Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

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ulme*326
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von ulme*326 » 11.08.2015 21:44

man schafft es das Verteilerdeckel-Kerzenkabel-Stöpselbild um einen Zylinder zu versetzen wenn der VT einer falsch gesteckten Antriebswelle folgend ausreichend mitgedreht werden musste. Dadurch kommen einige der Zündkabel unter Zugspannung und laden zum Umstöpseln ein. Hierzu wäre es auch mal gut zu wissen welchen Zerlegungsgrad der Motor hatte. Ich will ja auch diesem Motorbauer nicht zu nahe treten. Während wir uns hier den Kopf zerbrechen hüllen sich Fragesteller nebst Motorbauer in kopfschüttelndem Schweigen. Deshalb würde ich mal so gerne ein Foto von diesem Verteiler mit U-Druckdosenposition sehen..... Evtl. hat er ja wenn der Verteilerfinger auf Kerbe im Verteilersockel steht oben drüber den Kabelschuh des Kabels zum Zylinder Nr. 2 oder 4 - natürlich muss es dann "händisch" bei vollem Bewußtsein umgestöpselt worden sein. Was bei bestimmten Zerlegungsgraden vorkommen kann und erst recht wenn evtl. neue Kabel verwendet wurden die oftmals großzügiger konfektioniert sind -also Freiraum für solche Verstöpselungen zulassen.
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Majocube
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von Majocube » 14.08.2015 11:49

Hi Mad Hill (?)

falls Du noch immer einen Einspritzer zum vergleichsfahren suchst... . Ich bin am Sonntag 16.08.2015, abend zur Zwischenübernachtung in Braunschweig. Könnte Dir also meinen vollgerödelten Westy anbieten.

Falls Du Interesse hast, bitte PN.

Gruß Markus
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von MadHill » 14.08.2015 22:46

Hallo,

erstmal eine riesen Dankeschön an alle, die bisher mitgerätselt haben, was meinem Motor fehlen könnte.

Ich hatte auch wirklich vor, hier Fotos einzustellen. Sie sind sogar schon auf dem Computer. "Leider" bin ich aber a) selbstständig und muss mich um meinen Laden kümmern und b) seit gestern in Österreich im Urlaub. Mit dem ganzen Chaos zu Hause, blieb leider keine Zeit mehr hier etwas hochzuladen oder zu schreiben.

Mein Vater hat den T2 auch gestern erst wieder zum Schrauber gebracht, damit er sich um den Motor kümmern kann. Der wiederum macht das auch teilweise nebenher. Es ist also nicht viel "Druck auf dem Kessel". Dass ich dieses Jahr noch zu einem Treffen oder so fahren kann, habe ich mir leider eh' schon abgeschminkt. Na ja, 2016 wird's auch wieder Treffen geben...

Mein Schrauber liest hier fleißig mit, eure Hilfe kommt also an.

@Majocube
Danke für dein Angebot, aber leider werde ich es aus o.g. Gründen nicht annehmen können.

Sobald ich wieder in Hannover bin, werde ich mich wieder melden, dann hoffentlich mit guten Nachrichten zum Motor.

Gruß, Michael
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MadHill
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von MadHill » 26.06.2017 12:28

Hallo,

auf Nachfrage mal ein Update zu diesem Thema, es ist ja auch erst 2 Jahre her, seit dem letzten Post... :unbekannt:

Das Wichtigste vorab: der Motor läuft besser aber noch nicht gut. Mein Schrauber hat die Einspritzung feinkalibriert (O-Ton) und den Benzinfilter getauscht.

Prozentual würde ich sagen wir sind bei 80%.

Derzeit habe ich das Unterdrucksystem im Visier. Nach dem Abstellen des Autos zischt es hörbar aus dem Bereich Bremskraftverstärker. Da wird sicher Fehlluft gezogen, was ja die Werte für die Einspritzung verfälschen kann. Wenn wir das gefixt haben, geht es an die Rohre und Schläuche im Motorraum. Da sehen einige nicht mehr ganz taufrisch aus. Ich hoffe, dass das dann endlich den erwarteten Erfolg bringt.
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bugster_de
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von bugster_de » 29.06.2017 14:50

Hi,

ich glaube hier im Forum wird immer wieder gepredigt, dass die Schläuche dicht sein müssen, bevor man sich mit anderen, möglichen Ursachen beschäftigt. Es gibt hier genügend Hinweise, wie man diese Dichtigkeit prüft. Such bitte einfach mal durch.

Es mag sich jetzt vielleicht besserwisserisch anhören, aber: dein Motorenbauer kann die Einspritzanlage einkalibrieren aber kommt nicht auf die Idee, mal die Dichtigkeit der Schläuche zu prüfen? Hmmmm ....

