Trommelbremse hinten überholen

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Harald
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Harald » 26.06.2013 12:49

büsle hat geschrieben:Die kommt bei meinen Bus ab dem 02.07 drann.
Du hast genaue Daten, wann Du was am Bus machst?

:respekt:


Ich finde hier tatsächlich etwas wenig zu den Bremsen - also Kamera drauf halten und texten! Ich habe meine Teile bei Olaf bestellt und hoffe, daß die bis zum Wochenende da sind und ich dann auch keine Lust habe, nach Wolfsburg zu fahren ;-)

Sonst wird das bei mir erst nach dem 02.07.2013 was!

Grüße,
Harald

... und nochmals: ich habe so ne Nuß (zugegeben also nicht die Schlagversion)! Ganz sicher! Ich weiß nur leider nicht, wo genau (mein Wissen deckt etwa 10 qm ab - bis zu einer Höhe von 1,80m ergibt das 18 Kubikmeter Zweifel!).
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büsle
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von büsle » 26.06.2013 13:59

Harald hat geschrieben:Du hast genaue Daten, wann Du was am Bus machst?
wenn dein Bus 160km weit weg ist,
und du Haushalt,Kinder,Schule und Frau hast dann geht des leider nich anders.
Obwohl ich hab dann eine Woche Zeit zum Busschrauben :jump:
achso nen Beruf hab ich ja auch noch :wink:
nur den kann ich mir zum Glück einteilen.
so zu deiner Nuß ich mein die 46er
schau mal hinten links in der Pappschachtel :mrgreen:
Grüßle Martin
Am Ende wird alles Gut.
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Harald
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Harald » 30.06.2013 16:16

Leute, was für ein tolles Geschraubsel! Endlich mal wieder so richtig an einem Samstag K.O.-geprökelt. Aber was für ein Spaß! Hier also mein Bericht.

Ich habe gestern im wesentlichen an drei Personen hier aus dem Thread gedacht, aber der Reihe nach:

Mein Problem bestand darin, dass die Zahnräder der Belagnachstellung (zumindest!) schwergängig waren. Im Gegensatz zu den vorderen Scheibenbremsen sind die Trommelbremsen der Hinterräder zu warten: die müssen regelmäßig nachgestellt werden. Ich fahre so zwischen 5.000 und 10.000 km im Jahr und mache das eigentlich immer am Anfang der Saison. Eigentlich, weil ich es die letzten zwei Jahre nicht richtig gemacht habe. Da ließ sich kaum noch was einstellen. Bremsen taten die ja noch. Also mit stärker werdendem schlechten Gewissen durch die Gegend gefahren, jetzt wollte ich da aber mal ran! Der Vorschlag von Clemens, nur das Notwendige zu machen, war goldrichtig. Sonst säße ich da jetzt noch und wäre genervt. So habe ich das jetzt zwar alles nicht in neu glänzend, aber es funktioniert. Und wenn ich das in nächster Zeit mal glänzend haben will – dann lässt sich jetzt alles serienmäßig lösen, da werde ich viel Zeit sparen.

Aufgabe war also, an das Innere der Trommelbremse heran zu kommen. Grundsätzlich führen da zwei Wege hin, die ich beide Nachstehend auch mal anreißen will.

Für beide Vorgehensweisen zunächst einmal Handbremse anziehen, Gang rein und Radkappen runter. Ich glaube, wir hatten das mit den Radkappen hier noch nie. Deshalb mal für die Anfänger dazu ein wenig Text:

Die Radkappen sollte man meiner Meinung nach tunlichst nicht mit Schraubenzieher oder ähnlichem Gerät versuchen, ab zu bekommen. VW hat den Radkappen zwei Löcher spendiert, in die man einen U-förmigen „Doppelhaken“ einsetzen kann. Lag früher beim Wagenheber bei. So einen Radkappenabzieher gibt es beispielsweise bei Olaf. Meiner Meinung nach das einzig Wahre. Zur Not hilft übrigens auch die Klammer einer Wäscheklammer. Wenn man die beiden Haken mit ner Zange parallel dreht, dann kann man die in die Löcher einhängen und an der Wicklung mit ner Rohrzange versuchen, die Kappen ab zu ziehen. War jahrelang mein Ding, weil ich meinen Abzieher verloren hatte. Ich bin heilfroh, irgendwann wieder einen gefunden zu haben. Nun legte VW netterweise auch einen 19er Schlüssel dem Wagenheber-Set bei, um die Radbolzen lösen zu können. Ich habe den gegen so ein ausziehbares Teil vom Sonderpostenmarkt ausgetauscht – weil man mit dem mehr Hebel hat:

