Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

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WestiWest
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von WestiWest » 25.07.2015 02:25

boggsermodoa hat geschrieben:
WestiWest hat geschrieben:Der Zylinder liefen weder im Standgas mit noch bei höherer Drehzahl.
WestiWest hat geschrieben:- Kerzen rechts schwarz, dicker Ruß. Kerzen links gut.
WestiWest hat geschrieben:Wir haben trotzdem mal Zündkabel von mir und andere Kerzen getestet - keine Verbesserung.
Daß die verrußten Kerzen keine Zündung zustande bringen, auch wenn sie an der frischen Luft einen Funken erzeugen, ist nicht weiter überraschend. Wenn die Töpfe auch mit frischen Kerzen nicht zünden, dann erhalten sie wohl einfach kein zündfähiges Gemisch. Alles unter der Voraussetzung, daß die Zündfolge stimmt, die Verteilerkappe also richtig gesteckt ist.
- Zündfolge stimmt. Wenn drei Pötte laufen, weiß ich nicht, wie ich den vierten noch falsch stecken kann - jedenfalls bei nur vier Zylindern.
boggsermodoa hat geschrieben:Der Fehler liegt wohl am linken Vergaser, aber genaueres kann ich von hier aus nicht sagen.
links? Wieso links? Links lief, rechts war schweigen.
boggsermodoa hat geschrieben:Habt ihr mal den Schwimmer rausgehoben und in die Kammer geguckt. Lag da vielleicht 'ne Hauptdüse drin? :P Irgend sowas wird es sein, also müßt ihr dem mal etwas näher auf den Zahn fühlen.
Rechts habe ich das gemacht. Sah alles unauffällig aus. Eigentlich allerdings um den Schwimmer auf Dichtigkeit zu prüfen. Könnten wir nochmal im direkten rechts/links vergleich wiederholen. ->ToDo
boggsermodoa hat geschrieben: Ist die Gemischeinstellschraube vorhanden?
Tscha, leider kann ich mit 1/2 Stunde Vorlaufzeit noch nicht alle Teile benennen und identifizieren. Ich ging davon aus, dass in den beiden Hauptvergasern alles fest bedüst ist und "nur" der Standgasvergaser Schräubchen zum dran drehen hat. Meinst Du jetzt das Leerlaufsystem? Kann das die rechte Seite totlegen, während die linke Seite läuft? Ich bitte um Nachhilfe (kein Sarkasmus, echt!)


Also bitte weiter Input, gerne auch mit Bildern und Links

Gute Nacht,
Hanno
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von boggsermodoa » 25.07.2015 13:41

WestiWest hat geschrieben:Wenn drei Pötte laufen, weiß ich nicht, wie ich den vierten noch falsch stecken kann
Muß ich mal in Ruhe drüber nachdenken!
WestiWest hat geschrieben:links? Wieso links? Links lief, rechts war schweigen.
Dann eben rechts! Sei nicht so pingelig!
WestiWest hat geschrieben:um den Schwimmer auf Dichtigkeit zu prüfen. Könnten wir nochmal im direkten rechts/links vergleich wiederholen. ->ToDo
Laß das lieber! Nicht die Schwimmer vertauschen! Der rechte Vergaser gehört ausgebaut und zerlegt.
WestiWest hat geschrieben:Ich ging davon aus, dass in den beiden Hauptvergasern alles fest bedüst ist und "nur" der Standgasvergaser Schräubchen zum dran drehen hat.

Jeder Vergaser hat unten am Fuß eine Einstellschraube für's Leerlaufgemisch. Die guckt genau in den Drosselklappenspalt, so kannst du sie leicht finden. Der gemeine Anwender soll da tatsächlich nix dran fummeln, weswegen normalerweise eine Kunststoffkappe drübergestülpt ist. Dieser ganze Zentralleerlaufknudel dient nur dazu, schnell und unbürokratisch die Leerlaufdrehzahl und den Leerlauf-CO-Gehalt einzustellen. Laufen muß der Motor jedoch auch ohne diesen ganzen Quatsch, womit wir das Kriegsgebiet "Vergasersynchronisation" betreten. Dazu findest du hier endlos Lesestoff. Eine Beschreibung der Vergaser findest du hier: Klick!

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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von Sgt. Pepper » 25.07.2015 14:43

Oh ha... da musste ich mich hier erstmal wieder lesetechnisch auf den neuesten Stand bringen.
@ Hanno: Schön, dass du dem Patrick unter die Arme gegriffen hast. Leider ist Aachen für mich einfach zu weit weg.

