Asbest-Sanierung

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Avispa66
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Avispa66 » 04.10.2018 23:45

Avispa66 hat geschrieben:
29.09.2018 12:36
Ich liebäugle mit Aufbereiten von solch schweren Wärmetauscher:
967116CD-CB83-4777-AB4C-CF995485AC60.jpeg

Gibts da irgendwo Asbest im innern?
Oder waren nur Dichtungen aus Asbest (roter Pfeil)?
Zu meiner Frage passend, hab ich noch diesen Beitrag gefunden.
Allerdings wird die Asbestfrage nicht restlos geklärt.

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Norbert*848b
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Norbert*848b » 05.10.2018 01:17

Hallo Avispa,
beim verlinkten Beitrag kann ich nur Wärmetauscher für den Typ 4 Motor ausmachen.
Ich habe die Erkenntnis aus verschiedenen durchgerosteten Typ 1 Wärmetauschern (original VW sowie Nachbauten) gewinnen können, dass da keine irgendwelche Matten drin waren.
Somit kann ich folgerichtig auch keine Asbestgefahr sehen. Ich möchte aber auch nicht ausschließen wollen, dass eventuell bei früheren Modelljahren als mein Fahrzeug das Teufelszeug da drin verbaut war. … im Zweifelsfall und um sicher zu gehen hilft wirklich nur aufsägen. :?
Freundliche Grüße aus Algermissen

Norbert

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Matthias S.
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Matthias S. » 05.10.2018 11:01

Das kann ich auch so bestätigen, denn ich hatte außer mit T2 auch mit sehr vielen Käfern zu tun und entsprechend viele Typ 1 Heizbirnen von Baujahren 69-84 getauscht die sich in Endstadium der Auflösung befanden, da sind keine Matten wie bei den Typ4 Heizbirnen drin.
Grüße, Matthias

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Avispa66
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Avispa66 » 05.10.2018 12:07

Matthias S. hat geschrieben:
05.10.2018 11:01
Das kann ich auch so bestätigen, denn ich hatte außer mit T2 auch mit sehr vielen Käfern zu tun und entsprechend viele Typ 1 Heizbirnen von Baujahren 69-84 getauscht die sich in Endstadium der Auflösung befanden, da sind keine Matten wie bei den Typ4 Heizbirnen drin.
Grüße, Matthias
Danke Matthias und Norbert.
Dann werfe ich die Wärmetauscher also noch nicht weg :D

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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von freudenberg19 » 05.10.2018 12:25

Hallo allerseits,
in meinem 1975 Westfalia Helsinki ist eine Benzin-Standheizung (von Eberspächer?!) verbaut. Muss man sich eigentlich auch Gedanken um Asbest machen ??
Freundliche Grüsse

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simon-dorner
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von simon-dorner » 06.10.2018 21:48

freudenberg19 hat geschrieben:Hallo allerseits,
in meinem 1975 Westfalia Helsinki ist eine Benzin-Standheizung (von Eberspächer?!) verbaut. Muss man sich eigentlich auch Gedanken um Asbest machen ??
Freundliche Grüsse

Servus,
Also ich hab meine Standheizung auch gerade ausgebaut. 1976 2.0L T2 Berlin Ausstattung.
Ich konnte dort keine asbesthaltigen Materialien feststellen.


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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von T2ab » 13.10.2018 22:31

Hallo
Was gut zu dem Thema passt ist die in den Westfalias verbaute Glaswolle.
Die steckt über dem Fahrerhimmel und hinten unter der Seitenverkleidung.
Bin mir ziemlich sicher, dass diese Fasern gesundheitsschädlich sind.

Die "Matten" in meinen (US) Wärmtauscher sehen allerdings nicht aus als würden sie Fasern abgeben.

Gruß Christoph
Dateianhänge
IMG_1796.JPG

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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Duetto » 13.10.2018 23:39

Bei der "Rückseite" der "Matten" wäre ich mir da allerdings nicht so sicher :surprised:
WT2.jpg
WT1.jpg
Gruss,
Uli

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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Duetto » 13.10.2018 23:42

Ich habe die Matte durch moderne Hitzeschutzmatten ersetzt...
WT3.jpg
WT4.jpg

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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Sgt. Pepper » 25.01.2019 14:25

puh... vieleicht auch besser so.
Nimms mir nicht übel aber:
150€ für eine einzelne Stahlfelge mit einem exotischen Reifen unbekannten Alters...?!
Wenns ein ganzer Satz wäre, dann vieleicht.

