Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

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TobiasM
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Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von TobiasM » 01.02.2016 14:16

Hallo zusammen!

Bei einem kurzen Besuch samt spontanem Ölwechsel bei Andreas (bushöhle) gestern gabs eine etwas unangenehme Überraschung. Im Ölsieb fanden sich eine Menge grober Metallspäne. Ich werde mal ein Bild anhängen und richte mich mal an die Motorenspezis hier im Forum bezüglich der Ursachenforschung. Der Motor 2l GE Einspritzer läuft an sich rund. Hat jemand eine Idee was sich da gerade in meinem Motor auflöst?

Grüß Tobias

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Rolf-Stephan Badura
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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Rolf-Stephan Badura » 01.02.2016 14:39

Hallo Tobias,

das Photo ist nicht besonders gut -
sieht für mich eher nach dünner Beschichtung aus als nach Brocken mit Ausmaßen in alle 3 Dimensionen?
Andreas alias Bushöhle sollte das doch am besten bei der Sichtung ahnen können.

Da hilft nur Motor aufmachen und alles kontrollieren...
Da Du den Bulli erst wenige Monate hast und wahrscheinlich ohne Vorgeschichte vom Import-Händler,
kann man nur hoffen, dass es Reste eines schon behobenen Schadens sind, aber dann auch schlampig und gefährlich für den Motor.

Grüße,
Zuletzt geändert von Rolf-Stephan Badura am 01.02.2016 14:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Dani*8
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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Dani*8 » 01.02.2016 14:40

Hallo,
Das ist leider Kaffeesatzleserei. Ich mutmaße jetzt mal das mit Abstand häufigste: Nockenwellenlager zerbröseln.
Aber es kann halt alles sein - sogar harmlos: Ähnlich viele Krümel hatte ich mal vor Jahren bei meinem CJ. Danach ein Jahr lang praktisch alle 4 Wochen Öl gewechselt und Sieb ausgebaut, aber nie wieder etwas gefunden bzw. Probleme gehabt.
Nur, wenn Du wirklich Gewissheit haben willst, bleibt eigentlich nur Zerlegen. Oder Fahren und das Beste hoffen.
Grüße
Daniel

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von boggsermodoa » 01.02.2016 15:27

Dani*8 hat geschrieben:Nockenwellenlager
+1

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von T2 Grieche » 01.02.2016 20:40

..........bei mir waren vor zwei jahren viel viel ....vieiiilll WENIGER spähne drinn und ich hatte einen lagerschaden !
das was du da auf dem foto hast hat nichts im motor verloren....fährst du weiter wird das lager immer heisser und zerstöhrt dir den lagersitz total so das das ganze spindeln musst! wenn du glück hast ist es mit ein paar neuen lagern getan......ich würde jetzt nicht mehr fahren!
gruss
theo

PS: falls öltemperatur vorhanden achte mal wie warm das öl " jetzt" wird im vergleich zu vorher!!

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TobiasM
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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von TobiasM » 01.02.2016 22:49

Hallo,
Dank euch erstmal für die Antworten.
@rolf-stefan: es waren tatsächlich eher flache Späne. Außerdem waren auch noch Reste von einer alten korkdichtung im Sieb. Das könnte evtl die von der gehäuseentlüftung gewesen sein. Die war nämlich auch sehr bröselig und nicht mehr komplett als ich die letztens getauscht hab.

@theo: ich hab leider noch keine öltempemperaturanzeige. Deswegen ist ein vorher nachher Vergleich leider schwierig.

Ich bin grad wirklich ein bisschen ratlos was ich tun soll. Motorrevision war halt für irgendwann mal geplant und reißt natürlich Kohletechnisch ein Riesen Loch in die Kasse. Aargh!


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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Sgt. Pepper » 01.02.2016 23:47

TobiasM hat geschrieben: Ich bin grad wirklich ein bisschen ratlos was ich tun soll. Motorrevision war halt für irgendwann mal geplant und reißt natürlich Kohletechnisch ein Riesen Loch in die Kasse. Aargh!

Ja, sowas ist wirklich ärgerlich. Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, immerhin hast du den Schaden gefunden bevor was schlimmeres passiert ist. So kannst du vermutlich noch den Motor retten. Und stell dir mal vor, wenn der z.B. auf dem Weg in den Urlaub hopps-gegangen wäre. Dann wäre zusätzlich noch dein Urlaub im Eimer und die Kohle sowieso.

Grüße,
Stephan
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boggsermodoa
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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von boggsermodoa » 01.02.2016 23:54

Es gibt keinen Grund, weswegen dadurch das Öl wärmer werden sollte. Im Gegenteil. Es ist aber naheliegend, daß durch ein defektes Lager der Öldruck insgesamt absinkt, weswegen dann z.B. ein Pleuellager fressen könnte, wenn du mit warmem Motor mal irgendwo an der Ampel stehst und an nix Böses denkst. (Genau das ist mir schon mal mit einem zwei Wochen zuvor gekauften Bus passiert.) Deswegen jetzt einen Öldruckmesser einzubauen, nutzt dir auch nix, da du keinen vorher/nachher-Vergleich hast, aber es könnte sich vielleicht empfehlen, den Druck mal mit geeichtem Gerät in einer Werkstatt messen zu lassen und mit den Sollwerten zu vergleichen.
Aber letztlich: Der Bulli ist ein Reiseauto - und auf Reisen wirst du mit dem jetzigen Wissen kein gutes Gefühl mehr haben. Daher führt m.E. kein Weg an einer Zerlegung und Reparatur vorbei, bevor du das nächste Mal auf Tour gehst.

