Motorrevision Typ 1

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neunzehn71
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Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 11.10.2019 23:54

Hallo zusammen,

wie ich bereits in einem anderen Thread geschrieben habe, bin ich ziemlich überraschend zum T2 gekommen, ohne jegliche vorherigen Erfahrungen mit der Materie.
Ich habe damals zum Bulli einen Typ 1 Motor als Reservemotor quasi kostenlos dazu bekommen.
Es juckt jetzt seit Jahren in den Fingern den Motor mal komplett zu zerlegen und zu überholen, sofern er das noch hergibt. Er soll dann als Reservemotor dienen, falls der aktuell verbaute Motor den Dienst quittiert.
Ich muss dazu sagen, dass ich so etwas noch nie gemacht habe, abgesehen davon dass ich in meiner Jugend meine 2T Mopeds (125ccm) selbst überholt habe (Kolbenwechsel etc). Gänzlich unerfahren bin ich also doch nicht.
Werkzeug und Platz im Bastelkeller ist vorhanden.
Reparaturleitfaden liegt vor.

Ich würde euch gerne mit diesem Thread auf meinem Weg der Revision mitnehmen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere von euch mich etwas unterstützen kann. Sei es mit Antworten auf vielleicht dämliche Fragen die akut auftauchen, oder auch durch Hinweise auf wichtige Dinge, die ich übersehe.
Ziel ist es, einen nicht Leistungsgesteigerten, aber soliden Motor aufzubauen.

Ich fange einfach mal an:

Ausgangsbasis ist ein Typ 1 Motor, AS 41
20191001_225322.jpg
Ich habe Ihn so bekommen, mit jeder Menge Öl, Dreck und etwas Rost, sowie diversen Taschentüchern in den Ein - und Ausgangskanälen.

Nachdem ich die Zylinderdeckel abgenommen habe konnte ich sehen, dass die Zylinderköpfe auf der einen Seite die Prägung "Mexico 9-10-1984" und auf der anderen Seite "Mexico XX-XX 1987" tragen.
Das für die Seriennummer vorgesehene Feld am Rumpf ist frei.
Es handelt sich wohl um einen Austauschmotor -> keine gute Ausgangsbasis.

Der Raum in dem die Kipphebel sitzen ist beidseitig stark verölt.
20191001_225652.jpg
Es befinden sich feste, dunkle Ablagerungen auf der Oberfläche.
20191001_231431.jpg
Ich hab zunächst die Kipphebelwellen ausgebaut und gesichtet.
Die Wellen sind beide an der Verschleissgrenze, aber noch innerhalb des Toleranzbereichs. Alle Buchsen der Kipphebel ebenfalls, bis auf Zyl. 3 , dieser liegt bei 18,07mm , (Verschleissgrenze 18,05mm). Ich würde zumindestz diesen daher tauschen.
MIr ist aufgefallen, dass die Kipphebelachsen Riefen aufweisen:
20191004_182114.jpg
Ist das eurer Meinung nach Tragisch?

Weiter habe ich in der letzten Woche die Zylinderköpfe abgenommen.
Darunter sah alles sehr sehr stark verkokt aus. Kolbenköpfe sowie die Brennräume sind mit einer sehr harten Ölkohleschicht überzogen.
Wo kommt so etwas her? Falsche Einstellung oder wurde da Öl verbrannt?
20191005_220504.jpg
Ich habe also ereinmal mit Petroleum und Bref Power Reiniger (soll keine Werbung sein :steine: ) die Räume der Kipphebel, sowie die Brennräume in den Zylinderköpfen gesäubert.
Die Ventile habe ich mit Hilfe eines selbst gebauten Werkzeugs (Alubuchse mit Langloch) ausgebaut.

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 12.10.2019 00:03

Fortsetzung:

Nach der Reinigung der Zyl.-Köpfe:
20191009_195925.jpg
20191011_212316.jpg

Die Einlassventile ließen sich mit 1000er Stahlwohhle reinigen, die Auslasventile sind nicht mehr zu retten, da sie auch nicht mehr Plan sind und die Verschmutzungen sich auch nicht mehr vollständig ablösen lassen. Ich werde Sie daher ersetzen. Mein engster Verbündeter - der "Bref Powerreiniger für Fett und eingebranntes"- hilft nicht weiter.
20191006_181328.jpg

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von T2Arizona » 20.10.2019 23:40

Hallo,
hört sich spannend an.
Ich habe auch noch einen Motor rumliegen.
Bitte weiter berichten.