Zusammengefasst:
- Zylinder 1 und 2 laufen nicht mit, weder im Leerlauf noch während höherer Drehzahlen
- Kerzen rechts sind stark verrußt
- Ventiltrieb offenbar i.O. von Hanno aber nicht geprüft
- Vergaser bekommt Sprit, Schwimmerkammer ist gefüllt (etwas niedriger als auf der rechten Seite)
- Schwimmernadelventil rechts scheinbar i.O.
- Beschleunigungspumpe recht und links funktionieren (spritzen ein)
- Kaltstartklappen öffnen halbwegs gleichmäßig, wobei links etwas "schlackerig" im Vergleich zu rechts (rechts flattert Starterklappe nicht)

Ich sehe das auch so, dass der Vergaser rechts zerlegt werden muss. Patrick sollte sich schon einmal einen Dichtsatz besorgen da eine Dichtung ja schon defekt ist. Das sich die Papierdichtung reinzieht ist leider normal, wenn die Papierdichtung einmal nass geworden ist. Kann sein, dass beide Hälften nicht richtig verschraubt waren und die Dichtung an dieser Stelle etwas lose war/ist.
Bevor die Baustelle aber wieder in Angriff genommen wird, würde ich erstmal neue Kerzen einbauen, die alten sind vermutlich total verrußt und hin.

Komisch finde ich, dass offenbar durch das Leerlaufsystem als auch durch das Hauptdüsensystem des Vergasers zuviel Sprit kommt. Eigentlich etwas unüblich. Der Motor müsste eigentlich auch mit dem Zentralleerlaufsystem des linken Vergasers laufen, das Leerlaufgemisch wird über die Ausgleichsleitung auf beide Seiten verteilt. Wenn ihr die Leerlaufabschaltventile links und rechts abklemmt, dann habt ihr das Leerlaufsystem der beiden Vergaser komplett abgeschaltet. Nun könnte man versuchen über den Zentralleerlauf den Motor im Stand zum laufen zu bekommen.
Laufen die Zylinder rechts immernoch nicht, liegt der Fehler nicht am Leerlaufsystem sondern der Motor zieht irgendwie über das Hauptdüsensystem Benzin, bereits im Leerlauf.

Hauptdüsensystem:
20150725_Hauptgemischaufbereitung.jpg
Das Hauptdüsensystem ist eigentlich erst ab einem bestimmen Unterdruck im Ansaugbereich aktiv. Voher reicht der Unterdruck nicht aus, es sei denn der Schwimmerstand ist zu hoch. Über die Hauptdüse tritt der Kraftstoff aus der Schwimmerkammer in das Mischrohr ein und bildet hier zusammen mit der durch die Luftkorrekturdüse eintrömenden Luft eine Emulsion die durch den Austrittsarm in den Ansaugbereich geleitet wird.
Am Vergaserunterteil sieht das dann so aus:
20150725_Unterteil_Vergaser.jpg
Hier kann man prüfen ob die Hauptdüse frei ist oder verstopft, die Luftkorrekturdüse offen ist, und die kleine Entlüftung am Mischrohrdeckel offen ist.
Zum Ausbau der Hauptdüse, die Verschlussschraube an der Schwimmerkammer öffnen und mit einem Schraubenzieher ausbauen:
20150725_Unterteil_Vergaser_2.jpg
Die Luftkorrekturdüse kann man ebenfalls einfach ausschrauben. Blöderweise sind beide Düsen vertauschbar und manchmal schraubt man aus versehen die viel größere Luftkorrekurdüse statt der Hauptdüse ein. Auch wenn der Fehler plötzlich während der Fahrt aufgetreten sein soll, kann man beide Düsen miteinander vergleichen und den Punkt abhaken.

