Restaurationsstau und Frust.

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Der_Schweizer
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Der_Schweizer »

Servus Peter,

ich kann mich nur den Vorredner anschließen und sagen, dranbleiben, Stück für Stück, nix überstürzen und erstmal eine Ecke fertigmachen und dann eins nach dem anderen ..

Zum Trost meine aktuelle Restauration ist hier verewigt... und das ist leider auch der letzte aktuelle Stand. Oft kommt es anders als man denk... aber Hobby ist und sollte Hobby bleiben und einen nicht unter Druck setzten.
Es soll Spass machen .... und den habe ich noch oder jetzt wieder richtig... Irgendwann wird es fertig sein ... und dann :bier:

Grüße aus der Hauptstadt
der Olli
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Sgt. Pepper
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Sgt. Pepper »

Moin,
ich glaube da wurde bisher schon viel Wahres geschrieben.
Meiner Meinung nach ist der wichtigste Punkt, dass du wirklich nur eine Baustelle nach der Anderen bearbeitest und keinesfalls erstmal alles goßflächig heraustrennst. Ansonsten steht man irgendwann vor einer noch größeren Baustelle und weiß selber nicht mehr wie mal was zusammen war und hat große Schwierigkeiten eine Struktur zu erhalten.

Das war damals beim Westi das Problem, weil der Vorbesitzer schon großflächig herausgetrennt und dann die Lust verloren hat. Für mich war das damals dann auch nicht einfach die Karosserie wieder originalgetreu zu rekonstruieren, zumal es damals noch nicht so viele Informationen und Bleche gab. Daher ist manches auch nicht so gut geworden, was mich heute etwas stört. Aber ich habe das mal als "Jugendsünde" verbucht. Wenn mir mein Vater damals nicht geholfen hätte, wäre der Bus vieleicht nie fertig geworden.
Irgendwann stellt man dann fest, wenn der Bus schon lange fertig ist, dass es doch ziemlich viel Spaß gemacht hat und da haben wir uns beide unabhängig ein weiteres Projekt angeschafft. Ich den Hochdach-Frickelcamper und er sich einen T3 California.

Beim Hochdach Frickecamper hat sich die Karosserie als Faß ohne Boden herausgestellt, da sich hier schon einige in der Vergangenheit am Blech ausgetobt haben. Entsprechend war/ist sehr viel Arbeit notwendig den alten Pfusch zu entfernen und dann komplett bei Null wieder anzufangen. Glaube mir, dagegen ist deiner in einem top Zustand! Da hatte ich eine Zeit lang (3 Jahre) quasi keinerlei Motivation weiterzumachen und das Projekt hat erstmal geruht. Irgendwann hatte ich aber die Nase voll, von den ganzen Teilen die überall herumlagen und hatte dann die Wahl die Karosserie zum Schrott zu geben (wäre tatsächlich gar nicht mal Schade drum gewesen) oder es einfach zu versuchen. Mir hat dabei geholfen, dass ich mir irgendwann gesagt habe, dass die Karosserie eh schon komplett versaut ist, schlimmer kann es nicht werden. Somit ist jedes neues Blech ein Schritt in die richtige Richtung und man muss nicht den Ehrgeiz haben alles Perfekt zu machen.

So habe ich dann einfach wieder angefangen. Und als die erste Ecke wieder gut war, kam auch plötzlich die Motivation wieder zurück und es macht mir mitlerweile wieder richtig Spaß am Blech zu arbeiten. Auch wenn es wirklich sehr sehr demontivieren sein kann,wenn man immerwieder neue Stellen findet die man vorher gar nicht auf dem Schirm gehabt hat und wieder ein kleines Stück zurückgeworfen wird.
Wenn ich mir nun anschaue wie weit ich bin und wie weit ich z.B. vor genau einem Jahr gewesen bin, bin ich immer wieder erstaunt wie schnell es doch letztlich vorran geht. Ich versuche mitlerweile jedes freie Wochenende am Samstag was dran zu machen, auch wenn es manchmal schwer fällt, zumal ich jedes Mal knapp 40km fahren muss um an die Halle/Stall zu kommen.
Übrigens, teile ich mir den Stall im Winter mit ca. 12 -15 Schafen! Wenn du Zuhause arbeiten kannst, dann ist das Super, glaube mir. Allerdings kann ich mir vorstellen das es dann auch mehr Ablenkungen gibt.

