2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

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Thomas R.
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2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 13.11.2016 23:57

Hallo,

ich habe ein andauerndes Problem mit dem Motor in meinem Bulli.

Ich habe den Bulli seit Anfang letzten Jahres und beschäftige mich seit dem mit der technischen Instandsetzung. Bis heute konnte ich der Ursache sporadischer Motoraussetzer nicht auf den Grund kommen.

Zur Historie:
Es ist ein 78-er Fensterbus, Reimport aus den USA, mit dem 2.0 Liter GE-Motor mit Einspritzanlage. Der Motor dürfte um die 238.000 km gelaufen sein und es sollte sich um den Originalmotor handeln (kein „X“ hinter der Motornummer).

Der Bulli hatte zu Anfang sehr große Probleme mit dem Motor. Ungleichmäßiger Lauf, keine gleichmäßige Leistungsentfaltung, schlechte Gasannahme.
Bei der ersten Inspektion gab es einen Ölwechsel, Ölfilter, Zündkerzen, neue Zündkabel mit Zündkerzenstecker, Benzinfilter und Luftfilter. Die Motoraussetzer waren so schlimm, dass der Bulli kaum fahrbar war. Da das Lenkradschloss nicht funktionierte und das Zündschloss klemmte, gab es ein neues gebrauchtes Lenkschloss mit Zündschloss und Zündanlassschalter.

Ab dem war das Fahrzeug mehr oder weniger fahrbar. Zwischendurch musste zwar das Getriebe 3-mal zur Reparatur, aber das ist eine andere Geschichte und hat mit den Motoraussetzern nichts zu tun.

Ich hatte zu der Zeit den Eindruck, dass die Motoraussetzer nicht nur an 1 oder 2 Zylinder auftreten, sondern dem Motor insgesamt der „Saft“ abgedreht wird. Als ob entweder das Steuergerät der Einspritzung und damit kein Benzin eingespritzt, oder die Zündanlage kurzzeitig kein Strom bekommt und nicht gezündet wird.
Traten Motoraussetzer auf, konnte ich die durch eine Änderung der Gaspedalstellung beenden, also durch Gas geben oder Gas wegnehmen.

Über die üblichen Verdächtigen wie lose Massebänder, brüchige Kabel und Kabelverbindungen habe ich im Forum viel gelesen und das was ich an Mängel und Verdachtsfälle habe feststellen können, ohne Befund geprüft oder behoben.

Mittlerweile sind folgende Bauteile zusätzlich zu den oben genannten getauscht worden:
- Zündspule (neu)
- Zündverteiler (überholt und mit kontaktlosem Zündmodul ausgestattet)
- Motorkabelbaum (neu)

Mit jedem Bauteiltausch lief der Motor besser und spätestens mit dem neuen Zündverteiler ist die Gasannahme sehr schön dosierbar, der Motorlauf ist deutlich gleichmäßiger, ruhiger und auch leiser, bei spürbar besserer Leistungsentfaltung (Dank an Thorben / Sandkastenheld für den Zündverteiler und Thomas für den neuen Motorkabelbaum).
Beim Wechsel des Zündverteilers wurde Leerlauf, Zündzeitpunkt und CO eingestellt.

Bei der anschließenden Ausfahrt auf rund 54 Kilometer hatte ich drei Motoraussetzer. Zwei waren so „klein“, dass der Beifahrer die nicht bemerkt hätte (wenn ein Beifahrer dabei gewesen wäre). Der dritte Aussetzer war so groß, dass er den Bulli deutlich „durchgeschüttelt“ hat. Bei der nächsten Ausfahrt über 50 Kilometer waren 4 oder 5 kleinere Aussetzer.

Von der Werkstatt habe ich dann erfahren, dass der Zündanlassschalter, der zusammen mit dem Lenkschloss getauscht wurde, gebraucht war. Also habe ich den gebrauchten Zündanlassschalter gegen ein Repro-Neuteil getauscht. Das brachte kurzzeitig Besserung; bei einer 85 km Fahrt waren keine Motoraussetzer aufgetreten.
Vor 2 Wochen habe ich eine 150 km Ausfahrt unternommen und da waren sie wieder: 2-3 kleine Mini- Motoraussetzer und 1-2 größere.