Die gefundene Schraube, welche das Venturirohr fixiert kann sehrwohl zu Problemen führen. Dann nämlich, wenn sich das Rohr verdreht und Luft durch die offene Verschraubung am Venturrohr vorbei in den Ansaugbereich strömen kann. Das Venturirohr dichtet nämlich in den seltensten Fällen richtig mit dem Gehäuse ab wie man hier am Bild erkennen kann:
20150725_Venturi_Ausgleichsdüsen.jpg
Im Leerlauf wird das Benzin über die Leerlaufdüse zum Leerlaufabschaltventil geleitet, welches gleichzeitig die Mischdüse für Benzin und Leerlaufluft darstellt. Die Leerlaufluft tritt über die kleine eingepresste Düse am Vergaserunterteil ein. Austritt in den Ansaugbereich, befindet sich an der Drosselklappe. Der Durchsatz und damit das Leerlaufgemisch wird hier über die Einstellschraube begerenzt und eingestellt. Häufiger Defekt hier ist, dass die Einstellschraube zu fest zugedreht wurde und dabei die Austrittsbohrung aufgeweitet hat. Das Drosselklappenteil ist dann leider hin. Ferner gibt es eine Gummidichtung an der Einstellschraube die das austreten von Kraftstoff verhindern soll. Hier bitte erst dann dran drehen wenn du die momentane Einstellung herausgefunden und aufgeschrieben hast.
20150725_Leerlaufsystem.jpg
Da der Kraftstoff für den Leerlauf über eine Bohrung zwischen Gehäuse und Drosselklappenteil zur Einstellschraube geleitet wird, kann es sein, dass bei Undichtigkeiten am Flansch (Papierdichtung zwischen beiden Teilen) Benzin in den Ansaugbereich eintritt. Vergaser ausbauen und checken ob das Drosselklappenteil noch richtig mit dem Vergaserunterteil verschraubt ist.

Gruß:
Stephan
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von WestiWest » 25.07.2015 16:38

boggsermodoa hat geschrieben:
WestiWest hat geschrieben:um den Schwimmer auf Dichtigkeit zu prüfen. Könnten wir nochmal im direkten rechts/links vergleich wiederholen. ->ToDo
Laß das lieber! Nicht die Schwimmer vertauschen! Der rechte Vergaser gehört ausgebaut und zerlegt.
Hatte nicht vor die Schwimmer zu vertauschen. Wir hatten extra einen Joghurtbecher rechts und einen links vom Motor stehen (benzinfeste Variante). Ich wollte nochmal UNTER die Schwimmer gucken um zu sehen, ob ggf die Symmetrie abhanden gekommen ist.
boggsermodoa hat geschrieben:
WestiWest hat geschrieben:Ich ging davon aus, dass in den beiden Hauptvergasern alles fest bedüst ist und "nur" der Standgasvergaser Schräubchen zum dran drehen hat.

Jeder Vergaser hat unten am Fuß eine Einstellschraube für's Leerlaufgemisch. Die guckt genau in den Drosselklappenspalt, so kannst du sie leicht finden. Der gemeine Anwender soll da tatsächlich nix dran fummeln, weswegen normalerweise eine Kunststoffkappe drübergestülpt ist.
OK: Also Schraube mit Aufschrift "hier nicht drehen". Werde ich beherzigen.
boggsermodoa hat geschrieben: Dieser ganze Zentralleerlaufknudel dient nur dazu, schnell und unbürokratisch die Leerlaufdrehzahl und den Leerlauf-CO-Gehalt einzustellen. Laufen muß der Motor jedoch auch ohne diesen ganzen Quatsch, womit wir das Kriegsgebiet "Vergasersynchronisation" betreten.
Ich schätze meine derzeitigen Fähigkeiten so ein, dass ich durch "scharfes hingucken" - notfalls auch mit den Fingern - einen Defekt im Sinne abgegammelter Teile, zugesetzter Düsen, etc erkennen kann (mit Eurer Hilfe natürlich) und ggf auch abstellen - und ohne dadurch den Schaden zu vergrößern. Auf Komplettüberholungen und Synchronisation wollte ich mich nicht einlassen. Das können andere besser. Dazu müsste Patrick ersteinmal ein Sondengewinde in den Auspuff schweißen (lassen). Sonst kann ich nicht messen.
Ich gehe zur Zeit noch davon aus, dass es sich nicht um Verschleiß sondern um einen Defekt handelt, da es so plötzlich aufgetreten ist.
boggsermodoa hat geschrieben: Dazu findest du hier endlos Lesestoff. Eine Beschreibung der Vergaser findest du hier: Klick!
Danke Clemens für diese Doku aus erster Hand. Mal sehen wie verregnet das Wochenende wird. Ich glaube Patrick hatte genau dieses Dokument schon vorliegen und nimmt es abends mit ins Bett...

Meine Vergaser Erfahrung beschränkt sich übrigens auf so etwas:
https://de.wikipedia.org/wiki/Honda_S80 ... _Motor.jpg
Gaaaaanz andere Baustelle. Keine dauerporösen Gummiwinkel. Kein elendes Leerlaufgedönst. Vier Vergaser mit exakt der gleichen Aufgabe. Und die Schwimmerkammer ist unten - wo sie hin gehört. Und die Nadelventile waren noch nie undicht - warum auch immer.


