Antriebswellen T2b

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T2Tom
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Antriebswellen T2b

Beitrag von T2Tom » 22.02.2009 12:46

Ich habe meinem T2b (2.0L, Bj 78) ein Paar neu Antriebswellen spendiert.
Es handelt sich um komplette Antriebswellen von JUST KAMPERS
(Part number J12742).
Nachdem mir der Einbau etwas "Platzprobleme" bereitet hat,
haben ich die Länge der "alten" und der "neuen" Wellen verglichen.
Dabei hat sich herausgestellt, daß die original Wellen 10 mm kürzer
sind als die neuen von JUST KAMPERS.
Kann man das akzeptieren?!?
Ich habe die Wellen nun eingebaut.
Doch beim durchdrehen von Hand hört man Knack-Geräusche.
Bei einer Umdrehung ist das Geräusch mehrmals zu hören.
Ich hatte die Antriebswellen vorher noch nie getauscht.
Deshalb weiß ich auch nicht ob es "normale" Betriebgeräusche sind
oder nicht.

Im voraus vielen Dank
T2Tom
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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von ulme*326 » 22.02.2009 13:41

Hallo T2Tom,
also im Vergleich zu den ausgebauten um 10mm zu lang - beide?. Wie mißt Du? Du solltest mal nur die Wellen "zwischen die Spitzen" nehmen und dann die reine Länge nur der Welle - ohne die homokinetischen Gelenke zu beachten - ermitteln/messen. Ich gehe schon davon aus daß Du beim Vergleich nur die reine Wellenlänge bewertet hast - ohne die aktuelle, möglicherweise unterschiedlich verschobene Position der Gelenke bewertet zu haben. Aber nur mal der Sicherheit halber angesprochen.
Die ermittelte Länge dann hier nochmal einstellen.

Grundsätzlich - falls von Interesse:
Checken ob vorher auch die richtige Länge, die richtige Welle verbaut war. Hast du nen Automatic oder Handschalter?
Einen Axial-Ausgleich ermöglichen solche Gelenke natürlich in Grenzen, aber die Mittellage sollte bei Normal-Fahrzeugniveau liegen (Fahrzeug unbeladen, aber komplett - also zum Beispiel mit eingebautem Motor, Tank voll, 1 Fahrer mit ca. 68kg- (das bin sicher nicht ich :wink: ist aber der Typprüf-Standard) und in Ein- und Ausfederposition sollte die jeweils erforderliche Reserve an Längenänderung vorhanden sein, die dann die homokinetischen Gleichlaufgelenke "hergeben". 10mm geben die beiden Axial-Ausgleiche einer Welle ja in Normallage durchaus her - aber beim heftigen Ein- oder Ausfedern wirds dann kritisch - "Knacken" kann so ein Zeichen sein. Natürlich ist es zugegebenermaßen mühsam an einem drehstabgefederten Fahrzeug ohne viel Aufwand die max. Einfederposition zu ermitteln. Das kannst Du wahrscheinlich vergessen. Aber nur mal zur Erläuterung.

Es gibt ja tatsächlich unterschiedliche Wellen. Nämlich die vom Automatic-Getriebe und frühe 50PS T2a hatten m.W. auch noch mal andere Wellen. Automatic-Wellen sind in der Länge in jedem Fall anders als T2b-50PS-Schaltgetriebewellen. Das weiß ich sicher . Ich hab irgendwo Automatic-Wellen rumliegen. Vielleicht schaff ich es die Tage mal diese in der Länge zu messen. Wenn ich mich recht entsinne stehen im T2-Original-ET-MicroFiche bei den Gelenkwellenvarianten auch die Längen je nach Getriebetyp und Motorisierung in mm zwischen den Spitzen gemessen. Da komm ich aber gerade nicht ran. Vielleicht hat hier ja einer im Forum diesen Link aktuell zur Vefügung. Halte uns auf dem Laufenden. Ich würde vorerst so nicht fahren.
Gruss ulme
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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von T2Tom » 22.02.2009 14:19