Zum Asbest in der BA6:
Da ist wirklich nichts zusätzlich vorhanden. Die Heizung selber besteht nur aus einem Blechkorpus ohne zusätzliche Isolierungsmaterialien. Alle Verbindungungen sind aus hitzebeständigem Gummi/Silikon.
Gefährlich wird es hier nur, wenn die Brennkammer undicht ist und Abgase in die Heizungsrohre entlässt.

Grüße,
Stephan
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Inox
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Inox » 12.08.2019 21:40

Weil ich die Stinkerei der Heizung leit war, habe ich mir vor einem Jahr 2 Wärmetauscher zum Aufarbeiten besorgt.
Nach dem Öffnen war ich doch etwas geschockt.
IMG_20190227_131015.jpg
Man kann sich sicher vorstellen, dass die Öldämpfe auch nicht gerade gesund sind, wenn die Tauscher heiß werden.
IMG_20190227_131151.jpg
Auch schubbern sich die Alubleche mit der Zeit durch und die Gewebematten liegen dann im Luftstrom zum Innenraum. :shock:

Nach dem Strahlen, Schweißen und Lackieren habe ich mir große dicke Alu-Grillschalen besorgt und diese in die Blechformen gedrückt und zugeschnitten.
IMG_20190716_170639.jpg
IMG_20190716_172903.jpg
Dann die Schweißerschutzmatten zugeschnitten und die neuen Aluformbleche eingesteckt und mit Formierband rundum verklebt.
IMG_20190716_181904.jpg
...
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Inox
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Inox » 12.08.2019 21:46

So sieht das dann vor dem Zusammenbau aus.
IMG_20190716_182946.jpg
Ich habe sie jetzt am Wochenende fast 1000 km gefahren. Nach dem Einbrennen der Farbe ist wirklich garnichts mehr zu riechen.
Nur noch warme frische Luft :gut:
IMG_20190716_202115.jpg
Ich freu mich, dann kann der GO ja kommen :D

VG
Jörn
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von schrauberger » 13.08.2019 02:15

Hallo Jörn, super gemacht. Das mit den Grillschalen ist eine gute Isee :gut:
Ich hatte damals dicke Alufolie zur Verstärkung genutzt.
Grillschalen sind glaub dicker und besser geeignet

VG Ralph
Schöne Grüße aus Geisingen,
erste Stadt an der jungen Donau :mrgreen:
Fukengrüven

Hennemann
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Hennemann » 07.05.2020 15:53

Moin zusammen,
mein erster Beitrag im Bulli Forum, ich hoffe ich kann zur Asbestproblematik in Bulli und Käfer ein bisschen was beisteuern. Mich treibt das Thema schon eine Weile um und ich habe wohl schon sowas wie ein Asbest-Phobie entwickelt, was mich regelmäßig zwar in kleine Panikzustände versetzt, aber ich letztlich doch immer etwas neues herausgefunden habe, was mich und vielleicht auch andere, weiterbringt. Wenn ihr eure Typ4 WT asbestfrei bekommen wollt, müsst ihr die besagten Isoliermatten im Innern rausschmeißen und ersetzen - so wie es hier im Forum super beschrieben wurde. Dabei solltet ihr aber auch das Heizklappenmodul (zwischen WT und Heizschlauch) nicht vergessen: Keine Ahnung, ob es schon in diesem Zusammenhang mal genannt wurde. Die Doppelklappen, die je nach Heizzugstellung die Luftaustritte öffnen oder verschließen, sind - wie übrigens die Klappenan originalen schweren WT des Käfers auch - mit Asbestdichtungen bewehrt. Die Klappen selbst sind beim Bulli runde Blechscheiben, die von einer Feder und einem Niet auf Spannung und Abstand voneinander gehalten werden. Auf diesen Blechscheiben liegen kreisrunde Dichtringe, die an ihrem Außenrand jeweils mit der Blechscheibe verbördelt sind. Beim Käfer werden die bösen Dichtungen von zwei Blechscheiben gehalten, die mit zwei Schweißpunkten verbunden sind. Diese Scheiben fransen gerne mit den Jahrzehnten aus und werden mürbe, mit dem bekannten Effekt, dass die Warmluft Stäube in den Innenraum tragen kann. Ich habe vorgestern eine solche Heizklappe von meinem 1972er T2ab mal aufgebördelt (FFP3 Maske ist bei solchen Arbeiten Pflicht) und dann unter ständigem Befeuchten die Ringe rausoperiert. Ich werde sie wohl - wenn überhaupt - durch Silikonringe ersetzen. Mehr als 250 Grad werden dort kaum zu erwarten sein, und auch in der Ofentechnik wird ja Silikon als Dichtungsmaterial verwendet. Vielleicht hat ja jemand hier noch eine bessere Idee. Einfach ist das alles nicht, aber wenn ihr schon mal dabei seid, euren Bulli asbestfrei zu bekommen, solltet ihr zumindest mal einen Blick auf die Klappen werden und im Zweifel ein paar Stunden investieren. Habe mir übrigens seinerzeit an meinem Käfer von einem Institut die Asbesthaltigkeit der Dichtringe bestätigen lassen. Auf den Bildern sehr ihr zum Einen die freigelegten Doppelklappen meines Bulli und eine noch verbaute Dichtung aus einem Typ1 WT.


