Drosselklappen überholen Typ4

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Inox
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Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Inox » 25.01.2009 00:48

Eigentlich wollte ich mich ja vor dieser Arbeit drücken, aber wie so oft bleibt alles anders, daher habe ich mich entschlossen einen Workshop daraus zu machen.
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In den Wellenlagern steckten schon Buchsen, die aber auch schon auf 8,3 mm ausgearbeitet waren. Die Welle hatte nur noch 7,7mm. Die Buchsen waren aus einem silberfarbenen Material und nicht durchgehend. Ist das original?
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Die Schrauben sind werksseitig an der Unterseite vernietet. Um der Welle und den Schrauben nicht unnötig Gewalt anzutun, habe ich die verpressten Schäfte weggeschliffen.
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Dieser kleine Steg ist die Kante zwischen Gehäuse und Buchse.
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Nach S :knuddel: etzen der Zentrierbohrung kann die Welle so gespannt werden, dass sie ohne Umspannen in eins abgedreht werden kann. Die Welle war sauber bei einem Durchmesser von 7,5mm. Ich habe dann noch mal 5 Hundertstel heruntergedreht, damit die Welle in den Buchsen nicht klemmt.
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Das Drosselklappengehäuse lies sich netterweise in die Maschine einspannen. Auf der anderen Seite habe ich die Bohrung mit der Zentrierspitze ausgerichtet und anschließend durchgehend aufgebohrt und dann mit der Reibahle auf 10mm aufgerieben.
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Das Messingrohr mir dem Außendurchmesser 10mm habe ich auf 7,5mm aufgebohrt und auf Länge abgedreht.
Die Buchsen habe ich dann mit hochfester Schraubensicherung eingeklebt. Da die Welle dann doch zu schwergängig war, habe ich mich entschlossen die Bohrung auf 7,6 mm zu vergrößern.
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Da ich das M8x0,75 Gewinde erhalten wollte, musste ich den aufgepressten Hebel für die Beschleunigerpumpe entfernen, sonst hätte ich die Welle natürlich nicht durch die kleineren Buchsen stecken können. Hier habe ich ein M4 Gewinde gebohrt, um den Hebel wieder zu fixieren.
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Die Schrauben zur Fixierung der Drosselklappe fehlen auf dem Foto noch. Ich werde sie auch mit der hochfesten benzinresistenten Schraubensicherung einkleben.
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Es ist natürlich nicht alles so glatt und einfach gelaufen, wie das hier beschrieben ist. Der erste Versuch ist ja immer der schwerste. Das geringe Spiel zwischen Welle und Buchse hatte dazu geführt, dass die Welle geklemmt hat.
Bei dem Versuch die Welle heraus zu bekommen, habe ich sie verbogen. Ich habe bestimmt 3 Stunden mit der Messuhr daran herumgerichtet, bis sie wieder gerade war. Sie ist wirklich sehr weich und durch den Schlitz in der Mitte extrem labil.
Durch das Aufbohren auf 7,6mm funktionierte das dann aber prima.
Aber jetzt ist alles gut und kein fühlbares Spiel mehr vorhanden.
Beim nächsten mal wird alles besser.
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Bus-Hoehle
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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 25.01.2009 01:07

Hallo Inox,

da hast du dir ne Menge Arbeit gemacht.

Ich würde es aber nicht so weiterempfehlen. Aus folgendem Grund.

Durch deine Änderung ist das Drosselklappenteil ruiniert und kann nicht mehr mit einer neuen Welle original instandgesetzt werden. Weiter kann die Welle nicht mit einem Dichtring abgedichtet werden.

Ich verwende nachgefertigte Wellen, erneuere die Lagerbuchsen (Normteil) und setze vorher noch einen O-RIng in die Bohrung. Die Welle ist dann absolut dicht. Weiter ist die neue Welle 0,5mm kürzer um das Axialspiel einstellen zu können. Die alten Wellen haben viel zuviel axiales Spiel und ruinieren mit der Zeit die Drossselklappe selber. Die Lagerbuchsen laufen ohne Schmierung. Das musst du bei deiner Lösung regelmäßig machen sonst ist alles schnell wieder hin.

Grüße aus Leverkusen,

Andreas*48

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Inox » 25.01.2009 01:18

Oh prima,

ich wusste gar nicht, dass es Nachfertigungen gibt. Das hätte mir sicher einiges einfacher gemacht.