Zum Verständnis: die Motoraussetzer sind so selten und mittlerweile, im Gegensatz zu früher, nicht mehr „spektakulär“, so dass ich mich nicht scheue, mit dem Bulli eine Fahrt zu unternehmen. Er läuft abgesehen von den Aussetzern sehr zufriedenstellen. Aber es nervt trotzdem, denn wenn ein Aussetzer dann doch mal kommt, sieht man sich doch schon am Straßenrand stehen. Und ohne ein Perfektionist sein zu wollen, Motoraussetzer muss man nicht haben.

Bei einer Kontrolle habe ich festgestellt, dass der Zündzeitpunkt eher bei 8 bis 8,5 Grad steht, als bei 7,5 Grad. Da die Saison eigentlich zu Ende ist, habe ich das noch nicht nachgebessert. Die Zündkerzen habe ich mir auch noch nicht angesehen.

Ich bin insoweit mit meinem Latein am Ende, als dass ich nicht weis, welche Bauteile nun noch als Ursache in Frage kommen könnten. Was ich nicht verstehe, ist die Häufigkeit oder besser die Seltenheit der ungleichmäßig auftretenden Motoraussetzer. Wenn es Falschluft wäre, eine defekte Einspritzdüse oder Benzindruckregler oder so etwas, müsste das nach meinem Verständnis regelmäßiger und öfter auftreten. Wenn eines dieser Bauteile einen Fehler hätte, würde dieser Fehler das Bauteil doch immer mehr beeinträchtigen, so dass die Aussetzer immer häufiger kommen müssten.

Mittlerweile habe ich noch ein anderes Phänomen festgestellt, was mit den Aussetzern nichts zu tun haben dürfte: wenn ich auf der Landstraße mit gleichmäßiger Geschwindigkeit unterwegs bin und ein ganz wenig Gas gebe um die Geschwindigkeit zu halten, fängt das Fahrzeug ganz leicht an zu ruckeln. Wenn ich ein wenig mehr Gas gebe, hört das Ruckeln sofort auf. Das passiert nicht immer und an sich ist das Ruckeln auch nicht spektakulär. Könnte eine Drosselklappenwelle mit ein wenig „Spiel“ die Ursache sein?

Für Hinweise und Ratschläge zu beiden Phänomenen wäre ich euch dankbar.

Gruß
Thomas
VW Bulli T2b, 1978, 7-Sitzer, 2.0 Liter Einspritzer, Reimport aus Kalifornien

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Veeduby
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Veeduby » 14.11.2016 15:14

Hi Thomas,

ist die Einspritzung D- oder L-Jetronic?

Also ich hab auf meinem 1.7er die D-Jetronic drauf, von dem her kenne ich die Probleme die du beschreibst. :cry: :wall:

Als erstes sollte man herausfinden, was die Aussetzer verursacht, fehlende Zündungen, oder fehlende Einspritzimpulse.
Und sporadische Fehlersuche ist überhaupt kein Spaß. Also ich war mit meinem Bus schon in einer Porschewerkstatt,
und die wollten da nix dran machen, bevor kein neuer Kabelbaum drin ist! Nicht mal anschauen!

Hast Du schon die Kontakte überprüft von dem Taktgeber der Einspritzimpulse? Der sitzt unten im Zündverteiler.
Oder vielleicht Luft in der Benzin-Druckleitung? Oder Dampfblasen?
Wackelkontakte?
Zünddurchschläge der Zündkabel durch die Isolierung?
Zündkerzenstecker falsche Ohmzahl? 1 kohm brauchen die glaube ich.
Zündkerzen, falscher Typ?

Nur um das alles zu überprüfen braucht man ein Oszi, am besten eines mit Speicher um eine Langzeitaufnahme zu machen,
die man nachher anschauen kann, sobald der Fehler auftrat.

Aber das mit dem Ruckeln im Teillastbetrieb habe ich auch, oder widrige Gasannahme beim Anfahren. Manchmal muss ich
da echt "pumpen", damit er nicht ausgeht. Aber: Das ist eine 45 Jahre alte Einspritzanlage, noch mit einzelnen Transistoren
aufgebaut, und die Konstrukteure und Elektroniker mussten sich da viele Tricks einfallen lassen, damit das Ding fahrbar ist.
Das kann nicht in jedem Fahrbetriebszustand perfekt sein.
Das ist noch nicht wie heute wo in jedem Steuergerät ein Mikrocontroller drinsitzt, der jeglichen Verschleiß der Mechanik
ausgleichen kann.