Abzieher1.jpg
Wie zu sehen ist passt der U-förmige Abzieher genau über das Rohr. Da fällt der auch nicht ab, wenn man ihn nicht aufspreizt. Und genau da bleibt er auch, es gibt keinen Anlaß, den da ab zu machen (es sei denn, man will ihn verlieren!). Zum abziehen der Radkappen wird dann das so aufgesetzt:

Abzieher2.jpg
Ist echt kinderleicht. Macht das mal ein paar Jahre mit dem Ding aus der Wäscheklammer und Ihr seid wie ich begeistert! Wenn Ihr dann noch etwas Wachs oder Korrosionsschutzfett in die Radkappen sprüht oder streicht, um die vor´m Weggammeln zu schützen, dann ist der Abbau der Radkappen echt eine Freude! Und behandelt bloß Eure Radkappen gut! Guckt mal auf Olaf´s Seite und dann freut Euch über den Abmahnwahn von VW! So ohne Logo sehen die Dinger schlichtweg Panne aus. Und mit Logo gibbet die Teile dank der Einsatzfreude von VW nicht mehr! Toll, Volkswagen AG, richtig gut gemacht!

Jetzt muß man sich zur weiteren Vorgehensweise wegen der Bremsen entscheiden:

Nur Trommel runter

Der für mich einfachere Weg ist es, nur die Trommel der Bremse ab zu nehmen. Insbesondere, weil hierfür die 46er Kronenmutter (zu der dann weiter unten) nicht angefasst werden muß.

Beiden Vorgehensweisen gemein ist, dass irgendwann die Beläge zurück gestellt werden müssen. Nur dann kann man die Trommel abnehmen, bei gespreizten Belägen wird das nix, wenn die Trommel schon ein wenig eingelaufen ist und sich daher ein Rand gebildet hat. Also unter den Bus legen und die beiden unteren Stopfen für die Verstellung auf der Rückseite der Bremsankerbleche abnehmen. Jetzt die durch die Löcher erkennbaren „Zahnräder“ mit einem kleineren Schraubenzieher drehen, um die Beläge zurück zu stellen. Wer das noch nie gemacht hat, lese bitte weiter. Weiter unten erklärt sich das Prinzip der Zahnräder aus den Bildern und dem Text. Man muß das einmal „visualisiert“ haben, dann kapiert man das. Kindereinfach – nur total bescheuert, das zu beschreiben.

Am linken Rad muß man das hintere Zahnrad nach oben, das vordere nach unten drehen – am rechten Rad das hintere Zahnrad nach unten und das vordere nach oben. Dies, um die Beläge zu lösen. Zum Nachstellen natürlich genau anders herum. Bei mir ging da kaum was, ich musste dann schon immer den Schraubenzieher auf die Zahnrad-Spitzen setzen und mit nem kleineren Hammer nachhelfen. So zwanzig Spitzen habe ich da jeweils – und natürlich gleichmäßig – zurückgedreht. Mehr kann da auch nicht schaden.

Weiter geht’s: Radschrauben lösen, Wagen aufbocken und die Muttern von den Radbolzen abdrehen, Rad abnehmen und erstmal weit weg mit dem Ding. Auf der Trommel sieht man jetzt die Köpfe von zwei (ja – zwei, Harald!) Schrauben, die einfach rausdrehen – und fast fertig. Zumindest mit dem technischen Teil. Jetzt kann man – in der Regel wohl nur theoretisch – die Trommel über die Radbolzen einfach abziehen. Die Radbolzen sitzen auf einem Träger, der mit der gefürchteten 46er Kronenmutter fest ist und einfach „dran“ bleibt:

Bremse_ 033kl.jpg
´Tschuldigt die Bildqualität. Hatte ich gerade nicht drauf geachtet.
Praktisch ist es so, dass die Trommel nicht runter kommt, weil sich irgendeiner der beiden Drecks-Schweine-Mist-Sau-Ich-hasse-Dich-Beläge nicht ganz so zurückbegeben hat, wie wir das wollten. Da hilft dann ein Fäustel mit Gummikappe, wie wir ihn aus dem Modell- quatsch, aus dem Gartenbau irgendwo zu liegen haben, ein anderes meiner Lieblingswerkzeuge:

Bremse_ 022.jpg
Leichte, nach vorne ausgerichtete Schläge auf die Bremstrommel helfen, dass sich der Belag zurück stellt und sich die Trommel über die Beläge und Radbolzen löst.

