Probleme mit Öldruck-Regelkolben

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Sabrina
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Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Sabrina » 29.08.2013 19:22

Hallo!

hab hier ein Prolbme mit einen 1600er AD-Motor (2 Öldruck-Regelkolben).
Kann mir jemand sagen ob die beiden Federn der Regelkolben gleich lang sind?
Falls nein... wo muss welche Feder rein?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Liebe Grüße,
Sabrina
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VW T2a '71 Westfalia US-Modell

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Wolfgang T2b *354
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 29.08.2013 21:27

Hallo Sabrina,

ich kann's Dir nur für den AS sagen, doch der ist ja mit dem AD eng verwandt.

Beim AS sind die Kolben identisch, es sei denn, eine der Bohrungen ist auf 1. Übermaß 16,5 mm nachgearbeitet worden. Die ca. 75 mm lange Feder gehört unter den Olüberdruckkolben (in Fahrtrichtung hinten), die kürzere, ca. 30 mm lange, unter den Öldruckregelkolben (vorn).

Schöne Grüße

Wolfgang

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dh-90
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von dh-90 » 10.09.2018 15:17

Hi,
Habe gestern mal nach den öldruckregelkolben und nach den ölüberdruckkolben geschaut. Der öldruckregelkolben (also in Fahrtrichtung vorne) viel mir beim aufmachen schon entgegen. Der ölüberdruckkolben (in Fahrtrichtung hinten) kommt nur bis zum Anfang des gewindeganges entgegen. Lässt der sich über den gewindegang raus ziehen? Also mit einem gewindeschneider oder so?!
Grüße
Stefan

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Norbert*848b
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Norbert*848b » 10.09.2018 16:11

Moin Stefan,
dh-90 hat geschrieben:
10.09.2018 15:17
Der ölüberdruckkolben (in Fahrtrichtung hinten) kommt nur bis zum Anfang des gewindeganges entgegen. Lässt der sich über den gewindegang raus ziehen?
Ja, es gibt nur den Weg wie der Kolben auch hinein gekommen ist, also nach unten herausziehen (über das M 18 x 1,5 Gewinde). Irgendwo hab ich mal gelesen, dass da jemand einen M 10ner Gewindeschneider vorgeschlagen hat. Das erscheint mir aber nicht richtig zu sein, denn die Bohrung im Kolben entspricht wohl eher 12 mm (kannst ja mit dem bereits herausgenommenen Kolben einmal nachmessen, die beiden sind identisch). Ich hab mir da etwas nach dem Prinzip eines Schwerlastdübel selbst gebaut (Fotos könnte ich später nachreichen). Der Forumskollege Wolfgang*136 hat wohl erfolgreich einen M 10ner Spreizdübel eingesetzt:
viewtopic.php?f=7&t=24917&p=244439&hili ... en#p244439
Zwei verkantete Schraubenzieher gehen zur Not auch, selbst eine angespitzte Hartholzleiste hat auch schon manchmal zum Erfolg geführt. :wink:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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dh-90
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von dh-90 » 10.09.2018 16:56

Super. Das werde ich dann mal versuchen. Vielen Dank dafür.

Grüße

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Norbert*848b
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Norbert*848b » 10.09.2018 23:43

Norbert*848b hat geschrieben:
10.09.2018 16:11
Fotos könnte ich später nachreichen
So, hab einen Fischer Metallrahmendübel F-M 10 x 182mm genommen und modifiziert.
Konus 4 fach mit Metallsäge geteilt und etwas aufgeweitet, 12 mm Kupferrohr drüber gestülpt und ebenfalls 4 fach geteilt. So hat man beim Anziehen per Hand der M 10ner Mutter eine gute, ausreichende Spannwirkung in den Ölkolben.
Y_IA_Ölkolben1.jpg
Y_IA_Ölkolben2.jpg
Die Frage sollte jetzt soweit beantwortet sein, so, jetzt geht es in den OT-Bereich :D :

Mit dieser "langen" Konstruktion kann man nun über die ganze Länge der Bohrungen die Unrundheit für beide Ventile (Ölüberdruckventil sowie Öldruckregelventil) feststellen (Kippmoment der Kolben).
Seitlich führt das weniger zu aufschlussreichen Ergebnissen, so wie ich feststellen dürfte, eher nach vorn und hinten.

