Ksar, auch mit Quelle - für unsere T2 erreichbar?)
  • Matmata (Berberdorf mit Höhlenwohnungen)
  • Chott el-Djerid (der große Salzsee)
Rolf-Stephan Badura: Danke für die Packliste - da kommt bestimmt noch was dazu ;) . Aber das Schöne ist: da wir als Gruppe fahren, muss nicht jeder alles mitschleppen (Sandbleche zB). Apropos: gibt inzwischen ja auch viele aus Kunststoff, die entsprechend leichter und ggf handlicher sind. Kennt jemand Erfahrungsbreichte/Tests/Vergleiche?

Grüße

der Kai
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura » 05.11.2019 21:46

Hallo Kai,
KaiBLN *529 hat geschrieben:
05.11.2019 19:04
...Sandbleche zB.
Apropos: gibt inzwischen ja auch viele aus Kunststoff, die entsprechend leichter und ggf handlicher sind.
Meine beiden gebrauchten 150 x 35 cm Alu-Luftlandebleche habe ich für um 100 € bekommen.
Die alten Dinger passen optisch besser zum Oldtimer als das moderne Plastezeugs - ist aber Geschmackssache.

Günstige neue Kunststoff-"Sandbleche" kosten so 100 - 250 € pro Stück.
Gute Kunststoff-"Sandbleche" haben natürlich Vorteile - wenn sie wegschießen weniger Schäden an Fahrzeug und Personen, teilweise besser Grip beim Auffahren, leichter, manche biegsam - aber daher auch nicht alle zum Überwinden von Gräben.
Hier kann man sich aber z.B. auch welche mieten: https://sandbleche.de/sandblech-vermietung.html.
(oder dort auch ab 10 Stück in eigner Farbe und Schriftzug wie "bulli.org" bestellen :wink: )

Grüße,

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Wolfgang T2b *354
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 05.11.2019 22:06

Hallo allerseits,

ist ein verdammt interessantes Thema. Wir würden sicher gern mitfahren und waren auch schon mehrfach in Algerien und Tunesien mit dem Bus (und dann wäre auch einer aus dem Süden dabei). Aber wir wollen zu dieser Zeit drei Länder weiter südlich sein.

Wenn Ihr tatsächlich ein bisschen im Sand spielen wollt - und das würde ich Euch dringend empfehlen -, dann nehmt eine ordentliche Luftpumpe mit, ein Brett zum Unterlegen (im Sand pumpen geht nicht gut) oder einen größeren Kompressor (die kleinen werden zu schnell heiß). Wenn es richtig tiefer Sand ist, fahren wir streckenweise mit 0,5 bar Druck auf den Reifen, was bei 2,5 t Gewicht grenzwertig ist. Aber dann kannst du mit vielen Geländewagen mithalten. Und wenn der Bus noch einen 0,5ten Gang hätte, wär's perfekt. Wir haben auf allen Reifen Schläuche drauf, das macht das Fahren mit schlappem Luftdruck leichter. Ich würde auch zwei Ersatzräder mitnehmen.

Außerdem wäre ein langes Abschleppseil nicht schlecht, damit der Ziehende nicht unmittelbar vor dir im Sand anfahren muss, sondern sich eine festere Stelle suchen kann. Wir haben 60 m eines 2,8 t-Seils dabei. Das wiegt so gut wie nichts, wenn es aus Kevlar, Dyneema oder Ähnlichem besteht (... und der Geldbeutel wiegt danach auch nicht mehr viel).

Es muss ja nicht jeder alles dabei haben, dass ist bei Euch der große Vorteil gegenüber uns.

Wenn ich diesen Thread lese, dann juckt's mir in den Fingern, aber man kann nicht alles haben.