Nachteil dieser Lösung ist, dass eben durch den Radbolzenträger die Hälfte der Innereien verdeckt ist und man da kaum heran kommt, wie das Bild zeigt. Um die Zahnräder gängig und in der Trommel mal etwas sauber zu machen reicht es aber.


Trommel mit Radträger runter

Wer „richtig“ an das Innere der Trommel will, der muß die 46er Kronenmutter lösen.

Die Räder bleiben hierfür dran, der Bus zunächst auch unbedingt auf diesen stehen, Handbremse anziehen (also anfangs auch noch nicht zurück drehen, wie bei dem anderen Weg!), Gang rein, Keile oder Steine hinter die Reifen. Splint aufbiegen und abziehen.

Und jetzt an die Kronenmuttern.

Horror, wie sich aus den vorstehenden Beiträgen ergibt. Das Ding ist mit 350 Nm bei VW angezogen worden. Zum Vergleich: Radbolzen zieht Ihr mit 130 Nm an! Jetzt sitzt die Kronenmutter da wahrscheinlich auch schon ne Weile und war Mutter Natur ausgesetzt. Deswegen hatte ich mir vor Jahren auch schon ne 46er Nuß gekauft (und in etwa da hingelegt, wo ich mit der Suche begann, ich kürze das hier aus dramaturgischen Gründen) und ein feines 3m-Vierkantrohr beiseite gelegt:

Bremse_ 047kl.jpg
Damit löste sich die linke Seite wie Butter! Aber eben nur die linke Seite. Rechts tat sich gar nichts – außer, dass sich das Rohr wie Butter anfühlt, als es sich verbog! In diesen dunklen Minuten am Samstag habe ich an Rolf-Stephan gedacht, der so schön beschrieb, den Bulli noch über den hinter den Reifen gelegten Stein gedreht zu haben. Ich habe auch immer wieder auf das Gewinde geglotzt, weil ich dachte, dass das vielleicht ein Linksgewinde wäre. Aber nein – ich kriegte einfach nicht genug Kraft auf die Nuß.
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Harald » 30.06.2013 16:29

Also nach Bauhaus hin – der ist hier in Bremen vor ´nem Jahr umgezogen und riesig – und dort mal umgeschaut. Hatten ein Rundrohr in 1,70 m mit 3mm Wandstärke, prima! EUR 10, zwar gefühlt teuer, aber egal. Dann weiter zu Hellweg-Center, die haben Hazet und Gedore. Nach Peters Schlag-Ringschlüssel gucken. Hatten sie nicht. Auf dem Weg nach Hause noch bei Bahr rein – vergiß es. Dann doch noch mal zu Bauhaus. Und siehe da: quer, hinten im Regal liegt ein 46er Ring-/Maulschlüssel für 35 Tocken. Gleich mal mitnehmen. Wenn´s mit dem Rohr wie vorgesehen klappt, dann liegt der heute Abend hier wieder umgetauscht im Regal! Gedacht, bezahlt und schon zwei Stunden nach Abfahrt wieder zuhause!

Was soll ich sagen: das Rohr kam genau 30 Sekunden zum Einsatz. Dann zeigte dies den gleichen parabelförmigen Verlauf seines Vierkantbruders. Und weitere 2 Minuten später war die Kronenmutter ab. 46er Ringseite des Schlüssels aufgesetzt, mit der rechten Hand gehalten und mit der linken drei kräftige Schläge mit der Gummikappe des Fäustels. Kein Thema. Kinderkram. Sahne. Grinsen. Erstmal ein Belohnungs-Fritt (ich rauche seit nem Jahr nicht mehr ;-) )

Also Tip: Gabel-/Ringschlüssel von Wisent bei Bauhaus: 35nochwas Euronen. Kann man sehr gut mit der einen Hand halten, während die andere den Fäustel führt. Hat dazu noch eine etwas größere Hebelwirkung als der Schlag-Ringschlüssel. Gibt es sicher auch im Internet günstiger – aber die Dinger haben schon eine gewisse Größe, achtet daher auch auf die Versandkosten.