Ist die Bohrung für das Ölüberdruckventil bereits oval ausgeschlagen (insbesondere der obere Bereich), so lässt sich kein hinreichender Öldruck mehr erzielen, das merkt man dann insbesondere bei einem warmen Motor ab über 70 -80 °C Öltemperatur, was ein besonderes Thema wäre mit Angabe der Verschleißgrenzen u.s.w..
(Es ist anzunehmen und zu unterstellen, dass zunächst die Hauptlager, NW-Lager sowie Stössel sauber und passgenau sitzen.)

Das ärgerliche dabei ist, wenn Öl am Ölüberdruck-Ventil "vorbeiplätschert", kann es natürlich nicht mehr durch den Ölkühler fließen, was eine unnötig höhere Öltemperatur bedeuten würde. :?

Ärgerlich an der Konstruktion ist auch, dass die Federn leider am Ende etwas scharfkantig sind (original oder auch Nachbau). Das führt dann dazu, dass die Bohrung meistens auf Dauer beschädigt werden, z.B. mit Riefen.
Die Federn sollten am Ende jeweils entgratet werden falls nicht bereits geschehen, in der Hoffnung, dass es nicht schon zu spät ist.
M. e. E. nach, liegt da eine Fehlkonstruktion vor. Die Feder müsste in einer Nut / Sitz im Kolben geführt sein und sollten nicht in der Gehäuse-Bohrung "schrammeln" dürfen.
Nunja, deshalb hat VW ja auch Übermaßkolben von 16,5 mm eingeführt (und entsprechend die Bohrungen erweitert) . Bei AT-Maschinen bereits oftmals eingesetzt, ev. noch möglich beim zu revidierenden Motor. Wenn nun unsere Motoren bereits das 2. Mal konfirmiert werden (also das 2. Mal überholt werden) sollte m.E. nach ein gewisses Augenmerk auf die genannten Bohrungen geworfen werden.
Leider sind nach meinen Erfahrungen so, dass nicht alle Motorbauer in der Weise wachsam sind und Motor-Gehäuse in entsprechender Weise prüfen.
Das sollte sinngemäß für beide Motorentypen gelten.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Bue69
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Bue69 » 12.09.2018 00:59

Hallo,
ich muss mich auch mal mit in die Diskussion einklinken.
Ich habe bei meinem Motor (AD) auch das Problem, dass der Öldruck in warmen Zustand abfällt. In kaltem Zustand hat der Motor knapp 6 bar. Bei sanften Fahrbetrieb bei 80km/h geht die Öltemperatur schnell auf 110C hoch und der Öldruck fällt beim Anhalten kurz so weit ab, dass die Öllampe angeht. Kurz aufs Gas getippt geht die Lampe wieder aus. Jetzt versuche ich das Problem einzugrenzen.
Zum Einen denke ich bei 80km/h sind 110C etwas viel? Zum Anderen muss der Motor trotz 110C doch den Druck aufrechthalten??
Gruß Nils

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mathiasT2
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von mathiasT2 » 12.09.2018 10:45

Hallo Nils,

6 bar sind auch kalt zu hoch, das könnte auf ein klemmenden Regelkolben hindeuten. Allerdings müßte der Druck dann bei warmen Motor auch zu hoch sein. Sollwert sind m.E. 2,5-4,5bar bei 80°C.
Ich hatte das Problem im Urlaub, daß der Kolben hing, habe es aber wieder mit polieren hinbekommen (sicher hätte ich die Bohrungen auf das Übermaß ausdrehen lassen müssen, leider beim letzten Motorüberholen versäumt).
Der Druck sollte bei 70°C mind. 2bar betragen, sollte der Wert nicht mehr erreicht werden, kann es auf verschlissene Lagerschalen hindeuten.
Mit der Öltemp. ist schwer zu sagen, Motor Serie? Verblechung ok? Wo wird die Temp gemessen etc..

Ja und das Überdruckventil würde ich auch mal untersuchen, nicht daß das klemmt und das Öl nicht durch den Kühler geht..könnte man aber mal prüfen. ob der Kühler warm ist bei über 80°C Öltemp.

