Festes Hochdach montieren

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Kotten
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Festes Hochdach montieren

Beitrag von Kotten »

Hallo zusammen,

ich denke zwecks Familienzuwachs u.a. über die Montage eines festen Hochdachs nach, gerade ist ein schönes in der Bucht (Typ – noch nie gehört – UGIKAPON IF 820S).
Ich habe einen 75er B mit dem kleinem Pilzhubdach. Das würde ich einlagern ... und nur die Keder im Ausschnitt drin lassen.

Vielleicht habe ich nach den falschen Begriffen gesucht, aber hat sich hier zur Montage schonmal jemand ausgespeichert?

Nach allem, was ich Netz finden konnte, braucht man dafür heute nicht (viel) mehr als guten Kleber.
Ich skizziere hier mal, wie ich es angehen würde und wäre dann dankbar für eure Einwände/Warnungen/Besserwissereien:

- Ich säubere das Dach von Innen und Außen und verpasse ihm ggf. noch einen neuen Schutzanstrich.
- Ich säubere die Dachhaut vom Bus und entfette an den Klebestellen. Hier die erste Frage: mein Erstlack ist teilweise "offen" (nicht rostig) an der Dachrinne – sollte ich die Stellen behandeln , die unter dem Dachrand "verschwinden"? Zum Beispiel mit Owatrol?
- Ich baue mir einen Holzrahmen, der konkav auf der Dachhaut aufliegt, eher außen, wo die Stützlast am höchsten ist. Ggf. nutze ich die vorhandenen Nietlöcher im Hochdach, um es zusätzlich mit dem Holzrahmen zu vernieten. Sollte ich den Holzrahmen von der Unterseite (zum Blech) z.B. mit einem Schutzfließ überziehen? Auf den Ramen soll eine leichte Platte (Seekiefer/stärkere Pappel), damit darauf wiederum leichte Kisten oder eine Kindermatratze liegen können.
- Ich verklebe das Dach mittels UV- und salzwasserbeständigem Kleber (zum Beispiel aus dem Marine-Bedarf). T3-Dehler Dächer wurden offenbar auch "nur" geklebt... meint ihr, das reicht?
- Das Hochdach würde ich innen mit Armaflex bekleben und mit einem Stoff überziehen. Wir schwebt aktuell der "Tennisstoff" vor, der auch bei T2-Dachhimmeln verwendet wird. Haltet ihr den für geeignet? Ich denke, es wäre gut, wenn das etwas "Atmungsaktives" ist, das Kondenswasser ein bisschen auffängt, damit dieses nicht in Massen auf das Blech rinnt. Das wird sich nie ganz verhindern lassen, aber vielleicht habt ihr Tipps, wie man es eindämmen kann (außer: Fenster auf und für Luftzirkulation sorgen :zunge: )

Ich bin dankbar für jeden Hinweis.

Grüße aus dem Norden

Malte
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suomi_bus*818
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von suomi_bus*818 »

Hallo Malte,
Ich kann dir leider gar nicht helfen, lese aber sehr interessiert hier mit. Ich überlege auch eine Mütze auf meinen Bus zu kleben/schrauben.
Ich vermute mal, dass du den Beitrag schon gelesen hast (wegen dem Hinweis auf den Kleber)

https://blog.buschecker.de/vw-bus-t2-2/ ... -bulli-t2/

Ich würde bei mir vermutlich, genau wie bei dir schon vorhanden, einen Ausschnitt wie für ein Pilzhubdach machen und den Platz vorn über der Fahrerkabine als "Kleiderschrank" nutzen und hinten ein Bett auf dem Dach. Dann kann man später noch auf Pilzhubdach rückrüsten. Wenn man eines findet.

Ich glaube im Werk wurden zusätzliche Blechstreifen in die Regenrinne geschweißt und dann umgelegt auf das Dach. @Sgt. Pepper kann da bestimmt was zu sagen. Der hat ja so einen Hochdachfrickelbus...

