Motorrevision Typ 1

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Theo
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Theo » 01.02.2020 11:44

neunzehn71 hat geschrieben:
31.01.2020 23:29
Hallo zusammen,

hier gehts jetzt weiter:

Ich habe im November das Gehäuse zum Motorenbauer gebracht und die Situation durchgesprochen. Ich habe ihn darum gebeten, mir ein Angebot für den Grundaufbau zu schreiben (Lagergasse prüfen / spindeln, KW + Pleuel Prüfen und ggf wuchten(KW)/ Pleuel auwiegen, neu buchsen und winkeln, Zahnflankenspiel NW/KW prüfen und ggf korrigieren, Axialspiel einstellen etc). So, dass ich dann ein komplettes, überarbeitetes Gehäuse inkl. überarbeiteten Kurbeltrieb gehabt hätte, auf dem ich die Stehbolzen und Zyl. + Kolben etc. weiter hätte selbst aufbauen können. Man hat mir zugesagt, dieses Angebot kurzfristig zu übersenden.

Leider musste ich fünf Anrufe tätigen (ca. 2 Wochen Abstand) und bis Mitte Januar warten um das Angebot zu erhalten. Dieses war dann leider nicht vollständig und beschränkte sich nur auf einige dieser Arbeiten. Da ich leider wieder keine Antwort auf meine E-Mails erhalten habe, wurde mir dann in einem Telefonat erläutert, dass man diverse Arbeiten - wie z.B. Einstellen des Axialspiels, Spiel zw. Kurbell - und Nockenwelle überprüfen- nicht dürchführen würde, da man dazu das Gehäuse zusammenfügen müsste und man sich damit Gewährleistungsansprüchen ausgesetzt sähe. Dieses Risiko wolle man nicht eingehen, :surprised:

Das hat mir sehr zu denken gegeben, da ich den "Full Service" den ich angefragt hatte nun leider irgendwie doch nicht erhalten konnte. Das Vertrauen hatte zu diesem Zeitpunkit natürlich schon deutlich gelitten.

Ich habe anschließend einen Gesprächstermin vor Ort angesetzt und den langen Weg auf mich genommen um die Dinge vor Ort zu klären.
Der Motorenbauer hatte allerdings schon zwischenzeitlich mit den Arbeiten angefangen und die Zylinderaufnahmeflächen geplant.

Das mag jetzt vielleicht nicht verständlich sein: Ich habe aber durch die ganze Interaktion mit dem Motorenbauer sämtliches Vertrauen verloren. Es mangelte einfach zu jederzeit an Informationen, keine Rückfragen konnten mir sachlich beantwortet werden, ich fühlte mich einfach sehr schlecht aufgehoben und beraten. Bei dem letzten Gespräch vor Ort habe ich dann die Reissleine gezogen und den Block wieder mitgenommen. Entgegen der Absprache hat man wohl dennoch schonmal die Zylinderaufnahmen geplant:


das Ganze sieht jetzt so aus:

20200131_185843.jpg20200131_191112.jpg20200131_191200.jpg



Ich bin nicht vom Fach, aber die Oberflächenbeschaffenheit ist mich indusktutabel. Wie sollen die Frässpuren denn später abgedichtet werden. Die Spuren sind deutlich zu spüren.



Das ist also alles ziemlich blöd gelaufen. Wie ich weiter verfahre weiss ich noch nicht. Ich werde mich wohl an einen anderen Betrieb wenden. Das macht so einfach keinen Sinn.

Ich habe den guten Mann natürlich für seine Arbeit bezahlt (korrekt beauftragt hin oder her).

Wie seht ihr die Bearbeitung? Bin ich da zu engstirnig? Mir fehlt leider die Erfahrung.


Für Empfehlungen bzgl guter Motorenbauer die das liefern können (gerne per PN) bin ich sehr dankbar.


Viele Grüße

Jan
.....moin
das kann mal so und mal so aussehen lass dich nicht verunsichern! je nach materialmix des gehäuses und wie mürbe es schon ist ( sehr oft bei zylinderköpfen) kann man noch grausamere bilder sehen!...dem foto nach zu urteilen ist hier alles noch in ordnung,er hätte vielleicht etwas zärtlicher rangehen müssenbeim vorschub!
du kannst aber,wenn du den zylinderfus mit ventileinschleifpaste einschmierst und ins gehäuse einsätzt das wunderschön einschleifen...also wie beim ventileinschleifen dann kannst du auch anhand des tragbildes sehen ob es wirklich plan ist bzw deine neuen zylinder es auch sind!....ich mache das immer wenn ich was zusammenbaue!...das gleiche auch auf der kopfseite!
gruss
THEO

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Avispa66 » 01.02.2020 17:27

Da ich gerade am Saubermachen einer Kupplungsglocke bin... das was ich meinte:
6498BD5C-9281-4E57-BD25-3C60CB5F21BC.jpeg
Dichtfläche Kupplungsglocke

