Hallo zusammen,
ich habe meinen Typ 1 Motor ausgebaut, weil er stark gequalmt hat und auf dem dritten Zylinder keine Kompression hatte. Er lief jedoch.
Jetzt habe ich den Ventildeckel abgemacht und dies gesehen. Die Stößelstange ist vom Kipphebel gerutscht. Hat das schon mal jemand gehabt?
Der Vorbesitzer hat wohl die Köpfe abgehabt und geplant und ansonsten einiges vom Motor neu gelagert. Dabei muss er ja wohl auch die Ventile eingestellt haben. Es muss also wohl erst später passiert sein.
Wie kann das sein? Hat schonmal jemand sowas gehabt? Ich habe die Hoffnung, dass lediglich die Stößelstange neu muss. Die ist sicherlich krumm. Hat jemand Erfahrung, was bei sowas noch alles kaputt geht? Das Ventil ist jedenfalls nicht abgebrochen. Der Motor lief vor dem Ausbau sogar relativ ruhig, der Vorbesitzer ist damit rund 60 km gefahren. Er hat nur sehr stark gequalmt.
Ich möchte, haupsächlich aus Zeitgründen, nicht den ganzen Motor zerlegen. Kann ich, wenn ich die Stößelstange ersetze und die Ventile neu einstelle, bei ausgebautem Motor die Kompression messen? Also nur durch drehen an der Riemenscheibe? Oder ist das völlig utopisch?
Danke für eure Gedanken dazu
Gruß Rainer
Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
- boggsermodoa
- Wohnt im T2!
- Beiträge: 7342
- Registriert: 22.12.2003 10:53
- IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
An einem fabrikneuen Käfer. Erste Vermutung: "Hat die den überdreht?"
Aber nein, es war nur eine zu enge Ventilführung. Aufgefallen ist das nur, weil ein penibeler, frisch gebackener Geselle nach dem Ventileeinstellen den Motor noch mal komplett durchgedreht und alle Ventilspiele geprüft hat. Das war an einem viel zu groß. Wenn ich mich recht erinnere musste damals kein einziges Bauteil ersetzt, sondern nur die Führung auf Maß gebracht werden.
Was es damals allerdings nicht gab, war starker Qualm. Der muss ja irgend eine Ursache haben. In sofern habe ich Zweifel, ob der Fall von damals zu deinem Fehlerbild passt.
Gruß!
Clemens
- boggsermodoa
- Wohnt im T2!
- Beiträge: 7342
- Registriert: 22.12.2003 10:53
- IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
Ach, dazu noch:
Das geht problemlos, wenn du eine Kupplungsglocke, einen Anlasser und eine Batterie rumliegen hast. Nur durch Drehen von Hand erreichst du vermutlich nichts. Motor festspannen, 20 m Gurt ums Schwungrad wickeln und dann mit dem anderen Ende in der Hand aus der Garage rennen, könnte funktionieren, wenn du einen Helfer hast, der das Manometer ins Kerzenloch drückt. Wenn nicht, belustigt es wenigstens die Nachbarn. Es ist jedoch weitgehend sinnfrei, denn die Ursache für die nicht vorhandene Kompression hast du ja bereits gefunden. Wo nichts angesaugt wird, kann auch nichts verdichtet werden.
- Tanjas&Thomas_T2b
- *

- Beiträge: 5128
- Registriert: 27.08.2010 20:32
- IG T2 Mitgliedsnummer: 680
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
Moin Rainer,
irgendwie muss ja das Ventil in der Offen Stellung hängen geblieben sein.
Das kann nun entweder eine zu enge Ventilführung sein, oder dein Zylinderkopf hat irgendwas aus dem Ansaugtrakt gefressen.
Schau mal ob dein Vergaser noch komplett ist, oder ob da irgendwelche Röhrchen fehlen.
Ich würde die Stange erst mal sichten. Wenn die nicht zu krumm ist würde ich die einsetzen und Ventilspiel einstellen.