An der Einspritzanlage gibt es nur eine einzige Stelle, an der man was kalibrieren kann: die Schraube, die den Winkel zwischen Stauklappe und Potentiometer bestimmt. Diese findet man, in dem man die schwarze Plastikabdeckung oben auf dem Luftmassenmesser entfernt. Die Abdeckung ist verklebt, somit ist ein scharfes Messer und Geduld dein Freund beim zerstörungsfreien Öffnen. Hinten links findest Du eine Klemm-Schraube, mit der man den Winkel via Langloch verstellen kann. Diese Verstellung bewirkt ein mageres oder fettes Gemisch über den gesamten Last- und Drehzahlbereich. Aufgrund eines defekten Zündkerzensteckers hatte sich das bei mir mal in Richtung mager verstellt und führte genau zu dem von Dir beschriebenen Effekt: Motor hatte keinen Dampf und die ganze Fuhre lief nur 80 km/h und wurde extrem heiß. Einstellen kann man das eigentlich nur im Fahrbetrieb mit einer Lambdasonde. Oder halt nach Bosch Anweisung mit entsprechendem Equipment; das hat aber heute keiner mehr. Somit also die Schraube öffnen und in die Mitte des Langloches stellen. Dann Probefahrt und Motorleistung und Lambda anschauen. Wenn nicht i.O., Schraube wieder auf, Langloch minimal (!) verstellen und wieder Probefahrt. das macht man so lange, bis das passt.
Meine Meinung zum Thema Lambda: ein wert deutlich unter Null (also z.B. 0,95) ist dein Freund für einen lange freude am Motor. Lamdawerte von 1,0 führen zwar zu minimal weniger Spritverbrauch aber halt auch höheren Temperaturen.

Bevor ihr aber nun voller Tatendrang an diese Schraube geht: die Probleme am VW Boxer kreist man von unten nach oben ein. Und der LMM ist das oberste Teil am Motor. Sprich das kommt zu aller letzt:
- Ölwechsel
- Ventilspiel einstellen
- die richtigen Öffnungszeiten der Ventile prüfen um eine verdreht eingebaute Nockenwelle auszuschliessen
- So lange die Ventildeckel unten sind die richtige Stellung der Zündverteilerantriebswelle prüfen.
- Kompression prüfen
- Zündung einstellen (mit der Glühbirne)
- Sichtprüfung aller Schläuche auf Risse, sonstige Beschädigungen oder Falschmontage
- Elektrische Prüfung der Komponenten der Einspritzanlage mittels Handmultimeter. Siehe Werkstatt Handbuch oder Hinweise von Thomas hier im Forum
- Prüfung Benzindruck
erst jetzt wird der Motor gestartet und man prüft weiter auf Undichtigkeiten (z.B. mittels Bremsenreiniger) und nochmal den Benzindruck.
erst wenn das alles ok ist, dann kann man sich dem LMM widmen.

Wenn man es nicht so macht, sondern irgendwo mittendrin anfängt, dann führt das meist zu keinem Effekt ausser einem Hilfe Thread hier im Forum, der sich dann über 5 Seiten erstreckt.

Ansonsten: wenn das Gemisch zu fett ist und der Auspuff eine kleine Undichtigkeit hat, dann ist das genau das Knallen im Auspuff, wie von dir beschrieben. Das unverbrannte Restgemisch entzündet sich im heissen Auspuff.

Und Stichwort Kerzenbild zur Beurteilung mager oder fett: wenn man das im Standgas auf dem Hof macht, dann hat man auch nur eine Beurteilung zum Gemisch bei Standgas. Nach meiner Erfahrung ist es besser, sich einen Autobahnparkplatz auszusuchen: man fährt unter Last auf der Autobahn und schaltet dann die Zündung aus und rollt auf den Parkplatz. Dort raucht man dann zwei oder drei Zigaretten bis der Motor halbwegs abgekühlt ist und schaut sich dann die Kerzen an. Somit ergibt sich via Kerzenbild ein Rückschluß auf die Verbrennung unter Last.

Das wird schon! Meine Erfahrung mit der Einspritzung sagt mir, dass die unkaputtbar ist und es eigentlich genau gar nie die Einspritzanlage als Defektursache war. Der Fehler sitzt meist woanders.
Genau so einen hatte ich auch mal. Aber der hatte einen Diesel und war von Ford.

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furgo
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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von furgo » 29.06.2017 21:11

Ich habe nur eine Anmerkung als Ergänzung:
bugster_de hat geschrieben:
29.06.2017 14:50
An der Einspritzanlage gibt es nur eine einzige Stelle, an der man was kalibrieren kann: die Schraube, die den Winkel zwischen Stauklappe und Potentiometer bestimmt. [...]
Genau genommen, gibt es drei Schrauben:

1) Die für den Startwinkel der Stauklappe (bestimmt die "Null" vom Potentiometer, oder Offset)
2) Die für die Feder der Stauklappe (bestimmt das Verhältnis zwischen Luftstrom (m^3/h und LMM Ausgang (V))
3) Die für die Einstellung des CO-Wertes im Leerlauf

1) und 2) sind nur zugänglich, wenn man die Plastikabdeckung aufmacht, wie bugster_de schon beschrieben hat.