Schöne Grüße
Das Leben ist zu kurz für langweilige Fortbewegungsmittel.
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Sgt. Pepper » 21.10.2019 09:19

Moin,

wenn dieser Reiniger sowas ähnliches wie Backofenreinigerspray ist, dann geht das damit seht gut sauber.
Du musst allerdings sehr sehr gründlich mit viel Wasser und einer Bürste nachspülen und anschließend die Teile mit Sprühöl konservieren. Ansonsten fangen die Alu-Teile sehr schnell an zu blühen.

Grüße,
Stephan
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neunzehn71
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 27.10.2019 23:51

Moin,

wenn dieser Reiniger sowas ähnliches wie Backofenreinigerspray ist, dann geht das damit seht gut sauber.
Du musst allerdings sehr sehr gründlich mit viel Wasser und einer Bürste nachspülen und anschließend die Teile mit Sprühöl konservieren. Ansonsten fangen die Alu-Teile sehr schnell an zu blühen.

Grüße,
Stephan
Hallo Stephan, das habe ich auch schon bemerkt. Nach einigen Stunden bildet sich tatsächlich eine weisse Oxidschicht. Nachspülen mit Wasser und etwas Ballistol zur Konservierung haben den Spuk dann beendet.

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 28.10.2019 00:45

Weiter gehts:

Nach dem Ausbau der Zylinderköpfe und Ventile habe ich die Zylinder abgezogen. Die Stehbolzen saßen z.T. sehr fest, bei einem habe ich versehentlich die Gewindebuchse aus dem Gehäuse gezogen (Zyl. 3) . Ein anderer Stehbolzen ist krumm wie eine Banane und muss ausgetauscht werden.
20191011_212218.jpg
Ansonsten habe ich die Stehbolzen mit Schleifvlies abgezogen, entfettet und mit Phosphorsäure kurz chemisch entrost, bzw., den Rost passiviert.


Die Kolben 3 und 4 habe ich zunächst ebenfalls gesäubert und gesichtet.
20191013_184445.jpg
Grundsätzlich sind die meines Erachtens nach zumindest optisch in Ordnung. Die dazugehörigen Zylinder weisen geölt keine Riefen auf und sind sehr blank. Nachdem ich sie entfettet habe sieht man allerdings geringe Laufspuren. Ist das kritisch?
20191011_212241.jpg
20191011_212255.jpg
Messtechnisch sind die Zylinder (für meine primitiven Mittel) auch im Rahmen.
Die Kolbenbolzen sitzen straff. Ich konnte die Kolben mit einem Heisluftfön erwärmen und den Bolzen anschließend mit einem Aluminiumbolzen vorsichtig und ohne Gewalt austreiben. Das hat sehr gut funktioniert. Vom Gefühl scheint die Passung zwischen Bolzen und Kolben perfekt zu sein.
Anschließend habe habe ich den Kolbenbolzen in das Pleuelauge gesteckt. Das lässt sich Ohne Gewalt einschieben, hat aber auch kein "fühlbares" Spiel.
20191014_221449.jpg


Insgesamt kann ich bis jetzt festhalten:
Es gibt m.E. keine "großen" Schäden.
Alle Teile befinden sich zwar noch innerhalb der Toleranz, sie bewegen sich aber auf die Verschleissgrenze zu - oder sind kurz davor.
Ich denke, dass es in eingen Fällen kaum Sinn macht, die Teile wieder zu verbauen (s. Kolben/Zylinder), auch wenn Sie grundsätzlich noch in Ordnung zu scheinen seien.
Ein Satz Zylinder + Kolben + Kolbenringe (Ringe sollten m.E. prizipiell sowieso erneuert werden bei der Gelegenheit) kostet ca. 200-250 Eur. Da sich die Gelegenheit jetzt gerade bietet , werde ich diese wahrscheinlich auch jetzt erneuern. Hat jemand dazu Erfahrungen bezüglich der Qualität von Mahle oder AA Zylindersätzen? Sollte man da vielleicht doch die Originale drin lassen? Oder sind die Qualitativ gleichwertig gegenüber dem Original?
Bei Zylinder 1 + 2 bin ich wie oben verfahren.
Allerdings habe ich keine Mühe mehr in das Vermessen und Reinigen der Zylinder, Kolben und Kolbenbolzen gelegt, da ich aktuell davon ausgehe, dass diese sowieso ersetzt werden.


Im nächsten Schritt fliegen die Pleuel raus....

Für Anregungen bin ich jederzeit Dankbar!

