Restaurationsstau und Frust.

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greasypete
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Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von greasypete »

Ich bin zwar gelernter KFZ Mechaniker und habe vor 30 Jahren viele Oldtimer geschraubt, sogar eine Komplettrestauration (VW 1600Variant) hinter mir und sollte also wissen was mich erwarten würde.
Darum habe ich mir den T2 geholt, um "das Wrack" in Ruhe aufzubereiten. So war der Plan.

Leider habe ich total vergessen, dass ich inzwischen über 50 bin (Rücken!), einen Vollzeitjob, Familie, Hund & Katze habe und auch nicht mehr so viel Lebenszeit nur für eine einzige Sache aufbringen kann/möchte.

Ich habe gut schon angefangen meinen Bus zu machen, es macht mir auch grossen Spass, aber ich brauche für alle Arbeiten (aus den oben genannten Gründen) einfach die 10fache Zeit wie ich es veranschlagt habe. Ich habe mal durchgerechnet, wenn ich in dem Tempo weiter mache ist der Bus vielleicht fertig wenn ich 105 bin.

Das frustriert mich gerade etwas, da ich überhaupt nicht so vorankomme wie ich wünsche. Ich überlege die Schweissarbeiten extern machen zu lassen. Aber wenn ich das dann durchrechne, hätte ich mir auch gleich ein Fahrzeug in besserem Zustand zulegen können. Bin gerade etwas verzweifelt.

Wart ihr auch schonmal an dem Punkt? Ratschläge*? Tausch?

Danke, Gruß Peter

* Ein Gedanke ist, den Bus zerlegt zu verkaufen und mir für die Kosten die ich für die Resto zurückgelegt habe ein fahrbereites Fahrzeug zuzulegen.
Fotoalbum aktuelles Projekt: https://flic.kr/s/aHsmtTtTsp
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo Peter,

Eine Resto sollte man wegen Spaß an der Arbeit machen - nicht um Geld zu sparen, das wird meist nix.
Ja... und man wird älter... ich liege auch nicht mehr so häufig und gern unterm Auto mit Ü50 wie als junger Hüpfer :oops:
(am meisten nervt mich derzeit meine aufkommende Sehschwäche - sprich Lesebrille wird oft nötig ... und wenn die dann nicht mit unterm Auto liegt :twisted:)

Zerlegt zu verkaufen wird ein Minus-Geschäft.
Aber manchmal hilft ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende...


Frust bei der Resto ist normal -
das tiefe Tal der Tränen ist erst wirklich durchschritten, wenn frischer Lack drauf ist und der Zusammenbau beginnt...
(auch da passieren noch Pannen und Probleme, aber man hat Ziel besser vor Augen :wink: )

Aber: man sollte sich schon klare Projekt-Ziele setzen: Zeit, Kosten, Qualität
Für den einen ist der Faktor Zeit fix, für den anderen das Geld usw. Jeder Parameter der drei verschiebt dann die anderen.
Vielleicht reicht es Deine (Qualitäts-)Ansprüche runterzuschrauben und Dir mehr Zeit zu lassen.
Gute Planung vorher und währenddessen lässt einem auch den Überblick und die Ziele im Auge zu behalten, wenn es mal irgendwo knirscht.

Ich hatte mir ein festen Zeithorizont von ca. 2 Jahren gesetzt (länger hätte ich irgendwann den Spaß dran verloren), Budget auch etwa fix,
Schweißarbeiten und Lackierung machen lassen und eingeplant - der Rest war mein Job an dem ich mal Freude hatte oder auch mal geflucht habe,
und die Qualität war dann oft nachgeordnet und nicht nur top.