Viel Spaß bei der Planung

Wolfgang

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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 05.11.2019 22:40

Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:
05.11.2019 22:06
Hallo allerseits,

ist ein verdammt interessantes Thema. Wir würden sicher gern mitfahren und waren auch schon mehrfach in Algerien und Tunesien mit dem Bus (und dann wäre auch einer aus dem Süden dabei). Aber wir wollen zu dieser Zeit drei Länder weiter südlich sein.

Wenn Ihr tatsächlich ein bisschen im Sand spielen wollt - und das würde ich Euch dringend empfehlen -, dann nehmt eine ordentliche Luftpumpe mit, ein Brett zum Unterlegen (im Sand pumpen geht nicht gut) oder einen größeren Kompressor (die kleinen werden zu schnell heiß). Wenn es richtig tiefer Sand ist, fahren wir streckenweise mit 0,5 bar Druck auf den Reifen, was bei 2,5 t Gewicht grenzwertig ist. Aber dann kannst du mit vielen Geländewagen mithalten. Und wenn der Bus noch einen 0,5ten Gang hätte, wär's perfekt. Wir haben auf allen Reifen Schläuche drauf, das macht das Fahren mit schlappem Luftdruck leichter. Ich würde auch zwei Ersatzräder mitnehmen.

Außerdem wäre ein langes Abschleppseil nicht schlecht, damit der Ziehende nicht unmittelbar vor dir im Sand anfahren muss, sondern sich eine festere Stelle suchen kann. Wir haben 60 m eines 2,8 t-Seils dabei. Das wiegt so gut wie nichts, wenn es aus Kevlar, Dyneema oder Ähnlichem besteht (... und der Geldbeutel wiegt danach auch nicht mehr viel).

Es muss ja nicht jeder alles dabei haben, dass ist bei Euch der große Vorteil gegenüber uns.

Wenn ich diesen Thread lese, dann juckt's mir in den Fingern, aber man kann nicht alles haben.

Viel Spaß bei der Planung

Wolfgang
Lieber Wolfgang,

ich freue mich so, dass du diesen Thread gefunden hast, ich hätte dich sonst persönlich eingeladen, schließlich hast du T2-Afrika-Erfahrung, die keiner von uns (die aktuell im Thread sind - ich hätte da noch 1-2 Gäste im Visier :D ) erreicht.

Danke für deine Tipps - die von T2-Fahrern mit reichlich Praxs sind eben am wertvollsten. Bitte gib weiterhin nach Belieben deinen Senf dazu...es kann nur helfen ;) Das mit dem extra langen Seil zB war mir gar nicht so bewusst, aber wenn ich die zahlreichen Bergungs-Videos, die ich mir angesehen habe, Revue passieren lasse - du hast total recht!

Grüßen aus'm Osten

Kai

PS: In Nigeria wollt ihr sein? Im Ernst? Keine 10 Kamele bekämen mich dahin (aber vielleicht bin ich auch nunr ein Weichei :D )
PPS: Kompressor! Auch meine Idee - wer will schon 4 Reifen mit dem Fuß aufpumpen. Aber auf dem Gebiet der Technik hat sich bestimmt viel getan, siehe auch Sand"bleche"...da werd ich mal in den angesagten Foren nachfragen...
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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 05.11.2019 22:44

Rolf-Stephan Badura hat geschrieben:
05.11.2019 21:46
Hallo Kai,

Hier kann man sich aber z.B. auch welche mieten: https://sandbleche.de/sandblech-vermietung.html.
(oder dort auch ab 10 Stück in eigner Farbe und Schriftzug wie "bulli.org" bestellen :wink: )

Grüße,
"Mieten" - das ist ja mal cool! Grad für so eine Truppe, wie die unsere. Oder die IG T2 sponsort die Dinger gegen den Werbeaufdruck :steine:
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aircooled68
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von aircooled68 » 05.11.2019 22:45

Was für Reifen würdest du empfehlen?

Bisher gibt es einfache 10 Jahre alte 185er Straßenreifen.