Dann den Motor erst mal von Hand durchdrehen und schauen ob das Ventilspiel nach ein paar Umdrehungen von Hand ok ist.
Wenn das so alles funktioniert, kannst du dann ja mal eine Kompressionsmessung machen.
Starten würde ich den Motor mit einer krummen Stößelstange auf keinen Fall.
Und einmal den Kopf runter nehmen und sich den Brennraum ansehen, Ventilführen prüfen kann auf keinen Fall schaden.
Viele Grüße
Thomas
irgendwie muss ja das Ventil in der Offen Stellung hängen geblieben sein.
Das kann nun entweder eine zu enge Ventilführung sein, oder dein Zylinderkopf hat irgendwas aus dem Ansaugtrakt gefressen.
Schau mal ob dein Vergaser noch komplett ist, oder ob da irgendwelche Röhrchen fehlen.
Ich würde die Stange erst mal sichten. Wenn die nicht zu krumm ist würde ich die einsetzen und Ventilspiel einstellen.
Dann den Motor erst mal von Hand durchdrehen und schauen ob das Ventilspiel nach ein paar Umdrehungen von Hand ok ist.
Wenn das so alles funktioniert, kannst du dann ja mal eine Kompressionsmessung machen.
Starten würde ich den Motor mit einer krummen Stößelstange auf keinen Fall.
Und einmal den Kopf runter nehmen und sich den Brennraum ansehen, Ventilführen prüfen kann auf keinen Fall schaden.
Viele Grüße
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum *680
Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!
Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!
- Norbert*848b
- *

- Beiträge: 7701
- Registriert: 30.10.2013 22:57
- IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
Hallo Rainer,
solch ein von Dir beschriebenes Problem hat es einmal bei einer alten Tragkraftspritze bei der hiesigen Feuerwehr gegeben.
Da haben wir eine (Bastler-) Gruppe, die historische Geräte wieder zum Laufen bringen.
So war dann auch eine alte Tragkraftspritze mit dem Industriemotor Typ 122 "ausgegraben" worden.
Zunächst wurde das Ventilspiel und der ZZP überprüft.
Für einen Probelauf wurde etwas Sprit in den Tank gekippt und es konnte sogar erfolgreich gestartet werden.
Aus dem Auspuff qualmte es allerdings schon ganz mächtig zur Verwunderung / Überraschung der beteiligten Personen, bis plötzlich ein unrunder Motorlauf wahrgenommen wurde und man daraufhin den Motor sofort abstellte.
Lange Rede kurzer Sinn, bei der Fehlereingrenzung war festgestellt worden, dass die Stösselstange von einem Einlassventil "abgesprungen" (und verbogen) war.
Eine darauf folgende Ursachenforschung brachte das Ergebnis hervor, dass der restliche alte Sprit für eine "Verklebung" des Einlassventils sorgte, was in Schwergängigkeit des Ventiltriebes resultierte.
Der Petrochemiker spricht bei überaltertem Sprit von "Gum" -Ausscheidungen, was wir als klebrige Masse wahrnehmen.
Die Feuerwehr-Bastler wollten keine weiteren materialfressenden Versuche machen und so wurden die Zylinder-Köpfe abgenommen und alle Ventile sowie deren Führungen gereinigt. Ich habe dunkel in Erinnerung, dass man da Aceton bzw. Nitroverdünnung eingesetzt hatte.
Darüber hinaus wurde auch der Vergaser zerlegt und gereinigt und eben auch der Tank.
Ob bei Deinem Fahrzeug auch ein solch gelagertes Problem vorliegt, kann ich aus der Entfernung leider nicht sagen.
Wir sind uns aber sicherlich einig darüber, dass etwas an dem Ventiltrieb "geklemmt" hat.
Clemens sowie Thomas haben schon ihre Erfahrung eingebracht.