Mit -Spaß-an-Restos-Grüße,
Zuletzt geändert von Rolf-Stephan Badura am 05.08.2019 10:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Feinbein
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Feinbein »

Hallo Peter,

an den Punkt, an dem Du gerade bist, kommt wohl jeder, der an Oldies schraubt. Viele Dinge laufen nicht reibungslos und alles dauert wesentlich länger, als gedacht. Man macht eine Baustelle auf und findet dann noch drei weitere, die man in diesem Zuge auch noch erledigen könnte, sollte oder muss. Das ist ganz normal und braucht Zeit ohne Ende. Nach einigen Restaurationen in jungen Jahren, bin ich heute froh wenn ich meine Oldies einigermaßen am Laufen halten kann.

In Deinem Fall hast Du Dir aber auch das volle Programm gegönnt. Ich habe mir Deine Bilder angeschaut. Das sieht böse aus. Ob sich das lohnt kannst nur Du selbst entscheiden.

Wie Du weiter vorgehst, musst Du auch selbst entscheiden. Wahrscheinlich werden viele Deiner Alternativen im finanziellen Fiasko enden.
Wer kauft eine abgebrochene Restauration?
Schweißarbeiten in Deutschland machen zu lassen, ist extrem teuer. Vorausgesetzt Du findest überhaupt einen Betrieb, der das machen kann und auch will und Dienen Ansprüchen genügt. Wenn man Arbeiten an Betriebe vergibt, bist Du halt auch wieder von denen abhängig. Erfahrungsgemäß geben die Betriebe bei der Anfrage eine Dauer für die Arbeiten an, die ganz gut klingt. Wenn sie den Auftrag haben, kommen viele Dinge dazwischen und es gibt ganz viele Ausreden. Ich habe kürzlich Stossstangen verchromen lassen. Das sollte 3-4 Wochen dauern. Am Ende waren es dann 5 Monate.
Manche geben ihre Oldies auch in andere Länder zum Schweißen weil die Lohnkosten dort niedriger sind. Das ist dann eine Frage des Qualitätsanspruches und des Vertrauens.

Die gute Nachricht ist, dass es ja ein Hobby ist und man (hoffentlich) keinen Druck hat. Da kann man sich Dinge auch mal in Ruhe überlegen und mit der Familie besprechen. Danach sieht oft klarer!

Sorry, dass ich nur mitfühlen kann und nicht den ultimativen Tip für Dich habe!

Gruß Stephan
Jules
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Jules »

Moin Peter,

ich habe meinen Bus am Donnerstag nach 3 Jahren Restauration angemeldet und am Samstag war er Brautauto bei Freunden. Das Fahrgefühl und Feedback der Hochzeitsgäste hat so einige tiefe Täler der Restauration vergessen gemacht.

Nach der Restauration meines T3 habe ich mir gesagt, nie wieder eine deutsche Karosserie, welche im Winter bewegt wurde. Auf die Schweißorgien hatte ich kein zweites mal Lust. Ich habe mich dann für einen T2 aus Texas entscheiden. Die Technik war hinüber aber an der Karosserie musste nur das Batterieblech und ein Teil am Scheibenrahmen geschweißt werden. Ich habe Ihn auch nicht neu lackiert. Die Patina steht ihm.

Ich habe deine Bilder gesehen und würde mich an deiner Stelle vielleicht nach einer guten Karosserie aus den USA umsehen. Bei den üblichen Verdächtigen in NRW oder Holland stehen manchmal gute Karossen ohne Motor, Getriebe und Inneneinrichtung. Dann hast du immernoch viel vor aber ersparst dir und deinem Rücken das Geschweiße. Die ganzen Teile für die deutsche Zulassung hast du ja und deine Karosse sowie die doppelten Teile werden einzeln verkauft.

Gruß
Julian
Turbopaule
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Turbopaule »

Hallo Peter,

Ich bin seit 2015 an meinem T2 am Restaurieren.

Die Karosserie Arbeiten hat ein Kumpel gemacht der Fahrzeugbauer ist.

Top Arbeit aber er hat immer wenig zeit.

Die Türen brauchen jetzt noch neue Aussenhäute dann wird er Langsam Lackierfähig.

Ich habe oft nen Durchhänger.