Gruß, Hanno
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von WestiWest » 25.07.2015 16:49

Sgt. Pepper hat geschrieben:Oh ha... da musste ich mich hier erstmal wieder lesetechnisch auf den neuesten Stand bringen.
@ Hanno: Schön, dass du dem Patrick unter die Arme gegriffen hast. Leider ist Aachen für mich einfach zu weit weg.
Hallo Stephan,

danke auch Dir für Deine Unterstützung.
Deinen Beitrag muss ich mir noch ein bis zwei mal zu Gemüte führen. Bus samt Vergaser hat Patrick wieder mitgenommen. Ich kann also nicht direkt vergleichen. Bei Fragen melde ich mich - oder Patrick.
Wichtig ist die Info, wie ich die Systeme separat testen kann um den Fehler einzugrenzen.

Weiß eigentlich jemand wo Andreas Frahm steckt? Würde Patrick gerne zu ihm schicken - auch wenn wir was gefunden haben, zur Kontrolle. Vor drei Wochen wollte ich neue Gurte bei Ihm erwerben aber er meldet sich nicht.

Gruß, Hanno
(Der jetzt die anderswo erworbenen Gurte einbauen geht, weil die originalen es echt hinter sich haben).
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von boggsermodoa » 25.07.2015 17:26

WestiWest hat geschrieben: Meine Vergaser Erfahrung beschränkt sich übrigens auf so etwas:
https://de.wikipedia.org/wiki/Honda_S80 ... _Motor.jpg
Keihin Gleichdruckvergosers! :gut:
Seltsamerweise gehen bei denen auch nie die Unterdruckmembranen kaputt, wie z.B. ziemlich regelmäßig bei Bing. :dogeyes:
(Der S800 ist auch ein schönes Auto mit ein paar überzwerchen Details. :wink: )

However: Die Solex PDSIT sind keine Raketentechnik und eigentlich auch gut zu handhaben, wenn man das mit dem Zentralleerlauf mal kapiert hat. M.E. ist der nur das Sahnehäubchen obendrauf, das die letzten ~200/min Leerlaufdrehzahl bringt und das Leerlaufgemisch mit der damaligen Gesetzeslage in Einklang bringt. Ob der Motor nur mit dem Zentralleerlaufsystem läuft, habe ich noch nie ausprobiert. Erforderlich ist das m.E. nicht.

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patrickp
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von patrickp » 25.07.2015 18:38

Hallo zusammen,
Ich kann's nicht oft genug sagen: Danke für eure Hilfe!
Ich habe den rechten Vergaser ausgebaut und auseinandergenommen.
Hier die Ergebnisse dazu:

- Schwimmer ist dicht und schwimmt
- Schwimmernadelventil war nicht ganz dicht - wurde ausgetauscht

Daraufhin habe ich das Ganze wieder zusammengebaut und getestet: ohne Erfolg.
Kerzen rechts getauscht und getestet: ohne Erfolg.
Danach habe ich die Abschaltventile außer Kraft gesetzt (eins links eins rechts)
Zylinder 1 & 2 liefen nicht mit.
Danach noch das letzte (das hintere (das näher am Lenkrad ist ;)) Abschaltventil am linken Vergaser abgezogen.
Motor ging dabei fast aus, Gas gegeben, Zündkabel von 1 raus: keine Veränderung - Zündkabel von 2 raus: keine Veränderung.
Dann wieder rechten Vergaser runter. Hauptdüse raus und mit Luftkorrekturdüse verglichen. Luftdüse ist größer als Hauptdüse.
Düsen sind frei.
Dichtung an Gemischverstellschraube ist vorhanden und i.O.
Die Öffnung an der Gemischverstellschraube kam mir auch nicht geweitet vor.
Die Schraube war auch nicht auf Anschlag gedreht.
Dichtung Drosselklappengehäue zum Unterteil Vergaser sieht gut aus. Ich habe die Teile allerdings nicht auseinandergenommen, da die Dichtung ordentlich klebte. Falls ich das machen soll, einfach Bescheid geben.

Die Starterklappenverstellung mittels Bi-Metall funktioniert.


Was kann ich noch testen?

Beste Grüße,
Patrick
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von Luftibus » 25.07.2015 19:36

Wahrscheinlich Quatsch aber vielleicht liegts ja gar nicht am Motor und irgendwas anderes bremst deinen Vorwärtsdrang :D .Radlager, Bremsen, Gelenkwelle.
Schieb mal..

