Motorrevision Typ4 CU 2.0

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Dude
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Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 21.06.2015 19:46

Hallo!
Habe gestern angefangen meinen Motor zu zerlegen, da ich Metall im Öl hatte.
Es gibt ja schon Beiträge zu Motorrevision, ich wollte da aber jetzt niemandem in seinem Thema rumpfuschen und alles durcheinander machen.
Die Ursache der Metallspäne waren die Nockenwellenlager. Die Hauptlager sehen aber auch ziemlich übel aus soweit ich das beurteilen kann und kommen natürlich auch neu.
Sobald ich die Telie gereinigt habe schicke ich sie weg. Plan ist Verdichtung leicht erhöhen, 914 Nockenwelle und umrüsten auf starre Stößel. Desweiteren stehen noch neue Pleuellager auf der Liste.
Um die Köpfe beurteilen zu können muss ich sie erst mal sauber machen, da folgen dann noch Bilder.
Würde mich freuen Eure Meinungen zu hören!
Dateianhänge
IMG_7664.JPG
Lager Kurbelwelle Mitte
IMG_7679.JPG
Lager Kurbelwelle Hinten
IMG_7670.JPG
Was ist mit dem Lager los?
IMG_7659.JPG
Nockenwellenlager - bzw der Rest vom Fest
IMG_7657.JPG
Der Arbeitsplatz
Zuletzt geändert von Dude am 21.06.2015 19:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 21.06.2015 19:51

In allen Zylindern kann man noch die Hohnspuren sehen, die würde ich gerne wieder benutzen. Nur bei einem gibt es an einer Stelle zusätzlich diese Spuren an der Zylinderwand. Kann ich das so weiterverwenden?
Dateianhänge
IMG_7662.JPG
Ist da Hauptlagergasse spindeln angesagt?
_MG_7685.JPG
Spuren im Zylinder
IMG_7676.JPG
Lager Kurbelwelle Vorne
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Volvo-boy » 21.06.2015 21:16

Hallo,

ob gespindelt werden muß oder nicht kann man nur feststellen wenn man die Gehäusehälften zusammenschruabt und die Lagergasse vermist.
Am besten dann auch gleich die Zylinder mitnehmen und beim Motorbauer bzw. Fachbetrieb nachfragen.
Wobei wenn man die Hohnspuren noch sieht dürfte das schonm mal nicht so schlecht sein.

Grüße Daniel
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boggsermodoa
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von boggsermodoa » 21.06.2015 21:47

Dude hat geschrieben:Nur bei einem gibt es an einer Stelle zusätzlich diese Spuren an der Zylinderwand. Kann ich das so weiterverwenden?
Sieht nicht dramatisch aus, aber nur aufgrund eines Fotos möchte ich das nicht abschließend beurteilen. Zeig's dem Motorbauer. Der wird dort wahrscheinlich garnicht groß hingucken und sich viel mehr für den oberen Wendepunkt der Kolbenringe interessieren. Wenn du neue Ringe einbaust, auf jeden Fall die Zylinder neu honen (honen! "Hohn" ist was anderes).

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 21.06.2015 23:14

Danke erst mal für die Antworten!
Hab ich jetzt gar nicht bedacht dass man auch HONEN muss wenn die Ringe ersetzt werden ;)
Also vorm Zerlegen hatte ich 11 bar Kompression auf allen 4 Pötten. Da könnte ich doch auch die Alten wieder verwenden, oder macht man das nicht?
Zuletzt hat der Motor allerdings Öl verbrannt. Grund dafür war dass sich der Abstreifring am 4. Zylinder mit der Aussparung nach unten gedreht hatte. Warum macht der das denn einfach so? Ist dann vll doch Ersetzten angesagt?
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von boggsermodoa » 21.06.2015 23:39