In diesem Sinne!....

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Norbert*848b
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 28.10.2019 04:43

Hallo Jan,
… ist schon interessant Deinen Thread zu verfolgen. :D
Von welchem Aufbereiter (und Motornummer) ist denn der Motor? Ich kann "Muldenkolben" ausmachen. :?
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 00:45
Hat jemand dazu Erfahrungen bezüglich der Qualität von Mahle oder AA Zylindersätzen?
Beides wohl nicht schlecht, Mahle (wohl nur noch aus Brasilien :? ) kostet halt etwas mehr.
Denen wird aber nachgesagt, dass die Kolbenbolzen leider in der Toleranz etwas unterschiedlich seien können.
Die Zylinder sind leider nicht so scharf abgedreht, dass sie sauber auf den Block passen.
Das kann dann auch Probleme geben, wenn man Ausgleichsscheiben für die Anpassung der Verdichtung unter die Zylinder legen muss.
Bei AA sind die Zylinder sauber und scharf abgedreht, aber da musste ich feststellen, dass die Kolbenbolzen doch mal mehr oder weniger stramm in die Pleuelaugen passten, also das Problem aufwiesen, was man den Mahle nachsagte.
BTW: die eingeölten Kolbenbolzen sollten sich unter leichtem Daumendruck in die Pleuelaugen drücken lassen.
Du arbeitest nach Werkstatthandbuch?
http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... frame.html
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 00:45
Im nächsten Schritt fliegen die Pleuel raus....
… auch mit Motor spalten, KW vermessen, Lagergasse beurteilen, NW nachmessen usw. usf.
Bitte auch nicht vergessen, die Kanäle / Bohrungen für das Ölüberdruck- und Öldruckregelventil peinlichst genau zu prüfen!
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 28.10.2019 22:20

Hallo Jan,
… ist schon interessant Deinen Thread zu verfolgen. :D
Von welchem Aufbereiter (und Motornummer) ist denn der Motor? Ich kann "Muldenkolben" ausmachen. :?

neunzehn71 hat geschrieben: ↑
27.10.2019 22:45
Hat jemand dazu Erfahrungen bezüglich der Qualität von Mahle oder AA Zylindersätzen?

Beides wohl nicht schlecht, Mahle (wohl nur noch aus Brasilien :? ) kostet halt etwas mehr.
Denen wird aber nachgesagt, dass die Kolbenbolzen leider in der Toleranz etwas unterschiedlich seien können.
Die Zylinder sind leider nicht so scharf abgedreht, dass sie sauber auf den Block passen.
Das kann dann auch Probleme geben, wenn man Ausgleichsscheiben für die Anpassung der Verdichtung unter die Zylinder legen muss.
Bei AA sind die Zylinder sauber und scharf abgedreht, aber da musste ich feststellen, dass die Kolbenbolzen doch mal mehr oder weniger stramm in die Pleuelaugen passten, also das Problem aufwiesen, was man den Mahle nachsagte.
BTW: die eingeölten Kolbenbolzen sollten sich unter leichtem Daumendruck in die Pleuelaugen drücken lassen.
Du arbeitest nach Werkstatthandbuch?
http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... frame.html

neunzehn71 hat geschrieben: ↑
27.10.2019 22:45
Im nächsten Schritt fliegen die Pleuel raus....

… auch mit Motor spalten, KW vermessen, Lagergasse beurteilen, NW nachmessen usw. usf.
Bitte auch nicht vergessen, die Kanäle / Bohrungen für das Ölüberdruck- und Öldruckregelventil peinlichst genau zu prüfen!

Hallo Norbert,

ich habe leider gar keine Infos über den Mtor, da er von meinem verstorbenen Schwiegervater stammt. Es hätte sein können, dass der Motor komplett hinüber ist. Deswegen musste ich sowieso öffnen.
Die Kolben sind allerdings"85" gestempelt, die 043 Zyl.-Köpfe ebenfalls sind 83 und 84 gestempelt. Ich gehe davon aus, dass der Motor also mitte der 80er Jahre revidiert wurde. Hinten am Gehäuse ist ein "P" eingeschlagen. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass "PO" für Reparaturen an der Nockenwelle steht. "P" kann ich allerdings nicht zuordnen, vielleicht weiss das ja jemand hier.
Der Motor hat keine Motornummer: Ich denke, dass es sich um einen Austauschmotor handelt.
20191028_195511.jpg
Ja, ich arbeite nach dem Werkstatthandbuch.
Wenn der Motor denn dann mal gespalten ist geht er entweder zu Hr. Kiefer (BAS Ahnendorp) oder zu Gembler. Beide sind nicht allzuweit entfernt.
Dort sollen dann Die Hauptlagergasse und die NW geprüft und ggf überarbeitet werden. Zylinderuaflageflächen planen und KW wuchten sind auch vorgemerkt.