Hast Du Unterlagen zu der Einspritzanlage? Müsste ich mal schauen was ich da alles habe.

Maik

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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von sören *186 » 15.11.2016 00:22

Hallo Thomas,
Du warst schon sehr fleißig - Respekt!
Deinen Leidensweg kann ich gut nachvollziehen, ich wäre jetzt in der Phase angekommen, wo ich übersensibel über jedes Geräusch, Ruckeln usw. anfange kritisch zu reagieren.
Der Bus ist aber ein recht grobes Gerät ...

Große Erfolge erziele ich häufig mit Wechseln der Benzinpumpe gegen eine NEUE.
Die ist eigentlich immer Schuld.

Viel Erfolg!
Sören

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bugster_de
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von bugster_de » 15.11.2016 14:46

Hi,

vielleicht liest der Thomas diesen Thread hier ja mit; der ist der Einspritzguru.

Ansonsten wäre für mich die Frage, wie die Aussetzer sich anfühlen:
- sind sie schlagartig da und weg --> eher Zündung bzw. eher was elektrisches
- sind sie eher weich einsetzend und weich wieder da --> eher Benzinzufuhr (z.B. Benzinpumpe)

Aus eigener Erfahrung würde ich mir vielleicht noch folgende Komponenten anschauen
- Luftmassengeber (die Box direkt nach dem Luftfilter). Hier mal sehr vorsichtig den oberen, schwarzen Deckel abnehmen und die Leiterbahn anschauen. Die sind oft durchgeschliffen und führen mal mindestens zu unruhigem und sägendem Motorlauf. Durchgeschliffene Stellen sind weiß. Reparatur ist sehr schwierig, Ersatz gibt es keinen
- im Luftmassenmesser hat es eine kleine Schraube (hinten links) mit der man den Geber einstellen kann. Wenn die verutscht ist, kann der Motor zu mager oder zu fett sein und dann entsprechende Aussetzer haben, da das Gemisch nicht mehr zündfähig ist
- mal ein anderes Steuergerät ausprobieren. Vielleicht hat jemand ja eines, das er dir leiht
- auf jeden Fall den Unterbrecher und den Kondensator kontrollieren. Da ist mittlerweile viel China-Schrott auf dem Markt. Ich hatte neulich einen Unterbrecherkontakt, bei dem die Isolierung, mit der das Kabel aus dem Unterbrecher geführt wird, thermisch nicht stabil war. Sprich Motor warm, das Plastik ist geschmolzen und das Kabel lag zeitweise auf Masse --> Aussetzer

Ansonsten gilt natürlich auf jeden Fall: alle Schläuche müssen dicht sein. Und Schläuche hat der Einspritzer j mehr als genug !
Genau so einen hatte ich auch mal. Aber der hatte einen Diesel und war von Ford.

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Tanjas&Thomas_T2b
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 15.11.2016 17:07

bugster_de hat geschrieben:Hi,

vielleicht liest der Thomas diesen Thread hier ja mit; der ist der Einspritzguru.
Ich lese ja schon :wink: Man muss ja auch die Zeit für eine qualifizierte Antwort finden.
Systemüberblick.JPG
Gehen wir das Mal Stück für Stück durch:

Luftmengenmesser:
Das ist ein heißer Kandidat
- Wenn der LMM einen Durchschliff hat, dann führt das zu den beschriebenen Aussetzern. Allerdings wären die dann eigentlich immer da.
- Dann ist da noch der Temperaturfühler: Der ist eigentlich als Kandidat auszuschließen. Die gehen eigentlich nicht kaputt
- Der Kontakt für das Benzinpumpenrelais: Ein heißer Kandidat. Wenn der Kontakt dreckig ist, dann könnte es sein das die Benzinpumpe Aussetzer hat.
Um das Auszuschließen könnte man mal am Doppelrelais Klemme 86b und 86c verbinden. (Dann läuft die Benzinpumpe sobald die Zündung an ist.)

Zündverteiler:
Du hast ja einen Drehzahlmesser verbaut. Der müsste bei den Aussetzern zucken. Die L-Jetronic nimmt ja das Drehzahlsignal an Klemme 1 ab.
Wenn der Drehzahlmesser ruhig ist, dann ist auch der Drehzahlimpuls da.

Temperatursensor II:
Das ist ebenfalls ein möglicher Kandidat. Wenn der Aussetzer hat, dann steigt die Einspritzmenge plötzlich an.
Leider scheint der gerade im Preis zu explodieren, vor einem Jahr war der noch für 30€ zu haben.

