Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

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T2dabei
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Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von T2dabei »

Hallo,

ich hab seit kurzem zwei Hunde. Bei Fahrten war bisher immer eine Faltbox vor der Rückbank gestanden. War okay, aber nervig, da ich ja dann an gar keine Schränke gekommen bin ohne alles hin und her zu schieben. Und zum Bett aufklappen musste die Faltbox weg.
Jetz hab ich überlegt auf Höhe der Rückbank ein Gitter anzubringen, dann wären beide Hunde wie bei einem normalen PKW im 'Kofferraum'. Dann könnte ich das Bett aufgeklappt lassen. Zum schlafen muss das Gitter natürlich weg, ist ja Liegefläche. Wäre natürlich die Frage wohin mit dem Gitter?

Ich hoffe das war verständlich. Sind bisher nur so Überlegungen. Habt ihr Ideen dazu, oder ähnliches schon umgesetzt?

Bin gesprannt.
Danke und Gruß

Karin
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo Karin,

als Anregung zeitgenösisches Zubehör aus Schweden -
da sind im Prospekt zumindest zwei unterschiedliche Gitterlösungen zu sehen (ienmal oben gerade, einmal der runden Dachform folgend):
https://www.vw-t2-bulli.de/data/books/b ... -se-ad.pdf
(Rahmen je mit Gittern - wohl je an Rückbank und über der Fenster/Dachlinie fixiert - müsstest Du Dir Schnellspanner andenken)

Viel Erfolg,
T2dabei
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von T2dabei »

@Rolf-Stephan Badura

Danke für den Tipp.
Ich hab nochmal weiter recherchiert. Es gibt auch Hundeschutznetze mit Gurtband hab ich jetzt gelernt. Also richtig stabil, aber leichter zu verstauen.
Danke und Gruß

Karin
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Rolf-Stephan Badura
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

Hallo Karin,

Bei zu spannenden Bändern/Gummi- oder Nylonseilen wird der Rahmen schwerer/aufwendiger/stabiler,
beim Gitternetz trägt dies ggf. selbst zur Stabilität bei und macht den Rahmen einfacher/leichter und ist eher nur ein Kantenschutz.

Vielleicht gibt es ja etwas für aktuelle Fahrzeuge in passenden Dimensionen o.ä. die man einfach anpassen kann.
Die alten für T2 wird man wohl kaum noch finden.

Viel Erfolg,
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boggsermodoa
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von boggsermodoa »

Ich hatte nie einen Hund, werde auch nie einen haben und verstehe nicht wirklich was von dem Thema. Es gibt Hunde, die durch das geöffnete Beifahrerfenster die Nase in den Wind halten und welche, die sich während der Fahrt in den Fußraum verkriechen und nix wissen wollen von der Welt. Ich weiß ferner nicht, was man einem Hund zumuten kann, bekomme aber Mitleid beim Anblick so mancher Transportlösung.

Ich sehe prinzipiell drei Möglichkeiten sie unterzubringen: Fußraum vor dem Beifahrersitz, Ladeboden und auf dem Motorraum.

Fußraum
pro: Man hat Blickkontakt und kann mit ihnen reden. Sie können nicht nach vorne geschleudert werden, denn es geht nicht mehr weiter nach vorne.
contra: Die Interaktion mit ihnen lenkt den Fahrer evtl. ab. Der Platz reicht evtl. nicht für zwei Hunde (Größe und Gewicht unbekannt). Man will möglicherweise auf dem Platz noch einen lebenden Menschen transportieren.

Ladeboden
pro: Bester Federungskomfort im ganzen Auto. Ausreichend Platz. Gute Befestigungspunkte in der Nähe erreichbar.
contra: Kein Blick aus dem Fenster möglich.

Motorraum
pro: Ausreichend Platz. Mit Ausnahme des Bettes bleibt die gesamte Inneneinrichtung uneingeschränkt nutzbar. Die Tiere haben was zu gucken.
contra: Übelster Federungskomfort im ganzen Auto. Keine Befestigungspunkte vorhanden. Keine ernstzunehmende Trennwand nach vorne vorhanden. Die Tiere befinden sich für Fahrer und Beifahrer auf einer gefährlichen Höhe, falls das Rückhaltesystem versagen sollte (Gewicht und Größe der Tiere unbekannt).

Rechtliches:
Hunde gelten als Ladung, und für den Hundetransport gelten die rechtlichen Vorschriften zur Ladungssicherung. Für Fahrzeuge bis 3,5 to lauten die grob, dass die Ladung am Platz bleiben muss, wenn in Fahrtrichtung eine Beschleunigung von 0,8 g, in Querrichtung 0,6 g und entgegen der Fahrtrichtung 0,5 g herrscht. Das reicht also gerade mal für eine lauwarme "Ingenieurs"-Vollbremsung in der Ebene, hat mit dem realen Fahrgeschehen nicht wirklich was zu tun, und Unfälle jedweder Art sind nicht vorgesehen. Bei den beliebten Hundeboxen gelten die Vorschriften für die Box, nicht für ihren Inhalt. Der darf nach der Vollbremsung auch mausetot sein, muss sich aber noch innerhalb der unverrückten Box befinden.