Viele Grüße

neunzehn71
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 29.10.2019 00:07

Es geht weiter in Richtung Kurbelwelle:

die Pleuel sind demontiert, numeriert, und gewogen.

auch hier: Mit meinem "Schätzeisen" messe ich Werte knapp unterhalb der Verschleissgrenze. Die Massendifferenz beträgt 9 Gramm. 10 Gramm wären maximun laut Rep.-Leitfaden:
20191020_183137.jpg
Die Lagerschalen weisen keine Riefen o.ä, Spuren auf.
20191020_183143.jpg
Im Anschluss habe ich die Riemenscheibe demontiert. Die Abziehvorrichtung dafür habe ich mir aus einem Flachstahl selbst hergestellt. Dazu das lochmaß der rechteckigen Aussparungen der Riemenscheibe übertragen und 8,5mm gebohrt. Anschließend zentral ein 11mm Loch gebohrt und rückseitig eine M10 Mutter aufgeschweisst. Jetzt lässt sich durch die Mutter eine 10er Schraube gegen die Stirnseite der Kurbelwelle spannen.
Rückwärtig habe ich die Riemenscheine mit zwei Flachrundschrauben mit der Riemescheibe verschraubt. Das Ganze funktioniert kontrolliert und gewaltfrei.
20191020_175251.jpg
Den Ölpumpendeckel habe ich entfernt. Das Maß zwischen Pumpenzahnrädern und Deckel ist i.O.. Gemessen mit Fühlerblattlehre. Ich warte jetzt auf den Ölpumpenabzieher zum Ausbau der Ölpumpe. Das Teil kostet knapp 11 Eur inkl. Versand. Zu dem Preis musss man sich nichts selbst bauen.
20191021_183215.jpg

aviator
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von aviator » 29.10.2019 01:31

Ich würde nie einen Motor mit 9 Gramm Gewichtsunterschied bei den Pleueln zusammenbauen. Die original Pleuel sind eh sehr schwer. Da kann man gut Material abnehmen. Anleitungen gibts im Netz. Es gibt aber auch gute, günstige und leichte Pleuel bei CB Performance https://www.cbperformance.com/product-p/1254.htm

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sham 69
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von sham 69 » 29.10.2019 01:56

In einem serienmäßigen Motor spricht absolut nichts gegen Pleuel innerhalb der 10gr. Toleranz. Bei leistungsgesteigerten Mopeds sieht das selbstverständlich anders aus. Aber wir reden hier von 50PS. 50.
______________
Mfg Emanuel

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Norbert*848b
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 29.10.2019 04:28

Hallo Jan,
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 22:20
ich habe leider gar keine Infos über den Mtor, da er von meinem verstorbenen Schwiegervater stammt.
Ja gut, der Motor scheint für niederoktanigem Sprit aufgebaut worden zu sein wegen der Muldenkolben.
Was für eine Verdichtung strebst Du jetzt an?
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 22:20
Hinten am Gehäuse ist ein "P" eingeschlagen. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass "PO" für Reparaturen an der Nockenwelle steht. "P" kann ich allerdings nicht zuordnen,
… ist mir jetzt leider auch nicht so geläufig, dann bitte NW sowie NW Lager nachmessen, dann sollte sich das klären.
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 22:20
Der Motor hat keine Motornummer: Ich denke, dass es sich um einen Austauschmotor handelt.
… hab ich so auch noch nicht gesehen, offensichtlich die alte Motornummer ausgefräst und dann (offensichtlich von VW) neu gestempelt???
neunzehn71 hat geschrieben:
28.10.2019 22:20
Wenn der Motor denn dann mal gespalten ist geht er entweder zu Hr. Kiefer...

