Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Technische Fragen und Antworten, Tipps und Tricks für Profis und Bastler. Hier sind die "Fachleute" am Werk.

Moderatoren: Rüdiger*289, aps, Mario73

Antworten
Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
Wohnt im T2!
Beiträge: 2440
Registriert: 27.08.2010 21:32
IG T2 Mitgliedsnummer: 680
Wohnort: Hamburg

Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 16.04.2018 19:20

Hydrostößel, der Leistungskiller!
Immer wieder wird gesagt, Hydrostößel klauen irre viel Leistung aufgrund des höheren Gewichts. Da bin ich ins Grübeln gekommen und habe das mal nachgerechnet.

1. Küchenwage raus holen und erst mal Gewichte messen.
a) Feste Stößel und Stößelstangen: 1,39Kg
b)Hydrostößel und Stößelstangen: 1,575 Kg
Damit stimmt es also, das die Hydrostößel mehr Gewicht auf die Wage bringen.

Jetzt mache ich die Annahme, das wir eine Motordrehzahl von 4000Upm haben.
Damit läuft die Nockenwelle also 8000Upm
Das sind dann 133,3 Umdrehungen pro Sekunde.
Eine Umdrehung braucht dann also 7,5ms.

Nächste Annahme: 8mm Hub
60° Öffnungszeit
Nun also zur Geschwindigkeit der Masse, ich nehme einfach das Gesamtgewicht und 60° Öffnungszeit:
7,5ms x 60°/360°=1,25ms (Das ist die Zeit, in der das Ventil geöffnet wird.)

Nun also die Geschwindigkeit:
v=s/t=8mm/1,25ms=6,4m/s

Der Ventiltrieb bewegt sich also nun mit 6,4m/s

Also nun zur Energieberechnung:
E= ½ m x v²

E1= ½ x 1,39Kg x(6,4m/s)²= 28Kg m²/s²
E2= ½ x 1,575Kg x(6,4m/s)²=32,256Kg m²/s²

Das ist die Energie pro Nockenwellendrehung. Noch sehr nichtssagend!
Nun mal auf die Stunde hochgerechnet:
E1 x 133,3 x 60 x 60 = 13.436.640 J/h
E2 x 133,3 x 60 x 60 = 15.479.009 J/h
Das sind aber nun auch Werte, zu denen man keinerlei Gefühl entwickelt.
Also habe ich mal einen online Umrechner von Joule in Kilowattstunde bemüht:

Feste Stößel: 3,732 Kw/h
Hydrostößel: 4,299Kw/h

Na endlich eine Zahl mit der man was anfangen kann. Ich habe hier die Leistung, die benötigt wird um den jeweiligen Ventiltrieb in Gang zu setzen.
Das sind also 0,567Kw mehr, die man bei Hydrostößeln aufbringen muss.
Und dann auch noch in Ps: 0,567x1,35962=0,7709Ps

Ok, es gibt also doch einen Unterschied, wie groß der ist, hängt dann halt von der Nockenwellengeometrie ab. Je steiler die Nockenwelle, umso größer die Geschwindigkeit vom Ventiltrieb. (Unabhängig ob fester oder Hydrostößel) Und je größer die Geschwindigkeit, desto mehr Ventieltrieb Verluste.

Dann ranken sich ja noch gewisse Mythen um die Hydrostößel:
Ein kalter Motor mit Hydrostößeln klappert.
Das ist schlichtweg Unsinn, solange die Hydrostößel nicht leer sind.
Und die entleeren sich nur, wenn sie defekt sind, oder sehr lange rum stehen.
Und dann klappern die auch nur, bis sich die Hydros wieder befüllt haben.
Ein Motor mit festen Stößeln klappert hingegen permanent. Und wenn er nicht klappert, hat man kein Ventilspiel, was für feste Stößel falsch ist.

Dafür öffnen bei Hydrostößeln die Ventile weiter als bei festen Stößeln.

Bei 8mm Nockenhub öffnet ein Hydroantrieb das Ventil um 8mm.
Ein Fester Antrieb öffnet das Ventil um 7,85mm.
Damit hat der Hydroantrieb etwas mehr Luftdurchsatz und damit Potenziell etwas mehr Leistung.
Ob jetzt 0,15mm mehr Ventilhub 0,7709Ps wieder ausgleichen? Keine Ahnung.