Zündschloss:

Wenn das hinüber ist, dann geht hinten nix mehr.

Doppelrelais:
Durchaus möglich. Bei laufendem Motor mal leicht auf das Relais klopfen. Sollte hier ein Wackelkontakt sein, dann müsste sich das im Motorlauf bemerkbar machen.

Benzinpumpe:
Halb kaputte sind mir noch nicht unter gekommen, aber alles ist möglich.

Zusatzluftschieber:

Den kann man ausschließen. Der ist über eine Heizung und ein Bimetall so langsam gesteuert, das der keinen Einfluss haben kann.

Thermozeitschalter & Kaltstartdüse:
Die sind auch raus. Der Thermozeitschalter hängt an Klemme 50, da ist bei der Fahrt kein Saft drauf.
Und wenn die Kaltstartdüse undicht ist, dann ist die das auch immer.

Steuergerät
Auch möglich, bau mal testweise ein anderes rein.

Kabelbaum
Die originalen Kabelbäume sind eigentlich alle am Ende ihrer Lebenszeit angekommen.
Da härten die Kabel aus und brechen, insbesondere die Kabel die zum Massestern gehen. Da ist es wohl am wärmsten.
Und auch bei den Kontakten gibt es viele, die keine Spannkraft mehr haben.
Aber in diesem Fall ist ja schon ein neuer drin.

Viele Grüße,
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

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BerndDerBus
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von BerndDerBus » 15.11.2016 22:31

Benzindruck muss auch stimmen: mich hat mal ein verstopfter Benzinfilter zur Weissglut gebracht in der Fehlersuche.
Es sollte auch ein Filter für Einspritzer sein: nicht ein Benzinfilter für Vergaser (zuwenig Durchsatz).

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Thomas R.
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 15.11.2016 23:45

Hallo miteinander,

da sprudeln die Tipps ja recht umfangreich. Hätte ich bei dem Thema "Einspritzer" gar nicht so erwartet.
Dann mal eins nach dem anderen:
Veeduby hat geschrieben:ist die Einspritzung D- oder L-Jetronic? ....
Hast Du schon die Kontakte überprüft von dem Taktgeber der Einspritzimpulse? Der sitzt unten im Zündverteiler.
Oder vielleicht Luft in der Benzin-Druckleitung? Oder Dampfblasen?
Wackelkontakte?
Zünddurchschläge der Zündkabel durch die Isolierung?
Zündkerzenstecker falsche Ohmzahl? 1 kohm brauchen die glaube ich.
Zündkerzen, falscher Typ?
Maik
Hallo Maik,
es ist eine L-Jetronik. Unterlagen hat Thomas ja schon eingestellt.
Ich habe am Motor alle Kontakte mit Schmirgelpapier gesäubert, bevor der neue Kabelbaum reingekommen ist. Da der Zündverteiler neu ist, möchte ich den Taktgeber für die Einspritzimpulse ausschließen. Wobei auch getauschte Bauteile defekt sein können. Siehe meine Erfahrung mit dem Zündanlassschalter.
Zünddurchschläge an den Zündkabeln und Zündkerzenstecker möchte ich auch erst einmal hinten an stellen, weil auch diese Bauteile letztes Jahr getauscht wurden. Falsche Ohmzahl? Versuche ich mal zu messen.
Interessant findet ich deine Tipps zu den Zündkerzen (werde ich prüfen, ob die richtigen drin sind) und zur Benzinversorgung. Die Kontakte an der Benzinpumpe habe ich nicht geprüft.
Wie muss ich mir die Entstehung von Dampfblasen in der Benzinleitung vorstellen? Etwa so?
IMG_1208.jpg
Das Bild zeigt den rechten Abgang der Heizklappe in der US-Ausführung. Ursprünglich war auf dem offenen Abgang noch ein Verlängerungsrohr, welches die Warmluft nach unten und nach hinten am Motor vorbei abgeleitet hat. Es soll ein Phänomen sein, dass bei der im Bild dargestellten Situation an sehr heißen Tagen bei wenig Sprit im Tank dieser so zum kochen gebracht werden kann und Motoraussetzer verursacht. Nur glaube ich nicht, dass das jetzt im Herbst passiert, wenn die Heizung auf "volle Pulle" steht. Oder hat jemand andere Erfahrungen gemacht?