Dude hat geschrieben:Da könnte ich doch auch die Alten wieder verwenden, oder macht man das nicht?
Das kommt auf den Zustand an. Die Ringe reiben an der Zylinderwand und nutzen sich dabei auf der Außenseite ab. Damit federn sie auf, es öffnet sich der Stoß - und genau dieses Stoßspiel guckt man sich an, um zu beurteilen, ob man den Ring noch weiterverwenden kann. Dazu legt man den Ring lose in den Zylinder, schiebt ihn mit dem Kolben in Lage und mißt dann den Stoß mit der Fühlerlehre aus.
Zuvor guckt man sich noch das Höhenspiel in der Ringnut an, ebenfalls mit der Fühlerlehre. Ist das zu groß, pumpt der Ring Öl nach oben. Dann muß der Kolben ersetzt werden.

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Norbert*848b » 21.06.2015 23:57

boggsermodoa hat geschrieben:Dazu legt man den Ring lose in den Zylinder, schiebt ihn mit dem Kolben in Lage und mißt dann den Stoß mit der Fühlerlehre aus.
Zuvor guckt man sich noch das Höhenspiel in der Ringnut an, ebenfalls mit der Fühlerlehre.
Ja, genau. :wink:
Falls Werte fehlen sollten, so könnte das weiterhelfen (unter "Toleranzen und Verschleiss-Tabelle" nachschauen):
http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... frame.html
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 24.06.2015 13:12

Mit der Teilereinigung habe ich begonnen, am Wochenende gehts weiter. Dann gibts auch nochmal Bilder.
Ich bin im Bugnet auf eine Anzeige gestoßen, neu geschliffene Cu-Nockenwelle inkl neuer Hydrostößel für 250€ VHB
Das würde mir ja schon einiges an Ersparnis bringen. Die 914-Nocke kostet das gleiche exkl Stößel und Stößelstangen.
Allerdings bin ich da etwas skeptisch. Was ist eure Meinung zu neu geschliffenen Nockenwellen? Die Lagerstellen sind noch ungeschliffen hat er mir geschrieben. Haben die Nocken nicht eine gehärtete Oberfläche? Des Weiteren hört man von neuen Hydrostößeln ja nicht so das beste...
Ist wahrscheinlich Sinnvoller 200€ mehr in die Hand zu nehmen und dann mit 914 Nocken und starren Stößeln Ruhe haben, oder?
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IMG_7757.JPG
Der Vollständigkeit halber, die alte Nockenwelle
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von boggsermodoa » 24.06.2015 13:53

Die Nockenwelle besteht aus Hartguß. Das ist ein kohlenstoffreicher Stahl, der in Stahlkokillen gegossen wird, dabei von außen rasch abkühlt und so eine harte äußere Schicht über einem duktilen, biegsamen Kern ausbildet. Wie dick diese Härteschicht ist, kann ich dir nicht sagen (dazu müßte ich die Nockenwelle erst durchbrechen :wink: ), hängt halt von der Abkühlgeschindigkeit ab, aber für's Nachschleifen wird genug "Fleisch" vorhanden sein, denn das ist durchaus üblich. Wird auch gemacht, um Steuerzeiten, Ventilerhebungskurven etc. zu verändern, also der Nocke eine ganz andere Form zu geben. Der Tuner/Schleifer muß allerdings wissen was er tut - wie eigentlich immer in diesem Metier. Ist es eine seriöse Quelle oder ein Ebay-Schnäpple?

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 24.06.2015 14:09

Also das ist ein Privatanbieter im Bugnet. Der hat auch noch ein paar andere Typ4 Teile im Angebot. Habe ihn jetzt mal gefragt wo er die Nockenwelle schleifen lassen hat.

