Einbau neuer Kolben

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Harald
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Einbau neuer Kolben

Beitrag von Harald » 30.07.2008 16:29

Moin Leude,

SteffenT2a hat mich gerade an etwas erinnert. Irgendwie ist mir ein Workshop "verloren" gegangen, tststs. Da die Suche auch nichts gebracht hat scheine ich den wohl tatsächlich noch nicht präsentiert. Hier also eines meiner Frühwerke:

PLATZHALTER

Erneut die ernstgemeinte Aufforderung an Alle: Teilt Eure Meinungen mit!

Grüße,
Harald*393
Zuletzt geändert von Harald am 02.11.2009 20:22, insgesamt 2-mal geändert.

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boggsermodoa
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Beitrag von boggsermodoa » 30.07.2008 17:04

Salü Harald,

also ich habe noch keine Schwierigkeiten damit gehabt, den Zylinder über den bereits am Pleuel montierten Kolben zu schieben, aber ich habe auch keine ernsthaften Einwände gegen deine Methode.
Grundsätzlich montiert man am Kolben zuerst den inneren Bolzensicherungsring, sodaß man an Zylinder 1 und 3 den Bolzen von vorne und an 2 und 4 von hinten einschieben kann. Als Montagehilfe kann man ein "amtliches" Kolbenringspannband verwenden oder so'n Ding wie dein CSP-Teil kaufen oder selbst herstellen oder einfach einen glatten Blechstreifen verwenden, über den man eine Schlauchschelle spannt. Drauf achten, daß innen alles glatt ist, damit das Kolbenhemd nicht verkratzt wird. Bei 7 Öre für das CSP-Teil würd' ich nicht lange fackeln. ;-)
Wichtig ist der Hinweis auf den Pfeil am Kolbenboden. Die Bohrung für den Kolbenbolzen liegt nicht genau mittig, sondern ist etwas zur Seite desaxiert. Damit wird ein !Kolbenkippen! im OT vermieden und der Kolben bleibt immer auf einer Seite des Zylinders in Anlage. Mißachtet man diese Einbaurichtung, dann ist genau das nicht mehr der Fall. Dem Pleuellager passiert dabei nix, es entsteht jedoch ein klappernder Motorlauf.
Ich halte es für zweckmäßiger, anstatt alle vier Zylinder auf einen Streich zu montieren, zunächst nur eine Seite zu bearbeiten und die dann komplett fertig zu stellen. Kopf drauf, Stößelstangenrohre, Stößelstangen, Kipphebel. Und auch gleich alles handfest anziehen. Dann andere Seite und dann kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz.
Wichtig ist noch, daß man alle Teile beim Zerlegen markiert und daß man sie beim Zusammenbau auch genau dort wieder einbaut, wo sie herkamen. Bei den Stößelstangen ist es wurscht, aber alles andere (auch Stößel und Kipphebel) sollte wieder mit genau den Teilen gepaart werden, auf das es eingelaufen ist.

Gruß,

Clemens

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B.C.
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Beitrag von B.C. » 30.07.2008 17:24

wieder ein schöner Workshop, Harald!

Ich habe auch erst die Kolben in die Zylinder "eingebaut" und dann auf die Pleuel gesetzt.

Einen Korrekturvorschlag: Du schreist auf Seite 1 "Zylinderköpfe/kopf, sollte auch (nur) Zylinder heißen, wie auf den folgenden Seiten.

P/S: auf den orig. Kolben sind tatsächlich Farbpunkte angebracht. Die kennzeichnen nicht nur das Maß sondern auch die Gewichtsklassen.
Da die Kolben in der Fertigung offensichtlich eine erhebliche Streuung hatten, hat man es mit Sortieren versucht, eine möglichst günstige/gleiche Paarung zu finden. War bei meinem Motor nicht wirklich gelungen: 20 Gramm Max-Differenz....

Grüsse

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Harald
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Beitrag von Harald » 30.07.2008 18:42

Danke Ihr Beiden,

mal sehen, ob noch was kommt.

Auf meinen Neuen waren leider keine Farbe, ich habe sie auch nicht gewogen - einfach mal blind verbaut. Hält bisher ganz gut.

Grüße,
Harald*393

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B.C.
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Beitrag von B.C. » 30.07.2008 23:32

klar, man kann es auch so machen, wie VW es beschrieben hat.
Ich hatte es mir aber auch so überlegt, wie Harald. Ich fand es praktischer/einfacher.
@ Harald: dese "Farbpunkt-Geschichte" wird man auch nur auf orig. Kolben finden. Hatte mal eine Übersicht/Tabelle dazu gelesen und war
erschrocken über die vielen Varianten. Das zeugt von einer erheblichen Streuung in der damaligen Fertigung :!: Also dachte ich mir: "there is room for improvment". Da ich den Motor kompl. zerlegen mußte (eine Nockenwellenlagerschale war defekt), habe ich die Pleuel und die Kolben gewogen. Wie schon berichtet, eine nicht unerhebliche Gewichtsdifferenz bei den Kolben (trotz gleicher Farbkennzeichnung). Leider auch bei den Pleuel... Zufall :?: der leichteste Kolben hatte das schwerste Pleuel :idea: :!: In der Summebildung (Kolben+Pleuel) war es eine max. Differenz von nur 10 Gramm, also niediger als bei den Einzelkomponenten. Ich denke, das dies "Methode" hatte?
Problematisch fand ich an der "Zusammenstellung" meines Motors, das die Gewichtsdifferenz der Pleuel im Bereich der Kurbelwelle zu finden war.
Damit wollte VW die Gewichtsdifferenz der Kolben ausgleichen :?:

powerbully
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Re: Einbau neuer Kolben

Beitrag von powerbully » 15.11.2009 20:20

Im Rep. Leitfaden steht, Kolben immer mit Pfeil auf die Schwungscheibe Einbauen ???
Welche der beiden gehöhren jetzt aber nach rechts, oder nach links ?
Wo steht das auf dem Kolben?

Gruß klaus

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Re: Einbau neuer Kolben

Beitrag von boggsermodoa » 16.11.2009 00:10

powerbully hat geschrieben: Welche der beiden gehöhren jetzt aber nach rechts, oder nach links ?
Hallo Klaus,

das ist wurscht! Es gibt keine rechten oder linken Kolben.
Bei den Kolben ist die Kolbenbolzenbohrung leicht aus der Mitte versetzt, um ein Kolbenkippen im OT zu vermeiden. Die richtige Einbaulage (Pfeil Richtung Schwungrad) hängt also nicht mit der Erdanziehung sondern nur mit der Drehrichtung der Kurbelwelle zusammen.

Gruß,

Clemens

OliverH
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Re: Einbau neuer Kolben

Beitrag von OliverH » 03.02.2011 19:56

Da oben nur ein Platzhalter vermerkt ist, kann ich nichts zum Workshop sagen. Ein wichtiger Punkt ist aber sicherlich noch die Stossposition der Kolbenringe/ Ölabstreifring (12/ 6 Uhr). Der VW Boxer ist ein Flachmotor mit liegenden Zylindern und kein stehender Reihenmotor mit der um 120 Grad versetzten Regel.
Bild
http://79er-t2-westy.blogspot.com/

T2 Westy Berlin aus Kalifornien/ USA.

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