Gruß Jan
http://www.vw-mplate.com/mplate-250.htm
https://vw-type2-id.xyz/mplate/22138101
Typ 4 (CA) - 1679cc, 49 kW (66 PS)
Vmax = 141km/h
A89 (1972) = 032 094 206 506 511 616

Jan *779

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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 05.11.2019 22:55

Glaubensfrage!
Ich glaube, der Reifen spielt nicht so eine große Rolle. Im Prinzip ist im Sand der breitere Reifen besser - außer bei den schwächer motorisierten Bullis (wie meiner).
Neu war für mich Wolfgangs Aussage zur Bevorzungung von Schlauchreifen - auch wenn ich selber welche fahre.
1993 mit dem Käfer in Ägypten (12.000 km allein im Land unterwegs) hatte ich nur einen Platten - auf der "Stadtautobahn" von Kairo. Wegens eines Schlaglochs, in dem Wasser stand, dem ich aber nicht ausweichen konnte. Selbst auf der als berüchtigt verschrienen Strecke zwischen den Oasen Siwa und Bahariyya, wo jeder sagte: nimm auf jeden Fall zwei Reserveräder mit, war gar nichts.
Hardcore-Sandprofis fahren Ballonreifen mit "Schöpfkellen" - das wäre für uns übertrieben. Besonders grobes Profil bringt auch nichts - weder im Sand als auf Schotter. Also alles easy ;)
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Mani
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von Mani » 06.11.2019 00:02

Rolf-Stephan,

wenn du für deinen Dachträger zu große sandbleche hast, musst du die nicht zerschnippeln. Die passen doch bestimmt bei irgendwem (zb. mir) aufs Dach.
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Matthias S.
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von Matthias S. » 06.11.2019 01:08

Es wurde ja bereits das Thema Luftfilter angesprochen. Dicke Staubschichten habe ich ja meistens auch nach meinen Urlauben im Motorraum, bisher war nie ein Problem, aber Sand ist ja noch eine andere Nummer.
Ich hatte mal ein Surferbus übernommen, der Stand zuvor auf der Halbinsel Röhm im Sandsturm, Sand war wirklich überall im Auto. Auch im Motor, der Ölkühler war geplatzt, da Sand den Öldruckregelkolben blockierte. An genaue Details erinnere ich mich nicht mehr, war um 1990, also schon ein Weilchen her, aber ich habe nicht herausgefunden, wie der Sand in den Ölkreislauf kam.
Auch dass der Sand sich in den Simmering vom Getriebe arbeitet habe ich letztens von einem 32B Syncro, der ab und zu in Ägypten im Sandkasten spielt, gelesen. Ich denke wichtig ist alle Schläuche und Dichtungen zu prüfen, dann sollte das schon gehen. Nicht dass ich Angst um Fahrzeug oder den Motor hätte, aber Sand an der falschen Stelle führt halt ganz schnell zum kapitalen Schaden. Eine Idee wären auch die Abdeckungen für die Luftschlitze, die ja hier im Forum angeboten werden, eigentlich zum Brandschutz, aber im Falle eines Sandsturms sicher nützlich.

Reifen: ich hab gerade neue 185 drauf, ich schätze eigentlich die verstärkten Transporterreifen wegen ihrer stabilen Flanke, ich hatte noch nie eine Reifenpanne auf steinigen Pisten obwohl die Reifen als nach den Touren ziemlich zerkaut aussehen. Da ist bei PKWreifen viel schneller die Luft raus, wie ich schon erfahren musste. Erwarten uns in Tunesien auch steinige Pisten oder nur Sand? Sonst wären ja die 205/70 besser geeignet, aber die haben eben eine schwächere Flanke. Kompressor habe ich an Bord für meine Monroe Airmax, aber ob der öfter Reifen aufpumpen mitmacht würde ich mal bezweifeln. ist ja noch Zeit für Optimierung...