Hier der Link:
http://www.bugnet.de/markt/marktbild.pl?204457
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 27.06.2015 20:02

Also,
Köpfe und Gehäuse sind gereinigt. Jetzt muss ich noch Ventile demontieren und die Pleuel von der Kurbelwelle abschauben, dann kann ich die Brocken endlich wegeschicken.
Nockenwelle kommt dann doch die vom 914 mit starren Stößeln.
Kann mir noch jemand den Unterschied vom großen zum kleinen Grundkreis bei Nockenwellen erläutern? Also der geometrische Unterschied ist mir klar, aber kann man das mit den gleichen Komponenten drumrum gebaut hin und her tauschen? Wohl eher nicht. Andere Länge der Stößelstangen? Oder ändert sich da auch was an den Steuerzeiten? Stellung der Kipphebel? Schnellere öffenen/schließen der Ventile? Wann gab es große und wann kleine Grundkreise, kann man das klar eingrenzen? Was ändert sich noch mit dem Grundkreis?
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 15.07.2015 17:24

Teile seit heute alle zum bearbeiten verschickt!
Leider beim genauen hinschauen noch mehr "Schadstellen" gefunden...
Pleuel müssen wohl neu gebuchst werden und auch die Kolben kann ich wohl in die Tonne kloppen, oder was sagt ihr dazu? Anbei Bilder von Kolben 1 und 2
Puh, das artet ja ziemlich aus alles. Mal sehen ob das was wird mit Busurlaub im September.
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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von kabul » 15.07.2015 17:47

Hi Dude,

ich stand und stehe vor ähnlichen Problemen wie Du und habe mich dazu entschieden möglichst alle Teile von der Wertigkeit her auf ein ähnliches Niveau zu heben. Wenn Du also bereits neue Lager verwendest eine neue NW einbaust, ist der Weg zu neuen Kolben und Zylindern meiner Meinung nach nicht mehr weit. Falls die Kosten kein k.o. Kriterium darstellen, würde ich mich an Deiner Stelle lieber über gute Neuteile freuen, als ständig bei der Fahrt mit einem argwöhnischem Ohr im Motorraum zu hängen! Im Zweifelsfall würde ich zumindest wie hier schon mal vorgeschlagen wurde, die Teile Deinem bereits eingeweihten Motorenbauer vorstellen.
Über das Pleuellager müssen wir nicht reden denke ich!

Wünsche maximalen Erfolg!

Hubertus

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von boggsermodoa » 15.07.2015 18:28

Dude hat geschrieben:Kann mir noch jemand den Unterschied vom großen zum kleinen Grundkreis bei Nockenwellen erläutern?
Was gibt's denn da für Unterschiede? Quelle?
Wenn man eine bestehende Nockenwelle auf andere Steuerzeiten umschleift, geht das immer mit einer Verkleinerung des Grundkreises einher. Damit vergrößert sich der Abstand von der Nockenbahn zu Ventil bzw. Kipphebel. Das ist aber betragsmäßig klein im Vergleich zu geplanten Köpfen, Zylinderanlageflächen etc., wodurch der Kopf näher an die Nockenwelle kommt, dies also überkompensiert. Am Kipphebel sorgt die Einstellschraube immer für korrekte Verhältnisse auf der Ventilseite, während durch die Maßänderungen im Rahmen einer normalen Revision nur auf der Stoßstangenseite die Dinge aus dem Lot geraten können. Dazu muß man aber schon reichlich Späne machen.

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Re: Motorrevision Typ4 CU 2.0

Beitrag von Dude » 15.07.2015 19:06

kabul hat geschrieben:Falls die Kosten kein k.o. Kriterium darstellen...
Sagen wird mal so, ich weiß jetzt schon wofür ich in den Semesterferien arbeiten gehen werde. Und wenn im Anschluss kein Geld mehr für Urlaub da ist, reißt mir meine Freundin den Kopf ab. Aber wohl besser als in nem halben Jahr wieder den Kopf vom Zylinder abzureißen ;)

boggsermodoa hat geschrieben:
Dude hat geschrieben:Kann mir noch jemand den Unterschied vom großen zum kleinen Grundkreis bei Nockenwellen erläutern?
Was gibt's denn da für Unterschiede? Quelle?
Wenn man eine bestehende Nockenwelle auf andere Steuerzeiten umschleift, geht das immer mit einer Verkleinerung des Grundkreises einher.
Frage beantwortet!


Danke!
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