Hallo Sören,
sören *186 hat geschrieben:Große Erfolge erziele ich häufig mit Wechseln der Benzinpumpe gegen eine NEUE.
Die ist eigentlich immer Schuld.
Sören
Kannst du das mal erklären? Wie kann denn eine defekte Pumpe so etwas verursachen?
Und für den Fall, dass ich zur Vermeidung von Fehlerquellen die tauschen möchte: wo bekomme ich eine neue für den Einspritzer her bzw. welchen Druck muss die aufbauen? Ist ja eine andere als die für Vergaser. Die einschlägigen Lieferanten habe ich schon durch und wenn eine Pumpe angeboten wird, kann ich nicht beurteilen, ob das die Richtige wäre.

Hallo bugster,
bugster_de hat geschrieben:Hi,
Ansonsten wäre für mich die Frage, wie die Aussetzer sich anfühlen:
- sind sie schlagartig da und weg --> eher Zündung bzw. eher was elektrisches
- sind sie eher weich einsetzend und weich wieder da --> eher Benzinzufuhr (z.B. Benzinpumpe)
......
- auf jeden Fall den Unterbrecher und den Kondensator kontrollieren. Da ist mittlerweile viel China-Schrott auf dem Markt. Ich hatte neulich einen Unterbrecherkontakt, bei dem die Isolierung, mit der das Kabel aus dem Unterbrecher geführt wird, thermisch nicht stabil war. Sprich Motor warm, das Plastik ist geschmolzen und das Kabel lag zeitweise auf Masse --> Aussetzer
Ansonsten gilt natürlich auf jeden Fall: alle Schläuche müssen dicht sein. Und Schläuche hat der Einspritzer j mehr als genug !
Bei deiner Fragestellung weis ich jetzt nicht, wie ich das beschriebene unterscheiden soll. Wenn der ganze Bus durch die Aussetzer "geschüttelt" wird, würde ich das als "schlagartig" bezeichnen. Allerdings gibt es keine Knallgeräusche, wie wenn nicht verbranntes Benzin im Auspuff zündet.
Mittlerweile denke ich, dass vielleicht nur 1 Zylinder aussetzt, während es ganz zu Anfang gefühlt der ganze Motor war.

Ergänzend beschrieben: ich habe ein Kombiinstrument vom Thomas verbaut. Der Drehzahlmesser zeigte zu Anfang rund 500 bis 1.000 U/min mehr an, als er tatsächlich lief. Seit dem der neue Zündverteiler vom Thorben drin ist, wird die Drehzahl richtig angezeigt. Ich will damit sagen, dass der Motor wahrscheinlich "multiple" Probleme hatte, von denen die meisten, bis auf ein oder zwei, abgestellt werden konnten. Ich glaube daher nicht, dass es nur EINEN Fehler gibt/gab. Nur mal so als Gedanke.
Luftmassenmesser und Steuergerät will ich erst einmal nicht anpacken, denn ich denke, wenn die was haben, müsste das mit der Zeit häufiger kommen.
Auf Falschluft habe ich alle Leitungen und Anschlüsse geprüft, als der Motor bei der letzten Getriebeaktion raus war. Es gibt eine Verbindung, die ich tauschen möchte, aber da habe ich das Ersatzmaterial noch nicht bekommen können. Da hält Panzerband zur Zeit noch dicht.

Hallo Thomas,
Luftmengenmesser:
Der Kontakt am Benzinpumpenrelais ist am Doppelrelais, oder?

Zündverteiler:
Die Aussetzer sind so kurz und kommen immer so unverhofft, dass ich in dem Moment nicht auf den Drehzahlmesser geschaut habe. Ich weis daher nicht, ob der Drehzahlmesser springt oder nicht.

Doppelrelais:
Prüfe ich bei Gelegenheit. Hatte mich schon nach Ersatz umgesehen, aber die sind ja mal richtig teuer.

Zusatzluftschieber:
Den kann ich definitiv ausschließen. Den hatte ich ausgebaut und die Funktion geprüft. Der arbeitet korrekt.

Hallo Bernd(?)
BerndDerBus hat geschrieben:Benzindruck muss auch stimmen: mich hat mal ein verstopfter Benzinfilter zur Weissglut gebracht in der Fehlersuche.
Es sollte auch ein Filter für Einspritzer sein: nicht ein Benzinfilter für Vergaser (zuwenig Durchsatz).
Der Benzinfilter ist neu und es ist der spezielle für den Einspritzer.

