neue Front einschweißen

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boggsermodoa
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Beitrag von boggsermodoa » 13.02.2004 16:53

Hallo Gemeinde,
mein Bj.73 fährt seit einiger Zeit mit 'nem blauen Auge rum,
seit ich nämlich damit beim Linksabbiegen einen entgegenkommenden Pkw abgräumt habe. (Asche auf mein Haupt!
Ich schäme mich auch hinreichend deswegen.) Es wär allmählich mal an der Zeit, die derzeitige Notreparatur durch was Standesgemäßes zu ersetzen. Ich muß die Front, das Deformationselement und die völlig verkratzte Windschutzscheibe auswechseln. Wer hat das schonmal gemacht und kann mir ein paar Tips geben:
- Wie beurteilt ihr das original Blechteil im Vergleich zu dem wesentlich billigeren Reparaturblech, das überall angeboten wird?
- Wo habt ihr die neue Front oben angesetzt? Normalerweise macht man das wohl am Dachpfosten. Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß man die Schweißnaht wesentlich besser verschleifen kann, wenn man sie über die Wulst unter der Scheibenunterkante zieht.
- Kennt jemand die elektrisch beheizbare Windschutzscheibe, die bei beetle-uk angeboten wird?
- Allgemeine Tips zum Schweißpunkte öffnen / Punktschweißen.
Ich habe eine MIG/MAG- und eine Autogen-Schweißausrüstung und kann mit beidem auch einigermaßen manierlich umgehen. Bislang sahen meine Reparaturen immer so aus, daß ich rostige Bereiche großzügig rausgeflext und dann ein neues Teil autogen, auf Stoß und dicht eingeschweißt habe. (Ellenlange Nähte, die der TÜV so überhaupt nicht mag, trotzdem immer wieder durchgeh'n läßt und die nach meiner Erfahrung als einzige dauerhaft vor Rost zu schützen sind.)
Bislang stand aber immer auch nur die Wiederherstellung der Statik zur Debatte, und nicht etwa anspruchsvolle Oltimerei oder Restauration. Ich mußte auch noch nie so großflächig die Tapete erneuern - und diesmal geht's an ein Auto, das bislang noch völlig ungeschweißt ist und das ich nicht verhunzen möchte.
Ich stelle mir vor, daß die Bohrmaschine jede Menge Kundschaft haben wird, um die Schweißpunkte zu öffnen und um das Neuteil zu 'perforieren', um es an diesen Bohrlöchern dann MIG/MAG an den Untergrund zu brutzeln.
Lieg' ich im Großen und Ganzen richtig?

Danke im Voraus für eure Hilfe!

Clemens

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Ansgar*334
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Beitrag von Ansgar*334 » 20.02.2004 14:31

- Wo habt ihr die neue Front oben angesetzt? Normalerweise macht man das wohl am Dachpfosten. Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß man die Schweißnaht wesentlich besser verschleifen kann, wenn man sie über die Wulst unter der Scheibenunterkante zieht.
Die Front beinhalten den unteren Teil des Scheibenrahmens. Der wird gepunktet und nicht mit einer durchgehenden naht verschweißt. Seitlich wird umgefalzt und auch gepunktet... an den A-Säulen wird als krönender Abschluß verzinnt.

Gruß Ansgar
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Beitrag von boggsermodoa » 20.02.2004 19:20

Uuuh, es hat einer geantwortet!

'.... an den A-Säulen wird als krönender Abschluß verzinnt.'
Ansgar, genau darum geht's. Ich wollte eine Naht an den
Dachpfosten vermeiden und stattdessen weiter unterhalb, von
den unteren Scheibenecken aus, schräg über die Wurscht.
Wie machst Du übrigens das Anpunkten, z.B. am Windschutz-
scheibenrahmen?
Punkte an der Blechkante (die anschließend fast vollständig
weggeschliffen würden) oder bohrst Du Löcher in die Fläche,
die Du anschließend wieder zuschweißt?
Mach mich mal schlau?

Gruß,

Clemens

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Ansgar*334
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Beitrag von Ansgar*334 » 26.02.2004 19:36

'.... an den A-Säulen wird als krönender Abschluß verzinnt.'
Ansgar, genau darum geht's. Ich wollte eine Naht an den
Dachpfosten vermeiden und stattdessen weiter unterhalb, von
den unteren Scheibenecken aus, schräg über die Wurscht.
Also, auch hier wird ansich gepunktet, abgeflext, und dann als Finish verzinnt. Warum eine neue Naht machen wenn du schon eine hast? Ich kann dir deine Entscheidung nicht abnehmen, aber ich denke, das es die Beste stelle ist die du zum Schweißen hast... keine großen Flächen, somit kann nicht's verziehen.
Punkte an der Blechkante (die anschließend fast vollständig
weggeschliffen würden) oder bohrst Du Löcher in die Fläche,
die Du anschließend wieder zuschweißt?
Das ist die Technik... Leider haben wir als Otto-Normalos ja keine Punktzange daheim. Somit geht's halt nur so.