Also: Bleib dran, versuche immer kleine Stücke zu machen und mach dir keinen Kopf wenn es etwas länger dauert. Da steht keiner hinter dir und will das sein Fahrzeug fertig wird. Und, es muss auch nicht perfekt werden, das ist kein Porsche oder so, sondern ein alter Transporter aus den 70ern, nix Anderes.


Grüße,
Stephan
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Deleted User 7534

Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Deleted User 7534 »

Schließe mich den Vorrednern an. Ich habe Glück das meine Frau und Nachbarn das tolerieren.
Ich mache meinen Bulli zu Hause in der Garage. Empfinde das als riesen Vorteil. So kann man zwischendurch mal dran gehen, auch wenn es mal nur eine halbe Stunde ist und dann Feierabend machen wenn die Familie ruft. Und der Bulli stört vor Ort weil der der Platz benötigt wird.
Den Vorteil sollte man nicht unterschätzen!!
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greasypete
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von greasypete »

Erstmal ein riesen Dankeschön an alle Vorredner. Ich war nun eine Woche auf einer Messe am Arbeiten und komme erst heute wieder zum Antworten. Sorry...

Ich könnte zu jedem was gesagt wurde lange antworten oder es einfach kurz machen: Genau so ist es! Ihr habt ja so verdammt Recht :-)

Ich lasse das Projekt jetzt einfach mal ein bisschen ruhen und mache dann weiter, wenn ich wieder Lust habe. Ich gehe jetzt beim Blech Stück für Stück vor. Immer ein Teil nach dem anderen. Eine andere Wahl habe ich ja nicht, da der Wagen sowieso so komplett zerlegt fast wertlos ist. Folgende Entscheidung/Deadline: Wenn ich den 3-teiligen Schweller drin habe werde ich entscheiden, ob und wie ich weiter mache. Danach sehe ich den Aufwand und die Qualität meiner Arbeit um den Rest eventuell einordnen zu können und ob das Projekt realistisch ist.

Der Schiebetürschweller ist halt auch gleich das schwierigste Teil (keine Angst, ich habe noch kleinere Flexen!) und ich arbeite mich wirklich langsam vor, das alte Blech genau rauszutrennen. Der neue brasilianische Originalschneller liegt ja schon bereit, auch alle Tür-Maße habe ich aufgeschrieben und sollte das mit Geduld schon hinbekommen. Ich trenne nur raus was ich als Neutteil hier liegen habe und halte mich an die original Schweisspunkte etc.

Ein sehr gutes Schweissgerät von einem Karosseriebauer steht auch bereit und eine Schweisszange versuche ich mir zu leihen. Danke, guter Tip.

--

Den zweiten Vorschlag finde ich ebenso extrem gut: Einen vom Blech rettbaren Bulli für einen etwas grösseren Betrag zu kaufen und diesen mit einigen Teilen die ich habe zu komplettieren. Mein Motor ist ja gerade bei einem alten Experten zum Wiederaufbau. Das wäre mein Plan-B.

Ich melde mich wieder wenn ich mich vom Messestress erholt habe ....


Danke und liebe Grüße,

Peter
Fotoalbum aktuelles Projekt: https://flic.kr/s/aHsmtTtTsp
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Sgt. Pepper
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Re: Restaurationsstau und Frust.

Beitrag von Sgt. Pepper »

Moin Peter,

das klingt nach einem guten Plan.
Mit dem Schweller unterhalb der Schiebetür kannst du ruhig anfangen. Aber rechne damit, dass du zuerst die Enspitzen der B- und C-Säule erneuern musst, sowie den die Übergänge in die Radkästen. Das ist halt irgendwie alles miteinander verbunden und für die neuen Bleche brauchst du ja auch ne solide Basis mit der sie verbunden sind.
Ich fand den Schiebetürschweller eigentlich nicht so schwer, tatsächlich habe ich mich mit dem Heck recht lange aufgehalten und war da von der verschachtelten Konstruktion links und rechts neben dem Abschlussblech ziemlich genervt. Von daher ist das doch nen guter Start dort schnell Boden zu gewinnen und damit dert Motivation auf die Sprünge zu helfen.

Wenn du Fragen oder Unklarheiten hast, wie was zusammengehört kannst du ja hier im Forum fragen. Da wirst du sicherlich einige Tipps bekommen.

Grüße,
Stephan
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