Nach allem was ich bei meiner Kurzrecherche gesehen habe, würde ich den Transport auf dem Ladeboden vorziehen. Ich würde die Hunde nicht irgendwie einhausen, sondern sie mit einem Brustgeschirr über jeweils zwei Gurte sichern, die krisensicher entweder mit den unteren Gurtzugpunkten der Rücksitzbank oder den originalen Befestigungspunkten der serienmäßigen Rücksitzbank verbunden sind.

https://www.adac-shop.de/hundesicherheitsgurt-s

Gruß
Clemens
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von T2dabei »

@boggsermodoa

Hallo Clemens,

ich musste ein wenig schmunzeln über deinen Beitrag. Nichtsdestotrotz - vielen Dank für dein Engagement als Nichthundebesitzer.

Ein Hund - und das gilt selbstverständlich auch für zwei Hunde - sind Familienmitglieder und werden als solche sehr gut und artgerecht behandelt und transportiert.

VOR dem Beifahrersitz geht gar nicht. Ist auch nicht erlaubt. Zudem - wie du ganz richtig bemerkst - möchte ich evtl. noch einen "LEBENDEN Menschen transportieren".
Ich bin froh, dass du tote Menschen gar nicht erst in Betracht gezogen hast. :wink:

Der Ladeboden war ja bisher das Mittel der Wahl. Aber ich bin damit noch nicht zufrieden, da es total viel Umräumerei bedeutet um an irgendwelche Schränke zu kommen, bzw. um sich hinzusetzen, bzw. die Trenntoilette zu nutzen.

Daher die Idee hinter der Rückbank. Und genau das Problem mit der Trennwand versuche ich zu lösen. Ohne geht das auf keinen Fall!
2009 hatte ich mit meinem VW Caddy einen schweren Unfall. Dabei ist mein Hund von hinten einmal durch das ganze Auto nach vorne auf den Beifahrersitz geflogen. Es ist ihm nichts passiert - außer natürlich einem Riesenschreck - aber das war mir eine Lehre!

Allerdings sprichst du einen wichtigen Punkt an, an den ich noch gar nicht gedacht habe. Der Federungskomfort.... hmmmm.... :wink:
Danke und Gruß

Karin
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von boggsermodoa »

Als Nichthundebesitzer habe ich natürlich auch keine Ahnung, wie sensibel die Tiere hinsichtlich des Federungskomforts sind. Zwischen den Achsen bekommen sie am wenigsten von Nickschwingungen und Fahrbahnstößen mit und je tiefer sie platziert sind, desto kleiner die Amplitude von Längs- und Querschwingungen. Wie wichtig das ist, kann ich nicht beurteilen. Als Pennäler im Schulbus war die hinterste Sitzreihe immer mein Lieblingsplatz, eben weil da die meiste Action ist und weil mir dort nichts und niemand ins Kreuz fliegen kann, wenn's mal scheppert.

Bei der Anordnung auf dem Ladeboden bin ich nicht sicher, ob du mich richtig verstanden hast. "Keine Umhausung" meint keine Box, kein Netz oder Gitter, kein Garnix. Stattdessen pro Hund ein gemütliches Polster zum drauf Liegen, ein taugliches Brustgeschirr samt zweier Gurte, die V-förmig nach hinten zu zwei vertrauenswürdigen Befestigungspunkten am Boden oder in Bodennähe führen. Bei Vollbremsung oder wenn's knallt fallen die Hunde ins Brustgeschirr, nehmen wegen der V-förmigen Anordnung der Gurte eine definierte Lage ein und werden sicher gehalten. Das entspricht möglicherweise nicht den Vorschriften im Wortlaut, übertrifft sie aber problemlos von der Wirkung. Und falls du mal nach hinten musst, ist für dich dort evtl. immer noch Platz (Größe und Gewicht der Tiere weiterhin unbekannt) oder du musst halt eines von ihnen abgurten.

Solche sicheren Befestigungspunkte kannst du dir freilich auch auf dem Motorraum schaffen, allerdings nicht mit Spax oder Blindnieten. Flacheisen oben und unten, mehrfach durchs Blech verschraubt, sodass sie eine genügend große Fläche (genügend lange Umrisslinie der einspannten Blechfläche) einklemmen und dadurch dann die Befestigungsschraube für das Gurtschloss. Im Zubehörhandel gibt es Einschweißmuttern um Gurtgewinde nachzurüsten. Die kannst du dir ja mal angucken, um eine Vorstellung von der erforderlichen Größe zu bekommen.