Und jetzt kommst DU
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum, Radlager Einbauhilfe

Benutzeravatar
aircooled68
T2-Süchtiger
Beiträge: 1056
Registriert: 13.04.2009 22:22
IG T2 Mitgliedsnummer: 779
Wohnort: Bei Stuttgart

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von aircooled68 » 16.04.2018 20:09

Jetzt mache ich die Annahme, das wir eine Motordrehzahl von 4000Upm haben.
Damit läuft die Nockenwelle also 8000Upm
Läuft die Nockenwelle nicht halb so schnell wie die Kurbelwelle???
Bild
Typ 4 (CA) - 1679cc, 49 kW (66 PS)
Vmax = 141km/h
A89 (1972) = 032 094 206 506 511 616

Benutzeravatar
MCT
T2-Süchtiger
Beiträge: 170
Registriert: 06.03.2013 05:49
IG T2 Mitgliedsnummer: 664
Wohnort: Heidelberg

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von MCT » 16.04.2018 20:31

Lieber Thomas,
Ich weiss zwar als Unbeteiligter nicht genau, welcher Anlass Dich zu diesem Parforceritt durch die Leistungsberechnung veranlasst hat, aber es gebührt Dir Respekt dafür!! :D

Gruss
Michael
Bild (PHOENIX)
Bild

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
Wohnt im T2!
Beiträge: 2440
Registriert: 27.08.2010 21:32
IG T2 Mitgliedsnummer: 680
Wohnort: Hamburg

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 16.04.2018 21:54

aircooled68 hat geschrieben:
16.04.2018 20:09
Jetzt mache ich die Annahme, das wir eine Motordrehzahl von 4000Upm haben.
Damit läuft die Nockenwelle also 8000Upm

Läuft die Nockenwelle nicht halb so schnell wie die Kurbelwelle???
Hi Jan,
verdammt! Du hast recht.
Ich habe es gerade noch einmal gerechnet, jetzt wird der Unterschied absurd gering, da die Geschwindigkeit ja Quadratisch in die Rechnung eingeht.
:steine:
NW: 33,3 Ups
V = 8mm/5ms= 1,6m/s


E1= ½ x 1,39Kg x(1,6m/s)²= 1,78Kg m²/s²
E2= ½ x 1,575Kg x(1,6m/s)²=2,01Kg m²/s²

Das ist die Energie pro Nockenwellendrehung. Noch sehr nichtssagend!
Nun mal auf die Stunde hochgerechnet:
E1 x 33,3 x 60 x 60 = 213.368 J/h
E2 x 33,3 x 60 x 60 = 240.958 J/h
Das sind aber nun auch Werte, zu denen man keinerlei Gefühl entwickelt.
Also habe ich mal einen online Umrechner von Joule in Kilowattstunde bemüht:

Feste Stößel: 0,059 Kw/h
Hydrostößel: 0,067 Kw/h

Differenz: 0,008W = 0,011 PS

Neues Fazit: Hydrostößel kosten nur 0,011PS an Leistung.
Deshalb, kauft niemals ein Auto mit Hydros, das kommt nicht von der Stelle!
MCT hat geschrieben:
16.04.2018 20:31
Ich weiss zwar als Unbeteiligter nicht genau, welcher Anlass Dich zu diesem Parforceritt durch die Leistungsberechnung veranlasst hat, aber es gebührt Dir Respekt dafür!! :D
Manchmal will ich das nur für mich in meinem Kopf geklärt haben.
Es wird überall mantramäßig widerholt: "Hydros kosten Leistung"
Das hohe Gewicht im Antrieb bremst deinen Motor usw....
Da wollte ich es einfach mal nachrechnen :schlaumeier: Für mich ist das Theme zumindest abgehakt.
Und wenn ich irgendwann in meinem Leben noch einmal einen Motor neu aufbaue, wird da definitiv eine Hydro Nockenwelle rein kommen.


