Hintere Radlager

Technische Fragen und Antworten, Tipps und Tricks für Profis und Bastler. Hier sind die "Fachleute" am Werk.
Benutzeravatar
mathiasT2
T2-Süchtiger
Beiträge: 321
Registriert: 07.08.2011 19:27
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Sachsen

Re: Hintere Radlager

Beitrag von mathiasT2 » 03.06.2015 10:10

Hallo,

ich habe damals meine Lager auch noch extra eingeklebt, weil sie zu leicht einzupresssen waren, liegt aber wohl nicht am Gehäuse sondern eher an der "Untermaßigkeit" der neuen Lager. Die Sache hält seit ca. 15Jahren und knapp 100tkm :)
Zur Achsgeometrie würde ich mir glaub keine Sorgen machen an der Stelle. Lasse mich aber gern eines besseren belehren. :schlaumeier:

Grüße Mathias
"Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen !!!" Walter Röhrl

Benutzeravatar
David
T2-Süchtiger
Beiträge: 345
Registriert: 12.11.2008 23:14
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Hintere Radlager

Beitrag von David » 03.06.2015 10:29

Hallo,
Trommel war drauf und auch feste angezogen.
Die Buchse ist schon die verstärkte und ist auch i.O. hatte noch eine weitere hier liegen zum Vergleich.

@mathias: wie hast du die eingeklebt und mit was?

Grüße
David

Benutzeravatar
mathiasT2
T2-Süchtiger
Beiträge: 321
Registriert: 07.08.2011 19:27
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Sachsen

Re: Hintere Radlager

Beitrag von mathiasT2 » 03.06.2015 10:36

Hallo Davit,

wie: Lager und Gehäuse einstreichen und einpressen, fertig. (allerdings sollten die Lager schon noch einzupressen sein, also nich da irgendwie lose im Gehäuse liegen) :thumb:
was: z.B. das hier

http://www.loctite.de/welle-nabe-verbindung-54514.htm

Grüße Mathias
"Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen !!!" Walter Röhrl

Benutzeravatar
Matze.Th
T2-Süchtiger
Beiträge: 405
Registriert: 10.01.2013 15:56
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Osnabrück

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Matze.Th » 03.06.2015 10:48

Ich persönlich bin mit sowas vorsichtig. Hält top, ja. Aber wenn man das Lager noch mal tauschen will hilf meist nur Wärme (Jedenfalls bei dem Zeuch was ich kenne), und der Tag wird kommen. Und wenn man Pech hat nicht dann, wenn man grad in der Nähe der eigenen Werkstatt ist.
Ich würde noch mal nach anderen Lagern ausschau halten. Vor allem, da Du das ja im zusammengebauten Zustand gemerkt hast. Da scheint schon deutliches Spiel vorhanden zu sein. Und wenn es an den Gehäusen nicht liegt... dann sollte es auch Lager geben, die vernünftig passen.

Grüße,
Matze
Bild

Benutzeravatar
David
T2-Süchtiger
Beiträge: 345
Registriert: 12.11.2008 23:14
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Hintere Radlager

Beitrag von David » 03.06.2015 11:03

Was für ein Spiel darf denn vorhanden sein? Ich finde in keinem Leitfaden einen Toleranzbereich wie bei der Vorderachse.

Benutzeravatar
Matze.Th
T2-Süchtiger
Beiträge: 405
Registriert: 10.01.2013 15:56
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Osnabrück

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Matze.Th » 03.06.2015 12:10

Spiel von nem Radlager im Lagersitz? Keins. Sollte saugend reingehen.
Bild

Benutzeravatar
mathiasT2
T2-Süchtiger
Beiträge: 321
Registriert: 07.08.2011 19:27
IG T2 Mitgliedsnummer: 0
Wohnort: Sachsen

Re: Hintere Radlager

Beitrag von mathiasT2 » 03.06.2015 12:16

Ich glaube David meint das Spiel im Lager.. Meines Wissens sollte im Rillenkugellager kein Spiel spürbar sein. Bei mir ist aber auch etwas Spiel vorhanden, wenn ich das Rad hinten entlaste und am Rad wackel, ist schon ein geringes Spiel vorhanden und vertretbar.