Gruß!
Clemens
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von Rolf-Stephan Badura »

boggsermodoa hat geschrieben: Gestern 15:17Solche sicheren Befestigungspunkte kannst du dir freilich auch auf dem Motorraum schaffen...
Oder die vorhanden je 2 Schraubpunkte links und rechts damals für optionale Sicherheitsgurte hinten unterhalb der Fenster nutzen:
(Achtung: keine metrischen M? Baumarktschrauben reinfummeln, sondern mit 7/16" UNF Gewinde für Sicherheitsgurte)
Bild Bild

Ansonsten ist mein Bulli mittlerweile voller Blindnietmuttern M3 bis M12 für alle möglichen Halterungen dank passenden Werkzeug GOEBEL GO-12-N. :oops:
Bild

Grüße,
Zuletzt geändert von Rolf-Stephan Badura am 01.03.2026 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von boggsermodoa »

T2dabei hat geschrieben: Gestern 13:41
Ich bin froh, dass du tote Menschen gar nicht erst in Betracht gezogen hast. :wink:
Ooch, auch dazu wurde der T2 früher gerne hergenommen.
:thumb:


Nach all den vielen Worten sollte ich jetzt vielleicht doch mal auf dein eigentliches Anliegen eingehen:

Ich halte es nicht für ein Problem, da hinten ein Gitter anzubringen, bezweifele aber, dass du im Handel was Passendes findest. Ich selbst würde die Autogenfackel anzünden und mir was zurecht brutzeln. Falls du diese Möglichkeit nicht hast, gehst du eben zur nächsten Schlosserei, mit 'ner Skizze und dem Auto, damit sie Maß nehmen können.

1.Frage: Wohin mit dem Ding, wenn man es nicht braucht, stattdessen aber das Bett?
a) raus schmeissen
b) nach unten klappen
c) nach oben klappen

Raus schmeissen am Wegesrand ist doof, nach unten klappen erfordert eine Umkonstruktion des ganzen Bettes (muss um den Rohrdurchmesser nach oben verlegt werden), also bleibt nach oben klappen. Das Gitter muss sich also nach hinten oben schwenken und dort befestigen lassen. Drehpunkt wäre dann vorne oben am Dachholm zu schaffen - krisensicher, wie weiter oben beschrieben.
Ein evtl. vorhandener Dachstaukasten muss entweder weichen oder verkleinert werden (dann nutzt er aber nur noch zur Unterbringung des Reisepasses) oder er erzwingt eben eine tiefere Position für das hochgeschwenkte Gitter.

Etwas Erfindungsgabe ist bei den unteren Befestigungspunkten gefragt. Die Karosserie verjüngt sich nach oben, also geben die Dachholme die maximale Breite des Gitters vor. Eine Klaue oder ein substantielles Widerlager auf dem Motorraum stünde also deutlich im Bett, statt an dessen äußerstem Rand. Außerdem müssten zu seiner Montage Motor und Tank raus, um die Unterseite des Bleches zu erreichen. Um all dies zu vermeiden würde ich wohl das heruntergeschwenkte Gitter nach hinten abfangen, mit (evtl. klappbaren) Streben, die sich im hinteren Bereich des Motorraumbleches befestigen lassen - selbstverständlich krisensicher. Statt der Streben könnte man sich auch was mit Zurrgurten einfallen lassen. Da besteht allerdings die Gefahr, dass die Hunde die zernagen.

Wie auch immer, das ist alles machbar. Eine Bekannte von mir transportiert regelmäßig 12 Huskies in einem umgebauten Sprinter-Krankenwagen im Winter nach Schweden zum Schlittenhundefahren. Die hat kaum noch Platz zum Wohnen da drin. Im Heck ist alles voll mit Hundeboxen, bis unters Dach in drei Meter Höhe. Geht alles und die Tiere machen's mit, teilweise zu zweit in einer Box. Und ja, die werden auch geliebt.

Gruß!
Clemens
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boggsermodoa
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Re: Tipps für Hundegitter an der Rückbank?

Beitrag von boggsermodoa »

:ritter: Alder Schwede! :ritter:

Habe mir das grad interessehalber mal runtergeladen.

Pos. 31 blockiert die obere Rolle, um ein versehentliches Öffnen der Schiebetür zu verhindern? :confused:

Die Schweden denken ja manchmal in sonderlichen Bahnen. Z.B. ist die Sonnenblende ein Sicherheitsteil, ein Prallpolster, an dem die Rübe anschlägt, falls man "vergessen" hat, sich anzuschnallen. Volvo verwendete da stets die doppelte PE-Schaumdichte wie alle anderen Hersteller. Da hatte auch kein Schminkspiegel was drin zu suchen. An meinem 245 befand sich der im aufgeklappten Handschuhfachdeckel. Für den Fahrer gab's keinen, denn der soll auf die Straße gucken, nicht sich den Lidstrich nachziehen.

Aber Sicherung der Schiebetür? Die hat doch innen einen kleinen Verriegelunghebel für genau diese Zweck!
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