Grüße, Matthias

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Wolfgang T2b *354
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 06.11.2019 01:33

Hallo,
KaiBLN *529 hat geschrieben:
05.11.2019 22:40
PS: In Nigeria wollt ihr sein? Im Ernst? Keine 10 Kamele bekämen mich dahin (aber vielleicht bin ich auch nunr ein Weichei :D )
Mich kriegt im Augenblick da auch keiner hin. Um präzise zu sein: wir wollen drei Länder weiter südöstlich sein, nicht direkt südlich. Äthiopien. Doch da rumpelt es im Augenblick auch ein wenig und wir hoffen, dass sich das bis dahin wieder beruhigt.
KaiBLN *529 hat geschrieben:
05.11.2019 22:40
PPS: Kompressor! Auch meine Idee - wer will schon 4 Reifen mit dem Fuß aufpumpen. Aber auf dem Gebiet der Technik hat sich bestimmt viel getan, siehe auch Sand"bleche"...da werd ich mal in den angesagten Foren nachfragen...
Ich muss allerdings zugeben, dass ich meinen Kompressor wieder rausgeschmissen habe. Mit dem dauerte es genauso lange wie mit einer guten Fußpumpe, wenn man die Abkühlzeiten mit einrechnet. Und er war deutlich schwerer und schlechter zu reparieren. Fußpumpe ist deppensicher.

In diesem Zusammenhang war eine meiner besten Investitionen eine elektronische Reifendrucküberwachung. Gerade, wenn Du im Sand mit niedrigem Luftdruck fährst, ist der Unterschied zum Plattfuß nicht sofort zu merken. Im Sand nörgelt die Elektronik zwar immer sehr eindringlich, aber das kann man abschalten. Man sieht ja direkt den Druck auf der Anzeige.

Wir haben übrigens 195er Reifen drauf (Vollquerschnitt für Leicht-Lkw), die haben einen bärigen Lastindex und sind ziemlich robust. Ich würde auch nicht mit abgelatschten Reifen fahren. Die Jungs, die uns rausgezogen haben, hatten immer reichlich Profil. Die Gefahr, sich mit tiefem Profil auch tief einzugraben ist bei unseren satten 50 PS nicht wirklich gegeben. Die Schläuche haben wir übrigens nicht wegen des Sandes drunter, sondern wegen des Mangels an Reifenwerkstätten und vor allem Reifenaufziehmaschinen in manchen Gegenden. Ohne Strom geht's halt nur von Hand und entsprechend sehen die Dichtflächen an den Felgen aus.

Lange Seile haben nebenbei noch den Charme, dass sie mehr Energie aufnehmen können, sprich, dass sie elastischer sind, was für die Zugmaschine das Anfahren im Sand erleichtert.

Das Thema Sandbleche wird zwar immer heiß diskutiert, aber wir haben unsere vorwiegend dann gebraucht, wenn wir allein unterwegs waren. Und das seid Ihr ja nicht. Rausziehen oder schieben geht schneller.

Ich freue mich, dass mal wieder Busse artgerecht bewegt werden :gut: :gut: :gut: .

Viel Spaß

Wolfgang

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THorst
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von THorst » 10.11.2019 17:56

Hallo Kai, Hallo Ihr Reiselustigen,

für den Fall, dass diese Reisegruppe noch einen weiteren Thomas verkraften kann, möchte ich uns gerne hier einklinken.
"Uns" heißt in diesem Fall: meine Frau Anja und ich, sowie unser roter 68er T2a.
Kai hat mich dankenswerterweise auf seine Idee hingewiesen und nachdem ich ein wenig über Tunesien gelesen
habe bin ich Feuer und Flamme.
Mit einem Fahrzeug waren wir noch nie in Nordafrika, ein wenig Wüstenerfahrung können wir aber schon beisteuern, allerdings
bisher nur Südafrika und vor allem Namibia (Namib, Skelettküste) mit einem geliehenen 4x4 Camper.
Zur Diskussion um die Fähre:
Als absolute Korsika / Sardinien Fans haben wir beide Optionen einige Male genutzt, also Genua über Nacht vs. Livorno & Co
im Süden. Inzwischen bin ich ein Freund der Genua Variante: Man kommt morgens gut ausgeschlafen an und der Preisunterschied
ist nicht so groß, bedenkt die Autobahnmaut und Spritpreise in Italien. Aber dies ist nur meine Meinung, man kann sich ja auch
in Tunesien treffen.
Gruss Thomas