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Steve » 01.02.2020 19:15

Avispa66 hat geschrieben:
01.02.2020 10:29

Zu deinen geplanten Zylinderauflageflächen: So aus der Ferne finde ich das erstmal nicht so dramatisch.
Im Gegenteil, behaupte gar das wird langzeitdichter als eine aalglatte Oberfläche. Solche (gewollte?) Frässspuren sieht man viel bei Dichtflächen mit Papierdichtungen, z.B. Vergaser.
Ähnlich dem Prinzip: Farbe auf angeschliffener Fläche hält besser/länger.
Mit guter Dichtmasse sollte alles gut werde.
Ist aber nur meine Einschätzung und nicht wissenschaftlich belegt :wink:

Grüsse Avispa
genauso so kenne ich es aus der Motorenentwicklung, Dichtflächen für Flüssigdichtung bekommen z.B. bei VW und Porsche eine Mindestrauheit von Rz8 bei aktuellen Motoren weil die Erfahrung gemacht wurde, dass zu glatte Flächen auf Dauer nicht dicht sind. Verwende eine ordentliche aneorobe Flüssigdichtung und alles wird gut. Gründlich entfetten (Aceton oder Reiniger des Dichtmittelsherstellers) nicht vergessen!

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von neunzehn71 » 01.02.2020 23:19

ok, dann muss ich mir wohl eingestehen, in diesem fachlichen Punkt dem Motorenbauer evtl. unrecht getan zu haben.

du kannst aber,wenn du den zylinderfus mit ventileinschleifpaste einschmierst und ins gehäuse einsätzt das wunderschön einschleifen...also wie beim ventileinschleifen dann kannst du auch anhand des tragbildes sehen ob es wirklich plan ist bzw deine neuen zylinder es auch sind!....ich mache das immer wenn ich was zusammenbaue!...das gleiche auch auf der kopfseite!

Danke Theo, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Das Material ist ja relativ weich, das sollte hervorragend funktionieren

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von T2Arizona » 07.02.2020 10:24

Hallo zusammen,
da dies ein interessanter Beitrag ist habe ich eine Frage im eigenen Interesse.
Gestern beim Ölwechsel musste ich feststellen, dass ein Stehbolzen zum Anschrauben des Filtersiebs locker ist.
Da dort ein Gewinde im Gehäuse eingeschnitten wurde, habe ich eine längere Gewindestange montiert. Diese wurde mit Kontermutter + Kupferbeilagscheibe innerhalb des Motors fixiert.
Man sieht hier im Bild der gespaltenen Gehäusehälfte welche Stelle ich meine. (Hier im Bild Rechts von der Nockenwelle)

Ich wäre der Meinung eine Kontermutter sollte innerhalb des Motors halten trotz Hitze, Öl und Vibration.
Die Aluminiummutter außen am Gehäuse tun dies ja auch, obwohl diese nur leicht angezogen werden.
Was meint ihr dazu?
Normal werden Stehbolzen eingepresst, oder...??

Schöne Grüße
Michael

PS: Sehr interessanter Bericht!
Ich habe bisher alles am Bus selbst gemacht, aber Getriebe und Motor würde ich mir wohl doch nicht selbst zutrauen.
Das Leben ist zu kurz für langweilige Fortbewegungsmittel.
VW T2a von '68
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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von Norbert*848b » 07.02.2020 14:49

Hallo Michael,
T2Arizona hat geschrieben:
07.02.2020 10:24
Man sieht hier im Bild der gespaltenen Gehäusehälfte welche Stelle ich meine.
Ja wo ist denn nur das Bild abgeblieben? :?
T2Arizona hat geschrieben:
07.02.2020 10:24
Normal werden Stehbolzen eingepresst, oder...??
Da sind M6 Gewinde ins Gehäuse geschnitten und entsprechende Stiftschrauben eingesetzt. :wink:
T2Arizona hat geschrieben:
07.02.2020 10:24
… habe ich eine längere Gewindestange montiert. Diese wurde mit Kontermutter + Kupferbeilagscheibe innerhalb des Motors fixiert.
Sollte soweit passen, der Ölansaugrüssel wird ja schließlich auch so montiert.
(Bitte entsprechenden Schraubenstahl 8.8 verwenden, nicht etwa eine einfache Gewindestange einkürzen, da handelt es sich meist bei Baumarktware nur um 4.6.)
Aufs Gewinde (Motorgehäuse sowie Mutter "innen") etwas Schraubensicherung mittelfest (z.B. Loctite 243) auftragen, dann bleibt das fest und auch Öldicht. :D

Vielleicht ist dieser Thread aus dem Nachbarforum auch interessant: https://www.bulliforum.com/viewtopic.ph ... be#p754325
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Re: Motorrevision Typ 1

Beitrag von T2Arizona » 09.02.2020 12:05

Hallo!

ich meinte das Bild vom Threadersteller.

Dankeschön für die schnelle Antwort.
Loctite habe ich leider vergessen.
Kommt nächstes Mal drauf.
Ich werde dafür öfter die Alumutter abnehmen müssen, um zu sehen ob sich der Bolzen lockert.

Schöne Grüsse
Michael
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