Feste Stößel: :wink: Das Geklapper Kotzt mich an :wink:
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum, Radlager Einbauhilfe

migl83
T2-Profi
Beiträge: 53
Registriert: 12.11.2016 22:09
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Nähe Ammersee

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von migl83 » 16.04.2018 22:55

Krass! :thumb:

Ihr seid echt irre!! :bier:
"Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen !!!" (Walter Röhrl)

Benutzeravatar
T2 Grieche
T2-Süchtiger
Beiträge: 421
Registriert: 23.01.2012 15:07
Wohnort: Darmstadt

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von T2 Grieche » 16.04.2018 23:32

........moin
erst einmal respekt vor der rechenleistung ( aber ganz sauber bist du ja nicht,oder? :D )....du bist bei deinen berechnungen jetzt von einem hydrostössel versus starrem stössel ausgegangen,oder?....jetzt gibts aber typ4 stössel die wiegen 86 gram und welche die 49 gram wiegen...der leistungsunterschied zu diesen modellen wäre doch der interesanntere gewesen und nicht der langweilige serienkram,oder!...der gewichtsunterschied zwischen den hydros und den normalos aus dem vw program ist ja dann doch nicht so riesengross!.....tolle rechnerei! :bier:
gruss
THEO

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
Wohnt im T2!
Beiträge: 2440
Registriert: 27.08.2010 21:32
IG T2 Mitgliedsnummer: 680
Wohnort: Hamburg

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 16.04.2018 23:46

T2 Grieche hat geschrieben:
16.04.2018 23:32
jetzt gibts aber typ4 stössel die wiegen 86 gram und welche die 49
Na ja, was soll dabei raus kommen? wir bewegen uns im Bereich von 0,0XPS.
Mal angenommen du bringst das Stößelgewicht auf null, dann hast du im Vergleich zu den schweren Hydros 0,067Kw mehr Leistung.
Merkst du worauf ich hinaus will? Leichte Stößel machen nur den Verkäufer reich und bringen erst mal gar nichts.
Oder ich habe hier einen massiven Fehler in meiner Rechnung gemacht.
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum, Radlager Einbauhilfe

Benutzeravatar
Matthias S.
T2-Süchtiger
Beiträge: 967
Registriert: 24.08.2012 22:21
IG T2 Mitgliedsnummer: 358
Wohnort: Rhein-Neckar
Kontaktdaten:

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Matthias S. » 17.04.2018 00:33

Natürlich bringen erleichterte Stößel richtig was. Da geht es aber nicht um irgendwelche Leistungsverluste, sondern um ein Flattern der Ventile jenseits der 5500 Umdrehungen zu vermeiden, was ansonsten zur Kollision mit den Kolben führen kann.
Bei mir gibt es Motoren mit allen Versionen, mechanische Stößel in der Pritsche; Hydros im Westi mit CU; erleichtere Stößel, härtere Ventilfedern und Einstellschrauben mit Kugelgelenken beim Typ 3 mit drehzahlfestem Typ 4 Motor.
Aus Erfahrung geht der CU genauso gut wie der CJ im T2, nur eben wartungsfrei. Ja das Geklapper und der Leistungsmangel nach der Winterpause im Hydrostößelmotor nervt. Ist aber nach 10 Km erledigt. Dafür war mein Ventildeckel am Westi das letzte mal 2010 unten, an Ventilspiel braucht man da nicht mehr denken.
Der Typ 3 wird oft jenseits der 5500 gedreht. Geht mit scharfer Nocke und abgedrehter Schwungscheibe gar nicht anders. Das Ventilspiel wird hier im vorgeschriebenen Wartungsintervall kontrolliert, doch es brauchte in 26 Jahren noch nie korrigiert werden. So sieht Qualität aus.
Die unseligen Typ 1 Motoren mit Standard Stößel müssen statt dessen bei jedem Wartungsintervall eingestellt werden, ob an der Pritsche, am Phönix oder an den Käfern die ich betreue. Vor allem am 3. Zylinder wird einem oft ganz bange...
Soweit die Praxis. Hut ab vor den Berechnungen, da schraub ich lieber :bier:
Grüße, Matthias

Benutzeravatar
Norbert*848b
Wohnt im T2!
Beiträge: 3695
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Norbert*848b » 17.04.2018 01:30