Hallo ulme,

Ich fahre Handschalter.
Ich habe die "reine Länge nur der Welle" gemessen und verglichen.
Beide sind gleich lang.
Die Länge beträgt 476 mm.
Diese Länge stimmt auch mit der Angabe aus einem VW-Werkstatt-
handbuch überein!
Dort werden auch die Automatic-Wellen aufgeführt.
Von denen ist aber eine länger und eine kürzer als die meinen.
Die Antriebswellen von JUST KAMPERS sind 486 mm lang.
Was mir allerdings unangenehm ist sind die Knack-Geräusche.
Das Fahrzeug steht zur Zeit noch auf Böcken und kann auch nicht
abgelassen werden.
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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 22.02.2009 16:10

Hallo T2Tom,

entscheidend ist der Abstand zwischen den äußeren Anlageflächen der Gelenke (also der Abstand zwischen den beiden inneren Absätzen auf der Welle plus 2 x Gelenkbreite). Sind dann immer noch 10 mm Differenz? Ob die eigentliche Welle außen ein paar Millimeter länger ist oder nicht, ist ziemlich schnurz.

Bei den Wellen (also dem langen Stahlteil) gibt es allerdings auch Unterschiede, denn die alten Wellen (T2a?) hatten noch eine kegelige Federscheibe innen, die später entfallen ist. Doch da Du komplette Wellen mit Gelenken gekauft hast, dürfte das ja keine Rolle spielen.

Soweit ich weiß, gab es für Schalter grundsätzlich nur eine Baulänge der Wellen, unabhängig davon, dass die technischen Details im Laufe der Jahre unterschiedlich waren. Mit den Automatikwellen kannst Du Deine Wellen nicht verwechseln, die würdest Du nur mit dem Hammer reinkriegen. Der Unterschied ist viel zu groß.

Da Dein Bus noch aufgebockt ist und damit die Räder maximal durchhängen, würde mich ein Knacken zunächst noch nicht stören, denn Du hast momentan ja auch den maximalen Knickwinkel. Das haben die Wellen nicht so gern, denn irgendwann kommen sie an ihre technische Grenze.

Wenn Du sicher bist, dass alles ordentlich gefettet ist und Geometrie einigermaßen stimmt (es kommt sicher nicht auf einen Millimeter an), dann würde ich den Wagen runterlassen und mal ein Stück rollen, wenn Du soweit bist.

Gruß

Wolfgang

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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von ulme*326 » 23.02.2009 00:48

Hallo T2Tom.
habe vorhin ein 2,0l-Schaltgetriebe, ein 50PS-Getriebe vom T2b und ein Automaticgetriebe von Flansch links zu Flansch rechts vermessen. War ein Grund nochmal in meine Werkstatt rüberzufahren. :wink: Separate Wellen konnte ich noch keine direkt vermessen. Weder Handschalter- noch Automaticwellen.
Aber errechnet aus den Getriebeflanschmaßen ergibt sich, daß bei den Automaticwellen die in FR linke ca. 28 mm kürzer und die in FR rechte ca 37mm länger sein muß als die gleichlangen T2b-Schaltgetriebewellen. Das T2b-50Ps und 70PS-Getriebe haben das gleiche Maß zwischen den Flanschen. Soviel konnte ich auch noch messen. T2b Schaltgetriebe sind symmetrisch, T2b-Automatgetriebe sind unsymmetrisch aufgebaut.
Somit ist richtig - die Wellen kann man eigentlich nicht mit den T2b-Schaltgetriebewellen verwechseln bzw. bekommt sie schon gar nicht rein.
Und Fazit: aus der Ersatzteilecke Automaticteile können Deine Ersatzgelenkwellen schon mal tatsächlich nicht kommen. Bleibt nur noch die T2a-Wellen-Theorie. Aber da kann ich nicht helfen. Habe nur T2b.
Wenn die Konstruktion (Federscheibe/Sicherungsring/Wellendurchmesser) die gleiche ist , könntest Du ja auch über einen Umbau der Gelenke und Manschetten nachdenken. Brauchst halt ne Sicherungsringzange, evtl. einen Abzieher und Manschettenschellen. Aber Vorsicht! Auch die Gelenkbreite oder Dicke muß die gleiche sein. Stimmt denn wenigstens der Wellendurchmesser im Manschettenbereich? Wenn jetzt auch noch die Wellen einen unterschiedlichen Durchmesser haben dann ist was faul. Frag doch nochmal bei dem Teilehändler nach, von dem Du die hast, ob es bei ihm Varianten gibt?
In Anlehnung an WolfgangT2bs obigen Hinweis: wenn Du die jeweils konstruktive Mitte nimmst der beiden auf die Wellenverzahnung aufgeschobenen Gelenk-Innenkörper und dann mißt - ist dann immer noch ein Längenunterschied zwischen "alt" und "neu" von 10mm?

