Tunesien 2022 - wer kommt mit?

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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 »

Moin Ihr beiden,

ja, das klingt alles sehr plausibel.
Kurz gegoogelt, die Pistenkuh schreibt: Beadlock ist teuer und nicht für alle Felgen verfügbar. Außerdem: "Zusammenfassend: Für ausgedehnte Expeditionen in Gebiete mit aufgeweichten Permafrostböden oder in Wüstengebiete mit extrem weichen Sandstrecken oder schwierig zu querenden Dünenfelder machen Beadlock-Felgen Sinn. Für eine „normale“ Weltreise würde ich eine Sprengringfelge wählen (das ist für LKW)." Und auch: "Schlauch ist keine!!! Alternative".
https://pistenkuh.de/expeditionsmobil/t ... de-ketten/

Gut, das ist dann klar.

Dann als Zusatzfrage an die Erfahrenen: auf welchen Luftdruck runterlassen? Und als Sahnehäubchen: Macht ein Minikompressor zum Wiederaufpumpen Sinn? Wenn ja, welcher? Wie schon anderswo gelesen: die "Billigdinger" machen eher keinen Sinn, weil die ewig brauchen und ggf mit einer sandigen/staubigen Umgebung auch nicht klarkommen...

LG

Kai
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Folxwagen
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Folxwagen »

Ich habe immer eine Fußpumpe mit relativ großem Kolbendurchmesser dabei, die hat mir bisher sehr gute Dienste geleistet. Eine kleine Sperrholzplatte als Unterlage kann auch sinnvoll sein dabei zu haben.

/Ronald
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo Kai,

hier gab's die Diskussion schon mal mit Aussagen von Wolfgang - wir drehen uns im Kreis :wink: :
viewtopic.php?f=18&t=26982&start=120#p261289

Bei Sand sagt man runter bis 50 % Reifendruck. Manche gehen noch weiter runter.
Bin mir aber nicht sicher, ob ich das meinen C-Reifen soweit antue (verstärkte Seitenflanken)?

Normalerweise habe ich immer eine Doppelkolbenfußpumpe dabei... aber pumpe mal einen Reifen und stell Dir das für 4 Reifen in der Sonne vor.
Ich habe noch vom Neuwagen einen Reifennotkompressor im Keller. Den muss ich aber auch noch testen. Auch die Kabellänge :wink:

Grüße,
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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 »

Oh Mann, Asche auf mein Haupt - und mein schlechtes Gedächnis :(
Also: Doppelkolbenpumpe. Und Schläuche!?

"Mit Schlauch drin und nur 0.5 bar um die größtmögliche Auflagefläche zu haben. Die haben wir vor langen Sandpassagen hinten montiert und damit gings flugs, fast wie auf einem Raupenfahrwerk, über jedes Sandfeld. Vorne natürlich auch anständig Luft rauslassen (und dazu ist es gut wenn da auch Schläuche drin sind). Wenns wieder steinig wird, dann vorne aufpumpen (eine gute 12V Pumpe spart viel Schweiß)"

Hab ich mich "damals" schon drüber gewundert.

Vielleicht sollte ich aus den inzwischen 13 Seiten des Threads mal ein paar FAQ extrahieren???

LG

Kai
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Wolfgang T2b *354
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 »

Hallo Kai et al,

das Thema ist auch ein bisschen eine Glaubensfrage. Was da der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich auch nicht, denn es funktioniert nicht nur eine Lösung. Ob besser oder schlechter, ist kaum zu beurteilen, wenn man die jeweiligen Details und Hintergründe nicht kennt.

Trotzdem gibt’s natürlich ein paar ganz rationale Aspekte.