... und was sagt R. Atwell dazu?
3.They are power robbing: true if you consider there are rpm limits to them but this is not important for stock engines with stock rev limits and this issue isn't limited to VWs.
Quelle: http://www.ratwell.com/technical/HydraulicLifters.html
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
sham 69
T2-Süchtiger
Beiträge: 795
Registriert: 16.01.2009 13:48
Wohnort: Dresden

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von sham 69 » 17.04.2018 09:41

Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:
16.04.2018 19:20

Und jetzt kommst DU
Gern. Für Serienmotoren ist das eine nicht wirklich relevante Größe, im Motor mit Leistung fressen Hydros Leistung. Leistung hängt bei Typ 1 und Typ 4 Motoren in erster Linie an Drehzahl und Hubraum, in Verbindung mit dem Mitteldruck errechnet sich der Leistungswert. Ein schwerer Ventiltrieb beeinflusst sowohl die zu erreichende Drehzahl als auch den Wert des Mitteldrucks negativ, die Maximalleistung wird bei ansonsten gleichen Komponenten also niedriger ausfallen, da der Motor die Drehzahl der maximal möglichen Leistung mit schwerem Ventiltrieb gar nicht erreichen kann und der Mitteldruck als Wert in der aufzustellenden Gleichung entsprechend kleiner ausfällt.
Ausschlaggebend dafür ist der für einen schweren Ventiltrieb nötige Aufwand. Um den Ventiltrieb mit Hydros drehzahlfest zu bekommen sind wiederum härtere Federn notwendig um ein Flattern bei hohen Drehzahlen zu verhindern, das kostet Mitteldruck und Drehzahl.
Als Beispiel nehmen wir die genannten 4000 u/min.

Leistung=Hubraum in Litern x Drehzahl/1000 x 8,5 (angenommener Wert für den Mitteldruck Serienmotor, kann man sich mithilfe von Nenndrehzahl und ccm gerne exakt ausrechnen )

2Liter Hubraum x 4 x 8,5 = 68PS.

Andere Nockenwelle, bisschen Kanalbearbeitung und Weber Vergaser verschieben nun das Drehzahlband nach oben, den Mitteldruck lassen wir noch unverändert obwohl der jetzt auch schon angestiegen ist.

2Liter Hubraum x 4,8 x 8.5 = 81.6PS

Trotzdem danke für die Berechnung, Respekt.
______________
Mfg Emanuel

Benutzeravatar
Veeduby
T2-Süchtiger
Beiträge: 297
Registriert: 24.04.2012 15:37
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Veeduby » 17.04.2018 13:07

Respekt! Wieso machst Du das? Weil dus kannst!

Ich denke nicht, dass es die Leistung ist wo man braucht um die Hydros anzutreiben.

Es ist die erforderliche Kraft um das Mehrgewicht zu beschleunigen, was auf die Nockenwelle
drückt und so der Ventiltrieb nicht mehr hinterherkommt, oder? Das führt zu hohem Verschleiß.
Vor allem bei sehr scharfen Nocken die sehr schnell versuchen die Ventile maximal offen zu bekommen
um die Füllung zu erhöhen. Und irgendwo ist dann drehzahlmäßig das Limit erreicht, dann ists kaputt.
Zudem ist das ja ein Mehrmassenschwinger, was dann zu dem genannten Flattern führt,
dort ist die Drehzahlgrenze. Würde man noch ein paar Umdrehungen mehr bekommen, wäre das mehr Leistung.
Und wie sham sagt muss das Ventil ja auch wieder zugehen. Dazu muss die Feder stark genug sein das zu tun,
erstens um keine Füllung zu verlieren, und auch damit die Kolben nicht die Ventile anschubsen.
Dies führt dann wiederum zu noch höheren Kräften den Hydro gegen die Feder auf zu drücken.
Irgendwann knicken noch die Stößelstangen aus, drum gibts die in leicht aus Chrommolly.
So führt eins zum anderen und schaukelt sich hoch. Drum, beschleunigte Massen möglichst gering halten,
sonst gibt das russische Bauweise, sprich das wird so stabil gebaut bis es unter seinem Eigengewicht
zusammenbricht.

