Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

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Sgt. Pepper
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von Sgt. Pepper »

mmh...

ich weiß nicht wie ein Brocken der Ventilschaftdichtungen in den Antrieb der Ölpumpe kommen sollte. Wenn die brechen, dann liegen sie zunächst im Kopf und werden dann mit dem zurücklaufenden Öl durch die Stößelrohre in den Block gespült. Dort fallen die dann eigentlich direkt in den Ölsumpf und man findet die dann im Sieb oder sie liegen einfach in der Ölauffangschale beim Wechsel.

Damit die in den Ölkreislauf kommen können, müssten sie dann ja wieder von der Ölpumpe angesaugt werden. Größere Brocken würden halt im Sieb (sofern das OK ist) hängen bleiben und die restlichen Teile sind halt zu klein und auch nicht hart genug um Schaden anzurichten.

Ich denke da wird irgendwas mit der Passung nicht hingehauen haben. Eventuell hat sich bei VW auch einfach jemand vergriffen beim Antriebsrad und eines mit der falschen Größe eingebaut. (Vieleicht war auch grade nix anderes mehr da zum Schichtende und das Bier hat gelockt).

Grüße,
Stephan
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kabul
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von kabul »

Sgt. Pepper hat geschrieben: 17.06.2021 07:00 Eventuell war da bei denen schon mehr oder weniger Resteverwertung. Und bei der BW haben die Motoren ja nur sehr wenige Stunden in den Geschützen, wenn sie überhaupt mal zur Anwendung kommen.
Vielleicht ist der Blick in die Historie des Motors nochmal interessant.
Bei meinem Typ4 Motor wurden mir angeblich falsche Hauptlager verkauft, die ich ahnungslos verbaut habe. Die seien nach neuester Aussage nur für Stationärmotoren geeignet. Alu vs. Stahlrückenlager (?!)... jedenfalls für den Fahrbetrieb völlig ungeeignet!
Ich meine jetzt nicht, dass es an den Hauptlagern liegt, aber eventuell daran, dass bei dem Motor aufgrund einer abweichenden Nutzungsanforderung andere Materialien zur Anwendung gekommen sind, die sich nicht mit dem jetzigen Fahrbetrieb oder der Nutzungsdauer vertragen. Nur so eine Idee aus aktuellem Anlass :evil: .

Grüße und viel Erfolg bei der Dedektivarbeit!
Hubertus
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Tanjas&Thomas_T2b
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b »

Hi Hubertus,

es waren Stahlrückenlager im Motor verbaut.
Das würde aber auch nicht so einen Schaden am Nockenwellenrad auslösen.

Peter hatte noch einmal die Stirnseite der Nockenwelle gemessen. Der Flansch für das Nockenwellenrad hatte 3/100 Schlag.
NW_0.JPG
NW_3.JPG
Ich habe nun rund 4/100 runter gedreht. Jetzt sieht es auch wieder gut aus und ich habe kaum noch messbaren Seitenschlag.
Mal sehen, was wir dann messen wenn das Rad montiert ist.

Aber ich kann mir schon vorstellen, das bei einem Seitenschlag die Zahnräder einem höheren Verschleiß unterliegen.
Von daher könnte das hier schon mal eine Ursache gewesen sein.

Für weitere Thesen sind wir aber offen und werden das dann auch noch versuchen zu prüfen.

Viele Grüße
Thomas
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Holly
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von Holly »

Hallo Peter,
habe gerade mal alles durchgelesen .... sehr interessant.
Eine Erklärung, die für mich noch übrig bleibt ist, dass das Kurbelwellenrad selbst oval ist. Nur dadurch kann ich mir das Verschleißbild jeweils um 90° versetzt am Nockenwellenrad erklären.
Lässt sich das irgendwie noch nachvollziehen? Vermutlich sehr schwierig....
Alles was mit einem schwergängigen Ventil zu tun hat kommt nicht in dieser 90° Regelmäßigkeit (außer es sind alle 4 Auslass- oder Einlassventile aber bei so einen Zufall sollte man sich vielleicht eher beim Lotto versuchen :-) )

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bullijochen
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von bullijochen »

Wie ist es denn eigentlich wenn einfach nur das NW Rad oval ist? Das reibt sich am Stahlrad der KW auf...
Gruß Jochen
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Tanjas&Thomas_T2b
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Re: Ein eher ungewöhnlicher Motorschaden, oder auch Glück im Unglück

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b »

Moin,

man konte in diesem Fall nicht mehr wirklich ausmachen, wer der Schuldige war.
Selbst das Stahl Kurbelwellenrad sah extrem Mitgenommen aus.
Das hatte Pittinge Kratzer und sah insgesamt auch echt Schreiße aus.
Man muss also nicht meinen, das Stahl dem Ansturm von Alu dauerhaft stand hält.

Ich gehe aber davon aus, das durch den Axial-schlag vom Nockenwellenrad die Zähne unter Belastung der Ventile abgenutzt haben. 3/100 am Flansch sind dann am Rad ja deutlich mehr Schlag. Dadurch reiben ja bei jeder Umdrehung die Zähne der Zahnräder auch noch Axial gegeneinander.
Und in Kombination mit der Kraft zum Öffnen der Ventile wird es vermutlich zu dem Schaden gekommen sein.

Leider hatte unser Ersatz Kurbelwellenrad irgendwelche Schäden die nicht sichtbar waren.
Aber die Nockenwelle wurde an zwei Stellen aus der Gasse gehoben beim Rückwärts drehen.
Also sind wir eben zu Herrn Kremling gefahren und haben noch ein anderes Kurbelwellenrad besorgt.
Der hatte so einen Nockenwellenschaden in seiner ganzen Laufbahn auch noch nicht gesehen.

Heute haben wir den Motor aber wieder zusammen gebaut und jetzt müssen nur noch neue Scheiben für das Kurbelwellenrad besorgt werden.
Mit den drei alten 0,34mm Scheiben waren wir exakt bei 0 Spiel angekommen.

Motorenbau... geht halt nicht in Echtzeit

Viele Grüße
Thomas
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