Grüße

Bernd
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patrickp
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von patrickp » 25.07.2015 19:50

Luftibus hat geschrieben:Wahrscheinlich Quatsch aber vielleicht liegts ja gar nicht am Motor und irgendwas anderes bremst deinen Vorwärtsdrang :D .Radlager, Bremsen, Gelenkwelle.
Schieb mal..

Grüße

Bernd
Bereits getestet, alles normal.
Wir wissen ja schon dass die beiden rechten Zylinder nicht laufen weil das Gemisch überfettet ist.
Kann ich irgendwie das Gemisch rechts magerer drehen oder geht das nur über die Düsen?
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von boggsermodoa » 25.07.2015 20:27

patrickp hat geschrieben:Kann ich irgendwie das Gemisch rechts magerer drehen
Klar, für's Standgas, aber damit bekämpfst du nur das Symptom, nicht die Ursache. Irgendeinen Grund muß das ja haben, weswegen der Motor plötzlich zu fett läuft. Ich traue der Starterklappe noch nicht so recht über den Weg und würde die im Zweifel mal stramm auf Anschlag stellen, sodaß sie auch nicht mehr rumflattern kann. Ist aber nur ein vager Verdacht und allzu viel Erfolgsaussicht habe ich da auch nicht. Aber vielleicht bringt's die Pötte ja überhaupt mal zum Laufen. Besser jedoch Vergaser zerlegen, alles reinigen, durchblasen, einstellen. Der Motor muß am Ende sensibel auf die Gemischschraube reagieren, weswegen ich also auf jeden Fall dran rumdrehen würde. Deswegen die Plastikkappe entfernen, die Schraube sachte(!) auf Anschlag eindrehen und die Umdrehungsanzahl notieren, sodaß du die vorhandene Einstellung wiederherstellen kannst.
Ich frage mich gerade, was wohl passiert, wenn die Leerlauf-Luftbohrung verstopft ist. Kriegt er dann garnix mehr oder wird er geflutet?

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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von Sgt. Pepper » 25.07.2015 20:58

boggsermodoa hat geschrieben: Ich frage mich gerade, was wohl passiert, wenn die Leerlauf-Luftbohrung verstopft ist. Kriegt er dann garnix mehr oder wird er geflutet?
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Normalerweise soll sich durch diese Bohrung angesaugte Luft mit dem Benzin mischen, als ob man durch einen Strohhalm trinkt in dem ein Loch ist. Dort zieht es dann Luft und es kommt eine Luft/Flüssigkeits-Mischung an. Hält man die Bohrung zu, müsste dann ganz normal die Flüssigkeit angesaugt werden und dementsprechend auch mehr.
Ich würde sowieso jetzt dazu tendieren den Vergaser komplett zu zerlegen und alle Bohrungen zu prüfen. Da das ganze ja sehr plötzlich aufgetreten ist, kann es nur was kleineres sein, entweder eine verstopfte Bohrung oder eine herausgefallene Düse (wobei das ja jetzt geprüft wurde).

@ Patrick, es geht um diese Öffnungen hier:
20150725_Venturi_Ausgleichsdüsen_markiert.jpg
Grüße,
Stephan
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von patrickp » 25.07.2015 22:26

Sgt. Pepper hat geschrieben:@ Patrick, es geht um diese Öffnungen hier:
Alles mit Druckluft geprüft, alles frei.

Ich habe auch den linken Vergaser einmal abgebaut und aufgemacht: Nichts verdächtiges - Düsen frei und richtig eingeschraubt, Schwimmer schwimmt, Schwimmernadelventil funktioniert. Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass der Drosselklappenspalt am linken Vergaser größer ist als am rechten zudem war das Grundleerlauf-Gemischeinstellschraube beim linken wesentlich weiter rausgedreht (also offener) als beim rechten Vergaser.
Ich weiß nicht wie die Toleranzen für diese Einstellungen bei den Vergasern untereinander sind aber das kam mir doch sehr komisch vor.


Ich habe daraufhin nochmal über die Geschichte der Vergaser nachgedacht:
Der Bus war bevor ich ihn mein Eigen nennen durfte in der Nähe von Bremen und wurde dort bei Gebrüder Behling gewartet (inkl. Vergaser wie mir der Vorbesitzer sagte). Daher waren die Vergaser zu dem Zeitpunkte höchstwahrscheinlich richtig eingestellt.