Ich möchte auch noch den Kipphebel und die Kipphebelwelle ins Spiel bringen, da sollte alles auf Leichtgängigkeit überprüft werden. Auch die entsprechende Ventilfeder sollte auf Unversehrtheit überprüft werden. Ein "Druckvergleich" mit einer intakten Feder erscheint mir auch sinnvoll, also auf Belastung testen, ob bei gleicher Kraft auch gleiche Weg zurück gelegt werden.
solch ein von Dir beschriebenes Problem hat es einmal bei einer alten Tragkraftspritze bei der hiesigen Feuerwehr gegeben.
Da haben wir eine (Bastler-) Gruppe, die historische Geräte wieder zum Laufen bringen.
So war dann auch eine alte Tragkraftspritze mit dem Industriemotor Typ 122 "ausgegraben" worden.
Zunächst wurde das Ventilspiel und der ZZP überprüft.
Für einen Probelauf wurde etwas Sprit in den Tank gekippt und es konnte sogar erfolgreich gestartet werden.
Aus dem Auspuff qualmte es allerdings schon ganz mächtig zur Verwunderung / Überraschung der beteiligten Personen, bis plötzlich ein unrunder Motorlauf wahrgenommen wurde und man daraufhin den Motor sofort abstellte.
Lange Rede kurzer Sinn, bei der Fehlereingrenzung war festgestellt worden, dass die Stösselstange von einem Einlassventil "abgesprungen" (und verbogen) war.
Eine darauf folgende Ursachenforschung brachte das Ergebnis hervor, dass der restliche alte Sprit für eine "Verklebung" des Einlassventils sorgte, was in Schwergängigkeit des Ventiltriebes resultierte.
Der Petrochemiker spricht bei überaltertem Sprit von "Gum" -Ausscheidungen, was wir als klebrige Masse wahrnehmen.
Die Feuerwehr-Bastler wollten keine weiteren materialfressenden Versuche machen und so wurden die Zylinder-Köpfe abgenommen und alle Ventile sowie deren Führungen gereinigt. Ich habe dunkel in Erinnerung, dass man da Aceton bzw. Nitroverdünnung eingesetzt hatte.
Darüber hinaus wurde auch der Vergaser zerlegt und gereinigt und eben auch der Tank.
Ob bei Deinem Fahrzeug auch ein solch gelagertes Problem vorliegt, kann ich aus der Entfernung leider nicht sagen.
Wir sind uns aber sicherlich einig darüber, dass etwas an dem Ventiltrieb "geklemmt" hat.
Clemens sowie Thomas haben schon ihre Erfahrung eingebracht.
Ich möchte auch noch den Kipphebel und die Kipphebelwelle ins Spiel bringen, da sollte alles auf Leichtgängigkeit überprüft werden. Auch die entsprechende Ventilfeder sollte auf Unversehrtheit überprüft werden. Ein "Druckvergleich" mit einer intakten Feder erscheint mir auch sinnvoll, also auf Belastung testen, ob bei gleicher Kraft auch gleiche Weg zurück gelegt werden.
Freundliche Grüße aus Algermissen
Norbert
Hab hin und wieder "Versager" und "Verzweifler" im reviedierten Zustand für den 50 PS Bus-Motor anzubieten.
Norbert
Hab hin und wieder "Versager" und "Verzweifler" im reviedierten Zustand für den 50 PS Bus-Motor anzubieten.
- boggsermodoa
- Wohnt im T2!
- Beiträge: 7342
- Registriert: 22.12.2003 10:53
- IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
Im von mir beschriebenen Fall wurde das damals auf das neue ARAL "reinigt Ventile" zurückgeführt, das die Besitzerin bislang ausschließlich getankt hatte. (Zur Werkstatt gehörte auch eine ARAL-Tankstelle, und das betroffene Auto war der letzte dort je verkaufte Käfer.) Der Sprit sollte lt. ARAL eine minimale Schichtdicke auf die Ventilschäfte und -führungen auftragen.Norbert*848b hat geschrieben: ↑28.03.2026 15:14
Eine darauf folgende Ursachenforschung brachte das Ergebnis hervor, dass der restliche alte Sprit für eine "Verklebung" des Einlassventils sorgte, was in Schwergängigkeit des Ventiltriebes resultierte.