Bremse_ 053.jpg
Die Kronenmutter nur lösen, nicht abdrehen. Jetzt wie oben beschrieben die Bremsbacken zurück drehen, Wagen aufbocken, Kronenmutter ab und mit dem weiter angeschraubten Rad die Bremstrommel an diesem abziehen. Geht eigentlich etwas besser, weil man über das Rad auch noch einen gewissen Hebel auf die Trommel ausüben kann. Trotzdem kann es sein, dass die noch an einer der Bremsbacken hängt. Hier ist etwas kräftigeres Arbeiten gefragt. Bei mir flutschte das aber ganz fein.

Und dann liegt da die Pracht vor einem:

Bremse_ 100kl.jpg
Ganz witzig: mir fehlte da was: zugegeben – an dem Trommelbremsen war ich bei diesem Bulli noch nie bei. Belagstärke war immer gut, konnte man ja auch fein nachstellen. Es bestand also kein Anlaß. Bei meinem alten Bulli (und in den Reparaturanleitungen) werden die beiden Bremsbacken noch mittig durch Stifte und kleine Federn gehalten. War bei meinem Bulli auf beiden Seiten nicht der Fall. Auch die Bremsankerpallte sah da nix vor. Ist wohl konstruktiv mal geändert worden. Ich konnte daher aus Olafs Montagesatz nur die beiden Federn verwenden.

Bei Olaf hatte ich dann auch neue Einstellmuttern geordert. Auf der rechten Seite waren die dermaßen fest, dass die auch aus der Halterung überhaupt nicht raus wollten. Da einfach die Einstellschrauben raus gedreht und stattdessen eine lange M10-Schraube rein, die drückt dann das Zahnrad raus.

Das Zahnrad war an seiner Flanke, dem „Schaft“ wirklich schon angegammelt. Also das neue Zahnrad mit Keramikpaste eingesetzt. Aus dem Bild:

Bremse_ 116kl.jpg
ist jetzt auch, wie oben schon angekündigt, erkennbar, wie das Prinzip der Verstellung funktioniert: dreht man diese „Zahnrad-Mutter“ durch das Loch mit einem Schraubenzieher, dann wandert die Einstellschraube raus oder rein – und spreizt damit die beiden Beläge auseinander oder lässt sie eben auch wieder „zusammenrücken“.

Beim Zusammenbau in beiden Versionen unbedingt darauf achten, dass die beiden Beläge wieder oben und unten in den Schlitzen der Schrauben (unten) oder des Zylinders (oben) stecken. Die rutschen da beim Zusammenbau schnell mal raus!

Soviel mal von meinem Samstag. Danke für die Tipps von Euch. Wer noch Anregungen hat: immer her damit.

Grüße,
Harald
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Rolf-Stephan Badura » 30.06.2013 19:18

Na dann herzlichen Glückwunsch - siehs'de, jetzt gehörst Du auch zum Kreis der Kronenmutter-Bezwinger, geht doch! :thumb:

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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von büsle » 30.06.2013 19:25

Vielen Dank Harald,
dein bericht wird mir schicher sehr helfen,
war das nicht andersrum gedacht :wink:
egal so schön hätt ich es auch nicht schreiben können.
Harald hat geschrieben: Am linken Rad muß man das hintere Zahnrad nach oben, das vordere nach unten drehen – am rechten Rad das hintere Zahnrad nach unten und das vordere nach oben. Dies, um die Beläge zu lösen.
und das vergesse ich IMMER :unbekannt:
Danke und Grüße Martin
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 30.06.2013 20:27

Moin Harald,

schöner Bericht, wie so oft von dir.

Wenn du schon so weit warst, und auch die Kronenmutter runter hattest,
dann hättest du auch noch einmal etwas Fett in das Hintere Radlager packen können.
Das soll zwar Wartungsfrei sein, aber nach 30 Jahren mal neues Fett kann nicht schaden.
Bzw. gleich mal das Radlagespiel prüfen und bei der Gelegenheit mit erneuern.

Wie man schön sieht ist ein Belag kürzer als der Andere.
Das ist Absicht von VW und steht auch in irgendeinem TM von VW drin.
Leider bekommt man beu unseren Teilehändlern immer nur die Backen, die beide gleich groß sind.
Und zu allem Überfluss ist in der Regel auch der Bremshebel nicht montiert.
Wenn man also die Beläge mit tauschen will, sollte man sich die vom T3 bestellen.
Dann hat man das auch gleich alles richtig.
Warum unsere T2 Händler das nicht machen, kann ich nicht nachvollziehen.
Ich glaube die wollen sich die Lagerhaltung sparen und verbimmeln uns immer schön die T1 Beläge von vorne.