Grüße Mathias
"Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen !!!" Walter Röhrl

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5748
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Norbert*848b » 03.06.2015 12:57

Hallo David,
David hat geschrieben:Was für ein Spiel darf denn vorhanden sein?
(Das Thema kam irgendwann schon einmal hoch, finde ich leider nicht mehr, hatten jedenfalls auch damals keine Spezifikation gefunden)
Also: Lager / Gehäuse, kein Spiel, ist Presspassung. Lager / Welle, auch Presspassung, wobei diese eher "milder" ausfällt (als Lager / Gehäuse). Das Heraustreiben der Welle sollte ggf. schon mit einem Schonhammer möglich sein.
Es sollte sich also nur das tatsächliche Lagerspiel auswirken können wie vom Hersteller (und nach vorgeschriebener Art des Lagers) spezifiziert.
In der Praxis sollte in etwa ein hundertstel mm stimmig sein. Vielleicht äußert sich auch noch ein Maschinenbauer dazu. :wink:

Vgl. bitte auch: H7.3 Radaufhängung Typ 2
http://www.michaelknappmann.de/bulli/mi ... frame.html

Für den Praktiker: Wenn das Hinterrad montiert ist, sollte es kein größeres, eher geringeres Spiel aufweisen als ein richtig eingestelltes Vorderradlager (wackeln am Reifen und mit Messuhr an der Felge messen).

Ich hoffe der Beitrag war hilfreich und Du kannst die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Benutzeravatar
Matthias S.
Wohnt im T2!
Beiträge: 1248
Registriert: 24.08.2012 22:21
Wohnort: Rhein-Neckar
Kontaktdaten:

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Matthias S. » 03.06.2015 13:19

Ich halte das genauso. Ist das Spiel der hinteren Radlager nicht größer als es an der Vorderachse sein soll ist noch kein Handlungsbedarf.
Grüße, Matthias

Benutzeravatar
Wolfgang T2b *354
Wohnt im T2!
Beiträge: 2094
Registriert: 27.04.2004 12:00
IG T2 Mitgliedsnummer: 354
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 03.06.2015 17:14

Hallo David,
David hat geschrieben:Was für ein Spiel darf denn vorhanden sein? Ich finde in keinem Leitfaden einen Toleranzbereich wie bei der Vorderachse.
Das Radlagerspiel ist an sich ein Problem à la Keilriemenspannung: wenn man es genau machen will, muss man Aufwand treiben. Das ist, speziell unterwegs, a bissel blöd. Aber genau wie bei der Keilriemenspannung reicht ja ein ungefährer Wert, unsere Autos sind ja keine Sensibelchen.

Ich habe mir deshalb angewöhnt, immer dann, wenn ein Rad angehoben ist (wg. Plattfuß, Radwechsel, ...) gleich einen Schnelltest des Radlagerspiels zu machen. Ich wollte dazu nicht nur mal kurz am Rad wackeln und dann sehr subjektiv feststellen, ob's passt oder nicht, sondern ich wollte einen aussagefähigen und reproduzierbaren Messwert haben.

Ich mache deshalb immer Folgendes:
Rad aufbocken, Maßstab mit Millimeterteilung unter den Reifen auf den Boden legen, Kopf über dem Rad gegen die Karosserie drücken und so verdrehen, dass man genau senkrecht an oberer und unterer Reifenflanke vorbei auf den Maßstab schaut. Das sieht ein wenig spastisch aus, doch es dauert ja nur ein paar Sekunden. In dieser Haltung mit beiden Armen den Reifen oben und unten packen und hin und her bewegen. Nicht mit Brachialgewalt, aber auch nicht mit Samtpfötchen. Mit dem Normwackler sozusagen. Auf dem am Boden liegenden Maßstab kann man ziemlich gut das Spiel ablesen, und das mit ein bisschen Übung sogar auf wenige Zehntel Millimeter genau. Da der Kopf ja fest an die Karosserie gedrückt ist, bewegt der sich auch nicht und das, was man abliest, ist tatsächlich proportional zum Lagerspiel.