Ich glaube du mißt in den Sauren Apfel beißen.

Allerdings muß ich sagen, das ich bis dato noch keine Front eingeschweißt habe! Bisher habe ich mich primär mit dem Heck beschäftigt.

Gruß Ansgar
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Beitrag von boggsermodoa » 27.02.2004 14:04

Besten Dank !!!
Dann werd ich mal die Bohrer schleifen.

Clemens

B.*014

Beitrag von B.*014 » 10.03.2004 00:47

Moin!

Auf die Gefahr hin, dass es keiner mehr liest: es gibt einen speziellen Bohrer, der dazu gemacht wurde, Schweisspunkte aufzubohren. Den (und keinen anderen) würde ich nehmen (heißt sinniger Weise Schweisspunktbohrer und es gibt ihn in jedem ordentlichen Werkzeugladen).

Das Frontteil würde ich an den Stellen, wo es der Konstrukteur vorgesehen hat, anpunkten wie geplant. Alles andere ist Murks, dauerhafter Rostschutz hin oder her. Vor dem Punkten Schweissprimer, nach dem Punkten ordentlich Rostschutz hinterlaufen lassen. Aber das weißte wahrscheinlich eh schon (wenn nicht stehen im OldtimerMarkt-Sonderheft Karosseriearbeiten wahre Elegien dazu...)

Nach dem Schweissen würde ich persönlich übrigens nicht verzinnen, sondern spachteln. Verzinnen ist Steinzeit, in der man noch keinen Spachtel hatte. Aber das ist Ansichtsache...

Grüße!

B.*014

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Beitrag von Ansgar*334 » 10.03.2004 01:56

Nach dem Schweissen würde ich persönlich übrigens nicht verzinnen, sondern spachteln. Verzinnen ist Steinzeit, in der man noch keinen Spachtel hatte. Aber das ist Ansichtsache...
Hi,
keine Ahnung wo du dein Wissen herziehst aber bei Spachtel habe ich die Erfahrung gemacht des der mit der Zeit schrumpft und somit Risse entstehen (übrigens auch ein großes Problem bei Kunststoff Füllungen in der Zahnmedizin). Zinn verhält sich wie die Basismaterie und geht eine dauerhafte Bindung mit der Unterlage ein. Soweit habe ich das mal in Werkstoffkunde gelernt und von Freunden die in der Branche gearbeitet haben.

Aber ich lerne gerne noch dazu.

Gruß Ansgar :)
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Beitrag von Dani*8 » 11.03.2004 15:05

Hi,
...ne Anmerkung zum Schweißpunktbohrer: der besitzt eine sogenannte "Bohrkrone", die um den alten Schweißpunkt herumbohrt. Man braucht Platz um den Punkt. Den gibt´s aber beim Frontblech nicht. Der Steg am Scheibenrahmen ist zu niedrig, die (hunderte!) Schweißpunkte um den Lüftungskasten rum sind in der Sicke so tief getunnelt und so nahe nebeneinander, daß der Kronenbohrer kaum hineinkommt und ohnehin nur Kahlschlag veranstelten würde. (Die Kronen sind auch zu teuer, um sie hiermit zu verschleißen)
Versuch´s am Besten mit einem 6mm-Bohrer, beste Qualität. Und besorg Dir mehrere davon, denn mindestens einer wird stumpf werden.
Grüße
Daniel
(Referenz: 1 Frontblech, 6 Kniestücke, ungezählte Wagenheberaufnahmen, Schweller und Arschbacken ;-))

B.*014

Beitrag von B.*014 » 12.03.2004 01:46

Moin!

Siehste - das mit der Bohrkrone hatte ich nicht bedacht (und auch noch kein Frontblech gewechselt - dass da kein Platz ist, war mir ebenfalls nicht soo klar.) In dem Fall ist natürlich ein Stapel Bohrer die bessere Alternative.

Zum Thema Spachtel: Man soll die Pampe ja nicht zentimeterdick draufklatschen - ein Hauch muss genügen. Wenn der nicht hält, dann hält auch keine Grundierung.

Gilt übrigens auch für Zinn - den sollte man auch nicht in Placken aufs Blech kleben. Bei Zinn sehe ich eben auch noch die Gefahr, dass bei der laienhaften Verarbeitung Reste der Lötpaste dafür sorgen, dass der Rost fröhliche Urständ feiert. Hab ich keinen Bock drauf, dafür wars dann doch zu viel Arbeit. Profis bekommen das sicher ordentlich hin. Ich bin aber (leider?) keiner.

Grüße!

B.*014

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