Aber ich muss da jetzt durch.

Mach einfach Langsam aber sicher weiter.

Paul
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Bulli-Tom
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Bulli-Tom »

greasypete hat geschrieben: 05.08.2019 09:22 ....t.

Wart ihr auch schonmal an dem Punkt? Ratschläge*? Tausch?

Danke, Gruß Peter
...
Ist der Bus fahrbereit oder zerlegt/im Eimer? Falls nein versuche doch eine "Rolling Restauration" - im Sommer fahren, im Winter überschaubar schrauben. Gibt dann zwar keine Toprestauration; aber viel Spass im Sommer und relativ wenig Frust im Winter...

Ansonsten würde ich mir wirklich einen fahrbereiten Bus mit "Restaurationsstau" suchen wenn trotzdem geschraubt werden soll.

Ich kenn das von meinem anderen Auto - so eine Komplettzerlegung dauert mindestens 5* so lange wie geplant und wird nie fertig....
Zum Wohl die Pfalz :wein:
Folxwagen
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Folxwagen »

Hallo Peter,

das Gefühl kennt wohl jeder, der schon einmal eine Totalrestauration begonnen hat. Nur diejenigen, die sie durchgestanden haben wissen, dass dem Frust meist ein unglaubliches Hochgefüihl folgt. Das schon erwähnte "Tal der Tränen" muss aber erst einmal überwunden werden.

Die Frage ist, warum hast Du Dich für dieses Fahrzeug entschieden? Weil Du Bock auf eine Resto hast oder weil Du Bock auf das Auto hast und bald fahren willst? Wenn Nr. 1 der Fall ist, gehe es ruhig an. Ich habe einen Schrauberabend pro Woche und ungefähr jedes zweite bis dritte WE einen halben Tag in der Werkstatt. Das ist gut mit der Familie und dem übrigen Leben zu vereinbaren und trotzdem kommt man recht weit. Sagen wir 1000 Stunden braucht Deine Resto, dann bist Du gemäß meines Schemas in 2,5 Jahren durch. Und 1000 Stunden wirst Du brauchen, wenn ich mir die Bilder so ansehe. Wenn Nr. 2 der Fall ist, sehe ich ein großes Risiko, dass das Ganze eine Never-Ending-Story wird, da der Frust einfach zu groß werden wird. Das, was Du an Rost siehst ist oftmals nur das kleine Ûbel und so eine T2-Karosse ist schon echt eine andere Nummer als ein Käfer oder 1600-er Variant. Ich würde Dir dann eher zu einem mehr überschaubaren Projekt raten, musst aber natürlich dann auch mehr Geld in die Hand nehmen und mehr Zeit aufbringen, um das geeignete Fahrzeug zu finden.

Wie sieht es räumlich bei Dir aus? Hast Du Platz für eine Vollresto? Auch eine Doppelgarage kann saueng werden und vor allem die fehlende Raumhöhe ist manchmal das, was eine T2-Resto sehr beschwerlich macht. Das Ding ist schon groß und ganz schön "unhandlich". ;) Bin bei meinen Käfer-Restos immer ohne Hebebühne ausgekommen. Mittlerweile aber auch über 40 und ehrlich gesagt, ich will die Hebebühne, die ich mir vor 3 Jahren zugelegt habe, gerade bei der aktuellen T2-Resto nicht mehr hergeben. Wie sieht es mit den Nachbarn aus? Ein Trennschleifer ist schon ein echt nerviges Gerät... Auch daran musst Du denken.

Viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung!

Grüße aus Schweden

/Ronald
VW T2a/b Kleinbus (1972)
VW 1302 LS Cabrio (1972)
VW 1303 S Limo mit SSD (1972)
sören *186
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von sören *186 »

Hallo Peter,
der sieht doch gar nicht schlecht aus!
Die beiden Längsträger im Motorraum würde ich extern zum Schweißen geben.
Prüfe den Übergang Längsträger / Hinterachsrohre - wenn die gut sind, ist es gut.