Schlauch oder schlauchlos:
Wir fahren mit Schläuchen. Die Gründe sind banal: kann ich schnell selber wechseln, überall kaufen und mit primitivsten Mitteln flicken (lassen). Doch der Hauptgrund: unsere Felgen sind innen ziemlich ramponiert, weil‘s in vielen Gegenden keine Reifenmontiermaschinen gibt (kein Strom) und die Reifen dann mit abenteuerlichsten Werkzeugen traktiert werden, bis sie runter sind. Zwei Felgen haben dabei ihr Leben gelassen und Ersatz ist nur schwer zu bekommen. Um Schlauchlosreifen auf solchen Felgen dicht zu kriegen, benutzt man in Afrika „Rhino Snot“ (ähh, mhh, Nashornrotze), ein furchtbar klebriges Zeug. Doch ich weiß nicht, ob ich die Reifen dann jemals wieder runterkriege.

Ein Nachteil von Schläuchen ist zweifellos die größere Zahl von Plattfüßen. Wir hatten bisher auf 250.000 km in Afrika 120 davon, aber auch mal vier auf 100 km. Das ist ‘ne Menge und sowohl den Umständen als auch den Schläuchen geschuldet. Ein paar Sandkörner zwischen Decke und Schlauch reichen und nach ein paar tausend Kilometern ist ein Loch gescheuert. Selbst ein vergessener kleiner Aufkleber aus Alufolie im Reifen hat uns schon Schläuche gekostet. Ist alles aber auch schnell wieder repariert.

Ventilabriss:
Hatten wir noch nie, trotz vieler Kilometer mit sehr niedrigem Luftdruck.

Reifendruck im Sand:
Wir bringen gut 2,4 t auf die Waage (voll bewässert und betankt mit 150 l Sprit) und haben Lastindex 106. Auf Sand gehe ich anfangs auf 1-1,5 bar, wenn das nicht reicht, runter bis 0,5. Vor zwei Jahren hatten wir 100 km in einem Rutsch im Tiefsand, immer zwischen 0,5 und 1,5 bar. Keine Panne, kein abgerissenes Ventil! Auch der Landrover, mit dem wir zusammen gefahren sind, hat reichlich Luft rausgelassen. Wir haben trotzdem viele Male fest gesessen, doch dank Landy kein Problem. Ein langes Seil hilft ungemein.

Aber Vorsicht mit der Bodenfreiheit, da fehlen plötzlich etliche Zentimeter. Unser Fahrzeug ist unten geschlossen, so dass wir auch mal mit dem Bauch aufsetzen können. Da darf nichts Empfindliches mehr im Wege sein.

Das Plattfußrisiko im Sand ist extrem hoch (Steine, Dornen, Überhitzen) und vor allem merkt man nicht, wenn der mit 0,5 bar fast platte Reifen plötzlich ganz platt ist. Wir haben deshalb eine Reifendrucküberwachung, was ich sehr empfehlen kann, wenn man so etwas öfters macht. Die gibt ein paar Minuten Vorwarnzeit, so dass man nicht im Kreisverkehr oder an einer doofen Stelle stehen bleiben muss.

Luftpumpe:
Wir hatten eine elektrische und waren, wenn man alle Abkühlzeiten mitrechnet, auch nicht schneller als mit einer guten Doppelkolbenfußpumpe. Seitdem nur noch letzteres, auch aus Gewichtsgründen. Wenn Sand angesaugt wird, hilft nur noch Totalzerlegung. Also immer ein großes stabiles Brett drunter, idealerweise mit ein paar Vertiefungen für die Pumpenfüße. Macht das Leben leichter.

Reifenplatzer:
So etwas geht auch mit Schlauch. Wir hatten drei, davon zwei beim Überholen. Auch hier hilft die Überwachung des Reifendrucks, denn ein Platzer hat in der Regel eine Vorgeschichte.

Meine Empfehlung wäre: nimm die Reifen, die Du hast, egal, ob Schlauch oder nicht, nimm eine ordentliche Fußpumpe mit, zwei komplette Reserverräder, zwei Schläuche, Flickzeugs und ein paar Reifenmontierhebel. Ihr werdet hin und wieder festsitzen und dann wäre ein längeres Seil nett. Das alles muss ja nicht jeder dabei haben, aber in Summe im Konvoi.