Der ganze Spaß dauert eine halbe Minute und die habe ich auch bei einem Plattfuß am Straßenrand.

Messwerte merken oder, altersbedingt, aufschreiben. Erstaunlicherweise kommt einige Tausend Kilometer später meist wieder derselbe Messwert heraus, mit leichter Tendenz nach oben.

Vorne liege ich bei korrekt eingestellten Lagern (Druckscheibe gerade noch beweglich) bei 0,8 bis 1,0 mm. Wenn es in den Bereich von 1,2 bis 1,5 mm geht, stelle ich nach. Dann ist das zu große Spiel an der Druckscheibe bereits deutlich spürbar. Wenn das Lager am Lebensende ist, merkt man das meist nicht am Spiel, denn das kann man ja beliebig verringern, sondern an Vibrationen des Bodenblechs.

Grundsätzlich ist bei mir das Spiel an der Vorderachse immer etwas kleiner als das an der Hinterachse. Konstruktionsbedingt, wegen der Nachstellbarkeit.

Die Lagerkräfte an der Hinterachse sind deutlich größer als vorn, deshalb hat VW auch keine O-angeordneten Kegellager, sondern robustere Zylinderrollenlager verbaut, mit einem Rillenkugellager als Festlager. Diese Konstruktion ist leider nicht einstellbar und hat immer Spiel. Bei neuen Lagern komme ich kaum unter 1,0 mm Spiel, nach einiger Laufzeit sind es meist zwischen 1,2 und 1,5 mm. Auch mit 2,0 mm kann man noch gut fahren, sollte aber einen Lagersatz in petto haben. Beim Rollenlager dürfte man das nahende Ende auch am wachsenden Spiel erkennen. Ich habe jedenfalls noch keines bis zum Brummen drinnen gelassen.

Vielleicht kannst Du anhand dieser Zahlen besser einschätzen, ob an Deiner Lagerung etwas faul ist oder nicht.

Schöne Grüße

Wolfgang

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
*
*
Beiträge: 3667
Registriert: 27.08.2010 21:32
Wohnort: Hamburg

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 03.06.2015 22:32

Matze.Th hat geschrieben:Ich würde noch mal nach anderen Lagern ausschau halten.
JA!!!
Aber nehmt keine Roulex Denmark Lager. Die sehen nach zwei Jahren so aus:
IMG_5109.JPG
Roulex Denmark Radlager nach rund 2 Jahren
Damit hat man dann gute 5mm Spiel wenn man das Rad bewegt.
Mit den neuen SKF Lagern hatte ich dann rund 1mm Spiel.
(Radlagersatz VKBA910)
Und erneuert auch die Distanzhülse. Die kann einen Höhenschlag haben.
Aber den kann man eigentlich nur messen, wenn man die Hülse in eine Drehbank spannt und mit der Meßuhr abfährt.
(Wer kann das schon.)
Und so viel kosten neue Hülsen auch nicht.
Und außerdem sind die neuen Hülsen deutlich dicker.

Viele Grüße,
Thomas
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

Benutzeravatar
boggsermodoa
Wohnt im T2!
Beiträge: 6942
Registriert: 22.12.2003 12:53
IG T2 Mitgliedsnummer: 0

Re: Hintere Radlager

Beitrag von boggsermodoa » 03.06.2015 22:52

Tanjas&Thomas_T2b hat geschrieben:
IMG_5109.JPG
:shock:

Ich habe schon unzählige kaputte Lager gesehen, aber so was noch nie!

