Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

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Unaufhaltable
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Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von Unaufhaltable » 12.01.2009 17:19

Hi!

Um mittelfristig unser Tandem auf dem Bulli transportieren zu können, benötigen wir eine Adapterkonstruktion, um Traversen auf dem Hubdach (groß, hinten angeschlagen) montieren zu können.

Ich habe mal eine Selbstbaulösung gesehen mit Adaptern, die in am GfK-Dach befestigt sind, aber dennoch in der Regenrinne aufstehen.

Jetzt werden mir original Westfalia-Adapter (aus Edelstahl!?) angeboten, die allerdings nur mit dem Dach verschraubt sind, ohne sich zusätzlich an der Regenrinne abzustützen.

Da unser Dach bereits feine Haarrisse um die Schraublöcher herum hat, vertraue ich ersterer Lösung (aufstehend auf Regenrinne) eigentlich eher.
Kennt da jemand eine Bezugsquelle? Oder gibts das nur im Selbstbau?

Transportiert zufällig jemand ein Tandem auf dem Bulli (mir schwebt da nämlich eher ein liegender oder seitlich schräger Transport vor... so kanumäßig)? :->
Gruß

Markus

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Roman
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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von Roman » 12.01.2009 20:15

Noch ein Tandemfahrer!
Auf dem Bus habe ich es bisher noch nicht transportiert, erst einmal IM Bus. Dafür habe ich als Zweitauto (naja, eher Alltagsauto) einen Fiat Dobló, der hat ebenfalls Schiebetüren hinten und ist über 1,80 hoch, damit man nicht so sehr unter dem Bus-Entzug leidet.
Als Dachträger habe ich den Unitec Top Lift (z.B. hier), dabei einfach die beiden Schienen abgeschraubt und daraus eine lange gemacht. Vielleicht kannst du noch Teile von einem anderen, etwas stabileren Dachträger nehmen, die untere Schiene ist nämlich etwas dünnwandig und verdreht sich zu leicht auf die komplette Länge, ist dann beim Aufladen etwas lästig.

Grüße,
Roman, mit Zweipluszwei Tour in melonengelb
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boggsermodoa
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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von boggsermodoa » 13.01.2009 15:19

Hallo Markus,

ich habe das alte, vorne angeschlagene Schlafdach und habe, vor der gleichen Frage stehend, auch nix von dem getraut, was es so zu kaufen gab.
Es gibt "Ersatzregenrinnen", die direkt mit dem GFK-Dach verschraubt werden. Mehr als ein Sonnensegel sollte man daran aber m.E. nicht befestigen. Im Dach ist ein Holzrahmen einlaminiert, an dem der Zeltbalg befestigt ist. Der ist aber zumindest im Falle meines Daches so schwach, daß ich da eigentlich auch nix Schweres draufladen mochte. Er stellt aber einen halbwegs vertrauenswürdigen Befestigungspunkt für "innenliegende Gepäckträgerfüße" dar, die ich mir aus 3mm dicken und etwa 140mm breiten VA-Blechstreifen abgekantet habe.
gepaecktraeger_001.jpg
Prinzipskizze
Das weiße ist das GFK-Dach, gelb der Holzrahmen und violett der Stützfuß. Der steht unten mit einem übergestülpten Kantenschutz in der Regenrinne. Er ist oben mit Holztriebschrauben mit dem Verstärkungsrahmen und seitlich mit einer M8er Schloßschraube mit dem GFK-Dach verschraubt. Die Muttern sind nicht dargestellt (weil das mit meinem CAD eine echte Tortur ist). Außen, unter dem Schraubenkopf, befindet sich eine 8er Mutter und eine Karosseriescheibe. Dann GFK, VA-Blech und innen eine Stopmutter, die das alles zusammenspannt. Der Schraubenkopf steht also im Freien.
Das hellblaue ist ein Standardbarren von Thule für Autos ohne Regenrinne. Er steht oben mit dem schwenkbaren Fuß über dem Holzrahmen. Der Arm, der seitlich runterläuft, ist normalerweise abgekröpft und greift in den Türrahmen. Ich habe ihn geradegerichtet (stinkt weil kunststoffbeschichtet) und eine Art Schlüsselloch reingebohrt und gefeilt, das über den Schraubenkopf paßt und den Schraubenschaft umspannt, wenn man oben die schräge Spannschraube anzieht, von der in der Skizze nur die Mittellinie dargestellt ist. Mit diesem Spannmechanismus wird bei Thule gleichzeitig der Barren geklemmt.
Das Ganze ist so stabil, daß ich auf den Barren herumlaufen kann. Die maximale Beladung bestand bislang aus zwei Kayaks plus zwei Fahrrädern, aufrecht stehend ohne Vorderräder, also in den vorderen Ausfallenden geklemmt. (Diese Methode verbietet sich jedoch im Falle gefederter Gabeln!)
Ob das alles nun der Weisheit letzter Schluß ist, sei mal dahingestellt. Empfehlenswert ist es m.E. auf jeden Fall, von diesem Holzrahmen aus zu planen. Den könnte man, wenn er breit genug ist, evtl. auch senkrecht durchbohren und oben ein Schraubengewinde rausgucken lassen, an dem man dann den Träger befestigt. Bei mir hat sich's jedenfalls bewährt, die Füße seitwärts ein wenig flexibel auszuführen, damit das Dach sich zentrieren und die Verwindungen der Karosserie mitmachen kann. Die ums Dach umlaufende Dichtung liegt um die Füße herum natürlich nicht mehr auf dem Karosserieblech auf. Ich habe deswegen aber noch nie ein nasses Zelt gehabt. Das liegt so hoch, daß da offenbar kein Wasser rankommt.