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vauweh
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von vauweh » 14.11.2019 08:06

Lieber Kai, danke dass Du mich per PN auf den Thread aufmerksam gemacht hast. Die Aufforderung im Eingangsthread hatte ich natürlich nicht gesehen. sorry.

Meine Bulli-Nordafrikareisen sind nun schon ein paar Jahrzehnte vorbei (Anfang der 80er Jahre), also sind meine Eindrücke von Land und Leuten nicht die Aktuellsten. Aber nach den diversen Schilderungen hier hat sich nicht viel geändert, die Händler und bettelnden Kinder in Städten waren damals schon in Marokko und Ägypten viel schlimmer. Tunesien und Algerien waren im Vergleich dazu immer sehr angenehm und entspannt.

Ein paar Tipps kann ich aber gerne beisteuern. War damals mit dem gleichen T2/50PS unterwegs den ich immer noch habe.

Auch längere und weiche Sandpassagen sind eigentlich kein Problem. Wir hatten dazu ein zusätzliches Reifenpaar mit: ganz abgefahrene 205er, fast ohne Profil, vom Schrottplatz. Soll im Sand ja nicht graben! Mit Schlauch drin und nur 0.5 bar um die größtmögliche Auflagefläche zu haben. Die haben wir vor langen Sandpassagen hinten montiert und damit gings flugs, fast wie auf einem Raupenfahrwerk, über jedes Sandfeld. Vorne natürlich auch anständig Luft rauslassen (und dazu ist es gut wenn da auch Schläuche drin sind). Wenns wieder steinig wird, dann vorne aufpumpen (eine gute 12V Pumpe spart viel Schweiß) und einstweilen hinten Reifen umstecken. Geht ruckzuck und in der halben Zeit als 4 Reifen aufpumpen. Auf richtig steinigen Passagen lieber etwas mehr Reifendruck als normal. Das schützt die Reifenflanken vor scharfen Steinen.

Ein großes dickes Holzbrett ist auch ganz wichtig falls Du wirklich einsandest. Das passiert meist auf engen Passagen mit tiefen LKW Spuren. Da versucht man ja ohnehin nicht in der Spur zu fahren, aber wenn man in die Spur abrutscht dann sitzt man auf. Ohne Brettunterlage nützt da der beste Wagenheber nichts und den Hügel unter dem aufsitzenden Bulli kriegst Du nicht so leicht weg. Aufheben, Sandbleche drunter und wieder aus den Spurrinnen raus.

Nimm bitte eine richtige Schaufel mit! Klappspaten oder Outdoordinger sehen ja cool aus, aber das was im Baumarkt an Leute verkauft wird, die den ganzen Tag lang Beton mischen, schaufelt einfach am besten.

Unterschätz den Spritverbrauch in schwerem Gelände nicht. Statt 10l/100km können es dann schon auch mal 20l werden. Also genug Benzinkanister mitnehmen!

Ölthermometer einbauen falls Du das nicht ohnehin hast. Wird zwar auch bei Wüstentemperaturen nicht so heiß wie auf langen Autobahnfahrten, aber beobachten schadet nie. Und wenn im Sand der Rollwiderstand hoch ist, fahrst auch mit 25 km/h richtig Vollgas.

Sonstige Ausrüstungsratschläge hier: http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... frame.html
Nachgerüstet hatte ich das Schutzblech unter dem Getriebe und den Steinschlagschutz unter dem Motor.
Auf die Blechwanne vorne unten hatte ich vor dem Lenkgetriebe aussen ein richtig dickes Blech aufschweissen lassen. Dort rumst es immer. Blech drauf hilft.