Ansonsten kann ich noch folgende Materialien - zumindest im Käfer - als asbesthaltig bestätigen - einige von denen wurden hier schon genannt:
=> Auspuff-Fittings zu den Endrohren (auch im 1600er Bulli)
=>Dichtungen der Heizschläuche an den WT (nach Jahrzehnten ist dann besser auch das Material innen zu tauschen, auch wenn es meist nur Isolierwolle mit Drahtgeflecht ist)
=> schwer zu glauben, aber wahr: die Bitumenpappe auf dem Rahmentunnel (und auch innen auf der Türhaut) beim Käfer enthält Chrysotilasbest in stark gebundener Form - am besten dran lassen oder an einem frostigen Tag mit Cuttermesser einschneiden und stückweise abplatzen lassen (dennoch mit Maske!); auf keinen Fall abschleifen, bohren o.ä.; zum Schluss alles zum Sondermüll. Asbest wird immer beerdigt ;-)
=>Dichtungen in Tankdeckeln (rötlich, pappe-artig)
=> klar: Brems- und Kupplungsbeläge vor den 90er Jahren; auch wenn sie immer noch als NOS Teile angeboten werden, lässt man besser die Finger davon
=> nicht sicher bin ich bei alten Anti-Dröhn und Wärmeschutzpappen im Motorrraum und bei Anlasser-Isolierungen (auf den Verpackungen noch der 80er Jahre stand bei anderen Herstellern immer ein Asbesthinweis)

Die Dämmung um das lange Heizungsrohr unterm Bulli ist m.E. "nur" mit Glaswolle ummantelt; da es keinen Kontakt zur Frisch- oder Warmluft bekommt, ist es unproblematisch.

Ich kenne die konträren Meinungen zum Thema zur Genüge. Die Gefahr wird zwar eher heruntergespielt, auch von den Betrieben, die Restaurationen vornehmen, übrigens. Ich will aber auf keinen Fall unnötig beunruhigen, aber leichtsinnig sollte man beim Umgang mit diesem Isolier-Allrounder der 60er-80er auch nicht sein.

Die Veteranenabteilung des Herstellers will sich der Problematik nicht wirklich annehmen; klar, das ist lästig und nur bedingt gut für das Prestige, aber eigentlich finde ich, wenn man mit Restaurationen mittelbar doch eine Menge Geld verdient, könnte man mal einen Leitfaden erstellen und auf diese Materialien und Teile hinweisen, denn für einen Privatmensch kostet eine Probenanalyse bei Asbestverdacht immer mindestens 80 Euronen. Geht auf Dauer ins Geld.

So, jetzt bin ich am Ende meines ersten Beitrags. Bin übrigens nicht immer so wortreich, aber das ist nun mal ein Thema, das mich regelmäßig umtreibt;-)

VG von

Hennemann
Dateianhänge
IMG_5071.JPG
Bulli Doppelheizklappe mit Dichtringen
IMG_5070.JPG
Bulli Doppelheizklappe mit Dichtringen
IMG_2862.jpg
Käfer Heizklappendichtung in verbautem Zustand

Hennemann
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Re: Asbest-Sanierung

Beitrag von Hennemann » 07.05.2020 19:12

Duetto hat geschrieben:
13.10.2018 23:39
Bei der "Rückseite" der "Matten" wäre ich mir da allerdings nicht so sicher :surprised:
WT2.jpgWT1.jpg
Gruss,
Uli
Moin Uli,

wie hast du denn seinerteit die Asbestschalen aus dem Mantel operiert? Sind die noch irgendwie befestigt gewesen? Sehen ziemlich eingebacken aus. Ich würde die Sanierung gerne wie du machen, aber beim Rausnehmen der bösen Isolation möglichst nichts freisetzen, bin da etwas vorbelastet :roll:

VG

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