Ich könnte jetzt nicht einmal sagen, ob das überhaupt eine gute Entscheidung wäre. Einzelheiten bitte über PN.
neunzehn71 hat geschrieben:
29.10.2019 00:07
Im Anschluss habe ich die Riemenscheibe demontiert. Die Abziehvorrichtung dafür habe ich mir aus einem Flachstahl selbst hergestellt.
… schaut erst einmal gut aus. Es gibt im Westen der Republik leider auch Firmen, die offensichtlich mit Urwald-Methoden (Holzkeile?) arbeiten und die Riemenscheibe vergeigen, so dass das Maß Höhenschlag max. 0,4 mm und Seiten-Schlag 0,03 mm nicht mehr erreicht wird.
Das Ergebnis der Urwaldmethode (mit verzogener Scheibe) ist dann leider etwas später nach Laufzeit des Motors eine ruinierte LIMA / Keilriemenscheibe der Lima sowie ausgelutschter Lager der Lima selbst. :?
aviator hat geschrieben:
29.10.2019 01:31
Ich würde nie einen Motor mit 9 Gramm Gewichtsunterschied bei den Pleueln zusammenbauen.
Gewichtsunterschied neu laut Handbuch 5g, max. 10g im Reparaturfall.
aviator hat geschrieben:
29.10.2019 01:31
Da kann man gut Material abnehmen. Anleitungen gibts im Netz
Ja, eine kleine Anpassung würde ich in diesem Fall auch vornehmen wollen, erscheint mir schon echt sinnvoll, zumal der Aufwand nicht groß ist. :D
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von aviator » 29.10.2019 10:54

sham 69 hat geschrieben:
29.10.2019 01:56
In einem serienmäßigen Motor spricht absolut nichts gegen Pleuel innerhalb der 10gr. Toleranz. Bei leistungsgesteigerten Mopeds sieht das selbstverständlich anders aus. Aber wir reden hier von 50PS. 50.
Sorry, das sehe ich anders. Natürlich tut es auch einem serienmäßigen Motor gut möglichst gut "ausbalanciert" (und gewuchtet) zu sein. Das macht einen seidenweichen Lauf und schont Lager und Gehäuse. Klar, wem "gut genug" gut genug ist kann es so lassen. Wer es aber lieber so gut wie mit vertretbarem Aufwand möglich und sinnvoll macht, der baut keine Pleuel mit 9g Unterschied ein. Und der wuchtet übrigens auch seinen Kurbeltrieb mit Schwungrad, Druckplatte und Riemenscheibe, auch beim Serienmotor.

Norbert hat ja auch auf den Unterschied neu vs. gebraucht hingewiesen. Da die Kolben aber eh vermessen und ggf. überholt werden müssen, würde ich für 100 Dollar plus Versand und Zoll/Steuer die Unitech Pleuel von CB nehmen. Die sind 60g(!) pro Pleuel leichter.

Stefan

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Bulli-Tom » 30.10.2019 01:12

neunzehn71 hat geschrieben:
29.10.2019 00:07
....
Ich warte jetzt auf den Ölpumpenabzieher zum Ausbau der Ölpumpe. Das Teil kostet knapp 11 Eur inkl. Versand. Zu dem Preis musss man sich nichts selbst bauen.
Eine gute Investition - aaaber:

Du willst das Gehäuse eh zerlegen. Wenn Du die Muttern vom Gehäuse entfernst "purzelt" die Pumpe ohne Abzieher raus ;-)

Gruß

Tom
Zum Wohl die Pfalz :wein:

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 30.10.2019 07:04

Bulli-Tom hat geschrieben:
30.10.2019 01:12
Wenn Du die Muttern vom Gehäuse entfernst "purzelt" die Pumpe ohne Abzieher raus
Ja, so ist das. :mrgreen:
neunzehn71 hat geschrieben:
29.10.2019 00:07
Das Maß zwischen Pumpenzahnrädern und Deckel ist i.O..
Ja, dann pass auf, dass Du bei der neuen Dichtung eine mit 0,12 mm bekommst, denn beim Reinz Satz sollte wohl leider 0,32 geliefert werden dürfen. :?
Das zuletzt genannte Maß wäre dann für den Öldruck nach meinen Erfahrungen wohl her stark kontraproduktiv. :(
Wenn Du zwischen Pumpendeckel und Zahnrädern in etwa 5 hundertstel mm Spiel hast, brauchst Du nach meinen Erfahrungen keine Dichtung mehr, sondern nur noch Gehäusedichtmasse.
Es sollte aber so sein, dass Du den Zahnrädern eine leichte Anphasung verpasst, so dass sich ein guter "Ölkeil" bilden kann.
Unter diesen Bedingungen für das Spiel und der entsprechenden Anphasung, habe ich bei meinem Motor schon Leute ins Staunen bringen können.
… bei LL, in etwa 850 Rpm und 100° Öltemperatur, sind immer noch 1 bar auf der Öldruckanzeige abzulesen. :thumb:
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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