Kannst du vielleicht Bezugsquellen nennen? Ich habe ja noch einen Satz ausgeschlagene Vergaser.
Von der Version mit dem Dichtring hatte ich auch schon mal gehört, aber dann keine Infos drüber gefunden.

Wie bekommt man die Buchsen heile heraus? Nach innen durchschlagen klappt ja leider nicht.

Bin für alle Tipps dankbar :wink:

Viele Grüße

Jörn
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Bus-Hoehle
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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 25.01.2009 01:36

Hallo Jörn,

die alten Buchsen werden mit einer 9mm Bohrer rausgezogen. Bohrer wie einen Korkenzieher reindrehen, (nicht Bohren!) und wenn die Buchse sich dann mitdreht alles rausziehen. Geht sehr einfach. :thumb:

Da es damit aber nicht getan ist kann ich nur anbieten die Drosselklappenteile bei mir zu überholen. Das kostet pro Stück 100€.

Kannst du den Vergaserfussflansch planen? Die sind immer verzogen und sind ohne diese Arbeit nicht mehr dicht zu bekommen. :schlaumeier:

Gruß, Andreas.

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Inox » 25.01.2009 13:06

Ich habe die Flansche mal mit einem Haarwinkel überprüft und sie machen noch einen ordentlichen Eindruck.
Glücklicherweise wurden wohl die Anzugmomente nicht überschritten. Ich werde die neuen Dichtungen mit diesem hervorragendem Dichtungssilikon dünn einstreichen und dann montieren. (So das die Kanäle offen bleiben)
Dann wird es sicher dicht.

Wenn ich mir überlege, dass die Vergaser so auch schon über 100000 km gehalten haben, dann erwarte ich mit den besseren Lagereigenschaften der Messingbuchsen eher eine höhere Standzeit.

Der Einsatz einer neuen nachgefertigten Welle scheint mir aber auch noch möglich, in dem man die Buchsen bei erneutem starkem Verschleiß wieder auf 8mm aufbohren kann.
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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von burger » 25.01.2009 15:16

Aber im Prinzip hat Inox ja nichts falsch gemacht. Das das Drosselklappenteil 'ruiniert' ist ist ja auch Quatsch, nur weil es sich mit den 9mm Wellen nun nicht mehr bestücken lässt.
Die Sache mit den O-Ringen ist sicher ne gute Idee aber es ging ja auch die letzten 100tsd km ohne und wenn die Wellen nun jetzt nochmal so lange halten ist doch alles gut.
Gruß aus Ostwestfalen,
Markus

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von boggsermodoa » 25.01.2009 18:15

Das das Drosselklappenteil 'ruiniert' ist ist ja auch Quatsch, ...
Moin,

jau, das halte ich auch für eine etwas zu heftige Wortwahl. Und so 'ne Drehbank in der Hütte ist schon was Feines. Fehlt in meinem Haushalt leider noch. Um die Lagerbuchsen rauszuziehen hätte ich wohl versucht, einen Gewindebohrer M10 rein zu drehen. Sobald der Anschnitt gefaßt hat, kann man Zug ausüben.
Mir wär's wohler, wenn die Befestigungsschrauben der Drosselklappen wieder mechanisch verstemmt würden, anstatt sie nur festzukleben. Mit der Benzinresistenz von Klebern ist es meist nicht all zu weit her, und wenn so'n Schräubchen mal ins Saugrohr plumpst, gibt's Kleinholz. Ansonsten ist noch etwas Aufmerksamkeit gefordert, um die Drosselklappe sauber zentriert auf der Welle zu fixieren, sodaß sie rundum abdichtet und nach Einstellen des Drosselklappenanschlages nicht hakt oder gar Späne abhebt.

Gruß und gutes Gelingen!

Clemens

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 25.01.2009 22:31

Hallo Jungs,


ok, sagen wir das Drosselklappenteil ist dauerhaft optisch verändert. Übrigens ist die originale Welle 8mm im Durchmesser. :schlaumeier:

Die Drosselklappe wird durch zu großes axiales Spiel ruiniert. Da sie sich immer wieder selber zentrieren muss wird sie auf die dauer "Oval" ! Baut mal eine aus und ihr findet einen Absatz wo die Klappe in der Welle sitzt.
Einen ovale Klappe schließt aber nicht richtig ab.

Natürlich kann ich die gefertigten Buchsen wieder auf 8mm aufreiben. Also wieder auf die Drehbank und so weiter. Deswegen nehme ich Normteile.