Grüße
Erik
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Kotten
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Kotten »

Hey Erik,
Ich vermute mal, dass du den Beitrag schon gelesen hast (wegen dem Hinweis auf den Kleber)
Ja genau... daher rühren ein paar meiner Fragen. Er hat ja ein Loch ins Dach geschnitten und deshalb zusätzlich mit einem Metallrahmen verstärkt.
Ich würde es nur machen, wenn es weitgehend ohne Löcher oder zusätzliche Schweißarbeiten geht. Im Spender-Bus war es auch "nur" geklebt, an den Holzrahmen vernietet und mit Bauschaum versiegelt :heul: , letzteres kommt natürlich nicht in Frage. Hat aber über 30 Jahre gehalten und die Dachhaut vom Spender sieht dafür echt gut aus.

Gruß
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Sgt. Pepper
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Sgt. Pepper »

Moin,

ja die von Erik angedeutete "Frickelbude" steht bei mir. Ich nehme den mal als Negativbeispiel wie man es NICHT machen sollte:

Bei mir ist ja ein originales Hochdach verbaut, das hat am Rand eine Kante über die dann eingelegte Bleche gefalzt wurden. Der originale Hocdachwagen hat dafür einen speziellen Dachrahmen wo diese Bleche aufgepunktet sind. Sie halten maßgeblich das Dach, etwas Kleber wird aber auch vorhanden gewesen sein, eher aber zur Abdichtung.

Da mein Frickelcamper das Dach nachträglich bekommen hatte, fehlten natürlich diese Streifen und stattdessen wurde das Dach verklebt und zusätzlich mit der hochgebogenen Dachaut vernietet. Das ganze hat dann dank Schwitzwasser extrem gerostet und den ganzen Dachrahmen zerstört. Entsprechen war es eine Höllenarbeit war dies alles wieder zu rekonstruieren. Ich habe mich nach reichlicher Überlegung zur originalen Lösung entschieden: Den Rahmen an den notwendigen Stellen instand gesetzt und eine neue Regenrinne angeschweißt. Dort habe ich dann die entsprechende Blechleiste (90° gewinkelt) eingepunktet, die den Falz des Daches genau einfasst. Wenn der Bus lackiert ist, kommt das Dach mit einer Wurst Kleber in diese Leiste, welche dann um die Kante gefalzt wird. Der Kleber soll dann den Hohlraum zwischen dem Blech und dem Dach ausgleichen und zusätzlich für eine stabile Verbindung sorgen. Kompliziert war die Rekonstruktion im Bereich der Front und den vorderen Ecken. Noch ist alles im Rohbau, von daher kann ich dir nicht sagen wie gut geklappt hat.

An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall erstmal die Dachhaut von deinem Bus zumindest im Bereich der Klebestellen gründlich entrosten und sauber lackieren. Es wird an den Verbindungstellen immer etwas Schwitzwasser stehen, entsprechend solltest du da möglich viel Vorsorge treffen. Je nach Verkleidung kannst du es ja auch noch zusätzlich konservieren.
Was ich auf jeden Fall vermeiden würde ist es die Regenrinne komplett mit Kleber zu füllen. Das war auch mit ein Grund warum das Rostproblem so extrem wurde. Egal welcher Kleber, aber irgendwann rostet die Rinne durch. (Ein Hochdach steht leider auch häufiger draußen).
Es schadet überigens auch nicht, vorher mal beim TÜV anzufragen. Eventuell findet sich dort auch das Datenblatt des Daches wo die Befestigungsart beschrieben ist.

Du hast noch nichts geschrieben ob und wieviel du von der Dachhaut entfernen möchtest. Wichtig ist halt, dass du möglichst viel stehen lässt, insbesondere der mitterle Dacholm. Bei dem Hochdach wurde der herausgenommen, es befindet sich aber im Dach ein entsprechendes Verstärkungsblech was dann mit dem Dachrahmen verschweißt wird. Ohne das, wird der Dachrahmen ganz schön instabil, vorallem im Bereich der Schiebetür.

Grüße,
Stephan
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suomi_bus*818
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von suomi_bus*818 »

Kotten hat geschrieben: 16.06.2021 08:26 ich denke zwecks Familienzuwachs u.a. über die Montage eines festen Hochdachs nach, gerade ist ein schönes in der Bucht (Typ – noch nie gehört – UGIKAPON IF 820S).
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Dach :wink: bin gespannt auf den Umbau. Meine Frau fand das von dir jetzt gekaufte Dach schöner als die originalen Hochdächer. Ich hab auch schon PN bekommen mit "2 Kugeln in der Waffel". So wegen Eisauto... :(

Erik

Hier mein professioneller Paint-Entwurf
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Sgt. Pepper »

Moin,

wenn du über 1,80 m bist, wird das beim originalen Hochdacht auch schon schwierig mit dem stehen. (je nach Dachinnenverkleidung und höhe des Bodens). Sollte man auch bedenken.
Aber Erik, das mit dem Umbau auf das Serien-Hochdach würde ich mir echt gut überlegen. Das ist richtig viel Arbeit, wenn man es richtig machen will.