Oben wurde guter Tipp bez. Zeiteinteilung gegeben.
Meine Erfahrung ist, dass man konsequent regelmäßig dran bleiben muss, sonst reisst der Motivationsfaden schnell ab.
Selbst bei größter Zeitnot gehe ich jede Woche mind. für eine Stunde dran.
Das hilft mir sehr.

Auch der Tipp mit US-rostfreier Karosse kaufen und die deutschen Teile dort einbauen ist wertvoll.
Aber nochmal - so schlecht ist der doch gar nicht.

Grüße von
Sören
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Tanjas&Thomas_T2b
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Tanjas&Thomas_T2b »

Moin Peter,

du hast dir da ein nicht ganz einfaches Projekt an Land gezogen.
Die Karosserie ist halt eine 45 Jahre alte Stahlkonstruktion ohne Hohlraumkonservierung.
Das die dann nicht mehr top ist, sollte dir klar sein.
Und da gehen halt einige 100 Stunden in die Karosseriearbeiten, dessen sollte man sich bewusst sein.

Und wenn die fertig ist, musst du ja noch mit der ganzen Technik weiter machen. Das ist auch erst mal ein Riesen Berg an Arbeit, der da noch auf dich zukommt.
Bei meiner Doka habe ich geschätzt 300 Stunden Zeit in die Technik gesteckt. Und da war die Karosserie im Prinzip top.
Neben der Zeit geht halt auch noch viel Geld in so ein Projekt, aber es macht auf der anderen Seite auch viel Spaß, wenn es dann irgendwann voran geht.
Du hast das Projekt eventuell "falsch" angepackt.
Dadurch das du gleichzeitig an alle n Ecken angefangen hast, bekommst du erst einmal für lange Zeit nichts fertig.
Im Endeffekt ist die Methode zwar etwas schneller, aber man hat erst einmal keine Erfolgserlebnisse.
Ich habe mich von oben nach unten und von vorne nach hinten durchgearbeitet.
Dadurch habe ich erst einmal den Innenraum "fertig" gemacht.
Das war dann schon mal die erste Baustelle, die erledigt war.
Und dann halt immer Abschnittsweise einzelne Ecken.
Dadurch hat man zwischendurch immer wieder Abschnitte, die "fertig" sind.

Schweiß mal einzelne Partien fertig und schau ob deine Motivation wieder kommt.
Das ganze in Auftrag geben wird vermutlich unbezahlbar oder einfach nur extrem schlecht.
Im Zweifel ist es aber besser jetzt die Notbremse zu ziehen und das Projekt mit überschaubarem Verlust weiter zu reichen.

Viele Grüße
Thomas
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Peter E.
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Peter E. »

Moin Peter,

im Prinzip haben meine Vorredner ja schon alles gesagt.

Deine Karosse ist ein Traum für jemanden, der Lust auf Blecharbeiten am T2 hat.
Viel Erstrost und kaum Schweißpfusch zu erkennen.
Aber da gehen auch für einen gut ausgestatteten und erfahrenen Schweißer locker 250 Stunden in die Blecharbeiten

Deinen Bildern nach gehst du beeindruckend penibel an die Zerlegung, das kostet natürlich viel Zeit.
Und dann sieht man diese riesen Flex und ein großes Loch, wo mal ein Schweller war.
Mach bloß nicht den Fehler da zu grob rumzumetzgern, die Bleche müssen genauso genau betrachtet werden, wie die Technik.
Wenn du Zeit sparen willst, investiere in eine Punktschweißzange, damit kann man sehr sehr viele Bleche beim T2 einschweißen und das viel schneller und originalgetreuer, als mit MIG/MAG...

Aber ich glaube, du musst dir erstmal klarwerden ob du dir die Aufgabe wirklich zutraust und auch antun willst. :wink:
Gruss von Peter aus dem Schwentinental
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