Das Verstemmen der Halteschrauben geht doch ganz einfach. Man nehme eine M3 Senkkopfschraube mit 5mm Länge und verstemmt die Rückseite mehrfach mit einem Körner. Unterlage nicht vergessen sonst wird die Welle krumm.

Gruß aus Leverkusen,

Andreas

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Dirk B. » 04.02.2009 20:29

Hallo,


jetzt wurde genaustens besprochen wie man die Dinger wieder dicht bekommt,
aber der Lösungsweg mit den O-Ringen wurde nicht beschrieben.
Das kann doch auch nicht so schwer sein.
Gibt es denn nirgends eine genaue Anleitung mit Bilder ???
Habe nun schon lange danach gesucht denn 100€ pro klappe ist schon happig,
da ich doch zwei von den Dingern habe und beide sind an der Welle undicht.
kann mir da jemand weiterhelfen???


Grüße vom Dirk
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...dahinten wird´s schon wieder heller...

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 04.02.2009 23:42

Hallo Dirk,

klar sind 100€ happig.

Vor 15 Jahren haben die Teile bei VW nur 230DM gekostet. :cry: Da ich eine bessere Qualität als VW liefere habe ich da gar keine Bauchschmerzen. :dance: Vor allem wenn du bedenkst das mich so eine Welle als Nachfertigung ca. 50-60€ kostet. Dazu kommen dann die Lager, O-Ringe, Schrauben, das Schweissen des Betätigungshebels und anschließender neuen Chromatierung. Und alles zerlegen, Glasperlstrahlen, montieren und Spiel einstellen, ..... :shock:

Jetzt wo ich so darüber nachdenke bin ich eigendlich zu preiswert.

So, genug der heulerei! :wall:

Ich warte noch auf Fotos von "meinen" Vergasern. Dann habt ihr einen Eindruck von meiner Arbeit.

Gruß aus Leverkusen,

Andreas

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Inox » 04.02.2009 23:44

Wenn man wie beschrieben die Buchsen heraus zieht, dann kann man wohl einen passenden O-Ring einsetzen und den mit den neuen Buchsen fixieren. Möglicherweise muss man die neuen Buchsen etwas kürzen, weil sie sonst in O-Ringdicke überstehen und die Länge der Welle dann nicht passt. Bei dieser Lösung muss aber die Welle erneuert werden, weil sie durch den Verschleiß eingelaufen sein wird und daher trotz Dichtring nicht mehr spielfrei geführt wird.

Ist jetzt mal hypothetisch beschrieben, weil ich ja die Reparatur so nicht durchgeführt habe. Kann auch sein, dass ich da falsch liege...

Gruß Jörn
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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Dirk B. » 08.02.2009 12:39

Ich denke das man beide Metoden kombinieren könnte um ein gutes Ergebnis
zu erzielen das nicht so viel kostet.
"Welle richten, Buchsen und O-Ringe anpassen muß doch auch möglich sein"

Gruß Dirk
Grüße vom Dirk

...dahinten wird´s schon wieder heller...

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 10.02.2009 01:08

Hallo Jungs,

hier jetzt das Bild von meinen Vergasern. Mittlerweile kann ich auch die Leerlaufventile aufarbeiten.
Vergaser neu klein.jpg
Gruß aus Leverkusen,

Andreas

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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von FW177 » 10.02.2009 22:39

Ich find das die Anleitung von Inox zum selbermachen hier ganz gut reinpasst.
Natürlich kann ich da auch den Einwand von Andreas verstehen der damit Geld verdient.
Naja so kann sich hier jeder entscheiden ob er sich diese Reperatur zutraut oder das ganze eher in die geübten Hände von Andreas gibt.
So sehe ich für uns Forumnutzer nur Vorteile dieses "Freds".
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Re: Drosselklappen überholen Typ4

Beitrag von Bus-Hoehle » 11.02.2009 00:18

Hallo Jungs,

ich habe oben von "ovalen" Drosselklappen gesprochen. Hier ein Bild davon. An der rechten Seite seht ihr einen Absatz wo die Klappe in der Welle steckte. Ausserhalb der Welle hat die Klappe ca 0,3mm verloren.

Ursache war zu großes axiales Spiel der Welle.

Gruß aus Leverkusen,

Andreas*48
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Drosselklappe.jpg
Zuletzt geändert von Bus-Hoehle am 11.02.2009 14:39, insgesamt 1-mal geändert.

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