Noch was zum Wohlbefinden: Auch in der Wüste wirds in der Nacht nicht immer kühl und alles offen lassen will man auch nicht. Bastel Dir einen Heckklappenaussteller (viewtopic.php?f=18&t=15132). Und vergiß No-bite nicht! Sandflöhe sind fiese Viecher.

Zum Schluss noch was zu Sicherheit: Nie in einem Wadi campieren! Auch wenns noch so schön ist unter den Bäumen! Irgendwo 100 km entfernt regnet es und dann kommt plötzlich eine Sturzflut. Die Gefahr in der Wüste zu ertrinken ist größer als zu verdursten.

Ach ja, und nochwas: In Tunis nicht im Parkverbot parken ... und wenn schon, dann nicht mit eingelegtem Rückwärtsgang. Hatten wir gemacht und wurden abgeschleppt (einfach vorne aufgehoben und nach vorne weggeschleppt). Der Motor hat's überlebt aber von Genua nachhause brauchte ich einen Liter Öl alle 50 km :roll:

Soviel für heute. Mitfahren steht eher nicht am Plan, weil es noch soooo viele Plätze gibt wo ich noch nicht war. Rückfragen aber jederzeit gerne.

Liebe Grüße
Felix
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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 14.11.2019 18:00

Lieber Thomas, lieber Felix,

willkommen in dieser illustren Runde :D

@Thomas: es gibt nie zu viele Thomae :P
Das Thema Fähre ist vermutlich zur Klärung noch zu früh, da kann sich noch einiges ändern. Vermutlich wird eh der eine Teil so, der andere Teil anders fahren. Das hindert ja auch nicht ;)

@Felix: Danke für deine wertvollen Tipps!
Cool, dass du berichten kannst, dass der Bulli durchaus auch sandtauglich ist. Und wie Wolfgang schon schrieb: es ist ja immer jemand zum Rausziehen dabei. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich nicht alleine fahren möchte :wink: . Übrigens Wolfgang: danke für den Tipp mit dem laaangen Seil. Aber Felix: zwei Reifen wechseln geht schneller als 2x Luft aufpumpen? Echt? (k.A., hab noch nie von Hand Luft gepumpt)

Bei der Blechwanne geht es ja eigentlich nur um den Schutz fürs Lenkgetriebe - richtig?

Re: Ausrüstungsratschläge: Felix und Wolfgang: schreibt doch bitte mal, welche Teile ihr wirklich benötigt habt in Afrika und auf wieviele Kilometer. Die Liste von VW ist ja ellenlang.
Auf meiner Ägyptentour mit dem Käfer (12.000 km An- und Abreise, 12.000 km in Ägypten) habe ich genau einen Platten gehabt (in Kairo!) sowie bereits in Istanbul einen streikenden Scheibenwischermotor, der aber nur etwas Fett brauchte. Alle anderen Ersatzteile habe ich umsonst mitgeschleppt.
Bei den 15 Goldenen Oktobertouren (ganz grob geschätzt 22.000 Alpenkilometer, plus An- und Abreise) ist 1x das Kupplungsseil gerissen, einmal die Zylinderkopfdichtung spontan undicht geworden, ein Antriebsgelenk wurde mal laut, hat aber noch bis zu Hause gehalten, auf meinem Roadtrip 2017 (11.000 km) hat das RaLa hinten den Geist aufgegeben, aber auch noch bis zu Hause gehalten (musste nur jeden zweiten Tag Fett reindrücken). Reifenpanne hatte ich mehrfach auf dem Heimweg, weil das Ventil abgerissen war (falsche Montage des Schlauchs?).
Grundsätzlich habe ich inzwischen dabei, weil klein und billig ist, aber fürs Weiterkommen essentiell: Gas- und Kupplungszug, Unterbrecherkontakt, ZKD, 1 Zündkerze. Zu erwägen wären Lima-Kohlen (gell Polle?), Regler, Zündspule.