Letztes Jahr war ich mit dem Bulli vor einer langen Tour in einer Werkstatt hier in Aachen um den Bus nochmal durchchecken zu lassen.
Der Werkstattmeister (der u.a. mehrere T3s & LTs und einen T1 im Kundenkreis hat) sagte mir dass die Vergaser zu mager laufen würden.
Da ich dem nichts zu entgegnen hatte und ihm vertraute stellte er die Vergaser fetter ein. Der Motor lief danach gut bzw. besser.

Danach wurde nichts mehr an den Vergasern verstellt.

Jetzt kamen die Probleme mit dem zu fett laufenden rechten Vergaser und dem kaputten Gummiwinkels auf.

Kann es vielleicht einfach sein dass der Winkel zum Zeitpunkt der neuen Einstellung des Vergasers bereits einen Riss hatte (das Gemisch dadurch zu mager wurde) und der Vergaser allgemein jetzt zu fett läuft? Es also gar keinen Defekt bei den Vergasern gibt sondern das gesamte Problem auf falschen Vergasereinstellungen basiert..

Dann bleibt nur noch die Frage warum das Problem dann abrupt schlimmer wurde so dass Zylinder 2 gar nicht mehr zündete.

Macht es vielleicht Sinn die Vergaser in eine Grundeinstellung zu bringen und von da weiterzumachen?

Beste Grüße,
Patrick
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von WestiWest » 25.07.2015 22:42

Hi Patrick,

Deine Theorie klingt nicht abwegig. Vielleicht auch Varianten davon:
- Eine Düse war verstopft, das wurde durch "Schräubchen drehen" kompensiert und jetzt hat sich das Schmutzknübbelchen wieder gelöst / durchgesaugt. Folge: Zu Fettes Gemisch.

Wenn Du die Stellungen der Düsen notierst hast: Versuch macht kluch. Dreh rechts mal auf den gleichen Wert wie links - oder warte bis Stephan Dir die Grundstellung nennt - oder rtfm.
Und bei Zeiten echt mal ein Gewinde für die Lambdasonde einschweißen. Dann kannst Du mit meinem Lambda-Tool auch unter Last nachmessen, ob die Vergaser ordentlich arbeiten.

Gruß, Hanno
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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von boggsermodoa » 25.07.2015 22:51

patrickp hat geschrieben:Kann es vielleicht einfach sein dass der Winkel zum Zeitpunkt der neuen Einstellung des Vergasers bereits einen Riss hatte (das Gemisch dadurch zu mager wurde) und der Vergaser allgemein jetzt zu fett läuft?
Das ist absolut möglich - und die möglichen Flschlftquellen sind an diesem Motor schier unerschöpflich.
patrickp hat geschrieben:Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass der Drosselklappenspalt am linken Vergaser größer ist als am rechten zudem war das Grundleerlauf-Gemischeinstellschraube beim linken wesentlich weiter rausgedreht (also offener) als beim rechten Vergaser.
:roll:
Das paßt schon zusammen: Durch den engen Drosselklappenspalt ist der Unterdruck im Spalt größer, was durch die weiter eingeschraubte Leerlaufschraube kompensiert werden muß. Wesentlich besser wär's natürlich gewesen, die Spalte gleich und korrekt einzustellen.
patrickp hat geschrieben:Macht es vielleicht Sinn die Vergaser in eine Grundeinstellung zu bringen und von da weiterzumachen?
Daran führt m.E. kein Weg vorbei, aber das "weitermachen" sollte dann schon jemand durchführen, der weiß was er tut. Das kannst durchaus du selbst sein, nachdem du dich schlaugelesen und mit den entsprechenden Gerätschaften ausgestattet hast. Konsensfähig ist das Thema hier jedoch nicht. :thumb:

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Re: Typ4 2.0 Motor ohne Leistung

Beitrag von patrickp » 25.07.2015 23:01

boggsermodoa hat geschrieben:Daran führt m.E. kein Weg vorbei, aber das "weitermachen" sollte dann schon jemand durchführen, der weiß was er tut. Das kannst durchaus du selbst sein, nachdem du dich schlaugelesen und mit den entsprechenden Gerätschaften ausgestattet hast.
Gibt es irgendwo eine Anleitung die erklärt wie ich zur Grundeinstellung komme?
Die Feineinstellung würde ich dann tatsächlich gerne von jemandem vornehmen lassen der mehr Kompetenz auf dem Gebiet aufweist als ich ;)
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