Ich würde aber davon abraten, sie zu kalibrieren ohne zuerst ganz genau ihre Wirkung zu verstehen. Vor allem 1) und 2).

Hier ist einer Messung am LMM, die ich vor einiger Zeit gemacht habe. Man kann da die Schrauben unter dem Deckel des LMMs sehen: 1) (auf dem beweglichem Arm des Potis) und 2) (oben links).

Bild

Der LMM kamm nicht aus einem Bus sondern aus einem Opel. Das Prinzip ist aber das gleiche.

Mehr Luftstrom => mehr Spannung => mehr Benzin gefördert

Ich hätte auch noch eine Frage:
bugster_de hat geschrieben:
29.06.2017 14:50
Aufgrund eines defekten Zündkerzensteckers hatte sich das bei mir mal in Richtung mager verstellt
Wie könnte der defekten Zündkerzenstecker die Schraube im LMM verstellen?
bugster_de hat geschrieben:
29.06.2017 14:50
Das wird schon! Meine Erfahrung mit der Einspritzung sagt mir, dass die unkaputtbar ist und es eigentlich genau gar nie die Einspritzanlage als Defektursache war. Der Fehler sitzt meist woanders.
Ich stimme voll zu. Und es ist immer gut, mehr Threads über Einspritzer zu sehen! (vor allem wenn sie ein Happy Ending haben :))
Bild

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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von bugster_de » 29.06.2017 21:41

Wie könnte der defekten Zündkerzenstecker die Schraube im LMM verstellen?
Im Nachhinein, wenn man es weiß ist das ganz einfach: der defekte Kerzenstecker hat zu Zündausetzern geführt. Diese haben wohl zu Schwingungen der Luftsäule im Saugrohr gefürht, welche natürlich bei geöffneter Drosselklappe voll auf die Stauklappe durchschlagen. Die fing dann an zu schwingen bis sie auf den jeweiligen Anschlag geknallt ist, was dann wohl bei einer ggf. nicht 100% festen Schraube zur Verdrehung geführt hat. Wahrscheinlich haben die Schwingungen in der Luftsäule auch zu einem schwankenden Benzindruck geführt, der die Aussetzer nur verstärkt hat.

Ich habe ungelogen 4 Wochen jeden Abend gesucht und den Fehler erst am Abend (!) vor der Abfahrt in den Urlaub nach Korsika gefunden. Meine Frau war schon den Tränen nahe, da sie befürchtete, die Fähre fährt ohne uns und wir machen Urlaub auf Balkonien.

Was lernt man daraus
- Fehler im Benzingemisch findet man nur zuverlässig mit einer Lambdasonde
- der Auslöser war nicht die Einspritzung
- am Ende wird alles gut, denn der Urlaub auf Korsika war ein traum

Bezgl. der Kalibriermöglichkeiten hast du natürlich Recht. da hat es noch zwei mehr Schrauben. Aber wie wir beide ja sagen: Finger weg von den Sachen, wenn der Rest des Motors nicht i.O. ist
Genau so einen hatte ich auch mal. Aber der hatte einen Diesel und war von Ford.

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Re: Typ 4 Einspritzer: wenig Leistung nach Revision

Beitrag von furgo » 29.06.2017 21:52

bugster_de hat geschrieben:
29.06.2017 21:41
Wie könnte der defekten Zündkerzenstecker die Schraube im LMM verstellen?
Im Nachhinein, wenn man es weiß ist das ganz einfach: der defekte Kerzenstecker hat zu Zündausetzern geführt. Diese haben wohl zu Schwingungen der Luftsäule im Saugrohr gefürht, welche natürlich bei geöffneter Drosselklappe voll auf die Stauklappe durchschlagen. Die fing dann an zu schwingen bis sie auf den jeweiligen Anschlag geknallt ist, was dann wohl bei einer ggf. nicht 100% festen Schraube zur Verdrehung geführt hat. Wahrscheinlich haben die Schwingungen in der Luftsäule auch zu einem schwankenden Benzindruck geführt, der die Aussetzer nur verstärkt hat.

Ich habe ungelogen 4 Wochen jeden Abend gesucht und den Fehler erst am Abend (!) vor der Abfahrt in den Urlaub nach Korsika gefunden. Meine Frau war schon den Tränen nahe, da sie befürchtete, die Fähre fährt ohne uns und wir machen Urlaub auf Balkonien.

Was lernt man daraus
- Fehler im Benzingemisch findet man nur zuverlässig mit einer Lambdasonde
- der Auslöser war nicht die Einspritzung
- am Ende wird alles gut, denn der Urlaub auf Korsika war ein traum
Danke für die Erklärung. In der Tat, Schwingung darf man nie unterschätzen!

Sehr schön, dass es letztendlich mit dem Urlaub gut geklappt hat :dance:
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