Was nun das lösen der Verstllräder und der Kronenmutter angeht, empfehle ich immer noch einen Heißluftföhn bereit zu legen.
Damit die Teile die man los nehmen will schön warm machen, und viele Dinge lösen sich auf einmal fast von selber.
Impuls-kraft ist aber auch immer gut. (Hammer)

Und was die Bremse Angeht, bei einer Komplettüberholung gleich auf T3 Technik umrüsten:
viewtopic.php?f=7&t=13213&p=136461&hili ... se#p136461

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Harald » 01.07.2013 11:19

... was mich an Deinem Bild erstaunt: da sind ja wieder diese Haltestifte für die Bremsbacken, die ich schon von meinem vorherigen Bulli kannte.

Wieso zum Henker fehlen die bei mir? Da war aber auch kein Loch in der Bremsankerplatte und nix. Immerhin bin ich mit der Konstruktion schon was-weiß-ich-nicht-viele-zehntausend-Kilometer gefahren!

Merchwürdig.

Aber sach mal Thomas: nachstellen mußt Du doch auch, nur eben noch an einem Rädchen - oder sehe ich das falsch?

Grüße,
Harald
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 01.07.2013 15:07

Harald hat geschrieben:Aber sach mal Thomas: nachstellen mußt Du doch auch, nur eben noch an einem Rädchen - oder sehe ich das falsch?
Nee Harald,

das siehst du hoffentlich falsch. Da ist an den Bremsbacken ein Blech, dass das Zahnrad selbständig betätigen soll.
Ob das in der Praxis auf Dauer funktioniert, wird sich noch zeigen.

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von boggsermodoa » 01.07.2013 16:55

Harald hat geschrieben:... was mich an Deinem Bild erstaunt: da sind ja wieder diese Haltestifte für die Bremsbacken, die ich schon von meinem vorherigen Bulli kannte.

Wieso zum Henker fehlen die bei mir?
Moin Harald,

wenn du dir mal die Rückholfeder beim Radbremszylinder anguckst, siehst du, daß die relativ zu den Auflagepunkten der Bremsbacken nach hinten versetzt zieht. Die übt also ein Drehmoment auf die Backen aus, das sie an die Ankerplatte anlegt.
Die frühere Konstruktion mit Haltestift, Druckfeder, Federteller war so'n VW-typisches 250%-Ding, das wohl im Fehlerfall mehr Unheil anrichtet, als es bei korrekter Montage verhindert. Ich weiß nix Näheres, kann mir aber gut vorstellen, daß das im Zuge der ständigen Überarbeitungen irgendwann mal in die Tonne getreten wurde, weil: braucht bei Licht betrachtet kein Mensch!

Gruß,

Clemens

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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Harald » 01.07.2013 17:00

Naja - und seitliches Spiel ist ja auch eher zu vernachlässigen.

Aber merkwürdig, daß das beim T3 noch ist. Hat vielleicht einer meiner Voreigentümer schonmal ne neue Konstruktion gekriegt.

Grüße,
Harald
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Mario73 » 01.07.2013 19:14

Die Trommelbremsen beim T2 zu überholen ist doch relativ einfach-mach das mal beim Mercedes(oder anderen Fabrikaten),wo hinten Scheibenbremsen und in diesen die Trommelbremsen sind!
Ein Traum :evil:
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von B.C. » 01.07.2013 20:52

Hallo Harald,

Du meinst die Spannstifte, die Druckfedern und die Federteller (VAG-Deutsch). Ich habe das mal für Dich geprüft. Es scheint so, dass diese Teile erst ab der Fahrgestellnummer 2142032447 verbaut worden sind. Also müsste Dein Bus die entspr. Löcher für die Montage dieser Teile eigentlich haben? Ich schaue morgen mal bei meinem 218xxxxxxx. Habe das nicht mehr "im Kopf"

VG
Björn

@Mario: Jo, habe einen C124 - nicht so schön zu machen....