Re: Erfahrung mit Kipphebeln und Stößelstangen?
Vielen Dank an alle für die wertvollen Tipps. Das hat mich tatsächlich einiges weitergebracht.
Inzwischen habe ich auch noch von weiteren Fällen gelesen, wo ein Kipphebel abgerutscht ist. Scheint wohl doch öfter zu passieren und oftmals ohne weitere schlimme Schäden.
Das klingt ja schonmal gut.
Sehr wertvoll auch der Hinweis mit dem alten Sprit. Dieser ist wohl (nach Auskunft des Vorbesitzers) schon viele Jahre alt. Ich hätte nicht gedacht, dass das solche Auswirkungen haben kann. Meine weitere Recherche hat genau dieses bestätigt. Ich dachte immer, dass allenfalls der Motor nicht mehr so ruhig läuft.
Ich werde jetzt also erstmal die Kipphebelwellen ausbauen, die Ventile auf Leichtgängigkeit prüfen, die Führungen bei eingebauten Köpfen mit Aceton spülen und die Stößelstangen und Kipphebel prüfen und ggf. ersetzen. Dann würde ich den Tank ausbauen, Sprit ablassen und reinigen. Interessanterweise geht bei dem Bus auch die Tankuhr nicht. Das könnte ja auch gut zum verharzten Sprit passen. Jetzt wo der Motor draußen ist, komm ich ja gut an alles dran und kann auch direkt das Einfüllstutzengummi mit tauschen, die Tankuhr reparieren und den Motorraum lackieren.
Dann überall gut Öl dran und wieder zusammenbauen. An den Anlasser komme ich ja jetzt auch gut dran. Ich werde mir also einen Adapter für den Anlasser bauen und die Kompression messen. Wenn das soweit passt, nochmal das Ventilspiel kontollieren und Motor wieder einbauen.
Vielleicht habe ich ja Glück und ich bin mit einem blauen Auge davon gekommen.
Nochmals Danke! Ich berichte vom Verlauf.
Gruß Rainer
Inzwischen habe ich auch noch von weiteren Fällen gelesen, wo ein Kipphebel abgerutscht ist. Scheint wohl doch öfter zu passieren und oftmals ohne weitere schlimme Schäden.
Das klingt ja schonmal gut.
Sehr wertvoll auch der Hinweis mit dem alten Sprit. Dieser ist wohl (nach Auskunft des Vorbesitzers) schon viele Jahre alt. Ich hätte nicht gedacht, dass das solche Auswirkungen haben kann. Meine weitere Recherche hat genau dieses bestätigt. Ich dachte immer, dass allenfalls der Motor nicht mehr so ruhig läuft.
Ich werde jetzt also erstmal die Kipphebelwellen ausbauen, die Ventile auf Leichtgängigkeit prüfen, die Führungen bei eingebauten Köpfen mit Aceton spülen und die Stößelstangen und Kipphebel prüfen und ggf. ersetzen. Dann würde ich den Tank ausbauen, Sprit ablassen und reinigen. Interessanterweise geht bei dem Bus auch die Tankuhr nicht. Das könnte ja auch gut zum verharzten Sprit passen. Jetzt wo der Motor draußen ist, komm ich ja gut an alles dran und kann auch direkt das Einfüllstutzengummi mit tauschen, die Tankuhr reparieren und den Motorraum lackieren.
Dann überall gut Öl dran und wieder zusammenbauen. An den Anlasser komme ich ja jetzt auch gut dran. Ich werde mir also einen Adapter für den Anlasser bauen und die Kompression messen. Wenn das soweit passt, nochmal das Ventilspiel kontollieren und Motor wieder einbauen.
Vielleicht habe ich ja Glück und ich bin mit einem blauen Auge davon gekommen.
Nochmals Danke! Ich berichte vom Verlauf.
Gruß Rainer