Fazit:
Ich prüfe folgende Bauteile:
- Zündkerzen auf richtigen Wärmewert prüfen
- Zündzeitpunkt korrekt einstellen
- Zündkabel auf den richtigen Ohm-Wert prüfen
- Kontakte Benzinpumpe reinigen und prüfen
- Doppelrelais mal "abklopfen", Kontakte noch einmal prüfen
- die eine Stelle der Unterdruckleitungen richtig instand setzen

Ich habe bisher aus diversen technischen Gründen nur einige wenige längere Fahrten unternehmen können und kann daher nicht sagen, ob die Aussetzer nur bei bestimmten Betriebszuständen auftreten. Ich meine aber, dass bei Aussetzern der Motor immer warm war. Daher werde ich dem Wärmewert der Zündkerzen und der Benzinpumpe, und alles was damit zusammen hängt, meine besondere Aufmerksamkeit schenken.
Was ist in dem Zusammenhang eigentlich mit dem Benzindruckregler?

Das Wetter ist derzeit nicht dazu geeignet, Probefahrten zu unternehmen. Daher kann es sein, dass ich erst in ein paar Wochen/Monaten von Erfolg oder Misserfolg berichten kann. Ich bleibe dran, auch in der Berichterstattung.
Bis dahin könnt ihr ruhig weitere Anregungen geben.

Besten Dank bis hierhin ....

Gruß
Thomas
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bugster_de
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von bugster_de » 16.11.2016 14:45

Seit dem der neue Zündverteiler vom Thorben drin ist, wird die Drehzahl richtig angezeigt.
Das führt mich aber nochmal zu der Vermutung des Kondensators und Unterbrechers und China-Quatsch.
Bitte auch bedenken, dass das Motorsteuergerät an Klemme 1 sein Drehzahlsignal erhält. Sprich wenn der Kondensator da nicht sauber wegpuffert, dann "sieht" das MSG zu viel Drehzahl und spritzt zu viel ein. Oder halt zu wenig, je nachdem welches Fehlerbild der Kondensator halt hat.

Ich habe neulich beim Goldenen Oktober auch abends im Martelltal auf über 2.000 Meter Höhe das Ding wechseln müssen. Zum Glück hatte ich den alten, originalen Bosch Kondensator und Unterbrecher in der Werkzeugbox.
Genau so einen hatte ich auch mal. Aber der hatte einen Diesel und war von Ford.

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Thomas R.
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 16.11.2016 15:15

bugster_de hat geschrieben:
Seit dem der neue Zündverteiler vom Thorben drin ist, wird die Drehzahl richtig angezeigt.
Das führt mich aber nochmal zu der Vermutung des Kondensators und Unterbrechers und China-Quatsch.
Bitte auch bedenken, dass das Motorsteuergerät an Klemme 1 sein Drehzahlsignal erhält. Sprich wenn der Kondensator da nicht sauber wegpuffert, dann "sieht" das MSG zu viel Drehzahl und spritzt zu viel ein. Oder halt zu wenig, je nachdem welches Fehlerbild der Kondensator halt hat.
Nur sporadisch und für 1 Sekunde?
Auf "Verdacht" habe ich den kompletten Verteiler inkl. Kondensator schon getauscht, und ich hoffe, dass kein China-Quatsch verbaut ist.
Ich weis aber, was du meinst und kann dir auch folgen. Einen Unterbrecher hat er aber nicht mehr (auf kontaktlose Zündung umgebaut).

Gruß .......
Thomas
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von sören *186 » 16.11.2016 20:34

Hi Thomas,
bei z.B. Ersatzteile-Info.de die exakten Fzg.-Daten eingeben, dann wurde dies ausgespuckt:
0 580 464 085 von Bosch Universalpumpe für knapp 90 Eu.
Standard-Vergaser beim Typ-4-Motor werden original durch mechanische Pumpen versorgt.

Good luck! Sören

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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Matthias S. » 16.11.2016 22:07

Falls noch nicht überprüft: Massefehler an der Verschraubung der Relais an der Tankschottwand. Hat sich mit üblen Aussetzern bemerkbar gemacht.

