Klaus*13 hat geschrieben:Voilà, etwas unscharf, aber ich glaube, man kann es erkennen:
DSCN0379.JPG
Die schwarzen Stellen sind die Vertiefungen.
Ist der Kupferring ganz sicher komplett raus? - auch kein Rest von einem Vorgängerring? - wenn dem so ist - sieht das nicht gut aus. Hab ich aber so heftig? (das Bild ist leider doch zu unscharf) noch nicht gesehen - es sei denn der hat durch den Spalt über längere Zeit hindurchgepfiffen - nur - dann wäre es aber heftig zu hören gewesen.
Dann hilft auf die Schnelle nur so pastöses, "temperaturfestes" Zeug wie Flüssigmetall (z.B. Bindulin, LocTite) - das verbrennt zwar an der Stelle sein Bindemittel, die Rückstände helfen dann aber vielleicht den Spalt zu stopfen. Eigentlich ist der Kopf dadurch hinüber. Eine Nacharbeit ist denkbar - Kopf runter, Stehbolzen raus, Krümmerflansch um Kupferringstärke auf ner Fräsmaschine plan !! tieferfräsen - und dann zwei Kupferringe nehmen.
Wenn nichts zu hören war - eben ein zweites Mal mit nur einer Kupferdichtung einfach ausprobieren. Aufpassen daß Du die Stehbolzen nicht beim Anziehen abreißt. Aber meist passiert das bereits beim Ausbau der Tauscher.
Gruesse von der Oberschwaebischen Barockstrasse
ulme*326
Ja, da werde ich wohl mit Haftstahl oder Auspuffkit arbeiten. Da es vorher unauffällig war, nehme ich an, dass es auch mit einem neuen Ring wieder funzt. Einen neuen Kopf drauf machen oder gar nacharbeiten ist im Moment jedenfalls keine Alternative....
Klaus*13 hat geschrieben: Haftstahl oder Auspuffkit
Hmm, da habe ich wenig Hoffnung.
Ich würde unter beide Flansche auf dieser Seite jeweils zwei Kupferringe unterlegen und würde zuerst mal hier gucken, ob ich die noch etwas fluffiger, flauschiger, weicher bekomme. (450°C, das bekommst du zur Not auf dem Gaskocher hin. Verrußt und verzundert dann halt ein bisschen.) Wärmetauscher ganz normal montieren. Anschließend mit Hammer und Dorn auf den Flansch kloppen und immer wieder die Muttern nachspannen. Das Kupfer sollte sich so in die Mulden hineindrücken und irgendwann abdichten. Wenn du einen Drehmomentschlüssel benutzt (20 - 25Nm max), erkennst du das daran, daß sich die Muttern irgendwann nicht mehr weiterdrehen lassen.
verstehe ich das richtig: Du empfiehlst, die Kupferringe da glühend reinzusetzen und dann - weil sie ja weich sind - durch Anziehen zu formen?
Junge, Junge, da wünsche ich dem Klaus aber viel Spaß bei. Mich nerven die Teile immer durch Herausfallen. Ich "klebe" die Anfangs mit Teflonpaste fest. Und Klaus soll jetzt über Kopf da glühende Ringe reintun oder auf dem Wärmetauscher balancieren?
Oder habe ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?
Harald hat geschrieben: Du empfiehlst, die Kupferringe da glühend reinzusetzen ...
Nö, ich empfehle, sie evtl. durch eine Wärmebehandlung noch etwas weicher zu machen, also die Eigenschaften des Materials dauerhaft zu verändern. Die werden im Neuzustand zwar schon ziemlich weich sein, aber ein bisschen was geht da bestimmt noch. Ich weiß nicht, wie die genau hergestellt werden. Wahrscheinlich werden sie aus gewalztem Blech gestanzt und da ist es einfach günstig, wenn das Material nicht schon zu weich ist. Wenn sie also nicht im allerletzten Schritt bei der Herstellung noch weichgeglüht werden, dann läßt sich durch nachträgliches Glühen noch etwas Duktilität holen.