Apropos Wadi: zum Schluss noch was zum Schmunzeln: https://herman-unterwegs.de/campe-nicht-im-wadi/

Gruß in die Runde

Kai
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vauweh
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von vauweh » 14.11.2019 23:44

KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
@Aber Felix: zwei Reifen wechseln geht schneller als 2x Luft aufpumpen? Echt? (k.A., hab noch nie von Hand Luft gepumpt)
Zumindest gleich schnell, vor allem wenn Du noch einen funktionierenden Originalwagenheber hast. Reinstecken, hochkurbeln, 5 Schrauben ab, anderes Rad dran, 5 Schrauben rein, runterkurbeln. Mehr als 5 Minuten braucht das nicht und einstweilen hat der Kompressor auch schon ein Vorderrad aufgepumpt. Nach 10 Minuten gehts weiter.
Lohnt sich aber nur wenn Du den Vorteil extrem breiter Hinterräder ausnutzen willst (Zusatzvorteil: zwei zusätzliche Reserveräder). Ansonsten besser: den Kompressor 4 Reifen aufpumpen lassen und einstweilen eine gemütliche Kaffeepause machen. :D
KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
Bei der Blechwanne geht es ja eigentlich nur um den Schutz fürs Lenkgetriebe - richtig?
Ja genau. Find ich beruhigend.
KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
Felix und Wolfgang: schreibt doch bitte mal, welche Teile ihr wirklich benötigt habt in Afrika und auf wieviele Kilometer. Die Liste von VW ist ja ellenlang.
Na ja, damals war der Bulli ja fast noch neu. Wirkliche Pannen (bei denen wir stehen blieben) auf 6 Saharareisen (Marokko, Westsahara, Algerien, Tunesien, Ägypten) mit insgesamt ca. 50,000 km waren: ein kleiner Kabelbrand, eine aus ungeklärten Ursachen zerfetzte Verteilerkappe, ein verschmorter Zündkontakt, und eine Benzinpumpe bei der sich die Achse gelöst hatte und weg war. Sonst noch: ein Stossdämpfergummi und ein Stabilisator der einen grossen Stein nicht mochte.
Mit hatten wir alles was klein, essentiell und leicht war. Damals(!) hat uns das immer unsere VW-Werkstätte kostenlos (gegen eine Ansichtskarte) zusammengestellt und nach Rückkehr haben wir einfach alles was wir nicht gebraucht hatten zurückgegeben, Ja damals halt :D
Mitnehmen würde ich alles was dazu dient Benzin in den Motor zu kriegen (Pumpe, Filter, Schlauch) und Funken zu erzeugen (Lima-Kohlen, Keilriemen, Regler, Spule, Kondensator, Zündkontakt, Verteilerfinger, Kappe, Zündkabel, Zündkerzen). Zweitbatterie mit Trennrelais oder Li-Starterpack. Weiters Gas- und Kupplungsseil und 1 vo. und hi. Radlager. Vielleicht, wenns zuhause eh rumliegt, eine Lima und einen Anlasser. Dazu noch Schrauben, Muttern, Eisendraht, Kabel, Isolierband, Klebeband und einen alten Reifenschlauch zum zerschnippeln. Das meiste davon hab ich auch heute immer zur Sicherheit dabei.

LG
Felix
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Bisserl a Frühgeburt: Produktionsdatum 10/72, Erstanmeldung 11/72 ... drum eigentlich ein 72'er - oder?