Gruß,

Clemens

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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von Unaufhaltable » 19.01.2009 11:30

Clemens, tausend Dank für diesen detaillierten Beitrag.

Super!! Und klingt sehr plausibel.

Deine Konstruktion würde ich mir gerne nachbauen (lassen).

Würdest du mir eventuell noch die anderen benötigten Ansichten zukommen lassen?
Gruß

Markus

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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von boggsermodoa » 19.01.2009 17:11

Hallo Markus,

erstens gibt es keine anderen Ansichten, zweitens halte ich sie für entbehrlich und drittens habe ich mir das große, hinten angeschlagene Dach noch nie näher angeguckt und weiß daher nicht, ob meine Konstruktion da 1:1 übertragbar ist. Das war damals, vor über 12 Jahren, übrigens nur so eine ad-hoc-Maßnahme unter Verwendung dessen, was gerade rumlag. Ich glaube kaum, daß ich das heute nochmal genau so machen würde. Wahrscheinlich würde ich stattdessen versuchen, die seitlichen Schrauben zu vermeiden und alles "unsichtbar" auf der Oberseite der GFK-Schale zu verstecken. Ich könnte mir vorstellen, daß bei dem großen Dach der Holzrahmen kräftiger ausgeführt ist, als bei meinem. Wenn ja, könnte man ihn evtl. senkrecht durchbohren, ein Stück Hydraulikrohr durchstecken, in das man ein Innengewinde reingeschnitten hat. Da dann von oben die Barrenhalter verschrauben und von unten Stützfüße aus abgekantetem Blech, die man außerdem zur Fixierung noch mit Holztriebschrauben am Verstärkungsrahmen befestigt.
Ich wollte eigentlich nur zeigen, daß man das Thema am besten "bauingenieur-mäßig" angeht. Parole: "Die Last muß nach unten abgeleitet werden!" und zwar ohne sie über irgendwelche Bauteile zu leiten, die dafür nicht geeignet sind. Die GFK-Schale spürt bei dieser Methode nix von der Dachlast.

Was mir da gerade noch einfällt: Bei mir war das Dach nur mit Gummiknebeln zugehalten, in der Art, wie sie früher für Motorhauben von Traktoren verwendet wurden. Die habe ich auf der Stelle rausgeschmissen und spanne das Dach seither mit gewöhnlichen 20mm-Spannbändern zu. Andernfalls wär's nicht ausgeschlossen, daß das beladene Dach bei einer Frontkollision aufklappt, ausreißt und durch die Gegend fliegt. Ich glaube zwar kaum, daß Westfalia diese Zuhaltung beim hinten angeschlagenen Dach beibehalten hat, aber falls doch, würde ich sie durch/um etwas Vertrauenswürdigeres ersetzen/ergänzen.

Gruß,

Clemens

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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von Harald » 19.01.2009 17:28

boggsermodoa hat geschrieben:Ich glaube zwar kaum, daß Westfalia diese Zuhaltung beim hinten angeschlagenen Dach beibehalten hat, aber falls doch, würde ich sie durch/um etwas Vertrauenswürdigeres ersetzen/ergänzen.
Hi Clemens,

Westfalia läßt da jetzt mittig nen Bolzen, der an der Öffnung angeflanscht ist, in ein passendes Loch eines Winkels des Daches "schnalzen". Klasse geeignet, um ein derartiges Loch in das Zelt zu stanzen, wenn es sich da zwischen legt.

Grüße,
Harald*393
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Re: Frage: Befestigungslösungen Dachträger für Westfalia Hubdach

Beitrag von Unaufhaltable » 19.01.2009 17:59

I see...

Clemens, du meinst also, ich komme nicht darum, meine 20 Jahre brachliegenden Gestaltungslehre-Kenntnisse auszugraben? *ächz*

OK... Vielleicht schaue ich mir mein Dach einfach nochmal en detail an.

Am liebsten wäre mir halt eine vollig zerstörungsfreie und spurlos rückbaubare Lösung.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Da aktuell definitiv NICHT Prio 1, hat das Ganze noch gaaaanz viel Zeit.
Vielleicht verzichten wir einfach auf's Tandem und schnallen die Räder hinten drauf... :jump:
Gruß

Markus

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