Montiert werden sie natürlich kalt - und wenn nicht, dann wären sie's innerhalb 10 Sekunden.
Gruß,
Clemens
PS: Unlegiertes, weiches Kupfer hat eine Festigkeit von etwa 200 N/mm², die sich durch Kaltverformung (z.B. Walzen) bis auf etwa das Doppelte steigern läßt. Durch Glühen bekommt man diese Festigkeit wieder runter.
Eine Kupferdichtung funktioniert dadurch, daß sie sich allein durch die Schraubenkraft schon plastisch verformt - daß also ihre Materialfestigkeit schon beim Anziehen der Schrauben überschritten wird. Wenn man nun in diesem vorgespannten Zustand noch zusätzlich mit dem Hammer drauf rumkloppt, genügt quasi jede noch so geringe Schlagkraft, um das Material weiter fließen zu lassen.
Die Idee, einem Kupferring da richtig reinzuzimmern, finde ich gut. Hatte sogar schon selbst daran gedacht
Aber weil es vorher funktioniert hat und ich keine Extraringe habe, habe ich es doch mit einer dünnen Schicht Auspuffkit eingebaut. Der Auspuffkit ist für das gute Gefühl, ich glaube auch nicht wirklich daran, dass das die erste Vollgasfahrt übersteht... Im Moment ist jedenfalls alles wie bisher: keine ungewöhnliche Geräusche
O.k., ich nehme alles zurück... Man hört es im Stand und beim Fahren zwar nicht, aber wenn man Gas wegnimmt knallt's ganz ordentlich Wenn ich die linke Seite des (Sport-)Auspuffs zuhalte, kann ich auch hören, dass es nicht dicht ist. Also nochmal ab, neue Dichtringe kaufen und die Clemens-Methode ausprobieren. Die hört sich ganz einleuchtend an
Dann laß' uns doch mal über diesen Teil weiter nachdenken:
boggsermodoa hat geschrieben:Anschließend mit Hammer und Dorn auf den Flansch kloppen und immer wieder die Muttern nachspannen.
Meiner Erinnerung nach wirst Du da mit nem Dorn kaum noch ran kommen, wenn der WT erstmal drauf ist. Was hält die Gemeinde denn von einem Stahlröhrchen, daß Du über den Stehbolzen schieben kannst? Müßtest halt eines mit richtiger Wandstärke, vielleicht mindestens 2 mm nehmen.
Wen ich das Boggsermoodasche System richtig verstehe geht es ihm ja darum, daß Du nicht über die im weichen Alu sitzenden Bolzen den WT "ranziehst" sondern den eben "reinschlägst".
Ich schraube den WT mit zwei Ringen (geglühter Ring an der Zylinderkopfseite) drauf. Wenn's fest ist, haue ich mit dem Hammer praktisch auf den WT, um so die geglühte Dichtung in den Hohlraum zu pressen. Dann sollten die Schauben etwas lose sein, ich ziehe sie wieder fest, haue mit dem Hammer drauf etc.
Klaus*13 hat geschrieben:Wenn's fest ist, haue ich mit dem Hammer praktisch auf den WT
Hallo Klaus,
eben damit wäre ich vorsichtig - wo willste denn da draufhaun? Auf den Körper des WT also solchen: würde dazu führen, daß Du so einen seitlichen Aufwärtsdruck aufbaust. Der Körper des WT sitzt ja seitlich versetzt unter den Bolzen. Druck von da machen die Stehbolzen und der Zylinderkopf nicht lange mit.
Deswegen ja die Anregung mit dem Rohr: Du mußt - wenn ich das alles richtig verstanden habe - eben zusehen, daß Du da (unter dem Bus und Motor liegend) ne senkrechte Aufwärts-Prügelbewegung hinkriegst, gezielt auf die Flansche.