mfg ulme
Gruesse von der Oberschwaebischen Barockstrasse
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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von boggsermodoa » 23.02.2009 13:33

10mm geben die beiden Axial-Ausgleiche einer Welle ja in Normallage durchaus her - aber beim heftigen Ein- oder Ausfedern wirds dann kritisch - "Knacken" kann so ein Zeichen sein.
Hallo,

egal was ist, auch bei maximal ausgefedertem Rad muß an der Antriebswelle immer noch axialer Weg zur Verfügung stehen - und zwar reichlich. Motor und Getriebe sind in Gummi aufgehängt, können sich also um die Längsachse drehen, und das darf dann immer noch nicht zu einem Anschlagen des Längenausgleichs führen.
Ein Gleichlaufgelenk, das beim Durchdrehen Knackgeräusche von sich gibt, ist nach meiner Ansicht übrigens defekt.

Gruß,

Clemens

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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 23.02.2009 23:17

Hallo,

ich seh's wie Clemens. Der Längenausgleich dürfte nicht das Problem sein. Die Wellen können einen ganzen Haufen Bewegung vertragen.

Doch die Gelenke sind nur für einen begrenzten Knickwinkel konstruiert. Je größer der tatsächliche Winkel im Betrieb, desto höher die Belastungen in den Laufflächen der Gelenke. Die Syncro-Hochbeinig-Fraktion kann davon ein Lied singen. Da Dein Bus gerade hochgebockt ist, hast Du den konstruktiv größten vorgesehenen Knickwinkel erreicht. Da kann es bei Gelenken mit strammer Toleranz schon mal zu Klemmeffekten kommen. Meist legt sich das, wenn die Dinger ein bisschen ausgenudelt sind.

Wenn es aber richtig laut knarrt und extrem schwergängig ist, dann sin se hi! Dann hilft nur austauschen.

Gruß

Wolfgang

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Re: Antriebswellen T2b

Beitrag von T2Tom » 24.02.2009 10:01

HALLO ZUSAMMEN.

Erst mal Danke für Eure Hilfe.
Die Sache ließ mich nicht mehr ruhig schlafen!
Ich habe inzwischen Kontakt mit dem Lieferanten (JUST KAMPERS)
aufgenommen und ihm die Sache geschildert.
Er hat mir bestätigt, daß die Länge der Wellen "falsch" ist.
Er nimmt die Wellen anstandslos zurück und schickt mir dafür neue,
die er vorher sogar vermessen würde.
Warum und wieso die gelieferten Wellen um 10 mm länger sind konnte er auch nicht sagen,
aber das "Problem" war ihm nicht unbekannt.

Der Bus muss zum 15-jährigen Jubiläum der BUG BOX (4.+5. April) fahrbereit sein!

Grüsse
T2Tom
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