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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von suomi_bus*818 » 08.01.2014 22:45

Guten Abend zusammen,

hab mir am Wochenende mal die Trommelbremsen von meinem Bus vorgenommen (Mj. 72), nachdem ich die linke 46er Achsmutter aufgetrennt hatte. Die war festgegammelt :x

Ich hab folgendes fesgestellt: Die linke Mutter ist/war anders als die rechte (dicker). Die rechte Mutter ist anscheinen neuer.
Die rechte Seite hat keine Haltestifte mit Federn für die Bremsbacken, die Form der Backen ist anders, die Druckstange ist anders, die Löcher im Ankerblech für die Haltestifte fehlen. Die Seite wurde wohl nach 72 mal auf aktuelle Technik umgebaut, also Bremse ab 73.
Siehe Foto (links ist rechte Seite und Mitte ist linke Seite :P ):
Trommelbremse.jpg
Außerdem ist mir noch ein Malheur beim Lösen der Bremstrommel passiert (rechts im Bild)

Frage in die Runde: Einmal alles neu (ab Mj. 73)? Oder gleich auf T3-Technik?
(Da sind aber die Druckstangen so sch*** teuer, Trommeln, Beläge, Zylinder usw. ist ja ähnlich teuer)

Ich hatte eigl. gehofft die Trommeln aufhübschen und weiterverwenden zu können. Die Ankerbleche sind hinüber, die Bremszylinder feucht an den Gummis :wink: und die Beläge noch i.O. aber eben unterschiedlich...

Danke für eure Tipps. Gruß, Erik
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Re: Trommelbremse hinten überholen

Beitrag von Norbert*848b » 09.01.2014 02:00

Hallo Erik,
ja, das ist wohl eine Glaubensfrage was man da am besten machen sollte und wofür man sich entscheidet. Letztlich kommt es darauf an, etwas Zuverlässiges und auch langzeitstabiles zu bekommen so dass man nicht alsbald wieder dran muss. Hast du schon einmal in die Radbremszylinder geschaut? Welches Maß hat die Bremstrommel inzwischen erreicht (über 251 ist so langsam auch die Verschleißgrenze erreicht)?
Letztlich bin ich auch etwas darüber erstaunt, dass nicht rechts wie links aussieht. Richtige Fachmänner machen Bremsen eigentlich immer Achsweise und dann sehen nachher beide Seiten auch gleich aus.
Ich würde alles neu machen und mich vielleicht daran orientieren, bei welcher Lösung ich preislich günstiger bei wegkomme. Prinzipiell ist an den gemachten Vorschlägen aber nichts zu deuteln. Über die Zukunftsträchtigkeit kann man auch nur spekulieren und da vertut man sich auch gewaltig. Inzwischen ist es problemloser, die Bremse eher bei einem T1 als bei einem T2 a neu zu machen.
Das Handbremsseil auch mit überprüfen. Erst im ausgebauten Zustand wird man erkennen können ob es auch neu muss. Bei meinem Fahrzeug, auch ein '72er war es letztes Jahr noch intakt, was allerdings einer guten Pflege zu verdanken ist (alle 10 Jahre im ausgebauten Zustand gut gefettet).
Die kleinen Stifte mit den kleinen Druckfedern und Haltetellern habe ich nicht wieder eingebaut, die Bremsbacken liegen auch so sauber an den Ankerplatten an wenn die Federn von Backe zu Backe richtig montiert, also innen angesetzt sind. Clemens hat das aber auch schon angemerkt
Vgl. Explosionszeichnung:
http://www.vwheritage.com/vw_act_page.r ... earchType=

Nun noch etwas zu den Einstellschrauben. Damit da nie wieder etwas fest rostet, habe ich die Bohrung und das Gewinde ganz dünn mit hochtemperaturbeständigem Fett (Silikonfett) eingestrichen. Das ist zwar schweineteuer, lohnt sich aber auf Dauer. Wenn du dir keine Werkstattpackung leisten willst, kannst du dir auch Heißwasserhahnfett aus dem Baumarkt spendieren, das ist die benötigte Qualität und das gibt es zu 3 bzw. 5 Gramm, was allemal ausreicht und den Geldbeutel nicht übermäßig strapaziert.
Radlager bitte auch nicht vergessen, zumindest bei der Gelegenheit überprüfen und in jedem Fall neue Dichtungen dazu spendieren.
Sowie ich im Thread aber nachlesen konnte, haben dir die Routiniers schon reichlich Informationen gegeben welche nun umzusetzen sind.

Gutes Gelingen!
PS: Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht wie du das mit dem Anzugsdrehmoment von 35 mkg so halbwegs hinbekommst?
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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