Beste Grüße Mathias
"Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen !!!" Walter Röhrl

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GoldenerOktober *001
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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von GoldenerOktober *001 » 12.09.2018 11:43

mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
Hallo Nils,

6 bar sind auch kalt zu hoch, das könnte auf ein klemmenden Regelkolben hindeuten. Allerdings müßte der Druck dann bei warmen Motor auch zu hoch sein. Sollwert sind m.E. 2,5-4,5bar bei 80°C.
(...)
Ja und das Überdruckventil würde ich auch mal untersuchen, nicht daß das klemmt und das Öl nicht durch den Kühler geht..könnte man aber mal prüfen. ob der Kühler warm ist bei über 80°C Öltemp.
Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Hallo Nils,
Ersteres gilt für den Öldruckregelkolben, also das "Überdruckventil", welches kupplungsseitig verbaut ist und den Systemdruck steuert. Das vermute ich auch als Übeltäter Deines Druckproblems (klemmt, nicht volle Schließfunktion läßt Öldruck warm zusammenbrechen).
Der Temperatur-Regelkolben, welcher die Freigabe des Ölkühlers regelt (und in Wahrheit auf Druck reagiert denn auf Temperatur, was ergibt, daß Motoren mit dickerem Öl eher wärmer laufen) sitzt dann riemenscheibenseitig in etwa unter dem Öldruckschalter. Dieser wäre für Deinen bizarren Temperaturhaushalt verantwortlich, müßte aber dafür in der unwahrscheinlichen Offenstellung entgegen der vollen Federkraft klemmen, was ich für doch eher unwahrscheinlich halte. Aber: der Teufel ist ein Eichhorn!
In jedem Fall sei hier die Kontrolle beider Kolben angeraten - was ja nicht wirklich ein Hexenwerk darstellt.
Viel Erfolg,
Gruß Torsten
Mit dem Bus da steckenbleiben, wo die Anderen erst gar nicht hinkommen...

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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Norbert*848b » 12.09.2018 12:01

Hallo Nils,
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
6 bar sind auch kalt zu hoch
… sehe ich auch so. Normalerweise baut man ein 5 bar Instrument mit entsprechendem Geber ein, was auch völlig ausreichend ist.
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
das könnte auf ein klemmenden Regelkolben hindeuten.
Diese Meinung kann ich auch teilen, das Öldruckregelventil sitzt im Übrigen in der Nähe der Schwungscheibe, so Du denn 2 Regelventile in Deinem Motor hast.
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
Allerdings müßte der Druck dann bei warmen Motor auch zu hoch sein.
… ja, aber nur, wenn das Ölüberdruckventil (riemenscheibenseitig angesiedelt) noch intakt ist, und keine ausgeleierte Bohrung vorliegt.
Ist diese Bohrung verschlissen, wird der Kreislauf zum Ölkühler nicht mehr richtig geschlossen, es kann nicht mehr alles von der Pumpe gefördertes Öl durch den Kühler fließen, weil ein nicht geringer Anteil am Ölüberdruckkolben vorbei gedrückt wird und zurück in die Ölwanne fließt. Das Öldruckregelventil hätte in diesem Fall keine Arbeit mehr zu verrichten.
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
Der Druck sollte bei 70°C mind. 2bar betragen
… fehlt nur noch die Angabe der Drehzahl von 2500 1/min. :D
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
sollte der Wert nicht mehr erreicht werden, kann es auf verschlissene Lagerschalen hindeuten.
Ja, halt alle Gleitlager (Haupt-, Pleuel- sowie Nockenwellenlager), "gebeutelte" Lagersitze (insbesondere HL 2), gerissenes / undichtes Ansaugrohr, verschlissene Ölpumpe, ausgeleierte Bohrungen für die Öldruckregelventile, insbesondere die fürs Ölüberdruckventil, ausgeleierte Bohrungen für die Stössel und möglicherweise noch Einiges mehr. Vielleicht lässt sich das noch ergänzen, wenn jemand entsprechende Erfahrungen gemacht hat. :D
mathiasT2 hat geschrieben:
12.09.2018 10:45
Mit der Öltemp. ist schwer zu sagen
Ja, da fehlt leider der Hinweis, bei welcher Außentemperatur das aufgetreten ist.
Vielleicht auch noch interessant zu lesen: viewtopic.php?f=7&t=21794&p=217356&hili ... ur#p217356
Y_Öldruckventil.jpg
Ebenso lesenswert: http://www.kaefermotor.de/wissenswertes ... kreislauf/
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Probleme mit Öldruck-Regelkolben

Beitrag von Bue69 » 12.09.2018 23:38

Super, vielen Dank für die Infos.
Der Motor wurde vor einem Jahr komplett überholt, was Lagerung u. ä. angeht, auch der Komprissionstest war o.k. nur die Öldruck Kolben habe ich zwar getauscht, aber nicht weiter betrachtet. Dann werde ich mir die mal genauer anschauen... :roll:
Gruss Nils

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