Grüße, Matthias

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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 16.11.2016 22:23

Thomas R. hat geschrieben:
bugster_de hat geschrieben:
Seit dem der neue Zündverteiler vom Thorben drin ist, wird die Drehzahl richtig angezeigt.
Das führt mich aber nochmal zu der Vermutung des Kondensators und Unterbrechers und China-Quatsch.
Bitte auch bedenken, dass das Motorsteuergerät an Klemme 1 sein Drehzahlsignal erhält. Sprich wenn der Kondensator da nicht sauber wegpuffert, dann "sieht" das MSG zu viel Drehzahl und spritzt zu viel ein. Oder halt zu wenig, je nachdem welches Fehlerbild der Kondensator halt hat.
Nur sporadisch und für 1 Sekunde?
Auf "Verdacht" habe ich den kompletten Verteiler inkl. Kondensator schon getauscht, und ich hoffe, dass kein China-Quatsch verbaut ist.
Ich weis aber, was du meinst und kann dir auch folgen. Einen Unterbrecher hat er aber nicht mehr (auf kontaktlose Zündung umgebaut).

Gruß .......
Thomas
Ich habe recherchiert: mein Zündverteiler ist auf kontaktlose Zündung umgebaut (das wusste ich), und da gibt es keinen Kondensator (das wusste ich nicht).
Habe wohl vergessen mitzuteilen, dass der Zündverteiler kontaktlos ist :versteck:
Ein Punkt weniger.

Also fällt die Fehlerquelle "Kondensator" schon mal raus :jump:
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 16.11.2016 22:54

Matthias S. hat geschrieben:Falls noch nicht überprüft: Massefehler an der Verschraubung der Relais an der Tankschottwand. Hat sich mit üblen Aussetzern bemerkbar gemacht.

Grüße, Matthias
Hallo Matthias,

meinst du das Doppelrelais?
Werde ich überprüfen. Danke.

Gruß
Thomas
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Thomas R. » 16.11.2016 23:10

sören *186 hat geschrieben:Hi Thomas,
bei z.B. Ersatzteile-Info.de die exakten Fzg.-Daten eingeben, dann wurde dies ausgespuckt:
0 580 464 085 von Bosch Universalpumpe für knapp 90 Eu.
Standard-Vergaser beim Typ-4-Motor werden original durch mechanische Pumpen versorgt.

Good luck! Sören
Hallo Sören,
die Internetseite kannte ich noch gar nicht.
Da gibt es auch neue Benzindruckregler.
Danke :gut:

Gruß
Thomas
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Re: 2.0 GE Einspritzer mit Aussetzern: Ursache ?

Beitrag von Norbert*848b » 17.11.2016 03:11

Hallo Thomas,
Thomas R. hat geschrieben:Habe wohl vergessen mitzuteilen, dass der Zündverteiler kontaktlos ist.
Nee, war ja eingangs gleich erwähnt. :wink:
Den bislang gegebenen Tipps kann ich mich nur anschließen. Beim Einspritzer kann ich nicht besonders mit Erfahrungen aufwarten. Ach beim Benzindruckregler weiß ich nicht, ob der für sporadische Ausfälle verantwortlich sein könnte, Versuch macht aber bekanntlich klug. :wink:
Eines konnte ich aber noch nicht heraus lesen, ist das Zündgeschirr schon komplett gewechselt oder sind noch die alten Zündkerzenstecker drauf?

Ich hatte nämlich einmal einen ganz blöden Fehler, da setzte immer ein Kerzenstecker aus, was deiner Beschreibung das Phänomens eigentlich sehr nahe kommt. Dumm war es, dass wir gerade auf Urlaubstour nach Spanien waren. Da ruckelte es mehr oder weniger nach einigen oder mehreren gefahrenen Kilometern und abends auf dem Campingplatz konnte ich immer nichts finden. Nach hinter einander erfolgtem Austausch von Vergaser, Zündspule, Verteiler sowie einem Satz Zündkerzen war das Problem leider immer noch da. Die Widerstandswerte vom Verteilerkontakt zum Kerzenkontakt hatte ich auch immer einwandfrei mit 1 kOhm im (allerdings) kalten zustand messen können (wollte mir ja nicht die Pfoten verbrennen). Hatte damals nur einen Ersatzkerzenstecker dabei und hatte begonnen den der Reihe nach zu tauschen. Beim letzten, wie sollte es auch anders sein, wurde ich schließlich fündig. :lol:
PS: Spanien konnte auf Grund der vertrödelten Zeit nicht mehr erreicht werden, die Heimfahrt gelang aber mit einem tadellos funktionierendem Bus. :D
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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