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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2021 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 » 15.11.2019 00:21

Lieber Felix,

Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen und Tipps!
vauweh hat geschrieben:
14.11.2019 23:44
KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
@Aber Felix: zwei Reifen wechseln geht schneller als 2x Luft aufpumpen? Echt? (k.A., hab noch nie von Hand Luft gepumpt)
Zumindest gleich schnell, vor allem wenn Du noch einen funktionierenden Originalwagenheber hast. Reinstecken, hochkurbeln, 5 Schrauben ab, anderes Rad dran, 5 Schrauben rein, runterkurbeln. Mehr als 5 Minuten braucht das nicht und einstweilen hat der Kompressor auch schon ein Vorderrad aufgepumpt. Nach 10 Minuten gehts weiter.
Lohnt sich aber nur wenn Du den Vorteil extrem breiter Hinterräder ausnutzen willst (Zusatzvorteil: zwei zusätzliche Reserveräder). Ansonsten besser: den Kompressor 4 Reifen aufpumpen lassen und einstweilen eine gemütliche Kaffeepause machen. :D
Zwei extra Räder würde ich dann erstmal von der Liste streichen, da erstens keine extremen Sandtouren geplant sind und zweitens (hoffentlich) die 12 V Pumpen inzwischen richtig gut sind (nur welche? Die Billigen bestimmt nicht)
vauweh hat geschrieben:
14.11.2019 23:44
KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
Bei der Blechwanne geht es ja eigentlich nur um den Schutz fürs Lenkgetriebe - richtig?
Ja genau. Find ich beruhigend.
Ich erwäge, eine ordentliche Stahlplatte dort anzupunkten. Bei Reparaturbedarf kann die dann wieder abgeflext werden...
vauweh hat geschrieben:
14.11.2019 23:44
KaiBLN *529 hat geschrieben:
14.11.2019 18:00
Felix und Wolfgang: schreibt doch bitte mal, welche Teile ihr wirklich benötigt habt in Afrika und auf wieviele Kilometer. Die Liste von VW ist ja ellenlang.
Na ja, damals war der Bulli ja fast noch neu. Wirkliche Pannen (bei denen wir stehen blieben) auf 6 Saharareisen (Marokko, Westsahara, Algerien, Tunesien, Ägypten) mit insgesamt ca. 50,000 km waren: ein kleiner Kabelbrand, eine aus ungeklärten Ursachen zerfetzte Verteilerkappe, ein verschmorter Zündkontakt, und eine Benzinpumpe bei der sich die Achse gelöst hatte und weg war. Sonst noch: ein Stossdämpfergummi und ein Stabilisator der einen grossen Stein nicht mochte.
Mit hatten wir alles was klein, essentiell und leicht war. Damals(!) hat uns das immer unsere VW-Werkstätte kostenlos (gegen eine Ansichtskarte) zusammengestellt und nach Rückkehr haben wir einfach alles was wir nicht gebraucht hatten zurückgegeben, Ja damals halt :D
Mitnehmen würde ich alles was dazu dient Benzin in den Motor zu kriegen (Pumpe, Filter, Schlauch) und Funken zu erzeugen (Lima-Kohlen, Keilriemen, Regler, Spule, Kondensator, Zündkontakt, Verteilerfinger, Kappe, Zündkabel, Zündkerzen). Zweitbatterie mit Trennrelais oder Li-Starterpack. Weiters Gas- und Kupplungsseil und 1 vo. und hi. Radlager. Vielleicht, wenns zuhause eh rumliegt, eine Lima und einen Anlasser. Dazu noch Schrauben, Muttern, Eisendraht, Kabel, Isolierband, Klebeband und einen alten Reifenschlauch zum zerschnippeln. Das meiste davon hab ich auch heute immer zur Sicherheit dabei.

LG
Felix
Pumpe: nur die Membrane, nehm ich an? Der Rest geht ja nicht kaputt...Spritfilter geht eigentlich auch nicht kaputt (oder meinst du den Leitungsfilter?), Schlauch ist klar ;) Wie gesagt: ganzer Starter oder ganze Lima wär mir zu schwer, kaputt gehen doch eh nur die Kohlen, Kontakte oder es ist Dreck drin!?

LG

Kai
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