Bei getunten Motoren tun die ja sogar die Stößelführungen ausbuchsen um kleinere Stößel
mit Fuß zu fahren. Da guck:

Bild

Hier kann man anschauen wie das am Ventil/Feder abgeht:
https://www.youtube.com/watch?v=_REQ1PUM0rY
https://www.youtube.com/watch?v=WtqDHJDN79w

Schön zu sehen wie allein schon die Feder in sich das schwingen anfängt.

Für einen Serienmotor sind Hydros super, den tritt man ja auch nicht so feste. :happy:
Das nervige Geklapper hört auf, der Ventiltrieb ist nicht so laut, das Ventile einstellen entfällt, die
Gefahr das zu eng einzustellen fällt weg, ob kalt oder warm passt das Spiel,... eine feine Sache an sich.

M.

Benutzeravatar
t2a71
T2-Meister
Beiträge: 136
Registriert: 12.03.2006 20:07
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: im schönen Murgtal
Kontaktdaten:

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von t2a71 » 18.04.2018 22:19

Hallo zusammen,

ich habe mir für meinen 74 T2b bewusst einen Motor mit Hydros aufgebaut weil mir das geklapper der Ventile auf den Senkel ging. Als Basis habe ich eine 1600er CT Block aus dem T3 verwendet und diesen auf 1915ccm gebracht. das Motörchen läuft angenehm ruhig und hat sogar noch den Vorteil einen Ölfilters. Ach wenn mir die meisten von den Hydrostösseln abgeraten haben würde ich, Stand jetzt, so einen Motor nochmal bauen. Ich habe allerdings auch nie Wert auf die letzten PS gelegt sonder war aus auf einen Drehmomentstarken wartungsarmen Motor!

Viele Grüße
Jörg
Bus Typ22, EZ. 74, 1915/ca.70PS, Olympiablau
Audi Cabrio, 5 Zylinder, Bj. 1992
Eifelland 380, Bj. 76

Benutzeravatar
T2 Grieche
T2-Süchtiger
Beiträge: 421
Registriert: 23.01.2012 15:07
Wohnort: Darmstadt

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von T2 Grieche » 19.04.2018 09:09

t2a71 hat geschrieben:
18.04.2018 22:19
Hallo zusammen,

ich habe mir für meinen 74 T2b bewusst einen Motor mit Hydros aufgebaut weil mir das geklapper der Ventile auf den Senkel ging. Als Basis habe ich eine 1600er CT Block aus dem T3 verwendet und diesen auf 1915ccm gebracht. das Motörchen läuft angenehm ruhig und hat sogar noch den Vorteil einen Ölfilters. Ach wenn mir die meisten von den Hydrostösseln abgeraten haben würde ich, Stand jetzt, so einen Motor nochmal bauen. Ich habe allerdings auch nie Wert auf die letzten PS gelegt sonder war aus auf einen Drehmomentstarken wartungsarmen Motor!

Viele Grüße
Jörg

moin
mann darf hier aber nicht dem irrglauben verfallen das 8 stössel die leichter sind wie serie das A und O sind um mehr leistung zu generieren!
günstigstenfalls ist da der ganze ventiltrieb betroffen davon und alle anderen oszillierenden und rotirenden teile ..erst das macht den kuchen schmackhaft!
ich habe an meinem typ4 2,5L alles erleichtert was sich dreht und alles auf das selbegewicht gebracht wo es möglich war!
die pleuelstangen habe ich abgefrässt und poliert von 800 auf ca 600 g
schwungscheibe abgedreht,56g stössel,leichte stösselstangen dazu ,alle kolben auf das selbe gewicht gebracht,ventile am schaft abgedreht .....dann erst macht das sinn.....nur die stössel zu wechseln bringt nichts!!
gruss
theo
IMG_1693.jpg
IMG_1045.pleuel.jpg
IMG_1692.Geh.jpg
IMG_0740.JPG
IMG_0741.JPG

Benutzeravatar
sham 69
T2-Süchtiger
Beiträge: 795
Registriert: 16.01.2009 13:48
Wohnort: Dresden

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von sham 69 » 19.04.2018 09:16

T2 Grieche hat geschrieben:
19.04.2018 09:09
n.....nur die stössel zu wechseln bringt nichts!!
Richtig.
______________
Mfg Emanuel

Benutzeravatar
Veeduby
T2-Süchtiger
Beiträge: 297
Registriert: 24.04.2012 15:37
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Hydrostößel, der Leistungskiller!!!!! ?