Benutzeravatar
Wolfgang T2b *354
Wohnt im T2!
Beiträge: 2094
Registriert: 27.04.2004 12:00
IG T2 Mitgliedsnummer: 354
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Wolfgang T2b *354 » 04.06.2015 13:05

Hallo Thomas,

was hast Du mit dem armen Radlager gemacht :cry:? Das sieht ja furchtbar aus! Selbst bei den billigsten Indien-Fakes, die ich zuweilen einbauen musste, sah es nie so aus. Sind die aus Hartgummi mit Blechüberzug? Wir sollten einen eigenen Fred mit den unglaublichsten Leichen aufmachen.

Noch 'ne ernste Frage. Ich habe mir noch nie große Gedanken über die Distanzhülsen gemacht, sondern nur darauf geachtet, dass sie an den Stirnflächen vernünftig aussehen und unverschlissen sind. Ich ging immer davon aus, dass deren Umfangsfläche keinerlei funktionale Bedeutung hat, ergo auch Höhenschlag haben kann. Oder habe ich da etwas falsch in Erinnerung?

Schöne Grüße

Wolfgang

Benutzeravatar
Tanjas&Thomas_T2b
*
*
Beiträge: 3667
Registriert: 27.08.2010 21:32
Wohnort: Hamburg

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b » 04.06.2015 15:21

Hi Wolfgang,

ich habe das Radlager rund 16000 Km benutzt. Es war auch der Goldene Oktober mit dabei,
aber ich habe dafür keine Erklärung, wie ein Radlager sich so auflösen kann.
Vermutlich ist da was in der Herstellung beim Härten schief gegangen.
Wolfgang T2b *354 hat geschrieben:Noch 'ne ernste Frage. Ich habe mir noch nie große Gedanken über die Distanzhülsen gemacht, sondern nur darauf geachtet, dass sie an den Stirnflächen vernünftig aussehen und unverschlissen sind. Ich ging immer davon aus, dass deren Umfangsfläche keinerlei funktionale Bedeutung hat, ergo auch Höhenschlag haben kann. Oder habe ich da etwas falsch in Erinnerung?
Die Umfangsfläche ist auch egal, da hast du recht. Aber selbst wenn man sich die Stirnfläche anschaut, kann die gut aussehen obwohl die einen Schlag hat.
Ich habe mal die alte Hülse in die Drehbank gespannt und mit der Meßuhr die Stirnseite abgefahren. Die hatte 13/100 Höhenschlag.
Die neue Hülse habe ich ehrlich gesagt nicht nachgemessen, da ich das Radlager ja auch wieder einbauen wollte.

Einen Verschleiß wirst du an den Hülsen ja auch nicht optisch feststellen können.
Die hat ja keine Reibfläche, sondern ist ja "starr" zwischen den Lagern eingeklemmt.

Wolfgang T2b *354 hat geschrieben: Wir sollten einen eigenen Fred mit den unglaublichsten Leichen aufmachen.
In die Bilderecke? Das wäre mal eine gute Idee.
Bei der Ersatzteilqualität wird das bestimmt bald die Nummer eins im Forum werden können.

Viele Grüße,
Thomas

P.S.:
Im nächsten Buku wird wohl auch meine Anleitung zum Radlagerwechsel mit rein kommen.
Im Angebot: Drehzahlmesser, US-Motor-Kabelbaum 10101000

Benutzeravatar
Norbert*848b
*
*
Beiträge: 5748
Registriert: 31.10.2013 00:57
IG T2 Mitgliedsnummer: 848
Wohnort: Algermissen

Re: Hintere Radlager

Beitrag von Norbert*848b » 05.06.2015 15:59

Hier hat sich jemand Gedanken zum Thema gemacht und etwas verfasst. Ist zwar für den T3, aber prinzipiell wohl nicht viel anders. Die Teilenummern sind jedenfalls vom T2. Viel Spaß beim lesen:
http://www.t3-infos.de/images/Radlagerw ... hinten.pdf
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 24 Gäste