Hallo zusammen,
ich nutze mal diesen Thread weiter, um nicht einen neuen aufzumachen...
Wir sind auf dem Weg in den Familienurlaub in Dunkerque kurz vor der Fähre nach 600 km Fahrt gestrandet. Meine Diagnose läuft auf einen defekten fahrerseitigen Zylinderkopf hinaus, aber ich möchte keine Chance ungenutzt lassen und das Schwarmwissen hier im Forum anzapfen.
Symptome
Auf der französichen Autobahn hat sich das Motorgeräusch schlagartig geändert. Es gibt ein drehzahlabhängiges, sehr lautes "Ploppen", einschließlich Leistungsverlust. Die Lambdaanzeige schießt gleichzeitig nach oben.
Diagnose
Motor geht im Stand fast aus, läuft nur auf drei Zylindern. Das Geräusch kommt klar von der fahrerseitigen Zylinderbank, gefühlt unter dem Fahrzeug lauter als im Motorraum, das kann aber an der Verblechung liegen. Irgendwo wird die komprimierte Luft also irregulär abgeblasen.
Rein visuell lässt sich Ölaustritt zwischen den Zylindern 3 und 4 und Zylinderkopf erkennen.
Der Ölstand war deutlich unter Minimum (der Wagen stand aber auch leicht bergab). Vor Fahrtantritt hatte ich auf Maximum aufgefüllt.
Zündung:
- Alle Zylinder bekommen einen Zundfunken, Kerzen sind rehbraun. Wird der Stecker von Zylinder 4 abgezogen, ergibt sich keine Änderung. --> Fehler auf Zylinder 4
Einspritzung:
- Die Stecker der Einspritzdüsen habe ich auch mal quer getauscht - der Fehler wandert nicht mit.
Ansaugung:
- Alle Schläuche geprüft, wirkt dicht. Wurde unmittelbar vor der Abfahrt abgenebelt und war dicht.
Kompression:
- Ich habe natürlich keinen Kompressionstester oder Endoskop dabei. Ohne Zündkerze kommt das Ploppen klar aus dem vierten Zylinder.
- Motor von hand durchkurbeln funktioniert ohne irgenwelche Unregelmäßigkeiten.
- Ich habe dann die Schrauben vom Krümmer nachgezogen - sind alle fest.
- Die Zylinderkopfschrauben im Ventildeckel, sowie die direkt am Zylinder 4 sind erreichbar. Geprüft, für fest befunden.
- Den Motor von Hand durchgedreht und Ventilspiel sowie Öffnung auf Zylinder 4 kontrolliert. Beide Ventile haben am Zünd OT etwas Spiel (Motor war noch warm) und scheinen auch vollständig zu öffnen. Damit schließe ich einen herausgefallenen Ventilsitz oder ein verbranntes Auslassventil aus.
Hypothese
Ich schlussfolgere daraus, dass der Zylinderkopf entweder einen Riss hat, durch den er abbläst oder aber so stark verzogen ist, dass er an der Zylinderkopf"dichtung" abbläst. Weitere Möglichkeit Loch im Kolbenboden?
Da es nach meiner Einschätzung auf den Zylinderkopf hinausläuft und ich auch noch die S Köpfe drauf habe, sehe ich keine Möglichkeit das hier vor Ort zeitnah reparieren zu lassen. Wir haben mit dem ADAC mittlerweile alles geklärt - der Wagen wird nach Hause gebracht, wir sind im Hotel und fahren morgen (heute ist französischer Nationalfeiertag) mit einem Mietwagen nach Hause.
Ich erwarte hier keine Hilfe im Sinne schnell wieder fahrtauglich zu werden, aber vielleicht lässt sich das Problem mit meiner Beschreibung schon eindeutig zuordnen und ich weiß was mich in 3 Wochen erwartet, wenn das Auto wieder auf der Hebebühne zu Hause steht. ... und man fühlt sich mit seinen Bulliproblemen nicht so alleine
Grüße aus Dunkerque
Paul