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Rolf-Stephan Badura » 02.02.2016 00:13

Hallo Tobias,
TobiasM hat geschrieben:Ich bin grad wirklich ein bisschen ratlos was ich tun soll.
Vor ein paar Jahren hätte man gesagt, lockerbleiben, einfach ein paar mal Ölwechsel und durchspülen...
aber da gab's auch noch Typ4 Moped für schmalen Thaler als Ersatz... ich würde damit nicht mehr als nötig fahren.

Sprich mit einem Motorenbauer Deines Vertrauens - meist sind die Terminkalender eh schon voll für dieses Jahr -
oder pack es selbst an - schau Dir mal an was Christine alias chrashblond auf dem Wohnzimmertisch geleistet hat
viewtopic.php?f=7&t=19925

Grüße,

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von T2 Grieche » 02.02.2016 11:48

.....ich vertrete auch die meinung von Rolf.....besser keine grossen fahrten mehr machen die zerstöhrung des motors wird dadurch nicht besser!!
wenn es ein hauptlager ist ( das mittlere ist ja quasi immer unrund) und du glück hast kannst du bei einer revision wieder standard lager verwenden,wenn es anfängt zu eiern und der lagersitz oval wird musst du das gehäuse spindeln lassen.

wenn es ein pleuellager ist und du so lange fährst bis er frisst ( und das muss nicht im stand an der ampel sein wie der kollege weiter oben erfahren hat sondern auch bei 3000 oder 4000 U/min) kann es dir unter umständen den motor unwiederbringlich abschiessen!
hol dir einen ersatz und zerlege den GE ( seltener Kennbuchstabe) oder fahr nicht mehr so weit bis du ihn überholst!
das wäre meine meinung dazu die ich aus eigener erfahrung machte!
Theo

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von TobiasM » 03.02.2016 23:48

Alles klar, also die Meinung im Forum scheint ja recht eindeutig in eine Richtung zu gehen: Erstmal so wenig fahren wir möglich und den Motor öffnen zur Zustandsfeststellung. Gut, der Bulli steht eh grad in der Garage aber den Trip im September nach Südfrankreich seh ich grad etwas gefährdet.
Ich werd jetzt mal Hilfe suchen und euch auf dem laufenden halten! Bis hier hin erstmal vielen Dank für eure Unterstützung!

gruß Tobias

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von aviator » 04.02.2016 00:05

September is noch so lange hin. Bis dahin ist der doch locker wieder fit. Kann sein, dass einige bekannte Motorenbauer ausgebucht sind, aber ich bin sicher, es lässt sich jemand kompetentes finden, der sich der Sache kurzfristig annehmen kann. Die Firma, die meinen Bus restauriert (http://www.rolltec.info bzw http://www.rolltec-engineering.de/index.php) macht auch Motorenbau und hat gerade meinen Typ 1 Rumpfmotor fertig gemacht. Die haben auch Einiges an Erfahrung mit Typ 4 Motoren.

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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von boggsermodoa » 04.02.2016 01:24


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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Gastonlagaffe » 04.02.2016 01:40

Hallo,

ich hatte das gleiche Problem. Nach jedem Ölwechsel Späne im Sieb, allerdings nicht so viele.
Wenn die Teile nicht magnetisch sind dann lösen sich wahrscheinlich die Lager auf.
Eine Weile geht das noch (ich bin 2 Jahre damit gefahren, 4x Griechenland und zurück), irgendwannn wird der Lauf rauher und der Oldruck sinkt !!!

Ab da ist Alarm. Den Motor habe ich dann raus und zerlegt, alle Lager, Nockenwelle und Stössel getauscht. Welle und Lagerbett vermessen !

Seit dem läuft der CJ wieder top. Kosten ca. 750 Euro

Gruß Thomas
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Re: Ölwechsel: Metallspäne im Sieb

Beitrag von Volvo-boy » 04.02.2016 10:37

Hey,

also wenn du den Motor selber zerlegst und zu schauen wo das Problem ist, dürfte das gut riechen bis September.
Spindeln, Pleuel und Kurbelwelle überholen ist in 4-8 Wochen gemacht.

Bei mir hat es am längsten gedauert mit den neuen Köpfen, weil die umgebaut wurden.....aber das war ein anderes Thema.

Die arbeiten bei Ahnendorp (Spindeln, Gehäuse planen, feinwuchten, Pleuel überholen...) waren in 6 Wochen erledigt. Das war letztes Jahr.

Also nicht lange warten, einfach loß legen...dann läuft er vielleicht schon wider im Mai.

Grüße Daniel
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