Beitrag von Veeduby » 19.04.2018 10:07

Genau. Ich denke wir haben hier ein Verständnisproblem. Leichtere Stößel bringen allein
für sich keine Leistungssteigerung.

Für einen Serienmotor mit begrenzter Drehzahl ist das Schnuppe ob die Stößel mehr wiegen.
Dort zählt eher der Komfortgedanke, oder die Wartungsfreiheit.
Komfort vom Geräusch her, und Wartungsfreundlichkeit dass man nicht das Ventilspiel
regelmässig einstellen muss.

Will man die Leistung steigern, dann geht das über Steigerung des Mitteldrucks und/oder über
die Erhöhung der Drehzahl, oder aufwendiger die Hubraumerhöhung.

Sham hats doch wunderschön vorgerechnet wie man die Leistung eines Motors bestimmt:

Leistung=Hubraum in Litern x Drehzahl/1000 x Mitteldruck

Die Variablen zur Leistungssteigerung sind somit Hubraum, Drehzahl und Mitteldruck.
Den Hubraum vergrößern ist der amerikanische Weg zu Leistung zu kommen, nunja.
Ok, jetzt erhöhen wir den Mitteldruck, das geht über eine bessere Füllung des vorhandenen Hubraums.
Was brauchen wir dann? Größere Kanäle, dicke Weber, weniger Gegendruck im Auspuff, besserer Brennraum,
größere Ventile, mehr Ventilhub, längere Öffnungszeiten, Überschneidung. Dann sind wir schon beim Ventiltrieb...
So, und jetzt wollen wir noch mehr Leistung durch die Variable der Drehzahl, die muss hoch.
Dann muss alles noch schneller von statten gehen ohne sich dabei aufzulösen.

Und dies betrifft unter anderem den Ventiltrieb. Kommt dabei Leistung raus, dann muss der Kurbeltrieb auch
nachziehen, sonst wird das nix. Das eine zieht das andere nach sich. Kennt doch jeder, oder?

Also, leichtere Stößel sind nur eine Folge von Leistungssteigerung da man versucht die bewegten Massen zu
verringern um zu erreichen, dass die Kräfte geringer werden damit das Ding macht was es soll, und im schlimmsten Fall
nicht auseinanderfällt. Kommt der Ventiltrieb nicht hinterher ist das die bestimmende Größe der erreichbaren Leistung.
Hydros sind nur in diesem Fall der Leistungskiller, ähm, nein, nicht killer, sondern die bestimmende Größe der
zu erreichenden Leistung.

Allgemein gilt: Will ich etwas beschleunigen, dann ist es immer besser wenn das möglichst leicht ist.
So sind die dazu erforderlichen Kräfte kleiner, oder ich kann es schneller beschleunigen.
Es ist nicht so geschickt, wenn ich etwas schneller beschleunigen will einfach die Kraft zu erhöhen.
Wobei, ein Bus hat halt sein Gewicht, da ist das erhöhen der Kraft der einzige Weg.

More Power!

Obenliegende Nockenwelle, Tassenstößel, Ladedruck! :yau:

Schön kann man das an der Evolution des Porsche Boxermotors sehen.
https://autorevue.at/autowelt/lexikon-p ... boxermotor
Nicht aus Jux und Dollerei wurde das alles erfunden, gelle?
Porsche erkannte das man mit Stößelstangen irgendwann an die Grenzen kommt wenn man mehr Leistung will,
und das kostete bei der Leistungsdichte auch irgendwann die Luftkühlung. :happy:


Maik

Edith meinte gerade noch beim Subaru ging das doch genauso! https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Subaru_engines
LOL, die ersten waren auch noch luftgekühlt. Dann gings technisch aber rapide bergauf, VW war da langsamer und
hat das irgendwann komplett aufgegeben und ist zu Reihen4Zylinder gewechselt. Sind ja auch bedeutend billiger herzustellen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], Majestic-12 [Bot] und 5 Gäste