Grüße,
Stephan
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Kotten
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Kotten »

Hey,

das Dach ist inzwischen bei mir. Hat irgendjemand einen blassen Schimmer, wer es mal gebaut haben könnte? Es ist offensichtlich keine Anpassung (zum Beispiel von einem T3-Dach). Mit Syro hatte ich Kontakt (weil es dem T3-Dach "Moby Dick" ähnelt), die waren es nicht. Reimo recherchiert noch. Ich frage, weil mein TÜVer die damaligen Hersteller-Hinweise zur Montage sehen will. Bin für jeden Hinweis dankbar. Beim Vorbesitzer war es auch "nur" verklebt... und es wurde eingetragen. Das kann ich zur Not belegen.
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Plan:
- Dachhaut: Ich nutze wie gesagt den vorhandenen Pilzhub-Dachausschnitt und flexe nix, schweiße nix, schraube nix, damit ich den Bus jederzeit wieder zum Original Poptop-Westy zurückbauen kann. An den Kontaktstellen schleife ich mit 400er Band vorsichtig an und trage dreifach Brantho nitrofest in Wagenfarbe auf. Darauf kommt Sikaflex 552 zum Verkleben... und von außen 521UV zum Abdichten.
- Rahmen: auf die Dachhaut soll ein Holzrahmen und darauf wiederum eine leichte Holzpatte, worauf eine Kindermatratze und Gepäck liegen können. Den Rahmen klebe ich ggf. auf die Dachhaut, das Hochdach verschaube ich von außen damit... und nutze dafür die vorhandenen Nietlöcher ringsum.
- Hochdach: Es wird sich noch zeigen, ob da zur Stabilisierung ein paar Dachlatten rein müssen (Beim Tarnsport mit dem Hänger wars im Rückspiegel doch recht "wobbly"). So oder so möchte ich ich Kork zur Dämmung und Verkleidung nutzen. Wir reisen eh nur in den Sommermonaten... und es ist umweltschonend, schick und leicht zu verarbeiten, außerdem kann Kork Feuchtigkeit "zwischenspeichern" und es läuft weniger Kondenswasser auf die Dachhaut. Ich habe mich jetzt für eine Schicht Dämmkork (Trittschall) 4mm Stärke entschieden. Darauf kommt für die Optik und weitere Dämmung so genannter Akustik-Kork/Wellenkork, 5-10mm Stärke. Laut Herstellerhinweisen reicht es aus, beide Schichten zu verkleben.

Ich bin ein bisschen aufgeregt. Halte euch hier auf dem Laufenden und versuche nix kaputt zu machen. Dokumentation folgt.

Gruß

Malte
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aircooled68
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von aircooled68 »

schau dir mal die "Adventure Camper" aus US an. Da sieht das Dach genauso aus.

http://www.vw-t2-bulli.de/de-books-broc ... nture.html

Gruß Jan
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https://vw-type2-id.xyz/mplate/22138101/#
Typ 4 (CA) - 1679cc, 49 kW (66 PS)
Vmax = 141km/h
A89 (1972) = 032 094 206 506 511 616

Jan *779
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Kotten »

Hey Jan,

jepp, die Adventure Campers waren auch mein Anfangsverdacht... aber auch Fehlanzeige. Meins ist höher und anders "gestaffelt".

Gruß

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Kotten
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Re: Festes Hochdach montieren

Beitrag von Kotten »

Hey,

nach langem Suchen habe ich endlich mal EINEN anderen T2 mit dem Hochdach gefunden. Scheinbar steht der in WIen. Leider aber auch ohne Infos zum Hersteller oder dem Besitzer vom Bus. Ist das Dach hier wirklich noch keinem von euch begegnet? Jeder leiseste Verdacht wäre schon hilfreich.

Gruß

Malte
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