Schöne Grüße

Wolfgang
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Sgt. Pepper
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Sgt. Pepper »

Moin Wolfgang,

das sind super Tipps aus erster Hand! :gut:
Wegen des Abschleppseils, würdest du da eher ein statisches Seil oder lieber eines mit Dehnung verwenden?
Ich habe hier auf der Arbeit noch ein schönes langes Statikseil von einer unserer Messbojen liegen (14 t Bruchlast, war nur ein paar Monate auf See) was man nehmen könnte.

Grüße,
Stephan
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Sgt. Pepper hat geschrieben: 04.01.2021 09:10Wegen des Abschleppseils, würdest du da eher ein statisches Seil oder lieber eines mit Dehnung verwenden?
Thema hatten Wolfgang und ich auch schon mal: :thumb: viewtopic.php?f=7&t=19244

Für Fahrzeug zu Fahrzeug Bergung habe ich einen elastischer Offroad Bergegurt (ARB 705, 9 m, Bruchlast 8 t, 20% elastisch, Nylon).
Vorteile: es ruckt nicht so hart, Zugfahrzeug gräbt sich nicht auch gleich fest (da elastisch), etc.
Für Winden/Greifzug o.ä. festes Seil. Für Abschleppen: Abschleppstange.
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Wolfgang T2b *354
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 »

Hallo Stephan,

mit den Seilen ist es fast wie mit den Reifen. One fits all gibt’s nicht. In dem Thread, auf den Rolf-Stephan hingewiesen hat, wurde das ja schon mal ausführlich diskutiert.

Ich habe inzwischen sowohl ein ziemlich langes elastisches Dyneema-Seil als auch ein 6 mm-Stahlseil dabei. Das Dyneema-Seil habe ich nur mal versuchsweise getestet, das Stahlseil war oft mit der Winde im Einsatz. Einen intensiven Test hatte ich dagegen mit dem neuen Bergegurt. Kann ich sehr empfehlen. Wir haben aber mehrfach die Bergegurte von beiden Fahrzeugen hintereinander gehängt, um Länge und Elastizität zu bekommen.

Dein Bojenseil würde ich, wenn es nicht zu schwer oder sperrig ist, kurzerhand mitnehmen. Man braucht da kein High-Tech-Produkt. Wir hatten jahrelang ein billiges 0,5t-Seil. Das ist zwar mehrfach gerissen, doch wir sind immer rausgekommen. Und vor ein paar Jahren hat uns ein Ranger mit einem nackten 4mm-Draht aus dem Schlamm gezogen, wo ich mir vorher mit der 1t-Seilwinde die Zähne ausgebissen habe. Wenn ich an die abenteuerlichen Seilkonstruktionen der Trucker durch die Sahara denke, dann ist Dein Bojenseil vermutlich High-Tech.

Schöne Grüße

Wolfgang
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KaiBLN *529
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von KaiBLN *529 »

Wolfgang T2b *354 hat geschrieben: 04.01.2021 18:37 Einen intensiven Test hatte ich dagegen mit dem neuen Bergegurt. Kann ich sehr empfehlen. Wir haben aber mehrfach die Bergegurte von beiden Fahrzeugen hintereinander gehängt, um Länge und Elastizität zu bekommen.

Schöne Grüße

Wolfgang
Euh, welches wäre das genau? Habe ich aus den diversen Postings nicht rauslesen können.
Bergegurt wäre gefühlt auch mein Favorit (für unsere Zwecke).

VG

Kai
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Wolfgang T2b *354
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Re: Tunesien 2022 - wer kommt mit?

Beitrag von Wolfgang T2b *354 »

Hallo Kai,

wir haben einen 8m-Gurt mit 1t senkrecht und 7t Bruchlast (typischerweise lila, keine Rundschlinge), der Landy hatte einen grünen mit wahrscheinlich 2t/14t. Letzterer ist richtig für den Landy, aber für den Bus überdimensioniert.
16-225-a.jpg
Der Gurt ist nicht so leicht und kompakt wie ein Dyneema-Seil, aber noch gut handlich.

Schöne Grüße

Wolfgang
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